Forum: Wirtschaft
Italienisch-libysche Beziehungen: Ein Handkuss für den Diktator

Kein EU-Land ist wirtschaftlich und politisch so eng mit Libyen verflochten wie Italien. Man tauschte Öl, Gas und Geld gegen Waffen und politischen Beistand. Doch nun fürchtet die Regierung in Rom den einstigen Freund Gaddafi. Denn*die Deals mit dem Diktator könnten das Land teuer zu stehen kommen.

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Arne11 25.02.2011, 16:19
1. gegen titelzwang

Zitat von sysop
Kein EU-Land ist wirtschaftlich und politisch so eng mit Libyen verflochten wie Italien. Man tauschte Öl, Gas und Geld gegen Waffen und politischen Beistand. Doch nun fürchtet die Regierung in Rom den einstigen Freund Gaddafi. Denn*die Deals mit dem Diktator könnten das Land teuer zu stehen kommen.
Das Problem ist dass unsere Demokratie erpressbar ist. Schon eine kleine Verteuerung der Energiepreise kann zu stäkerer Arbeitslosigkeit führen die wiederum die nächste Wahl entscheiden könnte. Demokratische Parteien können wunderbar gegeneinander ausgespielt werden. Deshalb wird die König Fahd Akademie in Berlin nicht geschlossen. & Labour in England bekommt Wahlkampfhilfe aus Saudi Arabien. Das ist tatsächlich brandgefährlich.

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TheBear 25.02.2011, 16:25
2.

Zitat von sysop
Kein EU-Land ist wirtschaftlich und politisch so eng mit Libyen verflochten wie Italien. Man tauschte Öl, Gas und Geld gegen Waffen und politischen Beistand. Doch nun fürchtet die Regierung in Rom den einstigen Freund Gaddafi. Denn*die Deals mit dem Diktator könnten das Land teuer zu stehen kommen.
Natürlich kann man so eine Gestalt wie Berlusconi nicht ernst nehmen, und Demokrat würde ich ihn auch nicht nennen, dennoch kann man von ihm lernen.
Wie auch die meisten anderen Politiker, kann er nur "kurzfristig denken".

Richtig wäre es für ihn und andere westliche Politker gewesen, Gaddafi zu meiden wie die Pest, und ihn wirtschaftlich, vor allem aber auch diplomatisch zu boykottieren.
Das hätte kurzfristig Nachteile gebracht, wäre langfristig aber sowohl für uns, als auch für das geschundene libyesche Volk besser gewesen.

Man soll ja im Interesse seines Staates handeln, aber eben im langfristigen. Scheint aber wirklich schwer zu sein.

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absentcrisisx 25.02.2011, 16:38
3. .

Zitat von sysop
Das würde "Bella Italia" in eine tiefe Wirtschaftskrise stürzen.
Was man dem Berlusconi auch nur wünschen kann!!!
(Dem italienischen Volk zweifelsfrei nicht. Italien wird ebensowenig vom Volk regiert wie unser Land)

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Zapallar 25.02.2011, 16:39
4.

Italien hat nun nach Mafia und Berlusconi noch ein Libyenproblem ... na mal schauen wann dort die ersten Jugendlichen revoltieren.

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Thoddy 25.02.2011, 16:42
5.

Der letzte nicht ganz normale italienische Staatsführer, der einen "Freundschaftsvertrag" mit einem durchgeknallten Diktator abschloss, endete Kopfüber an der Laterne. Berlusconi sollte sich in Acht nehmen.

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Gandhi 25.02.2011, 16:43
6. Typisch Berlusconi

Auf der einen Seite ein Sexist, auf der anderen Seite der Diktatur verfallen. Diese Schwaechen sind nicht erst seit seiner Beziehung zu Gaddafi bekannt.

Dass ein Grossteil der Italiener diesen Typen dennoch oder gerade deswegen anhimmelt, sollte allerdings nachdenklich stimmen.

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Alf.Edel 25.02.2011, 16:49
7. Unsinn!

Zitat von TheBear
Natürlich kann man so eine Gestalt wie Berlusconi nicht ernst nehmen, und Demokrat würde ich ihn auch nicht nennen, dennoch kann man von ihm lernen. Wie auch die meisten anderen Politiker, kann er nur "kurzfristig denken". Richtig wäre es für ihn und andere westliche Politker gewesen, Gaddafi zu meiden wie die Pest, und ihn wirtschaftlich, vor allem aber auch diplomatisch zu boykottieren. Das hätte kurzfristig Nachteile gebracht, wäre langfristig aber sowohl für uns, als auch für das geschundene libyesche Volk besser gewesen. Man soll ja im Interesse seines Staates handeln, aber eben im langfristigen. Scheint aber wirklich schwer zu sein.
Man mag von Berlusconi halten was man will, aber sein Verhalten hat dem italienischen Staat viel genützt, und zwar auch langfristig!

Und da Europa nunmal kaum Rohstoffe besitzt, muss man solchen Diktatoren nunmal (leider) in den Allerwertesten kriechen. Sonst heulen solche Leute wie Sie im nächsten kalten Winter wieder rum, weil die Heizung kalt bleibt oder sie ihren tollen Wagen nicht fahren können, weil es keinen Sprit zu kaufen gibt.

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Tunesier 25.02.2011, 16:54
8. @Arne11

Zitat von Arne11
Das Problem ist dass unsere Demokratie erpressbar ist. Schon eine kleine Verteuerung der Energiepreise kann zu stäkerer Arbeitslosigkeit führen die wiederum die nächste Wahl entscheiden könnte. Demokratische Parteien können wunderbar gegeneinander ausgespielt werden. Deshalb wird die König Fahd Akademie in Berlin nicht geschlossen. & Labour in England bekommt Wahlkampfhilfe aus Saudi Arabien. Das ist tatsächlich brandgefährlich.
Jedes Land, das nicht über riesige Rohstoffmengen (wie Saudi-Arabien oder Libyen) oder nicht eine mächtige Wirtschaft (wie China) oder nicht eine mega-starke Armee (wie die USA) oder Nuklearwaffen (wie Nordkorea, Russland) besitzt, ist erpressbar. Das gilt nicht nur für demokratische westliche Länder, sondern das gilt sogar mehr für Schwellenländer oder Dritte-Welt-Länder, oder denken Sie, dass Tunesien und Ägypten immer ihre Entscheidungen in der eigenen Hand hatten?

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Trouby 25.02.2011, 17:20
9. .

Und ein nicht zu unterschätzendes Problem: Bei Diktatoren ist Staatsgeld = Privatschatulle!

Während diese Despoten sich mit Staatsgeld persönlich in westliche Unternehmen einkaufen und als Teilhaber solcher alles dafür tun, möglichst keine Steuern zahlen zu müssen, sind die Unternehmen und deren Teilhaber die Gewinner solcher Allianzen, während der Staat selbst weiter verarmt.

Und - man sollte es nicht vergessen - Privatunternehmen sind grundsätzlich mehr oder weniger undemokratisch und somit diktatorisch.

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