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Islamische Schlachtvorschrift: Halal-Fleisch darf kein Bio-Logo tragen
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Fleisch aus ritueller Schlachtung darf nicht als Bioprodukt verkauft werden. Das entschied der Europäische Gerichtshof - und argumentierte dabei mit dem Tierwohl.

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troy_mcclure 26.02.2019, 12:29
1.

Die Begründung klingt auf jeden Fall nachvollziehbar.

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VolkerK 26.02.2019, 12:31
2. Unsinn, zumindest in Deutschland

Hier in NRW gibt es Schlachthöfe, die Fleisch mit Halal-Siegel produzieren. Keiner davon hat eine Ausnahmegenehmigung, um ohne die im Tierschutzgesetz vorgeschriebene Betäubung zu schlachten.
Tatsächlich ist die übliche Betäubung mit Bolzenschuss nicht halal, da das Tier dadurch irreversibel verletzt wird. Bei der Elektrokurzzeitbetäubung ist das anders, die wird hier in NRW praktiziert und es gibt sogar eine Fatwa - also ein islamisches Rechtsgutachten - dass ein derart betäubtes Tier halal ist, da es, wenn es nicht geschlachtet wird, nach einer Viertelstunde wieder aufsteht und keine Zeichen von Gesundheitsschäden aufweist. Das wurde der AfD-Fraktion im NRW-Landtag auf ihre naseweise Anfrage hin unlängst alles nochmal so erläutert: Halal-Schlachtung und Tierschutzgesetz passen zusammen, wenn man nur mal mit einander redet.
Insofern ist der Bericht Unsinn, das Urteil bezieht sich ausschließlich auf unbetäubte Schlachtungen, die, siehe oben, zumindest in NRW, mutmaßlich in ganz Deutschland, nicht legal existieren.
Offenlegung: ich bin seit 22 Jahren Vegetarier, mich ärgert nur immer wieder, dass alljährlich zum islamischen Opferfest rassistische Ressentiments in Tierschutzthemen verpackt werden, indem diese kleine, aber entscheidende Entwicklung der letzten Jahrzehnte einfach geleugnet wird.

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Wolfno 26.02.2019, 12:36
3. Verbieten lassen

Man sollte endlich das Schlachten mit nicht zeitgemäßen Methoden verbieten. Es kann nicht sein das man hier Tiere quälen darf nur wegen religiösen Vorlieben. In allen Bereichen müssen die Gesetze über die Religion stehen.

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jan07 26.02.2019, 12:38
4. Tierschutz hat Vorrang!

Das Schächten gehört grundsätzlich verboten. Natürlich sollte man auch die Praktiken der Massenschlachtung von Tieren grundsätzlich hinterfragen. Das ist noch viel zu tun!

Das Wohlbefinden der Tiere sollte immer Vorrang vor vermeintlichen 'religiösen' Riten und Befindlichkeiten haben.

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ogoehni 26.02.2019, 12:53
5. Nachvollziehbar...

Gut, dieses Urteil, weil hier klar die unbetäubte Tötung als tierfeindlich
und nicht mit unseren humanen Werten übereinstimmt. Diese Bewertung dürfen deutsche Gerichte nicht anders bewerten, gut so.
Trotz dieses Standpunkts, finde ich, dass das jüdische Leben bei uns einen fester Bestandteil sein sollte und nicht nur wegen demHolocaust. Es gehört zu unserer europäischen Kultur.

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Baalsebul 26.02.2019, 13:00
6. Schächtung 100% verbieten , ohne Ausnahme

Tierwohl geht über religiöse Praktiken. Schächtung verursacht immer Qual und Leid, eine vorherige Betäung muss verpflichtend sein - ohne jede Ausnahme. Wenn man schon meint, Fleisch essen zu müssen, wobei ein Tier sterben muss (das ein ebensogroßes Lebensrecht hat wie der Mensch, genauso Angst empfindet etc.) dann MUSS der Mensch es dem Tier, zu Lebzeiten und auch dann wenn er es schlachtet, so gut wie möglich ergehen lassen. Eine Schächtung ist schlichtweg barbarisch. Mit einem Komplettverbot sollte Deutschland ein Zeichen setzen.

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KingTut 26.02.2019, 13:05
7. Nachvollziehbar

Die Begründung für das Urteil ist für mich nachvollziehbar. Im Übrigen: warum sollte ein Gott ein Interesse daran haben, dass ein Tier durch eine bestimmte Methode geschlachtet wird?

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Tevje 26.02.2019, 13:08
8. Die Haltung der Tiere

müsste Eingang in die Siegelverleihung finden, der Tod des Tieres ist ein Sekunden-langer Vorgang, aber vorher haben sie Monate lang gelebt. Meines Erachtens nach, ist das wichtiger. Auch der Tod beim Schächten tritt durch den sofortigen, massiven Blutverlust, sehr schnell ein und ist weniger brutal, als er aussieht. Schmerz durch den Schnitte erlebt ein korrekt geschächtetes Tier nicht mehr, so wenig, wie ein Mensch, der sich beim Kartoffelschälen in die Fingerkuppe schneidet, den Wundschmerz sofort fühlt. Der tritt erst Minuten nach dem Schnitt auf.

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SusiWombat 26.02.2019, 13:11
9.

Zitat von ogoehni
Trotz dieses Standpunkts, finde ich, dass das jüdische Leben bei uns einen fester Bestandteil sein sollte und nicht nur wegen demHolocaust. Es gehört zu unserer europäischen Kultur.
Werfen Sie gerade Halal und Kosher durcheinander?

Unser Tierschutz wird schon regelmäßig aufgeweicht - das betäubungslose Kastrieren ist da ganz vorne dabei - da braucht es nicht noch mehr "Ausnahmen".

Es gibt kein Menschenrecht auf Fleischkonsum. Wenn meine Religion den Verzehr von Fleisch verbietet, das in dem Land in dem ich lebe nach den dort gültigen Tierschutzrechten produziert wird - ja, dann kann ich es halt nicht essen. So einfach ist das.

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