Forum: Wirtschaft
Ist der Gesundheitsfonds gescheitert?

Die erste Krankenkasse verlangt von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag, um ihre Kosten zu decken. Das Gesundheitsministerium sieht darin einen Einzelfall. Experten befürchten hingegen, dass bald weitere Krankenkassen nachziehen. Ist der Gesundheitsfonds gescheitert?

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terrorzwerg 19.08.2009, 18:54
1.

Zitat von sysop
Die erste Krankenkasse verlangt von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag, um ihre Kosten zu decken. Das Gesundheitsministerium sieht darin einen Einzelfall. Experten befürchten hingegen, dass bald weitere Krankenkassen nachziehen. Ist der Gesundheitsfonds gescheitert?
Die Probleme der Kassen haben wohl wenig bis nichts mit dem Gesundheitfonds zu tun. Das Hauptproblem sind die vielen Kassen, und damit die zu vielen "Wasserköpfe", die zu finanzieren sind. Zehn Kassen würden ausreichen. Die hätten dann auch nur zehn Vorstände, die gut versorgt sein wollen.

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der_durden 19.08.2009, 18:54
2.

Zitat von sysop
Die erste Krankenkasse verlangt von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag, um ihre Kosten zu decken. Das Gesundheitsministerium sieht darin einen Einzelfall. Experten befürchten hingegen, dass bald weitere Krankenkassen nachziehen. Ist der Gesundheitsfonds gescheitert?
Egal um welches Thema es sich die letzte Zeit dreht, Experten verlauten realistische Einschätzungen, die Ministerien wiegeln ab um ein paar Wochen später genau das einzuräumen, was sie kürzlich noch verneinten.

Bei der Gesundheitsreform ist es besonders deutlich. Was jetzt zu geschehen scheint, wusste jeder schon lange, nur angeblich Ulla Schmidt nicht - unglaublich und dann reden wir hier von so einem Blödsinn wie der Dienstwagennutzung. Manchmal muss man sich über unser Land und dessen Bürger wirklich wundern...

Das geht mir mittlerweile so dermaßen auf den Geist. Umsere Politik hat sich in etwas rein manövriert, ich frage mich, wie das enden soll...

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fgranna 19.08.2009, 19:11
3. Blödsinn

Eine Kasse für ALLE und gut ist. Kein Gesundheitsfond, keine "Kassenflüchtlinge", keine Privat- und "Bettel"-patienten mehr.

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Wolfghar 19.08.2009, 19:14
4.

Zitat von der_durden
Das geht mir mittlerweile so dermaßen auf den Geist. Umsere Politik hat sich in etwas rein manövriert, ich frage mich, wie das enden soll...
In letzter Konsequenz wohl im Bürgerkrieg.
Wir fahren voll vor die Wand und keiner wills wissen

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Teenager 19.08.2009, 19:15
5.

Zitat von sysop
Die erste Krankenkasse verlangt von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag, um ihre Kosten zu decken. Das Gesundheitsministerium sieht darin einen Einzelfall. Experten befürchten hingegen, dass bald weitere Krankenkassen nachziehen. Ist der Gesundheitsfonds gescheitert?
Überrascht das wirklich jemand? Sinn und Zweck des Gesundheitsfonds haben sich mir nie so ganz erschlossen, aber das man trotz höherer Beiträge nicht mit dem Geld auskommen würde war mir sonnenklar.

Das "Gute" an der Sache ist, dass wir uns um die Wirtschaft keine Sorgen machen brauchen, denn den Zusatzbeitrag zahlt der Arbeitnehmer alleine. Nachdem schon die Beiträge für die Krankenkasse nicht mehr je zur Hälfte von AN und AG gezahlt werden müssen ist das ein weiterer Schritt zur Privatisierung der Lohnnebenkosten - von der Senkung der gesetzlichen Rente zugunsten der Riesterrente mal ganz abgesehen.

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hjg 19.08.2009, 19:31
6. Nachdenken nicht vergessen.

Zitat von Teenager
...Nachdem schon die Beiträge für die Krankenkasse nicht mehr je zur Hälfte von AN und AG gezahlt werden müssen ist das ein weiterer Schritt zur Privatisierung der Lohnnebenkosten...
Mein Gott, 60 Jahre bundesrepublikanische Gehirnwäsche haben ihre Spuren hinterlassen. Der AG zahlt gar nichts! Der sog. Arbeitnehmer zahlt alles! Oder glauben Sie ernsthaft, der AG macht für den AN sein privates Portemmonaie auf? Was glauben Sie, wer das Geld erarbeiten muss, das der AG als "seinen" Beitrag für Ihre Krankenversicherung einzahlt? Ja? Richtig, Sie sind das. Na bitte, geht doch. :o)

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Ylex 19.08.2009, 20:26
7.

Zitat von Teenager
Das "Gute" an der Sache ist, dass wir uns um die Wirtschaft keine Sorgen machen brauchen, denn den Zusatzbeitrag zahlt der Arbeitnehmer alleine. Nachdem schon die Beiträge für die Krankenkasse nicht mehr je zur Hälfte von AN und AG gezahlt werden müssen ist das ein weiterer Schritt zur Privatisierung der Lohnnebenkosten...
Ja, eine bezeichnende Tendenz der konservativen Gesundheitspolitik, die von einer SPD-Ministerin repräsentiert wird. Und wie schon oben erwähnt, wurde auch das Dickicht der viel zu vielen Krankenkassen überhaupt nicht gelichtet, ein unhaltbarer Zustand, der das Gesundheitssystem sinnlos verteuert. Dazu kommen gierige Apotheker, Ärzte und ein aufgeblähtes Krankenhauswesen.

Allerdings liegen die Ursachen für die schier endlosen Finanzierungsprobleme im Gesundheitsbereich auch bei den Versicherten selbst: Sie missbrauchen das System sehr häufig unbedacht und rücksichtslos egoistisch. Das muss man auch einmal ansprechen dürfen, selbst wenn man sich damit sofort den Vorwurf einhandelt, auf die kleinen Leute einzudreschen. Es verblüfft mich immer wieder, wie oft und weswegen in Deutschland zum Arzt gerannt wird - normal ist das nicht, ein Vergleich mit anderen Ländern, zum Beispiel mit skandinavischen, bestätigt das.

Die Deutschen sollten nicht wegen jeder Lappalie zum Arzt gehen, auch nicht ihre Kinder gleich dorthin schleppen, wenn die ein bisschen Husten oder Bauchweh haben. Und das gilt besonders für die Scharen von gelangweilten Rentnern, die das Wartezimmer zu einer willkommenen Schwatzbude umfunktionieren. Man muss diesen Leuten nachhaltig klarmachen, dass es so nicht geht.

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kanone3 19.08.2009, 20:53
8.

Zitat von sysop
Die erste Krankenkasse verlangt von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag, um ihre Kosten zu decken. Das Gesundheitsministerium sieht darin einen Einzelfall. Experten befürchten hingegen, dass bald weitere Krankenkassen nachziehen. Ist der Gesundheitsfonds gescheitert?
Was hat denn der Gesundheitsfonds mit diesem Zusatzbeitrag zu tun? Eher wäre hier die kleine Größe der betroffenen Krankenkasse zu kritisieren, die durch zwei(!) Patienten in Schieflage geraten ist.

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Marlett5 19.08.2009, 21:42
9.

Der eigentliche Zweck des Gesundheitsfonds trägt Früchte.
Die Kassen werden alles tun, um den Zusatzbeitrag zu vermeiden. Derzeit fusionieren viele Kassen (selbstverständlich ohne Personalabbau...). Diese Fusionen waren vermutlich das Ziel des Fonds, die Zahl der Kassen sollten deutlich reduziert werden, nennt man in der Politik einfach Wettbewerb (Einheitsbeitrag). Man darf sich allerdings schon auch fragen, warum kleine Kassen, die ehemals einen sehr günstigen Beitragssatz anbieten konnten, nun plötzlich "Unterschlupf" bei größeren Kassen suchen. Vielleicht weil die mehr chronisch Kranke haben und mehr aus dem Gesundheitsfonds beziehen können?
Und wenn man dann noch weiß, dass weit über 90% der Kassenleistungen ohnehin gesetzlich festgelegt sind, dann können sich die Kassen nur in mehr oder weniger sinnvollen Zusatzleistungen unterscheiden.
Hier werden die Kassen zuletzt sparen. Viel einfacher ist es bei den Kostenübernahmen der Kranken zu sparen, zB durch endlose Bürokratie, sozusagen ein "Zermürbungsverfahren". Dies geschieht weitgehenst außerhalb der werbewirksamen Öffentlichkeit.
Aber auch hier wird vermutlich der Markt früher oder später die Spreu vom Weizen trennen, denn die Versicherten sind nicht blöd.
Eine einzige Krankenkasse ist sicherlichlich nicht zielführend, denn dann würde in der Tat die Konkurrenz fehlen und die eine Kasse könnte bestimmen, welche Kosten sie nun tragen will oder auch nicht (mithilfe der jeweiligen Politik).
Man konnte ja schon bei der Diskussion der Kostenübernahme für die Schweinegrippe-Impfung sehen, wie die Kassen das Geld zusammen halten, wenn man das mal so banal ausdrücken darf. ...

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