Forum: Wirtschaft
Intellektuelle in der Krise: Schlau sein hilft!
AFP

Es ist gerade arg in Mode, Intellektuellen vorzuwerfen, dass sie das Volk nicht verstehen. Dabei brauchen wir dringend neue Denker - statt angeblicher Volksversteher wie Trump und andere.

Seite 16 von 22
dweik01 13.08.2016, 13:18
150. Armseeliges Niveau

"Schlau" sind Juristen, die mit geschickten Verträgen Haftungsregeln aushebeln oder Banker, die mit tollen Programmierungen statistisch valide andere abzocken. Schlau im Volksmund ist intelligent, kann sich im unbekannten gut und schnell zurechtfinden. Intelligent/schlau entscheidet zwischen richtig und falsch. Das ist aber nicht gleich intellektuell! Intellekt unterscheidet zwischen gut und schlecht! Das ist ein gravierender Unterschied. Intellekt beinhaltet assoziatives Denken und Voraussicht, Empathie und kombiniert ganz unterschiedliche geistige Disziplinen. Ein intelligenter ist nicht automatisch intellektuell! Wenn das schon Journalisten nicht mehr differenzieren können, dann haben Sie die Antwort, auf die Problemstellung! Aber in der Tat, die Intellektuellen, also unsere geistige (nicht die politische und wirtschaftliche) Elite, hält sich dieser tage auffällig zurück. Wobei Grass sich schon mal geäußert hatte und anschließend von der pseudointellektuellen Journaille als Nazi verprügelt wurde. Es wäre an der Zeit, daß sich diese Größen mal wieder zu ´Wort melden, sonst überlassen sie es den Journalisten, ihnen das Wort zu reden. Die sind in der Regel leider nicht intellektuell, sonst würden sie auch nicht wie eine Büffelherde immer alle in die gleiche Richtung trampeln, sondern Manches mal weniger Reflexhaft und aus der Distanz betrachten.

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OskarVernon 13.08.2016, 13:35
151.

Zitat von dweik01
Intelligent/schlau entscheidet zwischen richtig und falsch. Das ist aber nicht gleich intellektuell! Intellekt unterscheidet zwischen gut und schlecht! Das ist ein gravierender Unterschied.
... aber beides gerne mit dem Anspruch auf Definitionshoheit vorgetragen - was, wenn´s Dritte oder gleich "das Volk" betrifft, stets die Frage nach der Legitimation aufwirft:
Mit welchem Recht will jemand anderen vorschreiben, was sie gut, schlecht, falsch oder richtig zu finden haben - und wie gedenkt der mit Leuten zu verfahren, die seine Bewertung nicht teilen oder der gar offen widersprechen...?

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Rathard 13.08.2016, 13:49
152. Viel schlimmer

"Es ist gerade arg in Mode, Intellektuellen vorzuwerfen, dass sie das Volk nicht verstehen."

Es ist viel schlimmer: das Volk (die überwältigende Mehrheit) versteht die Glasperlenspielereien der selbsternannten Intellektuellen in deren Wolkenkuckucksheim schon lange nicht mehr. Deren selbstgefälligen Lügen und deren Märchen zur Selbstbestätigung. Das war früher anders: die Gebrüder Grimm haben aus dem Volke geschöpft und deren Märchen aufgeschrieben. Die heutigen Intellektuellen schöpfen aus dreckigen Quellen und wollen ihre Märchen dann dem Volk verkaufen.

Die beschäftigen sich in ihrem ewigen Hamsterlauf mit den ewig gleichen Themen untereinander. Das Thema der Scholasten des Mittelalters ,wie viel Engel auf einer Nadelspitze Platz finden, hat sich in der Zwichenzeit erschöpft. Jetzt kommen die auf die originelle Idee, auch noch die 12.711-ste Biographie über Schiller zu schreiben.

Es gibt durchaus kluge Leute. Aber die sind so klug, sich nicht als Intellektuelle zu bezeichnen zu lassen, weil sie nicht als zweitklassig von anderen klugen Leuten klassifiziert werden wollen.

Die Intellektuellen sind nicht klüger als andere Menschen, sie sind nur geschwätzwütiger. Darüber hat schon Helmut Schelsky: "Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen" 1975 geschrieben. Was meinen Sie, wie das in deren Hamsterrädern zerrissen wurde. Wie in einer Papiermühle. Mit Sprüchen aus der Gebetsmühle.

Wobei den meisten von denen allerdings schon damals nur einfiel, stumpfsinnig "Nazi" zu skandieren. Genau wie heute gegen Andersdenkende. Übrigens, die Ideologie derer, die damals hetzten, flog denen bereits 1989 um die Ohren. Der rational-listige Sir Karl Popper würde über diese idealistischen Schwärmer sagen: die haben sich selbst falsifiziert. Heute schreien die m.E. nur noch aus den Gräbern auf den Müllplätzen der Geschichte.

Wen ich heute als Geistesriesen ansehe? Informatiker, Elektroniker, Astronomen, Physiker, Mediziner. Und nicht diese Schwafler aus den "Geisteswissenschaften" in ihrer entrückten Welt.

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epicur 13.08.2016, 13:56
153.

Es gibt in diesem Land ziemlich viele Menschen die erwarten, dass andere für wenig Geld Arbeiten erledigen, die sie verachten und nie selbst tun wollten. Geschweige denn für ihre Kinder wollen. Sie verachten diese Menschen und diese Menschen wissen das. Es gibt Chefs die von ihren Mitarbeitern erwarten klaglos stumpfsinniges zu tun. Sie schweben ja auf ein anderen Ebene. Sie wollen die Details ja gar nicht wissen, Mit solchen dummen Sachen wollen sie nicht belästigt werden, Siehe VW . Aber VW ist überall . Trump personifiziert diese Wut. Er ist ein Ekel. Aber der Hass auf die Schwebenden ist mittlerweile so groß, dass die Leute ein lügendes EKEL vorziehen.
Manchmal wäre es vielleicht doch gut, wenn die Schwebenden wüssten, was so abgeht. Nicht nur bei VW.

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granathos 13.08.2016, 14:01
154.

Zitat von Jens.Daniel
Richtig. Auf der einen Seite gibt es Intellektuelle und auf der anderen jene, die glauben, es gäbe keine Intellektuellen. Um Ihnen zu helfen: Intellektueller im klassischen Sinn ist ein Theoretiker der Geistes- und Sozialwissenschaften. Jemand, der sich, oft auf einer Metaebene, mit Ideen befasst, die sich auf größere Abläufe und Zusammenhänge in der Gesellschaft, der Geschichte etc. beziehen und der klassischerweise Einfluss nehmen sollte auf die großen Linien der Politik oder den öffentlichen Diskurs. Und ob sie es glauben oder nicht: Das können einige Leute besser als andere. Ob man, wie manche Foristen hier, den Intellektuellentypus auch in den Naturwissenschaften verorten kann, ist diskussionswürdig - denn das sind exakte Wissenschaften, die zumeist keiner Metadiskussion bedürfen (zumeist). Der klassische Intellektuelle muss übrigens keineswegs allein in der Wissenschaft verortet sein. Es spricht nichts dagegen, dass er in der Politik, Publizistik etc. engagiert ist. Und noch etwas: Im Idealfall bestimmt man sich nicht selbst zum Intellektuellen, sondern wird von seiner Umgebung (jedenfalls Leuten, die das beurteilen können) als solcher anerkannt. Alles etwas klarer jetzt?
Lieber Jens, komisch, ihrgendetwas sagt mir, sie könnten womöglich auch einer im Olymp des Geistes sein? Und dann steigen sie herab, um .. wie können wir ihnen danken?

Schwanzueller im klassischen Sinne ist ein Praktiker, der auf Bettebene neue Abläufe und Zusammenhänge erarbeitet und neue große Linien für die Gesellschaft eröffnet. Die anderen haben eben keinen oder nur einen Klitzekleinen.

P.S.: wenn Intellektuelle Sozialwissenschaftler sind, also keine höhere Mathematik beherrschen, dann kennen wir jetzt auch den Grund des Minderwertigkeitskomplexes, der hier kompensiert wird - muchas gracias!

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freekmason 13.08.2016, 14:26
155.

beängstigend, wie hier der anti-intellektualismus gefeiert wird. schafft sich deutschland also doch ab.

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granathos 13.08.2016, 14:56
156. Thilo - komm rette Deutschland!

Zitat von freekmason
beängstigend, wie hier der anti-intellektualismus gefeiert wird. schafft sich deutschland also doch ab.
keine echte intellektuelle Leistung, einen Kampfslogan (oder besser Werbespruch) von Sarrazin, den sie hoffentlich nicht auch zu diesen Gehirnbesitzern zählen wollen, mit berechtigter Kritik eines Elitarismus, der nicht die Idee, sondern die eigene (hohe) Kaste in den Vordergrund schiebt und dass mit einer atemberaubenden Breitbeinigkeit.

Gott sei Dank ist mir kein Genie bekannt, das sich je als "Intellektueller" bezeichnet hätte (es nötig gehabt hätte dies zu tun).

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GinaBe 13.08.2016, 15:02
157. Feiern wir!

Zitat von freekmason
beängstigend, wie hier der anti-intellektualismus gefeiert wird. schafft sich deutschland also doch ab.
Das sehe ich anders!
Im Sommer 2015 etwa musste ich etwa von der RV aus in die Reha und erhalte seitdem die unbefristete Erwerbsunfähigkeitsrente aus Gründen, die ich jetzt nicht darlege. Die behandelnde Stationsärztin erstellte umfassende Berichte, gab mich dort als Intellektuielle an, und am Abreisetag war das Rückreiseticket verschwunden. Ich konnte mir plastisch vorstellen, daß es absichtlich entwendet wurde, um mich beobachten zu können bis zur letzten Minute und äußerte mich auch entsprechend, wenn diese paranoia und Panik als Lebensäußerung verstanden werden kann. GESCHENKT.

Andere Leuten aus meinem Umfeld sind ähnlich abgehenkt und ausgegrenzt, sei es finanziell durch das bereits erwähnte Hartz 4- Modell, oder durch gesundheitliche Beschwerden nicht mehr den realen Ansprüchen genügend leistungsfähig, um etwas für eine gesellschaft bewirken zu können, die sich offensichtlich damit brüstet, dies bewirkt zu haben?
WIE soll und kann gehandelt werden, wenn die Bürger "fertiggemacht" werden? Steckt sogar Absicht dahinter, Oppositionelle auf diesem wege auszuschalten? Die alte Freundin Paranoia meldet sich schon wieder....

Dies mag ein Denkimpuls sein und der Frage Herrn Frickes zuarbeiten, wo denn all die hellen Köpfe stecken, welche keine wirtschaftliche Verwertung finden. Ich weiß es. Sie haben sich ins Privatleben zurückgezogen und können gar nicht mehr aufhören, ihre Wunden zu lecken.
Eine reelle Chance zu einem Neustart haben sie im wirklichen Leben nicht mehr bei den herrschenden Verhältnissen und Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Es folgen Depressionen, Krankheit, Armut, und als Erlösung schließlich....

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c1250336 13.08.2016, 15:37
158.

Zitat von mietzmutz1
Da ihr Artikel auch noch leicht auf einer kleinen Welle Arroganz schwimmt...
Ha! Jedem der mehr versteht (oder es glaubt), dem kann von jedem der weniger und/oder auf der anderen Seite versteht, Arroganz vorgeworfen werden. Totschlagargument. Müßig. Letztendlich ist es eine Kolumne, Fricke begründet seine Meinung.

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OskarVernon 13.08.2016, 15:50
159.

Zitat von freekmason
schafft sich deutschland also doch ab.
Im Gegenteil: Es sind regelmäßig so genannte (oder auch selbsternannte) Intellektuelle, die Deutschland, wie wir es kennen, abschaffen oder wenigstens bis zur Unkenntlichkeit verändern wollen.
Wundert Sie nach all den grandios gescheiterten Menschengroßversuchen der jüngeren Geschichte und ihren abermillionen Opfern wirklich, dass die sich damit nicht nur Freunde machen...?

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