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Insolventer Reiseveranstalter : Warum Spekulanten an der Thomas-Cook-Pleite Millionen
Christopher Furlong / Getty Images

Spekulanten könnten kräftig verdienen. Sie setzten auf die Pleite des - und hoffen nun auf Millionen.

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syracusa 23.09.2019, 16:40
1. genau so viele Gewinner wie Verlierer

Zitat: "Aus der Insolvenz von Thomas Cook könnten offenbar einige Hedgefonds als Gewinner hervorgehen. Spekulanten wie Sona Asset Management und Xaia Investment hatten auf eine Pleite des Reisekonzerns, von der 21.000 Mitarbeiter und Hunderttausende Urlauber, betroffen sind, gewettet."

Das ist irrelevant, denn jeder Cent, den die Spieler im Börsencasino gewinnen, verliert ein anderer Casinospieler. Das ist ein Nullsummenspiel.

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marthaimschnee 23.09.2019, 17:03
2.

Zitat von syracusa
Zitat: "Aus der Insolvenz von Thomas Cook könnten offenbar einige Hedgefonds als Gewinner hervorgehen. Spekulanten wie Sona Asset Management und Xaia Investment hatten auf eine Pleite des Reisekonzerns, von der 21.000 Mitarbeiter und Hunderttausende Urlauber, betroffen sind, gewettet." Das ist irrelevant, denn jeder Cent, den die Spieler im Börsencasino gewinnen, verliert ein anderer Casinospieler. Das ist ein Nullsummenspiel.
Und da fleißig Geld gedruckt wird, um die Finanzmärkte zu befriedigen, gewinnen immer die selben und es verlieren immer die selben. Und aus dem Grund steht über dem ganzen Kapitalkonstrukt: Was wird auf dem Weg in eine bessere Zukunft unbedingt loswerden müssen!

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Pango 23.09.2019, 17:12
3. Soso, "Spekulaten" ...

... Wahrheit ist doch, dass Thomas Cook schon seit langen Jahren nicht mehr als eine 'cash cow' war, bei denen vor allem am Personal gespart wurde. D.h. zum Beispiel schön die Arbeitsverträge über die Schweiz laufen lassen (auch wenn der Mitarbeiter beispielsweise in Spanien arbeitet) und auch entsprechend versichern. Soll heißen der Konzern sparte ordentlich, während der Mitarbeitende nur Nachteile hatte (u.a. Hütchen-Spiel der Zuständigkeiten, geringe Löhne bei wenig Schutz des Arbeistplatzes). Von der miesen internen Führungskultur braucht man da gar nicht erst zu reden. Was da bewusst gegen den Arbeitsschutz verstoßen wurde, geht auf keine Kuhhaut. Insofern war es überfällig, dass dieser Seelenverkäufer sein verdientes Ende findet!

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TS_Alien 23.09.2019, 17:19
4.

Die Börse ist kein Nullsummenspiel. Das kann man selbst an einfachen Beispielen erkennen.

"Ausfallversicherungen" sind Wetten und werden von anderen Marktteilnehmern angeboten. D.h. es hat auch Marktteilnehmer gegeben, die darauf gewettet haben, dass TC nicht pleite geht. Diese haben sich nun verzockt. Und wenn sie deswegen ebenfalls pleite gehen, ist die "Ausfallversicherung" auch nichts mehr wert. Je absurder die Wette ist, desto unseriöser dürfte der Emittent sein.

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stephan87 23.09.2019, 17:26
5. Das ist ein Problem

Der Artikel wirkt auf den ersten Blick als hätte er einen moralisierenden Unterton ("Mit dem Jobverlust anderer Leute machen die bösen Hedgefunds Kohle"). Für sowas bin ich nicht empfänglich.
Ich sehe hier aber doch einen Systemfehler. Hätte Thomas Cook ohne die Hedge-Fund-Wetten möglicherweise doch einen rettenden Kredit bekommen? Haben die in Frage kommenden Institute Abstand davon genommen den Konzern vor der Pleite zu retten, weil sie im Umkehrschluss Represalien der mächtigen Hedge Funds befürchtet haben? So etwas darf nicht sein, denn es verzehrt den Markt.

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haarer.15 23.09.2019, 17:26
6. Pervers

Einige Player aus der markt-radikalen Schatten-Finanzwirtschaft mögen sich vielleicht zu früh die Hände reiben. Jedenfalls bleibt ein Fazit: Keine Staatsgelder zur Rettung des Konzerns, kein einziger Cent, für ähnliche Fälle natürlich auch nicht !

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ronomi47 23.09.2019, 17:26
7. Insolvenz des Reisenanbieters

Gerne hätten viele Leser eine tiefergehende Diskussion im Zusammenhang mit Billiganbieter und Klimaproblematik. Sind die Reiseangebote nicht einfach zu billig? Wäre doch ganz im Interesse der CO2 Problematik, wenn vor allem die Reiseflut eingedämmt würde. Ohne Ironie, nur konsequent gedacht!

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sj_comment 23.09.2019, 17:27
8. Das war mal eine Marke

In der freien Wirtschafts reguliert sich der Markt eben auch durch Misswirtschaft. Da soll und kann es auch keine Rettungspakete geben. Ich bin früher auch Langstrecke mit Condor geflogen. Vor kurzem bin ich zufällig Kurzstrecke mit denen geflogen - es war der Horror. Da ist RayenAir eine Luxus-Airline gegen. Ich habe noch nie so enge Bestuhlung und schlechten Service erlebt. So geht es eben nicht! Die LH hat auch Probleme, die Konkurenten sind sehr oft komplett in Staatseigentum, die können harte Preiskämpfe sehr lange aussitzen, auch ohne dicke Gewinne.

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Fletsch 23.09.2019, 17:29
9. Das zahlt aber nicht die Firma

Es ist zwar schade, dass das hier erwaehnt werden muss, aber da es im Artikel bewusst verschwiegen wird: die Auszahlung von USD 250 Millionen geht nicht auf Lasten von Thomas Cook, sonder auf Lasten der Firmen, die von Sona and Xaia in den letzten Monaten (oder vielleicht sogar Jahren) fleissig Praemien kassiert haben.
CDS sind naemlich im Prinzip eine Versicherung: man zahlt Praemien und wenn eine Firma pleite geht, bekommt man eine Schadensverguetung.
Der Unterschied zur Versicherung ist, dass man sich eben auch versichern kann, wenn man selbst kein Risiko hat (das ist so, als wenn sie eine Lebensversicherung auf einen x-beliebigen Menschen abschliessen koennten).

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