Forum: Wirtschaft
Ist der Euro noch zu retten?

Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?

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zins-bürger 26.02.2012, 17:47
5560. lasst den Markt seinen Lauf

Zitat von Patrik74
Die Lösung ist relativ einfach: Hört auf zu retten, lasst den Markt seinen Lauf. Wenn die Zinsforderungen höher sind als die Leistung der Realwirtschaft können sie faktisch nicht mehr bedient werden. Die marktgerechte Konsequenz wäre es nun, dass die entsprechenden Forderungen einfach abgeschrieben werden (Schuldenschnitt) und so kommt alles wieder automatisch ins Lot. Je länger aber die Politik durch Interventionen dieses natürliche Korrektiv unterdrückt, desto größer wird natürlich das Ungleichgewicht. Man probiert zu viel Schulden mit noch mehr Schulden zu bekämpfen. Das klingt nicht nur bescheuert, das ist es auch! Ursächlich für die aktuellen Probleme ist also nicht das Zinssystem an sich, sondern der permanente Versuch den Markt zu manipulieren und die Konsolidierung zu verhindern. Verluste gehören zum Marktgeschehen genauso wie Gewinne - komischerweise scheint dieser fundamentale Zusammenhang aber bei (Staats-)anleihen nicht gelten zu dürfen. Wenn wir den Euro unbe lasst den Markt seinen Lauf. dingt retten wollen, müssen wir aufhören ihn zu retten!
Wen verteidigen Sie hier, da ist kein Makt.
Nein es geht um die Finanzmärkte, die das Geld ex nihilo generieren, das Ganze an die Dummen (z. B. die Staaten) verleihen, 10 % Zinsen kassieren und dann noch mal doppelt so viel Geld erzeugen, und
dabei nur verbrannte Erde Hinterlassen (z.B. In Griechenland).
Wenn die Staaten und Unternehmen, die man beliehen hat,
nicht parieren, schickt auch gerne die
economic hitman, die Geheimdienste und sogar die Armee.
Wer hat da wen in der Gewalt, um Einfluss geht es schon gar nicht mehr, um retten erst recht nicht, vielmehr um Plattmachen und Zerstören,
nur damit die Elite auch weiterhin in ihrem Himmel auf Erden leben kann.

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Patrik74 26.02.2012, 18:46
5561. Read my lips: No more credits!

Zitat von zins-bürger
Wen verteidigen Sie hier, da ist kein Makt.
Sie sagen es, genau DAS kritisiere ich; und da kein Markt ist, kann es sich bei der aktuellen Problematik logisch konkludent aktuell auch nicht um Marktversagen handeln.

Zitat von
Nein es geht um die Finanzmärkte, die das Geld ex nihilo generieren, das Ganze an die Dummen (z. B. die Staaten) verleihen, 10 % Zinsen kassieren und dann noch mal doppelt so viel Geld erzeugen, und dabei nur verbrannte Erde Hinterlassen (z.B. In Griechenland).
Deshalb bin ich auch dafür, dass den "Dummen" sprich den Staaten verboten sein sollte, Schulden zu machen.

Die Staatsverschuldung ist das eigentliche Problem, das dazu führt das immer mehr Schulden gemacht werden als ökonomisch auszuhalten sind - da man ja bis dato (wider besseren Wissens) immer behauptete, Staaten könnten per Definition nicht pleite gehen; was in der Konsequenz nichts anderes bedeutet, als dass sie sich beliebig verschulden können - dass dies nicht zutrifft, erweist sich jetzt.

Zitat von
Wenn die Staaten und Unternehmen, die man beliehen hat, nicht parieren, schickt auch gerne die economic hitman, die Geheimdienste und sogar die Armee.
Sie gucken zuviel Youtube-Filme.

Zitat von
Wer hat da wen in der Gewalt, um Einfluss geht es schon gar nicht mehr, um retten erst recht nicht, vielmehr um Plattmachen und Zerstören, nur damit die Elite auch weiterhin in ihrem Himmel auf Erden leben kann.
Wenn sich Staaten nicht verschulden dürfen, werden sie auch nicht abhängig, und dann braucht man auch keine Angst vor dem "schwarzen Mann" zu haben.

Ausweg aus der Krise:

1) Schuldenschnitt
2) Neuverschuldungsverbot für Staaten

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Rosbaud 26.02.2012, 20:58
5562. Klippschulökonomie

Zitat von Patrik74
[...] Wenn sich Staaten nicht verschulden dürfen, werden sie auch nicht abhängig, und dann braucht man auch keine Angst vor dem "schwarzen Mann" zu haben. Ausweg aus der Krise: 1) Schuldenschnitt 2)Neuverschuldungsverbot für Staaten
Wo sollen denn dann in Zukunft die deutschen Exportüberschüsse herkommen, wenn sich die anderen Staaten nicht mehr verschulden dürfen?

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Patrik74 26.02.2012, 23:22
5563. Verrückte Idee

Zitat von Rosbaud
Wo sollen denn dann in Zukunft die deutschen Exportüberschüsse herkommen, wenn sich die anderen Staaten nicht mehr verschulden dürfen?
Wenn die Staaten weniger Steuern einnehmen müssten, weil sie keinen Schuldendienst leisten müssten, hätten die Konsumenten mehr Geld übrig, welches sie dann natürlich auch zum Teil zum Konsum verwenden würden.

Der staatliche Nachfrageausfall würde also durch die private Nachfrage kompensiert - und genau so sollte es sein!
Wieso sollte ausgerechnet der Staat das Geld der Konsumenten ausgeben?
Ist er schlauer? Wohl kaum, wie man aktuell schön beobachten kann.

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exilator 27.02.2012, 06:14
5564.

Zitat von Patrik74
Die Lösung ist relativ einfach: Hört auf zu retten, lasst den Markt seinen Lauf. Wenn die Zinsforderungen höher sind als die Leistung der Realwirtschaft können sie faktisch nicht mehr bedient werden. Die marktgerechte Konsequenz wäre es nun, dass die entsprechenden .....
Das ist dieselbe Haltung mit der die Wirtschaft der DDR zugrundegerichtet wurde, und das den Westen mehr al 1 Bio Euro gekostet hat.
Es muss das , was gerettet werden kann gerettet werden. der Rest ist dann keinen Cent mehr wert.

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exilator 27.02.2012, 06:17
5565.

Zitat von Patrik74
Sie sagen es, genau DAS kritisiere ich; und da kein Markt ist, kann es sich bei der aktuellen Problematik logisch konkludent aktuell auch nicht um Marktversagen handeln. Deshalb bin ich auch dafür, dass den....
Oh je, wenn einer einen Anderen vor den Zug schubst, dann ist im Moment des Überfahrens keine Handlung des Schubsers mehr da, heisst, der Überfahrene ist selber schuld, oder der Zug?

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krassopoteri 27.02.2012, 12:00
5566.

Zitat von exilator
Wegen unsere, geliebten Zinseszinssystem sind wir gerade da angelangt, wo alleine die Renditen so gross sind, dass sie den Mehrwert der Realwirtschaft völlig aufsaugen. Ab jetzt geht das ganze seinem Ende entgegen, denn die Realwirtschaft wird an sich selber ersticken da mehr an Renditen anfällt als erwirtschaftet werden kann. exilator
Ja, das hatte ich schon vor zwei Jahren erwartet. Scheinbar gelingt es den Zentralbankern den unvermeidlichen Zusammenbruch des schuldenfinanziertem Finanzsystem noch ein paar Jahre hinauszuzögern. Der wird dann zwar umso fürchterlicher, das stört die jetzigen Verantwortlichen aber nicht, zumal die ihre Schäfchen im Trockenem haben. Das ist genau wie bei den Staatsschulden. Was stört es einem Herrn Schäuble, dass die Schulden sekündlich um einige Tausend Euros anwachsen. Er hat ja Reformen für die Zukunft angezeigt, z. B. die Schuldenbremse, die genau so viel Wert ist wie die Maastrich Kriterien. Warum jagen wir diese Dilettanten nicht einfach zum Teufel?,

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exilator 27.02.2012, 17:16
5567.

Zitat von krassopoteri
Ja, das hatte ich schon vor zwei Jahren erwartet. Scheinbar gelingt es den Zentralbankern den unvermeidlichen Zusammenbruch des schuldenfinanziertem Finanzsystem noch ein paar Jahre hinauszuzögern. Der wird dann zwar umso fürchterlicher, das stört die jetzigen ....
Der Teufel frisst zwar Fliegen und trägt Prada, aber er frisst keine Abgeordneten und hat kein Parteibuch.

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Rosbaud 27.02.2012, 19:16
5568.

Zitat von Patrik74
Wenn die Staaten weniger Steuern einnehmen müssten, weil sie keinen Schuldendienst leisten müssten, hätten die Konsumenten mehr Geld übrig, welches sie dann natürlich auch zum Teil zum Konsum verwenden würden. Der staatliche Nachfrageausfall würde also durch die private Nachfrage kompensiert - und genau so sollte es sein! Wieso sollte ausgerechnet der Staat das Geld der Konsumenten ausgeben? Ist er schlauer? Wohl kaum, wie man aktuell schön beobachten kann.
Wie schaut's dann mit dem Sozialstaat aus, mit Rentnern, wer sorgt für die Infrastruktur, Bildung, Kitas usw.?

NUR REICHE KÖNNEN SICH EINEN ARMEN STAAT LEISTEN – stecken Sie sich diesen Satz hinter den Spiegel!

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Patrik74 27.02.2012, 21:12
5569. Themenhopper

Zitat von Rosbaud
Wie schaut's dann mit dem Sozialstaat aus, mit Rentnern, wer sorgt für die Infrastruktur, Bildung, Kitas usw.? NUR REICHE KÖNNEN SICH EINEN ARMEN STAAT LEISTEN – stecken Sie sich diesen Satz hinter den Spiegel!
Sind wir nun beim Export oder beim Sozialstaat?

Oder wollen die nahelegen, dass die griechischen Rentner maßgeblich verantwortlich für den deutschen Export sind?

Ich habe mich nie gegen einen vernünftigen Sozialstaat ausgesprochen, ein gewisser Sozialausgleich ist nötig, um den gesellschaftlichen Frieden zu wahren, hierfür müssen natürlich Steuern erhoben werden, aber Schulden aufnehmen?

Wie wir aktuell erleben, führen hohe Staatsschulden zu Härten für die Normalbevölkerung und Zusatzeinkommen bei den Reichen; wer das selbst jetzt noch nicht versteht, dem ist auch nicht mehr zu helfen!

Staatsschulden führen über den Schuldendienst zu einer Verstärkung der Ungleichverteilung, da der Schuldendienst von den "kleinen Leuten" aufgebracht werden muss und an "die da oben" geht, die die Forderungen halten.

Will man sozialen Ausgleich (egal ob national oder international) muss man Staatsschulden zurückführen und statt Arbeitseinkommen (Geld-)Vermögen besteuern.

Warum nicht den Staat von denen finanzieren lassen "die es haben", statt die zu knechten, die "es sich verdienen" müssen? Wieso über Schulden Geld "von unten nach oben" verteilen, statt über Steuern "von oben nach unten"?

Ist das denn wirklich so schwer zu verstehen?

Schulden nix gut, machen großes Bubu!

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