Forum: Wirtschaft
Intellektuelle in der Krise: Schlau sein hilft!
AFP

Es ist gerade arg in Mode, Intellektuellen vorzuwerfen, dass sie das Volk nicht verstehen. Dabei brauchen wir dringend neue Denker - statt angeblicher Volksversteher wie Trump und andere.

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trackingerror 12.08.2016, 13:34
1.

Schon lustig. In einer Welt, in der die Fachkompetenzen weniger zählen als die "Chemie", sich diesen Stuss durchlesen zu müssen. Denn vom vermeintlichen Proletariat gibt es nicht Wenige, die wegen "mangelnder Kompatibilität" zur Eliteklasse abgelehnt werden. Zudem fördert diese Konsumgesellschaft die geistige Leere. Solange man dem Kapitalismus alles unterordnet, wird sich das auch nicht ändern. Nein, nicht mangelnde Intelligenz ist unser Problem, sondern eher die fehlende geistige Reife von sovielen Menschen.

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Dark Agenda 12.08.2016, 13:38
2. Was sind Intellektuelle?

In den Medien steht dies immer synonym für Schriftsteller, Schauspieler, Künstler und Philosophen.
Sollten wir uns von Leuten wie Grass (rip) oder Habermas regieren lassen oder Safranski und Sloterdijk?
Es reicht doch wenn die Geisteswissenschaft sich immer in den Medien in fachfremde Belange einmischen die sie auch nicht verstehen.
Wie neulich der dumme Artikel, der sich darüber echauffierte, dass in der IT so viele Abkürzungen verwendet werden von einem der "Geistesgrößen".
Wir brauchen mehr Technokraten, Ingenieure, Menschen die mit realen Problemstellungen arbeiten, meinetwegen dürfen auch Physiker Kanzler werden. ;P

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De facto 12.08.2016, 13:42
3. Die Antworten sind da

Sei es denn die Euroeinführung, Bankenkrise oder Globaliesierung, die Antworten kennen wir und auch was zu tun ist aber das politische System versagt. Es ist allgemein bekannt dass das Eurokonstrukt fehlerhaft ist und das die Banken unterkapitalisiert sind. Aber Es gibt zu viele die zu viel zu verlieren hat wenn man das Richtige tun würde - die Vertreter wollen wiedergewählt werden und spielen auf Zeit und hoffen auf das beste.

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Olaf 12.08.2016, 13:45
4.

Natürlich kann man weiterhin die kleinen Leute ignorieren, muss sich dann aber auch nicht über Brexit und Trump wundern, denn die schöne, neue Welt hat auch Verlierer die nirgendwo erscheinen.

Der Chefredakteur der Washington Post, Martin Baron, hat das sehr schön auf den Punkt gebracht.

Zitat von
Die Arbeiterklasse hat das Gefühl, dass sie ignoriert wird. Sie wurde von ihren Politikern ignoriert und von der Presse. Sie sieht, dass sie wirtschaftlich an Boden verliert. Sie sieht weniger Chancen für ihre Kinder und andere Familienmitglieder. Sie hat nicht sonderlich viel Hoffnung auf die Zukunft. Und in vielen Fällen sucht sie nach einfachen Antworten und nach jemandem, dem sie die Schuld geben kann. Wir haben keine gute Arbeit dabei geleistet, das aufzugreifen und darüber zu schreiben.
http://www.welt.de/politik/ausland/article157582626/Wie-Journalisten-die-USA-vor-Trump-retten-koennen.html

Man kann das sehr gut auf Deutschland übertragen, der SPON ist ein gutes Beispiel.

Zahllose Artikel beschäftigen sich einerseits mit H4-Empfängern und Flüchtlingen und dann wieder mit den Problemen junger Studenten.

Die gesellschaftlichen Schichten dazwischen finden kaum Erwähnung.

Zitat von
Mainstreamjournalisten in den USA schenken den Armen Aufmerksamkeit, den Reichen und der oberen Mittelschicht. Weil sie selbst tendenziell zur oberen Mittelschicht gehören. Sie glauben, dass sie zur Mittelschicht gehören, aber das stimmt nicht, wenn man sich die Gehälter anschaut, zumindest was Journalisten der großen nationalen Nachrichtenorganisationen anbelangt. Sie gehören tatsächlich zur oberen Mittelschicht.

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mietzmutz1 12.08.2016, 13:48
5. Herr Fricke

...sieh vermischen in Ihrer Meinungsäusserung schlaue kluge Menschen und intellektuelle Menschen. Beides schliesst sich selbstverständlich nicht aus, ist aber zusammentreffend nicht sehr häufig zu finden. Da ihr Artikel auch noch leicht auf einer kleinen Welle Arroganz schwimmt, frage ich mich warum die "Intellektuellen", allein im letzen Jahrhundert soviel Unbill und Leid über die Menschheit bringen konnten? Sie scheinen dieser Spezies ja "mehr" zuzutrauen.

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Don_Draper 12.08.2016, 13:50
6. Aber es stimmt

doch, dass viele "Liberale" kein Verständins für die abgehängten haben. Und wir brauchen keine neuen Intellektuellen, die das "Große" neu denken, die sind schon lange da und die Konzepte gibt es schon lange, aber die "Nicht-Abgehängten" profitieren doch vom Status Quo und haben überhaupt keine Lust, diesen wirklich zu ändern. Ein schönes Beispiel ist doch Hr. Junker, der hat das Signal vom Brexit doch bis heute nicht verstanden.
Also kommen Leute wie Trump hoch, die drauf hauen. Und seien wir doch ehrlich, die Clinton ist doch nur das kleinere Übel, denn vieles davon, was man ihr vorwirft stimmt doch, hätte es den Sanders nicht gegeben, würde sie nur für Eliten Politik machen, plötzlcih entdeckt sie, dass sie aus der Mittelschicht kommt.
Die Konzepte für ein neues "Großes" sind schon da, aber niemand will sie wirklich umsetzen.

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arter 12.08.2016, 13:50
7. Nichts verstanden

Dieser Beitrag gibt keinen konstruktiven Beitrag ab. Hier wird ein Graben zwischen Intellektualität und Populismus konstruiert, der in Wirklichkeit nicht existiert. Der Graben, der unsere Gesellschaft zerschneidet kann an vielen Parametern festgemacht werden
Am allerwenigsten aber am Intelligenzquotienten. Solange das nicht erkannt wird, gibt es auch keine Chance auf Verständigung

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Fkdu 12.08.2016, 13:52
8. Schöne Idee

Das Problem: Woher nehmen? Unser Bildungssystem hat alles getan, um jede Form von Freidenkertum zu unterbinden. Wir sind ein bis zum Erbrechen zurecht gecoachtes Volk. Alles sieht gleich aus. Die Städte, die Mode, die Autos. Wo ist da der Raum für Denker? Denken heißt auch widersprechen. Denken heißt, individuell zu sein. Beides wird heute als abstoßend empfunden. Ein Mitarbeiter der widerspricht ist ein Nestbeschmutzer. Auch bei VW wurde früh gewarnt. Von Denkern, die über das Geschäftsjahr hinaus blickten. Sie hatten keine Chance weil Nestbeschmutzer! Schert ein Politiker aus der Masse aus, ist er rechts oder links. Aber er hat keine Zukunft in der Partei. Egal in welcher. Nein- aktuell ist kein Platz für intellektuelle in Deutschland, leider...

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DMenakker 12.08.2016, 13:53
9.

Brauchen wir tatsächlich mehr Intellektuelle? Möglichst - oder selbstredend - müssen die natürlich den linken Spektrum zuzuordnen sein. Liegt die Rettung der Welt tatsächlich bei Dietz und Augstein?

Nein, nein und nochmals nein. ALLES, was diese Gruppe im grossen und ganzen die letzten 30 Jahre abgesondert hat war nicht intellektuell, sonder Gedankengeschwurbel verzogener Grosstadtbengel, i.d.R. aus gutdotiertem Hause. Nach dem Motto: Mit voller Hose ist gut stinken.

Nachdem diese Gruppe gemerkt hat, dass sie mit ihre Fantasien von volkeigenen Betrieben, Gesellschaftlichen Räten etc., natürlich immer mit sich selbst als Speerspitze der Revolution nicht nur bei der breiten Bevölkerung nicht landen konnten, sondern den Krieg der Ideologien endgültig und unwiederbringlich verloren hat, hat man eine neue Taktik erfunden. Man hat den Leuten angefangen einzureden, wie schlecht es ihnen doch gehe. Nicht wirklich, aber im Vergleich zu den anonymen "denen da oben". Da wurde der simple Hinweise auf tatsächlich existierende Konkurrenz und Kostenstrukturen als neoliberale, globale Ausbeutung diffamiert ( siehe den Autor, es funktioniert ja immer noch ) und die simple Tatsache, dass es uns so gut geht wie noch niemals in der Geschichte der Menschheit einfach unter den Teppich gekehrt ( jemand anderem geht es ja vielleicht noch besser ). Und als Resultat? Typisch Deutsch glaubt tatsächlich eine Mehrheit, uns gehe es schlecht. Fragt man aber konkret nach, gilt das natürlich nicht für die individuelle Situation. Aber imm allgemeinen? Ganz gar fürchterlich .... ? Das ist ungefähr so intelligent wie die Ossis, die sich beklagen, die Ausländer nähmen ihnen die Jobs weg. Gibt zwar fast keine Ausläner in Neufünfland, aber Jobs klauen sie dort wie die Raben.

Den fruchtbaren Boden haben sie bereitet, die dollen Indellegduellen, und wundern sich, wenn er jetzt von Populisten bearbeitet wird. Soweit reicht der Intellekt dann offensichtlich doch nicht.

Brauchen wir mehr davon? Wie sagt Schröder so schön? Es gibt keine linke oder rechte Wirtschaftspolitik, sonder nur richtige oder Falsche. DAVON - mit dieser Einstellung - brauchen wir mehr Leute, aber keine Salon Dichter und Denker.

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