Forum: Wirtschaft
Internationale Unordnung: Jetzt sind wir am Zug
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Deutschlands Wohlstand basiert auf zwei internationalen Arrangements: der globalen Handelsordnung und der Europäischen Union. Um beide steht es nicht gut. Zeit für ein Umdenken - nicht nur wegen Trump.

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lantelme.import 29.01.2017, 15:23
1. Globalisierung

Das öffentliche Gejammer bezieht sich immer nur auf die Exportwirtschaft. Die, die sich in der Binnenwirtschaft tummeln müssen, leiden hingegen.
Unsere Nachbarn können billiger produzieren und konzentrieren sich auf den deutschen Markt. In punkto Qualität lautete früher die Devise in D.: SO GUT WIE MÖGLICH, heute heißt sie: SO GUT WIE NÖTIG. Mehr gibt der Preiswettbewerb nicht mehr her. Dadurch entstand maßgeblich die Wegwerf-Mentalität bei mangelnder Nachhaltigkeit. Ich habe nichts gegen einen Paradigmenwechsel, selbst wenn der Gürtel vorübergehend enger geschnallt werden muß. Das würde der Konsumgesellschaft und der Umwelt gut tun, das örtliche Handwerk und den kleinen Handel wieder beleben und das Sterben des Mittelstands aufhalten.

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jojack 29.01.2017, 15:26
2. Riecht nach Rezession

Die EU zu stabilisieren ist schon richtig. Aber es ist ja nicht so, dass man das nicht schon seit Jahren versucht. Die diversen Stabilitätspakte für überschuldete Euroländer waren ja Teil dieser Stabilisierungsbemühungen. Klar, jetzt kann Deutschland auch noch offiziell einsehen, dass das Geld für Griechenland futsch ist, aber wird das ausreichen? Für weitergehende Schritte, etwa Eurobonds, sehe ich trotz der Rezessionsgefahr keine Zustimmung. Zumal auch deshalb nicht, weil man es in den EU-Partnerstaaten mit zunehmend unsicheren Kantonisten zu tun hat. Warum nicht lieber die gute alte Binnennachfrage stärken? So klein ist der Heimatmarkt Deutschland auch nicht. Zum einen muss Deutschland dringend seine Verteidigungsausgaben hochfahren - Ausrüstung, Personal, Bauten. Zum anderen bröckelt die Infrastruktur, erfordern Energiewende und Breitbandausbau große Investitionen.

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johnniehandsome 29.01.2017, 15:30
3. Veränderungen...

hat es immer schon gegeben und ist auch gut so. Wenn aber Mr. Trump denkt er könne die ganze Welt in die Knie zwingen mit seiner Hammertaktik ist er falsch beraten. Gegnüber stehen nämlich EU und China, nicht so einfache Partner/Gegner. Mal sehen was in de nächsten Monaten noch so kommt, vielleicht sollte sich der neue Präsident warm anziehen wenn er anfängt seine Versprechen zu brechen, weil sie einfach nicht erfüllbar sind.

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jdirker 29.01.2017, 15:34
4. Angst macht blind

Da zurzeit keiner genau weiß, wie die amerikanische Wirtschaftspolitik aussehen wird, sind Gegenentwürfe verfrüht. Wenn Trump seine Versprechen wahr macht (u.a. fairen Handeln mit den Partnern), dann wird sich Europa u.a. amerikanischen Agrarimporten öffnen müssen - hier ist die EU sehr protektionistisch. Auch China wird seine protektionistische Haltung aufgegeben müssen – dagegen protestiert komischerweise niemand in Europa (China first)!

Auch ohne Trump würde das deutsch Geschäftsmodell in seiner jetzigen Form in absehbarer Zeit vor dem Umbruch stehen. Industrie 4.0, KI, Elektro-Autos und chinesische Konkurrenz. Wer paralysiert auf die USA schaut, verkennt den technologischen Wandel und die Gefahr die aus China droht. Trump ist nicht Europas Problem, es ist China!

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fisa_thul 29.01.2017, 15:35
5. Welchen Wohlstand meinen sie ?

Wenn man sich die mittleren Einkommen und Vermögen in Deutschland ansieht, haben diese im Vergleich abgenommen. Die freien Märkte haben vor allem dazu geführt, dass gigantische, multinationale Konzerne entstanden sind, die mehr und mehr Einfluss auf Politik und Gesellschaft haben.

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MotziLLa 29.01.2017, 15:36
6. Leider

Leider wird den EU-feindlichen Stimmen (vor allem) von Rechts mit Argumenten nicht beizukommen sein. Die Nationalisten der Länder Europas sind nur in einem international: in der Bekämpfung der EU. Und wenn dann haufenweise Arbeitsplätze verloren gehen und die Ressentiments gegen Minderheiten zunehmen, sind dann natürlich wieder alle anderen schuld.

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Karl Lusser 29.01.2017, 15:39
7.

Anstatt hier die angeblichen Folgen des Handels von Trump zu beweinen, sollten sie sich viel mehr den Kopf darüber zerbrechen, wie es überhaupt soweit kommen konnte.
Und sie werden diesseits und jenseits des Atlantik auf das immer gleiche Thema stossen, nämnlich die Migration.
Und ich kann ihnen sagen warum. Weil immer mehr den Satz"Wir schaffen das" in "Wir wollen das gar nicht schaffen" ummünzen.
Und solange Europa allen bedingungslos Asyl gewähren will, solange werden die Populisten Aufwind haben bis sie an der Macht sind um das zu ändern.
Das ist ja gerade in den USA passiert. Das wird in GB passieren.
Das eigene Land zuerst ist jedenfalls kein falsches Sinal. Ganz im Gegenzteil.
Die Gefühlsduselei der EU ist längst fehl am Platz.

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stesch 29.01.2017, 15:43
8. Alter Wein in neuen Schläuchen

Bei SPON scheint ein Wettbewerb losgetreten worden zu sein, wer das düsterste Zukunftsszenario für die Weltwirtschaft entwirft. Ganz so schlimm ist die Lage aber doch nicht. Fallen die USA in die Zeiten des Protektionismus zurück, gibt es ja noch den Asiatischen Wirtschaftsraum. Und Kanada, Südamerika; vielleicht auch Afrika. Der asiatische Wirtschaftsraum konsolidiert sich gerade und wird - mit oder ohne USA - an Bedeutung zunehmen. Und in Asien hat kaum jemand Interesse an Marktabschottung. Das würde das eigene Wirtschaftsmodell gefährden.
Sicher wäre es wünschenswert, wenn die EU stärker werden würde. Aber die Menge der deutschen Exporte in die EU hat trotz gesteigertem Gesamtvolumen abgenommen. Und das liegt an der mangelnden Wirtschaftskraft einiger südeuropäischer Länder. Wie das Beispiel Griechenland zeigt, ändern daran alle Transferzahlungen rein gar nichts. Es macht also keinen Sinn, höhere Transfers (aus wirtschaftsfremden Erwägungen ?) zu fordern.
Ob die USA tatsächlich ihre Wirtschaft weitgehend abschotten und das längere Zeit durchhalten, ist längst nicht abgemacht. Wahrscheinlicher ist, dass Donald Trump eine kurze Präsidentschaft erlebt.

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decathlone 29.01.2017, 15:46
9. Einerseits...

... hat die EU leider in den letzten Jahren - teilweise auch auf US-amerikanischen Wunsch hin - zuviele Geisterfahrer aufgenommen, die die Schlagkraft und Stabilität der EU unterminieren. Die Idee, dass eine Mitgliedschaft die Demokratie und die Rechtstaatlichkeit in diesen Ländern fördern, wurde ad absurdum geführt. Stattdessen bedienen sich nur antidemokratische Hinterhofpaschas an den EU-Töpfen, um die Korruption und autoritäre Regierungsformen in ihren Ländern zu befördern... Die EU sollte mit den Ländern, die auch wirklich für gemeinsame Werte stehen, neu gegründet werden, sonst hilft die in der jetzigen Situation nicht weiter, verstärkt die Probleme eher. Andererseits wird Trump ja eigentlich nur von einer Minderheit der Amerikaner unterstützt. Wenn die anderen nicht ganz verblödet sind, kriegen sie jetzt vielleicht ihren Act zusammen und sorgen dafür, dass dies eine Episode bleibt. Das Vertrauen ist aber so oder so futsch. Wir müssen jetzt unser eigenes Ding auf die Reihe kriegen.

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