Forum: Wirtschaft
Iran-Sanktionen: Russland wirft USA Unterwerfungspolitik vor
Raheb Homavandi / REUTERS

Mit verschärften Sanktionen will die US-Regierung Ölexporte aus Iran gänzlich unterbinden. Moskau kritisiert, Washington agiere immer "aggressiver und rücksichtsloser".

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kuac 24.04.2019, 08:51
10.

Zitat von KingTut
Ich hoffe wir sind uns alle einig, dass es keinen nuklear bewaffneten Iran geben darf. Atomwaffen in den Händen dieses religiös-fundamentalistischen Regimes sind ein Alptraum, auch und gerade für uns Europäer. ....
Ich bin nicht sicher, ob man das pauschal so behaupten kann. Hitler, Stalin oder Pol Pot waren keine religiöse Fundamentalisten. Pakistan ist ein mehr oder weniger islamisch fundamentalistischer Staat. Und ich sehe bisher nicht, dass eine solche Gefahr von Pakistan ausgeht.

Jedenfalls, Trump hat das Iran-Atomabkommen gekündigt. Und wenn Iran jetzt wieder versuchen sollte, eine Bombe zu bauen, dann haben wir das Trump zu verdanken.

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Wurm 24.04.2019, 08:51
11. Wahlkampf?

Ich habe ein wenig die Befürchtung, dass hier eine Bedrohung für die kommenden Präsidentschaftswahlen aufgebaut wird. Im schlimmsten Fall läuft es auf eine militärische Auseinandersetzung hinaus.
Im Kriegszustand wechseln die Amerikaner sehr ungern den amtierenden Präsidenten aus.

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mantrid 24.04.2019, 08:52
12. Spiel mit dem Feuer

Abgesehen davon, dass die Sanktionen gegen den Iran völkerrechtswidrig sind, da sich der Iran an die geschlossenen Verträge hält, spielt Trump ein gefährliches Spiel. Wenn sich andere mal ausnahmsweise einig sein sollten, könnten sie auch die USA sanktionieren und damit die US-Wirtschaft massiv und nachhaltig schädigen. Da jeder US-Präsident nur eine vorübergehende Episode ist, werden mit den USA befreundete Nationen relativ viel Geduld haben. Trump könnte es schaffen, diese allerdings in kurzer Zeit überzustrapazieren. Das könnte drastische Folgen für US-Unternehmen haben.

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Nubari 24.04.2019, 08:57
13. Reine Spekulation,

doch ich hätte da eine Verschwörungstheorie. Niedrige Ölpreise sind schlecht fürs Geschäft der US-Frackingindustrie, die unter hohen Kosten fördert. Zum unilateralen Ausstieg aus dem Iran-Atomankommen der USA gehörten von Anbeginn verschärfte Sanktionen, die das Ölangebot verknappen und die Preise treiben. Russland braucht Geld und mit höheren Ölpreisen füllt sich die Kasse Putins. Gleichzeitig kann Putin gegen US-Imperialismus wettern, von eigenen Untaten ablenken und sich als "gute Weltmacht" und auf politischer Augenhöhe mit den USA in Szene setzen.

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Pocillator 24.04.2019, 08:58
14. Hegemonie

Zitat von KingTut
@KingTut "Ich sage nur: Tschetschenien, Georgien, Ostukraine, Krim."
Tja, die von Ihnen genannten Beispiele liegen geographisch
ziemlich vor der Haustür Russlands.
Viele Länder dieser Welt wären froh, wenn die USA sich auch auf einen vergleichbaren Bereich beschränken würden. Aber der Anspruch der USA ist es, weiltweit die Regeln zu bestimmen. Und das aus einem einfachen Grund, dass sie auch die Macht dafür haben - wirtschaftlich wie militärisch. Das hat auch nichts mit Trump zu tun, sondern es fing schon unter der Regierung W. Bush so an, dass die USA sich an internationales Recht nicht mehr gebunden fühlten.
Kein westliches Land, kein NATO-Mitglied, keine EU hat momentan
die Position, sich gegen die Interessen der USA zu stellen. Also werden wir uns daran zu gewöhnen haben, dass letztlich das gilt, was die USA vorschreiben.

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sans_words 24.04.2019, 09:07
15. Trump oder andere US-Präsidenten

Donald Trump setzt nur - in verschärfter - Form fort, was auch andere US-Präsidenten vor ihm betrieben haben: imperialistische geostrategische Politik.

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Nandiux 24.04.2019, 09:07
16. Zutreffend.

''Das russische Außenministerium erklärte, die US-Politik werde immer "aggressiver und rücksichtsloser". "Washington verbirgt nicht einmal seinen Wunsch, die Welt seinem Willen zu unterwerfen", hieß es. Zugleich lobte Moskau die "Zurückhaltung" Teherans mit Blick auf "die arroganten amerikanischen Provokationen".

So ist es. Man sollte auch noch erwähnen, dass es einfach unerträglich ist, dass man vor den Amis immer den Buckel macht (für die transatlantische "Freundschaft") und gegen die Russen den Mund aufmacht. Vor allem einige CDU/CSU Politiker lassen da ihrer Ideologie freien Lauf.

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sagitta 24.04.2019, 09:08
17.

Zitat von Pocillator
Die unilateralen Sanktionen der USA verstoßen gegen so ziemlich jedes internationale Regelwerk. Die USA mischen sich unter Gewaltandrohung (Wirtschaftssanktionen sind ein Akt der Gewalt) in die Politik von Drittländern ein, die mit den politischen Problemen zwischen den USA und Iran gar nichts zu tun haben. Dies stellt eine massive Verletzung der Charta der Vereinten Nationen dar. Art. 2 Ziff. 7 der Charta untersagt es Staaten, in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzugreifen. Und dazu gehören auch die Regelung der eigenen Handelspolitik und die Ausgestaltung der Außenpolitik. Völkerrechtswidrig ist die Intervention, wenn ein Nötigungselement hinzutritt, was hier ganz klar der Fall ist. Ferner verstoßen die Sanktionen und genau so die Sanktionsdrohungen an Drittländer direkt und indirekt gegen das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT der Welthandelsorganisation WTO. Der gerade von den USA immer wieder für eigene Zwecke instrumentalisierte „Freihandel“ lässt sich selbstverständlich nicht mit dem Anspruch der USA vereinbaren, Drittländern ohne einen WTO-Beschluss Handelsverbote mit einem anderen Staat aufzuerlegen.
Ihre Aufzählung zeigt den wesentlichen Denkfehler der deutschen Aussenpolitik auf: die Gültigkeit der Abkommen ist nur durch die aktive Unterstütung wenigstens einer Grossmacht gewährleistet. Diese Grossmacht will aber die Ketten eines solchen Regelwerkes nicht mehr. Solange wir eine regelbasierte Welt nicht selbst mit anderen durchsetzen wollen und können, sind wir auf das Wohlwollen des Hegemons angewiesen. Derzeit wollen wir nicht können.

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quark2@mailinator.com 24.04.2019, 09:10
18.

Sagen wir mal so ... Es wäre schon ziemlich schwer gewesen, mit 0,8 Mrd. Menschen (USA 0,35 Mrd. EU 0,45 Mrd) China daran zu hindern, mittelfristig lokal dominant zu werden. Aber leider haben sich die USA dafür entschieden, auch die EU weiter unter Kontrolle behalten zu wollen. Und mit nur 0,35 Mrd. Menschen kann man es eben nicht wirklich schaffen, die ganze Welt zu dominieren, zumindest nicht ohne die Investition in die eigenen gigantischen Streitkräfte zu heben. Seit etwa dem Jahr 2000 betreiben die USA (nach offenen Äußerungen von Generälen und Think Tanks) ein Balancespiel. Russland/Ukraine, EU/Nahost, China ... Es ist wahnsinnig schwierig, alles unter Kontrolle zu halten, wenn man eigentlich nur Israel und evtl. Saudi Arabien hat. Meine größte Angst ist es im Moment, daß Washington in einem Moment der Schwäche plötzlich keinen anderen Ausweg mehr sieht, als wirklich die Weltwirtschaft als Ganzes zu ruinieren, nur um den natürlichen Lauf der Dinge irgendwie zu unterbrechen. In 30 Jahren werden wir eine andere Welt haben, so oder so. Hoffentlich geht es diesmal friedlich ab.

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cup01 24.04.2019, 09:13
19. Wer hätte das gedacht!?

Ich stimmte Putin zu. Die Amerikaner verlieren zunehmend an Einfluss auf dieser Welt. Um das auszugleichen treten sie mit Härte auf und schaden sich damit am Ende selbst. Bisher haben ihre Sanktionsmethoden noch keinen Erfolg gehabt. Weder in Russland, noch Nordkorea und auch nicht der Iran oder Venezuela haben etwas geändert.

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