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Interaktive Grafik: So hoch ist Ihr Einkommen im Vergleich zu anderen

Wie stehen Sie mit Ihrem Einkommen da? Haben andere Menschen mit gleicher Bildung oder Familiensituation mehr oder weniger Geld zur Verfügung? Diese interaktive Grafik zeigt es Ihnen.

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jupp78 13.08.2019, 09:38
330.

Zitat von willib1955
Ich könnte auch noch arbeiten gehen, will ich aber nicht. Also bin ich in Ihren Augen ein Schmarotzer. Meine Rente, obwohl ich nur 30 Jahre eingezahlt habe, liegt weit über der Grundsicherung. Ich helfe bei der Tafel (Ehrenamt) und pflege meine Lebensgefährtin und meine Eltern.
Nein, denn Sie haben Ihren Teil ja durchaus beigetragen.
Das mit dem Schmarotzer war auf syracusas Theorie bezogen, dass es ausreicht in unserer Gesellschaft, wenn selbst die Leistungsfähigen nur 30h im Monat arbeiten, sofern man nur etwas bescheidener lebt. Aber genau das wird nicht funktionieren. Ein Einzelner wird das vielleicht noch ansatzweise hinbekommen, vor allem indem er das System ausnutzt, aber gesamtgesellschaftlich wird das eben nicht funktionieren.
Und unter dem Strich hat sich ja auch gezeigt, dass selbst syracusa weit von den 30h im Monat entfernt ist.

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syracusa 13.08.2019, 09:47
331.

Zitat von joomee
Der Beitrag war natürlich für „Syracusa„ Beitrag #207 als Antwort vorgesehen.
Das macht Ihre Suada nicht sinnvoller. Warum richtet sich Ihr Zorn denn nicht an die reichen Müßiggänger, die sogar noch weniger arbeiten als ich? Ich nehme niemandem was weg. Und wenn diese Konsumterrorgesellschaft nicht damit überleben kann, wenn alle so leben wie ich, dann kann das nur von Vorteil sein.

Warum verzichtet ein guter Teil der Bürger dieses Landes auf ungefähr 2 Stunden täglichen Umgangs mit seinen Kindern oder der Familie, nur um sich alle drei oder vier Jahre einen neuen Mittelklassewagen zu leisten, auf dessen Heck vorzugsweise eine höhere Hubraumzahl stehen sollte als auf dem Mittelklasseauto des Nachbarn? Wie kann man sowas verteidigen?

Fangt endlich an zu leben! Dann lösen sich auch die Probleme, die sich aus Eurer Lebensführung für den Planeten ergeben, weitgehend selbst.

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jupp78 13.08.2019, 09:56
332.

Zitat von syracusa
Ja, wenn ich so alles zusammen zähle, dann habe ich insgesamt deutlich mehr eingezahlt. Ich war ja nicht schon immer mit 1000 Euro im Monat zufrieden. Aber mir tut es leid, das nicht schon weit früher angegangen zu haben. Auch ich hab' früher mal regelmäßig Neuwagen gekauft. Mann, was war ich blöd ... Und nein, ich nutze dabei niemanden aus. Ich würde eine Gesellschaft bevorzugen, in der die Leute weniger konsumgeil sind. Und natürlich würde das bedeuten, dass ich dann für die Aufrechterhaltung meines Lebensstils vielleicht 40 h arbeiten müsste anstatt nur 30. Ich sehe es so, dass jeder für sich definieren soll, was er braucht, und dann soll er sich sein Leben so einrichten, dass er sich das, was er dafür braucht, auch leisten kann. ich leiste mir mehr als die meisten, und komme doch mit nur 1000 Euro aus.
Ich bin mit der Konsumgeilheit durchaus bei Ihnen.
Wogegen ich aber weiter etwas habe ist Ihre Darstellung ihrer 30h bzw. 40h Arbeitszeit im Monat und den postulierten 1000 Euro mit den Sie im Monat auskommen.
Denn beides stimmt so nicht, wenn man das so darstellt.
Die 1000 Euro mögen Ihr aktuelles steuerliches Einkommen sein, aber Sie leben bei weitem nicht nur von den 30h Arbeitszeit im Monat. Sie leben auch von dem Vermögen, welches Sie in der Vergangenheit erwirtschaftet haben (investiert in Wohneigentum) und Sie leben von steuerfreier Arbeit (erbracht für Ihr Wohneigentum). Allein letzteres hat Sie lt. eigener Angabe weitere 40-50 Arbeitsstunden im Monat die letzten Jahre gekostet.
Zu den 1000 Euro kommt eben das Wohnen noch hinzu (welches ja durchaus erarbeitet werden musste). Dabei stellt sich dann heraus, dass 1000 Euro nach Abzug der Wohnkosten ja gar nicht so bescheiden ist, sondern eigentlich (siehe der Artikel hier) in Richtung des Medians in Deutschland geht.
Dass am Ende ein gut ausgebildeter und gut bezahlter Akademiker, wenn er nur für sich zu sorgen hat und nicht besonders anspruchsvoll ist, locker mit einem Halbtagsjob über seine Erwerbstätigenzeit hinkommt, ja, das ist so. Und das ist bei Ihnen eben faktisch gesehen so der Fall.
Das geht übrigens auch vollkommen in Ordnung, hat nur nichts mit Ihrer 30h im Monat Darstellung zu tun.

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jupp78 13.08.2019, 10:41
333.

Zitat von syracusa
Warum verzichtet ein guter Teil der Bürger dieses Landes auf ungefähr 2 Stunden täglichen Umgangs mit seinen Kindern oder der Familie, nur um sich alle drei oder vier Jahre einen neuen Mittelklassewagen zu leisten, auf dessen Heck vorzugsweise eine höhere Hubraumzahl stehen sollte als auf dem Mittelklasseauto des Nachbarn? Wie kann man sowas verteidigen?
Ich weiß, dass es in dieser Gesellschaft als das Größte und Tollste gilt so viel Zeit wie möglich mit Kindern und Familie zu verbringen, die Realität sieht aber nicht selten etwas anders aus.
Natürlich gibt es die Menschen, die 24h am Tag hochgradig glücklich aufeinander hocken können, aber das betrifft bei weitem nicht alle.
Denn wenn man einfach mal aufmerksam beobachtet, dann stellt man auch schnell fest, dass nicht wenige froh sind auch mal von zu Hause weg zu sein und die Kinder bzw. den Partner aus dem Kopf zu bekommen. Dies offen auszusprechen ist aber gesellschaftlich geächtet, darum schiebt man lieber das liebe Geld vor.
Am Ende bevorzugen die meisten Menschen aber einfach eine gesunde Mischung aus Familie, Freunde, Arbeit (Schule) und auch Zeit allein für sich. Und das trifft übrigens nicht nur auf Eltern zu, sondern auch auf Kinder.

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syracusa 13.08.2019, 10:44
334.

Zitat von jupp78
Ich bin mit der Konsumgeilheit durchaus bei Ihnen. Wogegen ich aber weiter etwas habe ist Ihre Darstellung ihrer 30h bzw. 40h Arbeitszeit im Monat und den postulierten 1000 Euro mit den Sie im Monat auskommen. Denn beides stimmt so nicht, wenn man das so darstellt. Die 1000 Euro mögen Ihr aktuelles steuerliches Einkommen sein, aber Sie leben bei weitem nicht nur von den 30h Arbeitszeit im Monat. Sie leben auch von dem Vermögen, welches Sie in der Vergangenheit erwirtschaftet haben (investiert in Wohneigentum) und Sie leben von steuerfreier Arbeit (erbracht für Ihr Wohneigentum). Allein letzteres hat Sie lt. eigener Angabe weitere 40-50 Arbeitsstunden im Monat die letzten Jahre gekostet. (...) Das geht übrigens auch vollkommen in Ordnung, hat nur nichts mit Ihrer 30h im Monat Darstellung zu tun.
Da haben Sie wohl was ganz grundsätzlich missverstanden. Ich habe nie behauptet, nur 30h im Monat zu "arbeiten" (wie immer man Arbeit definieren will). Ich habe behauptet, nur 30h im Monat FREMDBESTIMMT zu arbeiten, und deshalb sehr viel Zeit für das zu haben, was mich interessiert. So backe ich beispielsweise mein Brot selbst (https://www.spiegel.de/forum/wirtschaft/baeckerei-traditionsbetriebe-gegen-grossunternehmen-bei-ihr-wird-gelobt-bei-lidl-geka-thread-940318-1.html#postbit_78011151), käme aber natürlich nie auf die Idee, das als "Arbeit" zu bezeichnen. ich habe einen Garten, und wenn ich darin Kräuter anbaue, dann ist das keine "Arbeit". Und das gleiche gilt für den Aufwand, mit dem ich gerade meinen eigenen Alterswohnsitz baue.

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Europäer1992 13.08.2019, 11:09
335.

Zitat von Crom
Wer Kinder hat, hat sie gewollt. Das war früher in der Steinzeit noch anders, aber der sind wir zum Glück entwachsen. Und wissen Sie was, mir ist es Schnurz, ob es in 200 oder 300 Jahren noch Europäer gibt. Wir sind nicht die Krone der Schöpfung.
Wir alle „wollen“ Kinder . Ich schreibe es gerne nochmal, es wäre komplett sinnbefeit, wie wir - speziell in Deutschland - den lieben langen Tag ein hochkomplexes Gesellschaftssystem organisieren, wenn wir das nur noch für die nächsten 50 - 70 Jahre benötigten.

Sie glauben doch nicht im Ernst, ich würde mich um ein Gemeinwesen oder andere Menschen sozial kümmern, wenn wir sicher die letzten unsere Art wären? Wozu sollte ich Steuern zahlen, ein umlagefinanziertes Rentensystem unterstützten oder auf Ressourcen achten, wenn ich wüsste, dass der Mensch nach mir sowieso nicht mehr existiert?

Ceterum censeo, in der Steinzeit war die Möglichkeit Kinder zu kriegen oder sie nicht zu kriegen exakt dieselbe wie heute - soviel Biologie war bekannt.

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jupp78 13.08.2019, 11:32
336.

Zitat von syracusa
Da haben Sie wohl was ganz grundsätzlich missverstanden. Ich habe nie behauptet, nur 30h im Monat zu "arbeiten" (wie immer man Arbeit definieren will). Ich habe behauptet, nur 30h im Monat FREMDBESTIMMT zu arbeiten, und deshalb sehr viel Zeit für das zu haben, was mich interessiert.
Es tut mir echt leid für Sie, dass Sie bei Ihrer Berufswahl so daneben gegriffen haben. Denn ich kann von mir sagen, zu 90% mache ich meinen Beruf gerne, vor allem und insbesondere weil es mich interessiert was ich da tue.
Aber natürlich gibt es auch da Momente, die keinen Spaß machen, Dinge, die man nicht gerne tut. Aber diese Momente gibt es doch in jedem Lebensbereich. Ich mache an sich auch gerne mit meinen Kräutern rum und empfinde das normalerweise nicht als Last, aber als ich neulich nach einer Woche Urlaub spät nach Hause kam und das Zeug halb verdorrt war, da musste ich es noch gießen, obwohl ich in dem Moment überhaupt keine Lust drauf hatte. So ist das Leben. Und wenn Sie mir erzählen, dass Sie seit 3 Jahren ca. 2h täglich an Ihrem Alterswohnsitz bauen und keine solche Momente hatten, dann glaube ich Ihnen kein Wort mehr ;).

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syracusa 13.08.2019, 11:37
337.

Zitat von jupp78
Ich weiß, dass es in dieser Gesellschaft als das Größte und Tollste gilt so viel Zeit wie möglich mit Kindern und Familie zu verbringen, die Realität sieht aber nicht selten etwas anders aus.
Sie sind ein freier Mensch, oder könnten es zumindest sein. Übrigens sind wir gerade wegen unseres relativ starken Sozialsystems so frei, und sind die Skandinavier wegen ihres noch besseren Sozialsystems noch freier und deshalb glücklicher als wir. Und als freier Mensch dürfen Sie sich die Zeit, die Sie nicht zwingend zum Bestreiten Ihres Lebensunterhalts aufwenden müssen, ganz nach eigenem Gusto verwenden. Wenn Sie keine Kinder haben oder diese lieber in den Kindergarten schicken, dann züchten Sie doch Rosen, oder bauen sich ein Boot und gehen auf Weltumesegelung, oder engagieren sich bei Fridays for Future oder Amnesty International. Tun Sie's einfach! Trauen Sie sich, Ihr eigenes Leben zu führen!

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Crom 13.08.2019, 11:56
338.

Zitat von spon_7302413
Dieser Gedanke ähnelt doch sehr dem, was sich jeder, den Sie in die nähe von Schmarotzern rücken, auch so oder so ähnlich schon einmal gedacht haben dürfte. Die Notwendigkeit orientiert sich am Bedarf - das wäre die Kurzform. Arbeiten Sie gerne ohne Bezahlung für andere, die daraus einen Vorteil ziehen, auf Ihre Kosten? Das ist es doch, worum es geht. Leistungen zu erwarten, ohne Kompensation dafür zu entrichten.
Nein, ich bezahle, wenn ich eine Leistung erwarte. Das ist ja wohl das mindeste. Eine Gesellschaft, die es nicht mehr schafft, entsprechende Bedarfe zu decken, macht etwas falsch. Schon jetzt ist es ja so, dass es hierbei Defizite gibt. Wie soll das erst aussehen, wenn man nur noch bereit ist ein Bruchteil der heutigen Zeit zu arbeiten? Wer soll dann die Bedarfe decken?

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12345Verena 13.08.2019, 12:03
339. Zukunft ?

Die Kinder in unserer Gesellschaft zu bekommen und bei scheitern der Partnerschaft finanziell so schlecht darzustellen, ist unglaublich schlecht für unsere Zukunft. Welche Chancen geben wir dieser neuen Generation? Wie stark kann dieses Land in 20-30 Jahren sein, wenn man so mit seinem Nachwuchs umspringt?! Die Mütter können vielleicht auf eine H4 Rente hoffe. So geht das nicht. Und die Auswirkungen werden sehr schlimm sein. Deutschland kann sich dann als Schlusslicht sehen. Hauptsache heute gut verdienen, was morgen kommt, interessiert hier keinen.

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