Forum: Wirtschaft
Ist der Euro noch zu retten?

Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?

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rieberger 28.02.2012, 09:12
5570.

Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, daß wir Bürger nicht mit allen relevanten Fakten informiert werden. Angela Merkel betont immer wieder, der € darf nicht scheitern. Ja, warum eigentlich nicht? Und warum soll dann europa scheitern? Professor Sinns Äußerungen über target2, was immer das auch ist, überzeugen mich, daß das Konstrukt € an bedingungen geknüpft ist, die man nur als Katastrophe bezeichnen kann. Die Europabaumeister haben für mich auf breiter Linie versagt.

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achim-bonn 28.02.2012, 11:09
5571.

Zitat von rieberger
Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, daß wir Bürger nicht mit allen relevanten Fakten informiert werden. Angela Merkel betont immer wieder, der € darf nicht scheitern. Ja, warum eigentlich nicht? Und warum soll dann europa scheitern? Professor Sinns Äußerungen über target2, was immer das auch ist, überzeugen mich, daß das Konstrukt € an bedingungen geknüpft ist, die man nur als Katastrophe bezeichnen kann. Die Europabaumeister haben für mich auf breiter Linie versagt.
Dazu gibts ein gutes Essay in der Faz:
"Unter politischer Korrektheit kann man das Bedürfnis nach Übereinstimmung mit der Masse der Mitmenschen verstehen, auch um den Preis der Ausschaltung der eigenen Vernunft, wobei meist das Bekenntnis zu Werten und Zielen das Nachdenken über geeignete Mittel in den Hintergrund drängt. Wer Konsens ..... "

Essay: Ein Vereinigtes Europa der Narren? - Wirtschaft - FAZ

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Bondurant 28.02.2012, 15:15
5572. Die Antwort

Zitat von sysop
Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
ist Nein. Nur eine Frage der Zeit.

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, den EURO dauerhaft zu retten: den Europäischen Zentralstaat. Den gibt's aber erst nach einem Einigungskrieg. 1861-1865 lassen grüßen. Da ist sowas schon mal exakt vorgelebt worden. Hat aber geklappt. Diese Vereinigten Staaten gibt es immer noch. Mit einer Währung.

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maurerpolier 28.02.2012, 16:50
5573.

Zitat von Bondurant
ist Nein. Nur eine Frage der Zeit. Es gibt allerdings eine Möglichkeit, den EURO dauerhaft zu retten: den Europäischen Zentralstaat. Den gibt's aber erst nach einem Einigungskrieg. 1861-1865 lassen grüßen. Da ist sowas schon mal exakt vorgelebt worden. Hat aber geklappt. Vereinigten Staaten gibt es immer noch. Mit einer Währung.
Schon Einstein forderte eine Weltregierung

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maurerpolier 28.02.2012, 16:59
5574. Tucholsky, Kurzer Abriss der Nationalökonomie

Zitat von sysop
Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?
Sehr zur Lektüre empfohlen:

Kurt Tucholsky, Kurzer Abriss der Nationalökonomie. Besonders schön ist die Ausdeutung des Wortes "Vertrauen". Zum Vergleich Norbert Blüm: Die Renten sind si(s)cher, haben Sie Vertrauen.

http://gutenberg.spiegel.de/buch/1185/1

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Bondurant 28.02.2012, 17:02
5575. aber

Zitat von maurerpolier
Schon Einstein forderte eine Weltregierung
das erforderte eine Art Weltbürgerkrieg.

Übrigens in gewissem Sinne die Ausgangssituation, die zur "Brave New World" führte. Auch hübsch

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krassopoteri 28.02.2012, 18:51
5576.

Zitat von maurerpolier
Sehr zur Lektüre empfohlen: Kurt Tucholsky, Kurzer Abriss der Nationalökonomie. Besonders schön ist die Ausdeutung des Wortes "Vertrauen". Zum Vergleich Norbert Blüm: Die Renten sind si(s)cher, haben Sie Vertrauen.
Wenigstens Blüm ist eine Ehrliche Haut. Einer der Wenigen, die in der Politik die Wahrheit gesagt haben. Ich hätte jedenfalls zu Blüm wesentlich mehr Vertrauen als in den meisten anderen Politiker jeglicher Coleur, wenn er noch aktiv wäre.

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Rosbaud 28.02.2012, 19:01
5577. Marke Eigenbau?

Zitat von Patrik74
[...] Warum nicht den Staat von denen finanzieren lassen "die es haben", statt die zu knechten, die "es sich verdienen" müssen? Wieso über Schulden Geld "von unten nach oben" verteilen, statt über Steuern "von oben nach unten"? Ist das denn wirklich so schwer zu verstehen? Schulden nix gut, machen großes Bubu!
Gibt es eigentlich einen Guru, dem Sie hinterherlaufen, irgendein Konzept, vielleicht MWPOT-Konzept, oder ist das alles Marke Eigenbau, was Sie hier zum Besten geben?

Ein alter republikanischer (!) Abgeordneter des Repräsentantenhauses hat einmal gemeint. „Ich zahle gerne Steuern, ich kaufe mir damit Zivilisation.“

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Patrik74 28.02.2012, 20:53
5578. Marke Eigenbau

Zitat von Rosbaud
Gibt es eigentlich einen Guru, dem Sie hinterherlaufen, irgendein Konzept, vielleicht MWPOT-Konzept, oder ist das alles Marke Eigenbau, was Sie hier zum Besten geben?
Die Einordnung meiner Argumente in das MWPOT-Konzept zeigt wie wenig sie eigentlich von dem verstehen, was sie lesen, was natürlich auch auf die Qualität dessen schließen lässt, was sie schreiben.

Im Gegensatz zu ihnen habe ich keinen Guru, und folge auch nicht irgendeiner Ideologie oder Partei. Meine Erörterungen sind auch nur bedingt "Marke Eigenbau", sondern beruhen einfach nur auf der Anwendung bekannter ökonomische Zusammenhänge auf die beobachtbare Realität.

Zitat von
Ein alter republikanischer (!) Abgeordneter des Repräsentantenhauses hat einmal gemeint. „Ich zahle gerne Steuern, ich kaufe mir damit Zivilisation.“
Richtig! Und er sagte nicht: "Da ich keine Steuern zahlen will, möchte ich, dass sich der Staat über Schulden finanziert."

Insofern hat er Recht.

Vielleicht verstehen sie den Unterschied in den Konsequenzen dieser beiden Finanzierungsarten auch irgendwann.

Sie werden übrigens feststellen können, dass ich in meinen vorhergehenden Beitrag genau da selbe gefordert haben: Der Staat soll sich aus Steuern und nicht über Schulden finanzieren.

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Sumerer 29.02.2012, 19:39
5579.

Zitat von Patrik74
Richtig! Und er sagte : "Da ich keine Steuern zahlen will, möchte ich, dass sich der Staat über Schulden finanziert."
Sie verfallen immer wieder der gleichen fehlerhaften Argumentation.

Es kann, anders als Sie es sehen, durchaus sein, dass Fremdkapital günstiger nutzbar ist als Eigenkapital. Und, es ist eben auch möglich und sinnvoll, amortisierbare Investitionen zu finanzieren. Wenn das nicht möglich ist, dann ist eine finanzierbare Handlung nicht sinnvoll.

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