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Insolvenz-Prozess: Zeuge belastet Anton Schlecker schwer
DPA

Anton Schlecker soll selbst die Stundensätze einer Logistikfirma angehoben haben, die seinen Kindern gehörte. Der ehemalige Geschäftsführer der Firma sagte jetzt im Prozess gegen Schlecker aus.

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eckbusch 22.05.2017, 17:08
1. Das geht ja noch

Nun sind Stundensätze von 30 Euro bei Arbeitnehmerüberlassung ja nichts besonderes, und eine Erhöhung von 28,50 auf 30 Euro, also um gut 5%, als betrügerische Vermögensverschiebung einzuordnen, erscheint mir lächerlich. VW-Pensionäre kassieren Ruhegelder von 3.000 pro Tag (nicht alle) und Politiker kassieren für bla-bla-Vorträge -zigtausende.
Mit ist der Schlecker auch nicht sympathisch, aber Recht muss trotzdem Recht bleiben ...

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f_eu 22.05.2017, 18:26
2.

Zitat von eckbusch
Nun sind Stundensätze von 30 Euro bei Arbeitnehmerüberlassung ja nichts besonderes, und eine Erhöhung von 28,50 auf 30 Euro, also um gut 5%, als betrügerische Vermögensverschiebung einzuordnen, erscheint mir lächerlich. VW-Pensionäre kassieren Ruhegelder von 3.000 pro Tag (nicht alle) und Politiker kassieren für bla-bla-Vorträge -zigtausende. Mit ist der Schlecker auch nicht sympathisch, aber Recht muss trotzdem Recht bleiben ...
Ergänzung.
Es gibt in Deutschland BGH und BVG Richter die Nebeneinkünfte im mittleren sechsstelligen Bereich anmelden.

Als Staatsanwalt hat man da in Sachen Nebeneinnahmen wohl die s.g A-Karte. So etwas dürfte den Neidfaktor auch steigern.

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hansgustor 22.05.2017, 20:08
3. @eckbusch

Wenn die Insolvenz vor der Türe steht, zahlt man nicht freiwillig mehr Geld. Nicht ein einziges Prozent. Wenn dann auch noch an Verwandte gezahlt wird, liegt der Verdacht illegaler Aktivitäten nahe.

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Chefcook 22.05.2017, 20:15
4. Ganzes Bild betrachten!

Hier geht es nicht darum, wer wieviel verdient, sondern darum, dass Schlecker laut Anklage an das Logistikunternehmen seiner Kinder einen Auftag vergeben hat, der fast das doppelte der zuvor in Eigenleistung abgewickelten Logistik des Unternehmens Schlecker kostete. Schlecker hat mutmaßlich sein eigenes Unternehmen geschädigt, um diese Gelder im Unternehmen seiner Kinder als Gewinn in die eigene Tasche abführen zu können. Das hat vermutlich zur Pleite des eigenen Unternehmens mindestens beigetragen und der Familie Schlecker Gelder gesichert, die sonst zur Bedienung der Gläubiger des väterlichen Unternehmens hätten herangezogen werden können.

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Flari 22.05.2017, 20:16
5.

Zitat von eckbusch
Nun sind Stundensätze von 30 Euro bei Arbeitnehmerüberlassung ja nichts besonderes, und eine Erhöhung von 28,50 auf 30 Euro, also um gut 5%, als betrügerische Vermögensverschiebung einzuordnen, erscheint mir lächerlich. VW-Pensionäre kassieren Ruhegelder von 3.000 pro Tag (nicht alle) und Politiker kassieren für bla-bla-Vorträge -zigtausende. Mit ist der Schlecker auch nicht sympathisch, aber Recht muss trotzdem Recht bleiben ...
Sorry, aber da sollten Sie doch etwas besser sondieren und differenzieren.
In der Gegend von 30,- Euro kassieren Arbeitnehmerüberlassungen und Leiharbeiterfirmen ggf. für mittleren Fachkräften bei kurzfristigen Aufträgen, aber bestimmt nicht bei "Dauerarbeitsverhältnissen", die zur Kosteneinsparungen vergeben werden.

Als Schlecker die Arbeitsvermittlung Meniar in Zwickau zur Kosteneinsparung gegründet hat und damit die Löhne seiner Beschäftigten um ggf. 40% gedrückt hat, machte die Meniar quasi KEINEN Gewinn, sondern bekam von orig. Schlecker gerade mal die Personalkosten erstattet plus Miniplus oder auch nicht überwiesen.
Ganz anders bei der LDG Logistik- und Dienstleistungsgesellschaft mbH, die offiziell seinen Kindern gehörte:
2009:
Aufwändungen für Löhne und Gehälter: 8,78 mio
Sozialabgaben, etc.: 1.74 mio
Überweisungen von Schlecker (ohne MwSt): 35,2 mio!
Gewinn vor Steuern: 19,95 mio!
Quelle: Bundesanzeiger.de

Es geht nicht (nur) um die weitere Erhöhung der in Rechnung gestellten der Stundensätze, sondern darum, dass Anton Schlecker diese augenscheinlich generell in nicht begründbarer Höhe veranlasste.
Also ein weiteres Indiz, dass Anton Schlecker vorsätzlich seiner quasi-insolventen Firma kriminell Gelder entzogen hat.

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Matttthias 23.05.2017, 00:06
6. da dürfte in Wolfsburg

bei der IG Metall Panik ausbrechen. VW Stundenlöhne liegen noch über den Schlecker 30 Euro Jobs. Es war kein Geld da die Dieselgrenzwerte einzuhalten. Aber genug für die Belegschaft . Zehntausende Menschen sind vorzeitig gestorben. Ethisch ? Zugegeben - Schlecker hat Rechnungen fingiert um Geld zu transferieren. Die IG Metall wusste nichts von den Abgasmanipulationen. Kostendruck hat sie aber durchaus verursacht. So die Ingenieure zum fingieren der Abgaswerte gequetscht.

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frau_bert 23.05.2017, 07:19
7. Typische Masche

Meine Frau hat in den 90ern mal für eine Werbeagentur gearbeitet. Die Ehefrau des Inhabers hatte eine eigene Firma, arbeitete jedoch im gleichen Büro, nur getrennt durch eine Tür. Nachdem die Lohnzahlungen ausblieben habe ich mal nachgeforscht, und nur durch reinen Zufall einen auf dem Tisch liegenden Kontoauszug entdeckt, auf dem eine Zahlung der Firma des Mannes an die Firma der Ehefrau sichtbar, mit einem absurd hohem Betrag, völlig aus der Norm. Habe dann meine Ehefrau gewarnt, sie hat wegen der ausstehenden Lohnzahlungen Rabatz gemacht und durfte dann gehen. Die ausstehenden Lohnzahlungen wurden natürlich sofort bezahlt.

Der Rest der Belegschaft hat stillgehalten, trotz der Warnungen meiner Frau, trotz unbezahlter Überstunden. Ein halbes Jahr später ging die Firma (des Mannes) Pleite, die Angestellten gingen leer aus.

Dies war und ist immer noch eine beliebt Masche Geld für größere Projekte abzuzweigen. Solche Leute gehären in den tiefsten Knast. In dem oben beschriebenen Fall hat sich die Ehefrau nach der Pleite scheiden lassen, ihr Ex stand dann ohne alles da. Konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.

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bullermännchen 23.05.2017, 07:35
8.

Der Stundensatz ist ja nun nicht mächtig. Das die Hälfte zur Kostendeckung ausgereicht hätte kann ich nicht glauben.

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MartinS. 23.05.2017, 07:40
9. ...

Zitat von Matttthias
bei der IG Metall Panik ausbrechen. VW Stundenlöhne liegen noch über den Schlecker 30 Euro Jobs. Es war kein Geld da die Dieselgrenzwerte einzuhalten. Aber genug für die Belegschaft . Zehntausende Menschen sind vorzeitig gestorben. Ethisch ? Zugegeben - Schlecker hat Rechnungen fingiert um Geld zu transferieren. Die IG Metall wusste nichts von den Abgasmanipulationen. Kostendruck hat sie aber durchaus verursacht. So die Ingenieure zum fingieren der Abgaswerte gequetscht.
Was zur Hölle?
Wie sich hier irgendein Zusammenhang herbeifabulieren lassen kann, um das Thema VW anzubringen, erschließt sich wohl auch nur ihnen selbst. Sonst noch weitere kluge Einfälle? Vielleicht Schlecker und die Flüchtlingskrise... oder Klimaerwärmung?
*facepalm*

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