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Interaktiver Rechner: So viel Steuern zahlen Sie im Vergleich

Gut 280 Millarden an Einkommensteuern kassiert der Staat pro Jahr. Wie viel zahlen Sie im Vergleich zu anderen? Und was ändert das geplante Soli-Aus? Finden Sie es heraus - mit einer interaktiven Grafik.

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MarkusW77 27.11.2018, 18:16
80. @Katja 78

warum sollten nur 167? Steuerfrei sein. Beiträge zur gesetzlichen oder Rürup usw sind z.zt mit bis zu 20000? Steuerfrei, Tendenz steigend. das ist so schlecht nicht finde ich.

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MarkusW77 27.11.2018, 18:22
81.

leicht ungerecht ist allerdings, das man mit dem Ehegattensplitting steuerlich ärmer rechnen kann, das aber keine Auswirkungen auf die Beiträge zur SV hat. Finde ich irgendwie merkwürdig, entweder das Einkommen wird addiert und halbiert, oder nicht. Also entweder abschaffen, oder SV auch nach splitting bezahlen.

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loncaros 27.11.2018, 18:52
82.

Zitat von Aquifex
...und jetzt tappen Sie wieder in die gleiche falle. Sie können die 35000,- netto von einem der studiert und damit lange gar nichts verdient hat - selbst ein Lehrling wird bezahlt und der leistet bei weitem nicht, was Sie in einem MINT Studium runterreissen müssen! - mit dem Bruttogehalt von jemandem vergleichen, der seit seinem 16 Lebensjahr Geld verdient. Darum geht es doch gerade. Außerdem dürfen Sie auch annehmen, daß jemand, der für seine Firma hohe Einnahmen erwirtschaftet - und das ist im Zweifelsfall eher der Entwicklungsingenieur als der Fließbandarbeiter - auch entsprechend bezahlt wird. Der stielt sein Gehalt nicht, er verdient es sich. Deshalb gibt es übrigens auch arbeitslose Ingenieure. Die füllen diese Jobs nicht aus und verdienen deshalb auch kein Geld.
Was jemand leistet hat überhaupt nichts damit zu tun wie gut es ihm finanziell geht. 3000€ netto im Monat sind 3000€ netto im Monat, völlig egal ob das geerbt ist, aus Vermögenszinsen stammt, aus Angestellter 40-stunden-Woche oder aus knallharter 70-Stunden-Woche Selbstständigkeit.

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Stäffelesrutscher 27.11.2018, 19:19
83.

Zitat von Kurt-C. Hose
Die "kleinen Leute" zahlen so gut wie keine Einkommenssteuern. Das ist ja gerade der Kern der Aussage. Die Einkommenssteuern werden nahezu im Alleingang von den mittleren und hohen Einkommen aufgebracht. Wie soll etwas "zu Lasten der kleinen Leute" gehen, wenn die eh nix zahlen.
Wenn die Steuern bei den mittleren und hohen Einkommen sinken, steht weniger Geld zur Verfügung, um Dinge zu finanzieren, die den »kleinen Leuten« zugutekommen. Beispielsweise gute öffentliche Infrastruktur (Verkehrsmittel, Freibad, Bücherei), preiswerte Kitas, Schulen mit funktionierenden Klos und so weiter.

Und womöglich kommt man sonst auf die Idee, die Mehrwertsteuer, durch die »kleine Leute« wesentlich stärker belastet sind als die Merz-Schicht, zu erhöhen ...

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Patrik74 27.11.2018, 21:08
84. Ganz einfach

Zitat von Crom
Wenn man den rechten durch den linken Wert dividiert, erhält man das xfache dessen, was der Durchschnitt beiträgt. Bei mir und meiner Familie ist das jetzt schon mehr als das dreifache. Da frage ich mich, wofür eigentlich? Nutze ich den Staat denn auch mehr als dreimal so viel? Eher umgekehrt.
Da in unserem Gesellschaftssystem der Schutz des Eigentums einen höheren Stellenwert hat als Würde, Leben und Gesundheit des Menschen, und sie bei einem solchen Einkommen mehr Eigentum als die meisten haben dürften, profitieren sie überproportional von unserer Rechtsordnung und seiner Durchsetzung durch die entsprechenden Organe.

Das sollte es ihnen wert sein. Ansonsten können sie ja irgendwo hinziehen, wo man keine Steuern zahlt, aber diesen Schutz selbst garantieren muss.

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mustermann76 28.11.2018, 04:57
85. Das steuersystem ist weniger progressiv als der Artikel unterstellt!

Im Artikel wird vor allem auf die starke Progression des Einkommensteuer Bezug genommen. Allerdings wird aus mehreren Gründen ein falscher Eindruck vermittelt. 1) Einkünfte aus kapitalvermögen werden steuerlich stark begünstigt und mit maximal 25% besteuert. Einkünfte aus immobilienspekulation sind nach 10 Jahren sogar komplett steuerfrei! Davon profitieren natürlich gutverdiener und es wird hier vollkommen ignoriert. 2) Sozialabgaben und die umsatzsteuer haben anders als die Einkommensteuer eine degressive Wirkung und belasten geringe und mittlere Einkommen stärker als hohe. Auch das wird ignoriert. Letztlich wird damit der (falsche) Eindruck erweckt nur gutverdiener würden zum Gemeinwohl betragen. Ich empfinde die Darstellung als eindeutig tendenziös. Zudem wird das Problem der kalten Progression so erklärt dass es niemand versteht und zudem der falsche Eindruck erweckt die kalte Progression sei seit 2016 kein Problem mehr. Wenn man sich etwas mit steuerlichen fragen auskennt kann man den Beitrag wohl nur als schwach bezeichnen.

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engeld 28.11.2018, 09:04
86. Und noch einmal: Besteuerung schon versteuerten Vermögens

Zitat von mustermann76
Einkünfte aus kapitalvermögen werden steuerlich stark begünstigt und mit maximal 25% besteuert. Wenn man sich etwas mit steuerlichen fragen auskennt kann man den Beitrag wohl nur als schwach bezeichnen.
Na - da scheinen Sie ja ein Experte zu sein:

Einkünfte aus Kapitalvermögen werden nicht mit maximal 25% versteuert, sondern pauschal mit 25% (nach Abzug eventuell anfallender Werbungskosten). Im übrigen darf ich noch einmal darauf hinweisen, dass auch Einkommen aus Dividendenzahlungen mit 25% besteuert werden, obwohl die ausschüttenden Unternehmen bereits Gewinnsteuern bezahlt haben. Selbst die Besteuerung mit 25% erscheint mir unter Doppelbesteuerungsgesichtspunkten fragwürdig. Von Begünstigung kann hier jedenfalls keine Rede sein.

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katja78 28.11.2018, 11:20
87.

Zitat von MarkusW77
warum sollten nur 167? Steuerfrei sein. Beiträge zur gesetzlichen oder Rürup usw sind z.zt mit bis zu 20000? Steuerfrei, Tendenz steigend. das ist so schlecht nicht finde ich.
ich sprach von "zusätzlicher" Vorsorge. D.h. on top zur GRV. Rürup und Co haben halt den Nachteil, dass man sich auf bestimmte Produkte festlegen muss. Ein breit gestreutes, preiswertes etf-Portfolio, mit dem man die Altersvorsorge aufbaut, fällt da leider nicht drunter...

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MarkusW77 28.11.2018, 11:26
88.

Zitat von engeld
Na - da scheinen Sie ja ein Experte zu sein: Einkünfte aus Kapitalvermögen werden nicht mit maximal 25% versteuert, sondern pauschal mit 25% (nach Abzug eventuell anfallender Werbungskosten). Im übrigen darf ich noch einmal darauf hinweisen, dass auch Einkommen aus Dividendenzahlungen mit 25% besteuert werden, obwohl die ausschüttenden Unternehmen bereits Gewinnsteuern bezahlt haben. Selbst die Besteuerung mit 25% erscheint mir unter Doppelbesteuerungsgesichtspunkten fragwürdig. Von Begünstigung kann hier jedenfalls keine Rede sein.
Äh, wenn ich mir was von meinem versteuertem Einkommen kaufe, und der Laden/Verkäufer mit den Einnahmen Gewinn macht, wird er die auch versteuern müssen.

Wenn ein Unternehmer Gewinn macht, versteuert er den. Investiert er den direkt wieder, und die neuen Investitionen rentieren sich, muss er den neuen Gewinn wieder versteuern (vereinfacht, Afa außen vor gelassen)
Wenn ich von meinem versteuertem Einkommen Unternehmensanteile kaufe, und die "Gewinn" abwerfen, muss ich den versteuern.
Oder worauf wollen Sie hinaus?
Wo wird da was "doppelt" besteuert? Sind ja keinen markierten Geldscheine oder sowas.

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katja78 28.11.2018, 11:27
89.

Zitat von MarkusW77
leicht ungerecht ist allerdings, das man mit dem Ehegattensplitting steuerlich ärmer rechnen kann, das aber keine Auswirkungen auf die Beiträge zur SV hat. Finde ich irgendwie merkwürdig, entweder das Einkommen wird addiert und halbiert, oder nicht. Also entweder abschaffen, oder SV auch nach splitting bezahlen.
Meiner Meinung nach gehört das Splitting abgeschafft und die kostenfreie Mitversicherung der Ehepartner auch.

Die Mitversicherung der Kinder sehe ich ja positiv, als Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Warum allerdings eine Familie mit 100.000 Alleinverdienereinkommen wesentlich weniger Sozialbeiträge als eine mit zweimal 50.000 Einkommen zahlen muss, erschließt sich mir nicht. Warum sollen die mittleren Einkommen dem Gutverdiener seine Gattin querfinanzieren?

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