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IT-Modernisierung: Bundeswehr verschwendet Millionen bei Fregatten
imago/Christian Ohde

Die Bundeswehr hat bei der Aktualisierung von Software auf ihren Schiffen laut dem Bundesrechnungshof viel Geld verschwendet. So erhöhten sich die Kosten von sechs auf 30 Millionen Euro, wie aus einem Bericht hervorgeht - pro Schiff.

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reichsvernunft 24.04.2018, 09:38
50. Manager

... also auch Projektverantwortliche, sind eigentlich wichtige Menschen und sollten kompetent sein. Das bringt kein Bachelor und auch kein "Anerkennungsposten" mit sich. Sieht man tatsächlich überall, schlecht formulierte Anforderungen, schlechte Verträge, schlechte Kommunikation und Menschen die entweder keinen Überblick haben oder die Materie nicht kennen... oder beides. Vielleicht sollte man das Problem mal angehen und dafür sorgen, dass die Lehmschicht sich ihre SUVs auch verdient - oder entfernt wird, um Platz zu machen für Leute, die wissen was sie tun?

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lies.das 24.04.2018, 09:45
51. Schiff wurde 2003 unter Peter Struck bestellt

Der Vertrag über die Schiffsausrüstung wurde unter Minister Scharping (SPD) ausgearbeitet und von Peter Struck (SPD) 2003 unterzeichnet. Das von der Leyen-Bashing ist daher unberechtigt, die muss das jetzt auslöffeln.

Doch eigentlich können nur wenige Spezialisten im damaligen Bundeswehr-Beschaffungsamt den Auftrag überschauen. Die müssen wiederum den ansatzweise betrügerischen Versprechungen der Schiffsbauer glauben. Minister haben da keinen wirklichen Einblick, sind ja auch keine Technik-Ingenieure. Sie sind auch bei ihren Personalentscheidungen auf den vagen Rat anderer, nur mittelbarer Experten angewiesen, quasi nach Bauchgefühl.
Sie müssen aber die "politische Verantwortung" übernehmen, Sündenbock spielen. . Kurzum: Solche ultrakomplizierten Aufträge sind nicht zuverlässig zu überschauen, das gehört zur fehleranfälligen Natur eines jeden Managements. Das kann man nicht ändern. Es ist auch ein Glücksspiel, das eingepreist werden muss. Alle Minister bemühen sich nach Kräften, um unvorhersehbare Irrtümer zu vermeiden. Doch auf Irrtümer im eigenen, riesigen Apparat haben sie kaum Einfluss, Wenn Irrtümer auftauchen, dann ist es meist um Jahre zu spät. Kein Wunder, dass sich die SPD hier in Schweigen hüllt.
Wer hier - 15 Jahre und drei Minister später - nach heute greifbaren - CDU-Verteidigungsministerin als Sündenbock sucht, hat vom wahren Leben voller Irrtümer keine Ahnung.

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96alteliebe 24.04.2018, 09:49
52. lächerlich

Mal zum Vergleich: Der Rechnunzshof kritisiert die Krankenkassen aufgrund der Verschwendung einer Mrd. Euro. Aber das wird hier natürlich nicht erwähnt. Leider hab ich das Gefühl, dass mit jedem Mittel, bei jeder nich so erdenklichen Möglichkeit versucht wird, die Bundeswehr zu finanzieren. Kein Wunder, wenn die Bevölkerung das Vertrauen in ihr Militär verliert!

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BUKL 24.04.2018, 10:01
53. Nichts Neues...

Es ist doch wirklich nichts Neues, dass Bund, Länder und Gemeinden nicht mit Geld umgehen können und es aus dem Fenster werfen.
Solange Verschwendung von Stuergeldern nicht bestraft wird (im Gegensatz zur Steuerhinterziehung), wird sich nichts ändern.
Ich war in den 70ern Zeisoldat, da war es auch nicht viel anders, im Kleinen (Ausrüstung, Fahrzeuge) sowie im Großen (Starfighter, Tornado).

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bernteone 24.04.2018, 10:03
54. Gängige Praxis

Wer ist den für die Verträge verantwortlich und wer hat Anteile an der Software - Firma ?
Im Verteidigungsministerium wird sehr viel Geld verteilt und immer mehr auch für externe Beraterfirmen

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anark 24.04.2018, 10:11
55.

Die totale Inkompetenz der zuständigen Ministerium korrenspondiert hervorragend mit ihrem wirren Geschwätz in den gängigen Talkshows. Wenn man die gute Frau da so erlebt, könnte sich fast der Eindruck bilden, dass ein gewisses Maß an Autismus mitspielt.

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solitaryway 24.04.2018, 10:16
56.

Naja wenn schon bei der präzisen Erfassung der Anforderungen geschlampt wird und auch keine ausreichenden Korrekturen erfolgen, kann man wohl kaum einen erfolgreichen Projektabschluss innerhalb des Kostenrahmens erwarten. Solch ein Klassiker passiert auch immer wieder in der zivilen Wirtschaft.

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zensurgegner2017 24.04.2018, 10:19
57.

Zitat von BUKL
Es ist doch wirklich nichts Neues, dass Bund, Länder und Gemeinden nicht mit Geld umgehen können und es aus dem Fenster werfen. Solange Verschwendung von Stuergeldern nicht bestraft wird (im Gegensatz zur Steuerhinterziehung), wird sich nichts ändern. Ich war in den 70ern Zeisoldat, da war es auch nicht viel anders, im Kleinen (Ausrüstung, Fahrzeuge) sowie im Großen (Starfighter, Tornado).
Da frage ich mich doch was Sie denn glauben was mit Wutgetöse a la Bestrafung so erreicht werden kann?
Würden SIE als kleiner Provinzbeamter einen Zebrastreifen mit Ampel bauen lassen wenn im Zweifelsfall irgendein Gutachter deren Unsinn postuliert, und Sie die Erträge Ihres Arbeitslebens opfern müssen?
Glauben Sie, irgendeiner würde dann überhaupt noch Ausgaben anordnen?

Frage 2: WER trägt denn die Schuld in dem Fall?
Der Besteller der Fregatten?
Derjenige, der den Vertrag ausgearbeitet hat?
Vor 15 Jahren nebenbei, da ist ein guter Teil schon in Rente, eventuell hinüber

Sie sehen, das wutgetöse bringt nichts
Klüger wäre:
1: Abschaffung der Kleinstaaterei (Komunal/Lands/Kreispotenzgerangel)
2: Zentrale, bundesweite Behörde für Software/Softwarestandards/Systeme
3: Übergeordnete Prüfinstanz, die neutral ab Ausgabenhöhe XY gegenprüft
4: Abschaffung des dämlichen EU weite Ausschreibung und billigster gewinnt
5: Beschleunigung von Auftragsvergabe

Aktuell sind die Ausschreibungstexte für komplexe Beschaffung längst hoffnungslos überholt, bis irgendwelche politischen Entscheidungen gefallen sind

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Peter M. Lublewski 24.04.2018, 10:22
58.

Zitat von lies.das
Wer hier - 15 Jahre und drei Minister später - nach heute greifbaren - CDU-Verteidigungsministerin als Sündenbock sucht, hat vom wahren Leben voller Irrtümer keine Ahnung.
Wenn in einer Behörde oder einem Unternehmen Missstände auftreten, hat die Chefin oder der Chef diese zu beseitigen. Aber natürlich kann Frau von der Leyen argumentieren wie Sie und die Verantwortung abwälzen.

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archi47 24.04.2018, 10:23
59. Ach, der Minister bestellt persönlich, ohne Wissen der Zuständigen?

Zitat von lies.das
Der Vertrag über die Schiffsausrüstung wurde unter Minister Scharping (SPD) ausgearbeitet und von Peter Struck (SPD) 2003 unterzeichnet. Das von der Leyen-Bashing ist daher unberechtigt, die muss das jetzt auslöffeln. Doch eigentlich können nur wenige Spezialisten im damaligen Bundeswehr-Beschaffungsamt den Auftrag überschauen. Die müssen wiederum den ansatzweise .....
Wohl kaum.
Die Zuständigkeit des Ministers und der Richtlinienkompetenz der Kanzlerin ist es gerade solche Zustände abzustellen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und für die Zukunft den Organisationsablauf fehler- und kriminalitätfrei zu halten.
Ich gehe gerne darin einig, dass auch früher Minister und Kanzler hier schon Fehler gemacht hatten.
Aber so manifest, wie es sich heutzutage zeigt, da wäre doch ein durchgreifendes Handeln nötiger den Je und zwar sofort, bevor man in dieses Chaos weiteres Beschaffungsgeld für Neues des Steuerzahlers wirft.

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