Forum: Wirtschaft
Ist die Energiewende gescheitert?

Die Umsetzung der Energiewende stockt. Der Ausbau des Stromnetzes kommt nur schleppend voran, die Realisierung der Gaspipeline Nabucco wird immer fraglicher und die Einspeisung des Stroms aus Offshore-Windparks gelingt nicht. Im Spannungsfeld mit dem Wirtschaftsministerium müssen nun schnell Entscheidungen getroffen werden. Oder was denken Sie - ist die Energiewende gescheitert?

Seite 1 von 75
laller 19.05.2012, 15:20
1.

Zitat von sysop
Die Umsetzung der Energiewende stockt.
Wie kann es eine Energiewende geben, wenn es dafür nicht einmal einen theoretischen Plan für die praktische Realisierung gibt? Zitat von sysop
Der Ausbau des Stromnetzes kommt nur schleppend voran,
Auch ein noch so gewaltiger Netzausbau kann die physikalischen Problemen des elektrischen Stromes niemals beseitigen.
Die Physik laesst keine grössere Distanz als 500km Übertragungsstrecke bei 50Hz-Strom zu, weil sich dann 10% Verluste einstellen.
Zitat von sysop
die Realisierung der Gaspipeline Nabucco wird immer fraglicher und die Einspeisung des Stroms aus Offshore-Windparks gelingt nicht.
Das hätte ein Elektrotechniker denen auch vorher sagen kónnen, aber diese Leute werden ja nicht gefragt.
Ein Elektrotechniker stört doch nur die Ahnungslosen in ihren Planungen.
Zitat von sysop
Im Spannungsfeld mit dem Wirtschaftsministerium müssen nun schnell Entscheidungen getroffen werden. Oder was denken Sie - ist die Energiewende gescheitert?
Es kann keine Energiewende geben ohne realistische Pläne.
Damit es Lösungen geben kann, muss man erst einmal die physikalischen Grenzen des elektrischen Stromes kennen.
Das heutige 50Hz-Netz ist ein totaler technischer Unsinn, der uns vor langer Zeit von Monopolisten aufgedrückt wurde.
Der 50Hz-Strom ist die Ursache aller unserer Probleme,
- weil er nicht speicherbar ist.
-weil er niemals eine dezentrale Versorgung zulässt.
-weil immer viel mehr Strom produziert wird, als tatsächlich gebraucht wird.
-weil der Strom mit fossiler Energie erzeugt wird und mit einem katastrophalen Wirkungsgrad ins Netz gespeist wird.

Um 100% EE zu erreichen, muss das 50Hz-Verbundnetz durch eine hydraulische Energieversorgung ersetzt werden, so wie sie in London schon über 100 Jahre gut funktioniert hat.Subterranea Britannica: Sites: Hyudraulic power in London
Würde man z.B. Windenergie hydraulisch statt elektrisch abführen, würde ihr Ertrag speicherbar werden und sich mindestens verdreifachen.
Wenn der Ertrag sich nicht sogar noch mehr vervielfacht, weil viel Windstrom heute zwar vergütet, aber nicht eingespeist wird.

Beitrag melden
litholas 19.05.2012, 15:53
2. ...

Zitat von laller
... Um 100% EE zu erreichen, muss das 50Hz-Verbundnetz durch eine hydraulische Energieversorgung ersetzt werden, so wie sie in London schon über 100 Jahre gut funktioniert hat. Würde man z.B. Windenergie hydraulisch statt elektrisch abführen, würde ihr Ertrag speicherbar werden und sich mindestens verdreifachen. Wenn der Ertrag sich nicht sogar noch mehr vervielfacht, weil viel Windstrom heute zwar vergütet, aber nicht eingespeist wird.
Da schau her, wer da ins Forum zurückgeROLLERt kommt :) Willkommen zurück.

Beitrag melden
Astir01 19.05.2012, 19:04
3. Wie man

an Beispielen wie dem "Hauptstadtflughafen" oder der "Elbphilharmonie" studieren kann, dauert es immer länger und wird am Ende viel teurer als ursprünglich geplant.

Nur ein Narr hätte also vermuten können, dass die Energiewende damit zu erreichen sei, dass man 10 Jahre lang überall Windräder aufstellt, Biogasanlangen errichtet und Solarzellen auf die Dächer klatscht, und dann mit einem Schlag sämtliche Atom- und Kohlekraftwerke abschalten kann.

Im Gegenteil; jeder Häuslebauer weiß, dass ein Neubau in wenigen Wochen zu bewältigen ist, die Renovierung eines Altbaus bei laufendem Betrieb aber Monate dauert.

Als Gescheitert muss die Energiewende erst bezeichnet werden, wenn hier immer mal wieder großflächig die Lichter ausgehen. Von solchen Zuständen sind wir wohl noch ein ganzes Stückchen entfernt. Wie weit genau, kann aber auch keiner sagen. Angeblich war es an einem Tag in diesem Frühjahr mal recht knapp; da war wohl ein "Knoten" nah an der Überlast, also kurz vor´m Abschalten.

Mal sehen, wie es wird, wenn Datteln IV nicht weitergebaut und Hamm D + E nicht rechtzeitig (Ende 2012) in Betrieb gehen können, aber gleichzeitig 4 alte Kohlemeiler (Datteln I + II; Shamrock; Scholven)abgeschaltet werden müssen.

Beitrag melden
sysop 27.05.2012, 08:53
4. Ärger bei Schwarz-Gelb: Kritiker aus eigenen Reihen torpedieren Energiewende

<div class="spClearfix"><span class="sysopImage"><img src="http://cdn3.spiegel.de/images/image-215882-thumb-khji.jpg" /><span class="spCredit">DPA</span></span><span id="sysopText">Röttgen ist weg, Altmaier noch neu im Amt - und plötzlich gerät die Energiewende in die Kritik. In der schwarz-gelben Koalition ist eine neue Öko-Debatte losgebrochen. FDP-Fraktionschef Brüderle verlangt den Bau von Kohlekraftwerken, selbst längere Atomlaufzeiten sind auf einmal wieder im Gespräch.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...835468,00.html</span></div>

Beitrag melden
ziegenzuechter 27.05.2012, 09:08
5. kann wohl nicht sein

Zitat von sysop
Röttgen ist weg, Altmaier noch neu im Amt - und plötzlich gerät die Energiewende in die Kritik. In der schwarz-gelben Koalition ist eine neue Öko-Debatte losgebrochen. FDP-Fraktionschef Brüderle verlangt den Bau von Kohlekraftwerken, selbst längere Atomlaufzeiten sind auf einmal wieder im Gespräch.
in den letzten tagen haben die solaranlagen in deutschland 22000 megawatt erzeugt, soviel wie 20 atommeiler. costa rica (!) erzeugt 80 % aus erneuerbaren energien und die reden von kohlekraftwerken und laengeren akw laufzeiten. das kann ja wohl nicht wahr sein. zurueck in die steinzeit, nur weil noch nicht alle probleme geloest sind oder was?

Beitrag melden
pacificatore 27.05.2012, 09:12
6. Glauben und Wissen

Wir glauben an den Grünen Strom und müssen dennoch den Schwarzen Strom (Kohle Atom) in Anspruch nehmen / tolerieren.

50Hz-Strom lässt sich nur max. 500 km weit transportieren. Gleichstrom lässt sich weiter transportieren, aber die Kabeltrassen sind enorm teuer und verschlingen Metall ohne Ende.

Uns geht es bei der Konversion von Schwarzem auf Grünen Strom so wie mit der Konversion der EU in eine Stabile Gemeinschaft.

Angesagt sind in beiden Fällen Trippel-Schritte, damit der Strom nicht von Heute auf Morgen auf 50 Cent pro Kilowatt-Stunde ansteigt.

Lieschen Müller kann sich so einen Preis nicht leisten und die Industrie auch nicht. Also besinnlich vorgehen!

Beitrag melden
Gerdtrader50 27.05.2012, 09:14
7. Chaos

AKW,s abschalten. Fein. Wurde gemacht, wird weiter gemacht. Windrädchen und Solardächer sollen die Lösung sein. Fein. Leitungen fehlen an allen Enden. Fein. Speicherkapazitäten noch öfter. Fein. Nun wollen die Chaoten auch noch die relativ umweltfreundlichen (Supergaus ausgenommen) AKW,s durch Kohlekraftwerke ersetzen. Die verbrennen endweder Braunkohle oder Steinkohle, da man die Abgase nicht mehr will, verflüssigt man diese unter Druck und will die Flüssigkeit unter die Erde pumpen. Dies ist bereits im Versuchsstadium. Geht das Geringste schief, zum Beispiel kleine Erdbeben, Zerfall der unterirdischen Kammern, vulkanische Drücke aus dem Erdinneren, kommen die verflüssigten Gase hoch, wandeln sich ohne den angewandten Druck (der ist ja dann nicht mehr vorhanden) in Gas, welches geruchslos verstroemt und tötet. Natürlich auch völig unvorstellbar. Gaskraftwerke arbeiten ja noch einigermassen sauber, aber machen von Russland komplett abhängig. Das Umweltchaos ist perfekt. Danke liebe Grüne, danke liebe CDU/CSU. Toll gemacht bis jetzt.

Beitrag melden
hubertrudnick1 27.05.2012, 09:17
8. Energiewende?

Zitat von sysop
Röttgen ist weg, Altmaier noch neu im Amt - und plötzlich gerät die Energiewende in die Kritik. In der schwarz-gelben Koalition ist eine neue Öko-Debatte losgebrochen. FDP-Fraktionschef Brüderle verlangt den Bau von Kohlekraftwerken, selbst längere Atomlaufzeiten sind auf einmal wieder im Gespräch.
Ich muss hinter dem Wort Energiewende noch ein Fragezeichen setzen, denn es wird von vielen Seiten einfach zu viel blockiert.
Nach dem Beschluß aus der Kernenergie auszusteigen hätte ich von den Regierendens ganz was anderes erwartet, ich hätte mir gewünscht, dass alle aus der Regierung dabei mit an den gleichen Strang ziehen.
Es kann nicht die Aufgabe eines Umweltministers sein das alles umzusetzen, dazu bedarf es zu allererst auch das Wirtschaftsministerium, aber da scheint man wohl eher dass sie Stolperbeine stellen.
Die Frau BK Merkel muss sich an ihrem Regierungstisch mal durchsetzen und den Herrn Rösler mehr Feuer unter den Allerwertesten machen, nur mal schöne Worte reichen da nicht aus.
Die Energiewende ist ein sehr guter Wirtschaftsfaktor und wer das nach wie vor sabotiert und nicht voll mitzieht, der sollten einen anderen Platz machen.
Für mich haben die Energiekonzerne viel zu lange an alten Zöpfen festgehalten, sie hätten sich in die Spur begeben sollen, aber solange man alte Technologien immer noch subventioniert, solange schlafen sie auch alle weiter.
Die Energiewende darf nicht nur eine Ankündigung bleiben, es müssen viel mehr Initiativen erfolgen.
HR

Beitrag melden
rempfi 27.05.2012, 09:18
9. Hat

Zitat von sysop
Röttgen ist weg, Altmaier noch neu im Amt - und plötzlich gerät die Energiewende in die Kritik. In der schwarz-gelben Koalition ist eine neue Öko-Debatte losgebrochen. FDP-Fraktionschef Brüderle verlangt den Bau von Kohlekraftwerken, selbst längere Atomlaufzeiten sind auf einmal wieder im Gespräch.
ernsthaft jemand etwas anderes erwartet ? Brüderle hat es doch letztes Jahr schon im "Hinterzimmer" der Wirtschaft angekündigt... Die Stromkonzerne jammern seit einem Jahr über schrumpfende Gewinne, das kann sich das Dividendengeile Aktionärsvolk natürlich nicht bieten lassen.

Diese beiden Parteien SCHWARZ UND GELB haben in meinen Augen abgewirtschaftet.

Vor den nun bekannt gewordenen Äusserungen steht für mich der Rauswurf von Röttgen in einem ganz anderen Licht.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt....

Beitrag melden
Seite 1 von 75
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!