Forum: Wirtschaft
Insolvente Großreederei: Auf Hanjin-Frachtern wird Wasser und Essen knapp
REUTERS

Nach dem Kollaps der Großreederei Hanjin Shipping dümpeln über 70 Schiffe der Koreaner auf den Weltmeeren. Gläubiger wollen die Frachter beschlagnahmen, wenn sie Häfen anlaufen. Die Lage an Bord spitzt sich zu.

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thai.land 11.09.2016, 16:58
40. Kann mir bitte einer etwas erklären?

a) Transportgut ist billig wie ewig nicht mehr.
b) Es bestehen Überkapazitäten

a+b passt verstanden

Nun passiert folgendes
1) Ein Wettbewerber mit 3% Marktanteil geht Pleite
2) Die Preise werden um 50% erhöht

Versteh ich nicht!

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susiwolf 11.09.2016, 16:59
41. Der ,Tritt' in die Nähe ...

Zitat von Jugendlicher
....normal sollten Sie selber drauf kommen. Diese Schiffe brauchen in jedem Hafen Lotsen und Schlepper die sie an den richtigen Platz bringen. Wenn also kein Geld da ist, kein Lotse und keine Schlepper und auch keine Entlade Mannschaft.
Der war gut ...

Manchmal kosten die ContainerRiesen auch richtige Hafenkosten,
die bezahlt sein wollen.
Nicht nur Schlepper, Lotsen, sondern auch Hafengebühren, Löschkosten, Festmacher und und und das nicht zuwenig.

Da kommen schon einmal Hafenabrechnungen pro Anlauf von 100.000 - 200.000 € (oder US$) zusammen, die bezahlt werden ...
Von wem ?
Suche den Fehler ... ;-)

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schwaebischehausfrau 11.09.2016, 17:03
42. @Hr. Rossi: Alles böse..?

Zitat von Hr. Rossi
Einfach absurd. Man kann sich keine schlechtere Welt vorstellen als unsere. Wollen zivilisiert sein und ersticken an unserer Scheinheiligkeit. Dann lieber ein Hauen und Stechen ohne Moral. Weiß jeder, woran er ist.
Was genau kritisieren Sie denn nun? Die Häfen etc., weil die einer bankrotten Firma nur noch Waren/Leistungen gegen Vorkasse überlassen wollen - was nachvollziehbar ist?
Oder die Gläubiger, die der Hanjin-Reederei Milliarden an Krediten gegeben haben und dieses Geld gerne zurückhaben möchten und nach der Insolvenz natürlich einen Anspruch auf die vorhandenen Vermögenswerte (Schiffe) anmelden und diese pfänden lasssen wollen - auch dies ist nachvollziehbar?
Oder die Reederei selbst, die aus Angst vor Pfändungen durch ihre Gläubiger den Schiffs-Kapitänen untersagt, Häfen anzulaufen?

Wer also sind denn Ihrer Meinung nach die "Schlechten" und "Bösen"?
Wie wär's denn, wenn Sie einfach einen "Rettungsfonds" gründen und gleich mal ein paar tausend Euro einzahlen? Das wär doch mal ein Signal in dieser bösen, kalten Welt...:-)

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beethovensneunte 11.09.2016, 17:08
43. Der schöne Schein der Marktwirtschaft

Tja, irgendwann ist "Ende im Gelände" - das merkt man ja schon länger, schaut man sich den "Welthandel" und das Bankengewerbe an.
Geld, Geld, Geld... Am besten ganz viel für ganz wenige. Dass das nicht lange gut gehen kann, war klar.

Mit den politischen Krisen und den Krisen geht es ja auch wieder in eine unschöne Richtung.
Nachtigall, ick hör dir trapsen...

MfG

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susiwolf 11.09.2016, 17:08
44. So ... einfach geht das nicht !

Zitat von thomas_b.
In den Hafen einlaufen und per Funk bekannt geben, dass man wegen (was auch immer) nicht mehr auslaufen kann. Dann wird der Hafenbehörde wohl nicht anderes übrig bleiben, als das Schiff irgendwo festzumachen. Gäbe natürlich mächtig Ärger für den Kapitän aber für den ist der Job so oder so zu Ende.
So ein ContainerRiese, der läuft nicht ,einfach mal so' in einen Hafen ein.
Möglicherweise unterschätzen Sie den langen Arm der Behörden:
Angefangen bei Hafenämtern, Wasserschutz, Zoll, Lotsen und sonstigen Beteiligten ... wie ,anhängiger Exekutive' wie Schlepperhilfe, Festmacher u.v.a.m.

Die Zusammenarbeit beginnt bereits weit vor Erreichen von den entspr. ,Lotsenverantwortlichkeiten' über die ,Agenten der Schifffahrtsfirmen' ob nun Charterfirmen, Reedereien oder Sonstige.

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Rot2010 11.09.2016, 17:14
45. Pleite Hamburger Reeder ist vorprogrammiert

bei ca 50.000 USD Tagescharterate pro 13.000 Teu Containerschiff kommen auf die Hamburger Reeder schnell 6 Millionen USD Ausfall pro Monat fuer vier Schiffe zu. Nach 10 Jahren Verlusten werden die Banken die vollkommen verschuldeten Reeder jetzt wohl ueber die Klinge springen lassen. Vor 10 Jahren fuhren dort die Putzfrauen Porsche, bald fahren die arroganten Reeder Trabi ??.

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Hermes75 11.09.2016, 17:14
46.

Zitat von Xavier
Die Fast-Pleite dieser grossen Reederei ist eine starker Indikator dafür, dass der Welthandel am Zusammenbrechen ist. Auch Hapag Lloyd AG brechen die Gewinne weg. Die HSH Nordbank AG und die Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg - Girozentrale - sind wegen ihrer Schiffskredite pleite und mussten aufgefangen werden. Die deutschen Exporte sind im letzten Monat um 10 % eingebrochen. Sieht gar nicht gut aus. Trotz aller (oft peinlichen) Jubelnachrichten der deutschen Medien kommt schweres Wetter auf die viel zu einseitig exportorientierte deutschen Volkswirtschaft zu. Ein Wirtschaftswachstum 2016 für Deutschland kann man bei diesem Einbruch vergessen und das wird sich noch über Jahre hinziehen. Wer hier noch von Wirtschaftswachstum träumt ist ein Scharlatan.
Ich weiß nicht wo sie Ihre Erkenntnisse her haben, aber sie entsprechen nicht der Realität. Der Seehandel befindet sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/154477/umfrage/menge-der-entladenen-gueter-im-weltweiten-seehandel/
Das Problem ist nicht eine Abnahme des Handelsvolumens, sondern ein gewaltiges Überangebot an Transportkapazitäten, speziell im Bereich der Containerschiffe.
Die Reedereien weltweit haben in den letzten Jahren immer weiter Neubauten aufgelegt, ohne dass entsprechende Mengen an Tonnage vom Markt gegangen sind. Das Durchschnittsalter der weltweiten Containerflotte liegt inzwischen unter 10 Jahren.
Daher besteht ein großes Überangebot an Transportkapazität und folglich sind die Frachtraten extrem im Keller.
http://www.thb.info/rubriken/single-view/news/duestere-aussichten-fuer-containerfrachter.html
Viele Schiffe erwirtschaften zur Zeit nicht einmal mehr ihre laufenden Betriebskosten, von der Bedienung der Schiffskredite ganz zu schweigen. Dass es in diesem Umfeld zu einer Marktbereinigung kommt und Player ausscheiden ist völlig logisch.
So unangenehm es auch für die betroffenen Seeleute ist, es führt im Moment kein Weg daran vorbei dass das Angebot an Frachtschiffen reduziert wird.
Ein guter Aspekt ist jedoch dabei: Es werden voraussichtlich zuerst die Schiffe mit dem höchsten Treibstoffverbrauch ausscheiden, da die Treibstoffkosten der höchste Einzelposten im Schiffbetrieb sind.
Unter dem Strich heißt das voraussichtlich, dass die moderneren und sparsameren Schiffe übrig bleiben.
Einen regelmäßigen Überblick zum Thema Schiffbau gibt z.B. die Zeitschrift "Marhot":
http://www.gel-verlag.de/marhot_aktuell.pdf

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gandhiforever 11.09.2016, 17:28
47. Freie Marktwirtschaft

Egal wie freie diese Wirtschaft sein darf, es kann nicht hingenommen werden, dass Menschen (hier die Besatzungen) wegen der Zahlungsunfaehigkeit zu Geiseln werden.

Wieso sind die Unternehmen/Reeder nicht gezwungen, eine Versicherung fuer so einen Fall abzuschliessen (kostet natuerlich Geld)?
Wieso kein Wort daruber, wie die Justiz das Management zwingen kann, diesen unhaltbaren Zustand sofort zu beenden?

Fuer die Kapitaene koennte es brenzlig werden, wenn einige Matrosen als Folge der Lage durchdrehen!

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schwaebischehausfrau 11.09.2016, 17:29
48. @ipcoach: Ihre Verschwörungstheorien...

Zitat von ipcoach
Und das ist gewollt, denn nur durch eine erneute Weltwirtschaftskrise noch nie dagewesenen Ausmasses können sich die (alle) überschuldeten Staaten und Finanzhaie wieder konsolidieren! Und die Krise wird kommen! Allein in D, wenn die Leute ihr Erspartes auf den Kopp gehauen haben bzw. In Aktien verloren haben wird es ein böses Erwachen geben.
Ihre Verschwörungs-Theorien in Ehren, aber in diesem Fall handelt es sich wohl "ausnahmsweise" mal nicht um eine Verschwörung, sondern um eine seit mehr als 10 Jahren bestehende Blase, aus der peu a peu die Luft rausgelassen wird und an der die deutsche "Steuerspar-Modell"-Gesetzgebund eine substantielle Rolle spielt. Besonders in Deutschland wurden über Jahrzehnte durch staatlich geförderte Abschreibungs-Modelle für gutbetuchte Anleger riesige Über-Kapazitäten beim Angebot für Container-Schiffe geschaffen. Ein Großteil der aufgeblähten globalen Containerschiff-Flotte ist mit deutschen Steuerspar-Modellenfinanziert worden (das berühmte "stupid German money, genauso wie bei vielen pleite gegangenen Abschreibungs-Modellen mit sog. Film-Fonds). Und dieses Überangebot führt halt regelmässig alle paar Jahre zu einem Kollabieren der Frachtraten und zu Pleiten und Beinahe-Pleiten von Reedereien und Container-Schiff-Anlage-Gesellschaften (in Deutschland ja auch regelmässig in der Presse). Das was passiert, ist nichts anderes als eine ganz normale Anpassung zwischen Nachfrage und Angebot in einem Markt, der künstlich durch Steuerspar-Modelle vollkommen aus der Balance gebracht wude. Davon wird die Welt aber nicht untergehen...

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Lasersnake 11.09.2016, 17:30
49. Take on for the team

Zitat von schwaebischehausfrau
Was genau kritisieren Sie denn nun? [...] Oder die Reederei selbst, die aus Angst vor Pfändungen durch ihre Gläubiger den Schiffs-Kapitänen untersagt, Häfen anzulaufen? Wer also sind denn Ihrer Meinung nach die "Schlechten" und "Bösen"? [...]
Wenn die Reederei aus Angst vor Pfändungen die Mannschaften auf den Schiffen verrecken lässt, dann ist das für mich Mord aus niedren Beweggründen. Ohne den Kapitalismus per se zu verteufeln - aber wenn man aus purer Raffgier ein paar wahrscheinlich philippinische Seeleute "zum Wohle der Firma" opfern will, dann ist Schluss mit lustig, dann wird es kriminell und unmoralisch. Wenn Sie das nicht kapieren, dann sind Sie vermutlich Betriebs- oder Volkswirt...

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