Forum: Wirtschaft
Ist der Euro noch zu retten?

Mit ungewöhnlich scharfer Kritik meldete sich Bundespräsident Wulff in der Euro-Krise zu Wort: Vor einer Gruppe Nobelpreisträger rügte er die Strategie von Spitzenpolitikern und Währungshütern. Hat er Recht? Ist der Euro überhaupt noch zu retten?

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solar_invest 02.09.2011, 14:22
910.

Zitat von Linlithgow
War's nicht John Major?
Nigel Lawson brachte den Sterling,nachdem er Magie ueberredete in das EMS ein,dann war es Norman Lamont,der ehemalige Barklay Uebersee Director der 1992 als Chancellor of Exchecker das Pound Sterling wieder herausholte.Kein Wunder das Barkley 6 Milliarden Pfund an dem Tag machte aber jeder spricht von Soros seiner einen Milliarde.Danach kam John Major und der wurde als Magie abdankte auch der neue Regierungschef.John Mayor war einer der Besten ueberhaupt,exzellent!

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Ghost12 02.09.2011, 14:37
911.

Zitat von Patrik74
In Malaysia scheint es ja ganz gut zu klappen, warum nicht hier?
Die Asien-Krise aufgrund von Spekulation hatte andere Gründe und viel geringere Ausmaße. Es hat schon so seine Gründe, warum das Handelsblatt "Regulierung" Zinserhöhungen vorzieht und den Leitzins damals in Malaysia dabei auch lieber gar nicht nennt:
http://www.blr.my/blr-history.htm

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TvanH 02.09.2011, 14:49
912. *

Auch interessant was der Dirk dazu sagt. -Über das Aus des Euros.
http://www.youtube.com/watch?v=cUzn9...eature=related
Am Ende kommt, wenn alles kippt, ein wenden des Blattes. Eine Umverteilung von oben nach unten.

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Linlithgow 02.09.2011, 14:49
913.

Zitat von solar_invest
Nigel Lawson brachte den Sterling,nachdem er Magie ueberredete in das EMS ein,dann war es Norman Lamont,der ehemalige Barklay Uebersee Director der 1992 als Chancellor of Exchecker das Pound Sterling wieder herausholte.Kein Wunder das Barkley 6 Milliarden Pfund an dem Tag machte aber jeder spricht von Soros seiner einen Milliarde.
An diesem Tag hat der Hr Lamont seine politische Karriere zu Grabe getragen. Selbst jetzt, beinahe 20 Jahre danach, kann er keinen Blumenkohl mehr gewinnen. Er ist ein armer Hecht und bleibt eine Witzfigur.

Ich habe jedoch noch einmal nachgesehen, es war John Major, der Schatzkanzler war, als Grossbritannien in den ERM (Exchange Rate Mechanism) einstieg, zu einem Wechselkurs, der zu hoch war. Als Folge waren auch die Leitzinsen zu hoch, die zwar die Inflation herunterdrueckte aber auch die generelle Wirtschaftskraft des Landes reduzierte.

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Linlithgow 02.09.2011, 14:52
914.

Zitat von Krassopateras
Was hätte man denn anders machen können, in einem gemeinsamen Währungsverbund mit unterschiedlichen Volkswirtschaften....Man hätte nur darauf verzichten können, Länder wie Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Frankreich mit aufzunehmen.
Eine Waehrungsunion ohne Frankreiche waere gar nicht entstanden!

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Linlithgow 02.09.2011, 15:02
915.

Zitat von Krassopateras
Es geht um 17 Euroländer. Die Probleme sind entstanden, ich wiederhole mich gerne für Sie, weil mit billigem Geld riesige Schuldenberge in Europa aufgetürmt wurden. Das funktionierte weder mit Drachmen, noch mit Lira noch mit Escudos, noch mit Pesetas, das funktionierte ausschliesslich mit dem Euro.
Ihr Argument haette mehr Gewicht, wenn die Laender vor der Einfuehrung des Euro ausgeglichene Haushalte gehabt haetten.

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Patrik74 02.09.2011, 15:13
916. Ist ein interessanter Punkt

Zitat von Ghost12
Die Asien-Krise aufgrund von Spekulation hatte andere Gründe und viel geringere Ausmaße. Es hat schon so seine Gründe, warum das Handelsblatt "Regulierung" Zinserhöhungen vorzieht und den Leitzins damals in Malaysia dabei auch lieber gar nicht nennt:
Da schau her, Herr Stachelbär!

Grundsätzlich bin ich auch für eine Reduzierung der Geldmenge, bspw. durch Erhöhung der Eigenkapitalquoten der Banken und Zinserhöhung - letztere haben aber natürlich immer den Nachteil, dass sie allgemein wirken - wie ein Breitbandantibiotikum - und auch die guten (Wirtschafts-)keime töten; daher wäre ich mit letzterer Forderung vorsichtig.

Warum zur Keule greifen, statt Geldschöpfung für volkswirtschaftlich sinnvolles - wie z.B. Investitionen in Realkapital - zuzulassen, aber Geldschöpfung zum Zwecke des Eigenhandels zu unterbinden? Man kann ja alles machen, und es soll auch keinen Eingriff in den Preismechanismus geben, aber am Ende muss alles einen direkten und nicht akademischen Bezug zu einem Vorgang in der Realwirtschaft haben.

Wer mit Schweinebäuchen handeln will, der muss auch sicher sein, dass er sie liefern kann. Das selbe gilt auch für alles andere.

Dafür ist doch der Handel mit Geld eingeführt worden, dass man Werte austauschen kann, ohne das physische Gut dafür jedesmal bewegen zu müssen - das ist ja auch sinnvoll, aber wenn der Bezug zum physischen Gut verloren geht, dann wird es sinnlos.

Das ist so als würden sich Telefone gegenseitig anrufen und wo es öfter klingelt, der gewinnt. Absolute Verschwendung volkswirtschaftlicher Ressourcen; aber genau das ist reiner Geldhandel ohne Bezug zum realen Gut (muss nicht "physisch" sein).

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Madir 02.09.2011, 15:17
917. ...

Zitat von Krassopateras
Aus gegebenen Anlass erkläre ich Ihnen exklusiv noch mal die Relativitätstheorie. Wenn ich Ihnen einen Finger in die Nase stecke, haben Sie einen Finger in der Nase und ich auch. Nur ich stehe mich dabei relativ besser.
Ja dieses Bild mit dem Finger in der Nase passt gut zu Ihrer Euro ist alles Schuld Einstellung.
Griechenland hat 142% seines BIP an Schulden, Spanien 60%, Deutschland und Frankreich um die 80%
Griechenland und Spanien haben sich total überschuldet, Deutschland und Frankreich nicht.

Ja die Relativität der Schulden lässt Ihre Aussagen stimmig erscheinen oder auch nicht.
Inflation gab es vor und nach der Euro Einführung, aber für die Inflation nach der Euro Einführung ist alleine der Euro Schuld. Sobald der Euro durch die DM ersetzt wird haben wir wieder die guten alten Zeiten mit teilweise deutlich höherer Inflation.

Reallohnverluste gibt es in Deutschland seit 1980 aber die Reallohnverluste seit der Euro Einführung sind alleine die Schuld des Euro. Sobald wir den Euro durch die DM ersetzten haben wir wieder die guten alten Zeiten mit teilweise deutlich höheren Reallohnverlusten.


Ich bestreite nicht die Probleme, ich bestreite aber das der Euro daran Schuld ist und die Abschaffung des Euro die Probleme beseitigt.

Das ist genau dasselbe wie mit der Euro Einführung, damit hat man die gleichen Ziele verfolgt die Sie jetzt mit der Abschaffung des Euro erreichen wollen, weniger Inflation und mehr Wohlstand.

Das die Probleme möglicherweise tiefer liegen und nicht am Aufdruck auf den Geldscheinen kann man so aber schön unter den Teppich kehren.

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berliner_wespen 02.09.2011, 15:21
918. Spanien und Deutschland im Vergleich

Zitat von Krassopateras
Eigentlich, ist gut. Auch das ist wieder eine Milchmädchenrechnung. Selbstverständlich hat auch Spanien ein Schuldenproblem. Um es Ihnen mal zu ....
Die Staaten jammern gerne darüber, wie Banken ihre Schulden aus der Bilanz beseitigt haben, aber machen das noch viel exzessiver. Nimmt man diese Off-Balance-Schulden (z. B. Pensionsverpflichtungen, usw.) hinzu, dann steht Spanien nicht gut, aber in Europa am wenigsten schlecht da und Deutschland wesentlich schlechter.

Spanien: 244% des Bruttosozialprodukts
Deutschland: 418%
Durchschnitt Europa: 434%
Griechenland: 875%

Vgl. http://www.cato-at-liberty.org/europ...-but-not-both/

Daten aus: http://www.ncpa.org/pdfs/st319.pdf (dort Tabelle auf Seite 8)

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RogerRabit1962 02.09.2011, 15:21
919.

Zitat von Krassopateras
Ja natürlich aber die hängt doch genau so ursächlich mit der Einführung des Euros zusammen. Was hätte man denn anders machen können, in einem gemeinsamen Währungsverbund mit unterschiedlichen Volkswirtschaften. Ich behaupte mal, nichts. Man hätte nur darauf verzichten können, Länder wie Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Frankreich mit aufzunehmen.
Ich möchte hier nichts ´politisch´ nachgeplappertes hören ohne dass jemand mal nachdenkt - Sie nicht persönlich gemeint, sondern im Sinne - Achtung Gehirn einschalten, Politiker wirft Nebelbombe.

Warum?!?! muss es in Europa im Euro einen einheitlichen, niedrigen Zinssatz für Anleihen geben.
Das hat mir noch nie ein Politiker geschweige denn ein Ökonom erklären können.
Die Anleihe von Massachusettes und New York haben doch in Dollar auch nicht den gleichen Zins.
Die Anleihen Italiens in CHF haben einen anderen Zins als in Euro und der ist wieder anders als der von Schweden in CHF.
Was spricht dagegen, das die Märkte regeln zu lassen?

Wenn ein Staat sich nicht verschulden möchte, weil seine Politiker denken, dass sie die Zinshöhe nicht zahlen wollen, dann zwingt sie niemand.

Sie können höhere Zinsen anbieten.

Deswegen werden ja Bondauktionen veranstaltet.

Wenn die Italiener in Europa ihre Bonds in Euro zu den Konditionen nicht losbekommen, können sie diese doch in der Türkei versteigern, die Menschen dort freuen sich vielleicht, eine stabilere Währung mit einem guten Anleihenzins kaufen zu können?

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