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Italienische Großbank: Unicredit streicht 8000 Stellen
Daniel Kalker/ picture alliance

Aktionäre sind wohl wichtiger als Mitarbeiter: Die italienische Großbank Unicredit hat angekündigt, jede zehnte Stelle zu streichen. Im Gegenzug sollen die Ausschüttungen an Aktionäre steigen.

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malu501 03.12.2019, 12:56
1. Ein Unternehmen,

welches aktuell 4 Mrd. Gewinn macht, muss 1 Mrd. sparen und daher 8000 Menschen entlassen? Wenn es eines Beweises für den unglaublichen Zynismus und die Gier in dieser Branche bedurfte, hier ist er!

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capote 03.12.2019, 13:30
2.

Zitat von malu501
welches aktuell 4 Mrd. Gewinn macht, muss 1 Mrd. sparen und daher 8000 Menschen entlassen? Wenn es eines Beweises für den unglaublichen Zynismus und die Gier in dieser Branche bedurfte, hier ist er!
Das ist weder Gier noch Zynismus, alles, was die 8000 machen, kostet nur Geld, erwirtschaften tun die gar nichts. Die UNICREDIT ist doch kein Sozialamt.

Mit der Nullzinspolitik ist das Retailgeschäft defizitär geworden und wird dementsprechend zusammengestrichen, das ist nicht gut, aber richtig so. Wenn etwas nicht mehr rentiert, muss man damit aufhören.

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haitabu 03.12.2019, 13:44
3.

Als Kunde der HypoVereinsbank macht man sich langsam aber sicher Gedanken ob man bei dieser Unternehmen weiterhin sein Konto unterhalten möchte. Die Filialdichte wird immer weiter ausgedünnt, die Kassenstunden bzw. die Erreichbarkeit von Memschen in diesen Filialen immer weiter eingeschränkt. Service geht anders.
Ein weiterer Personalabbau sowie die Schließung weiterer Filialen mag wohl kurzfristig der Erhöhung des Unternehmensgewinns zur Folge haben, aber letztlich stellt sich der Kunde die Frage ob man mit einem Unternehmen, das in dieser Art und Weise mit seinen Mitarbeitern umgeht, noch Geschäfte machen möchte.
Was hier vorgeführt wird, zeugt von Gier und Verachtung.

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capote 03.12.2019, 14:09
4.

Zitat von haitabu
Als Kunde der HypoVereinsbank macht man sich langsam aber sicher Gedanken ob man bei dieser Unternehmen weiterhin sein Konto unterhalten möchte. Die Filialdichte wird immer weiter ausgedünnt, die Kassenstunden bzw. die Erreichbarkeit von Memschen in diesen Filialen immer weiter eingeschränkt. Service geht anders. Ein weiterer Personalabbau sowie die Schließung weiterer Filialen mag wohl kurzfristig der Erhöhung des Unternehmensgewinns zur Folge haben, aber letztlich stellt sich der Kunde die Frage ob man mit einem Unternehmen, das in dieser Art und Weise mit seinen Mitarbeitern umgeht, noch Geschäfte machen möchte. Was hier vorgeführt wird, zeugt von Gier und Verachtung.
Was bringen Ihre Besuche in einer Filiale der Bank? NICHTs ! Also dichtmachen! Ich habe anlässlich meiner Verrentung das erste Mal nach 25 Jahren 1/2 Stunde ein Gespräch mit einem Kundenbetreuer gehabt, weil es Diverses zu regeln gab, es ging um einen Betrag von knapp einer halben Million und nicht um ein Schwätzchen über das Wetter.

Wenn Sie einem Arzt die Zeit stehlen mit Geschwätz, kann der das wenigstens bei der Krankenkasse abrechnen. Die Tante-Emma-Läden sind ja auch verschwunden, weil sich das nicht mehr rechnet und die Bankfilialen verschwinden eben jetzt. Wenn Sie für jede Minute, die Sie mit einem Bankmitarbeiter reden, 1,- € bezahlen müssten, brauchten Sie die Filialen ganz plötzlich auch nicht mehr.

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kael 03.12.2019, 14:13
5. Steuerzahler als Sozialamt der Banken

Zitat von capote
Das ist weder Gier noch Zynismus, alles, was die 8000 machen, kostet nur Geld, erwirtschaften tun die gar nichts. Die UNICREDIT ist doch kein Sozialamt.
Das ist wohl richtig. Keine Bank versteht sich als Sozialamt. Aber umgekehrt wird ein Schuh draus. Denn die Banken scheuen sich ihrerseits nicht, Gier und Missmanagement am Ende vom "Sozialamt Steuerzahler" bezahlen zu lassen.

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Hannibal Murkle 03.12.2019, 14:17
6.

Es wird erwartet, dass die deutschen Banken um 50% der Mitarbeiter entlassen (kein Vertipper!) - zum Teil durch Digitalisierung, zum Teil durch Niedrigzinsen. Was wird vermutlich woanders in Europa ähnlich laufen.

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malu501 03.12.2019, 14:28
7. Sie haben Recht

Zitat von capote
Das ist weder Gier noch Zynismus, alles, was die 8000 machen, kostet nur Geld, erwirtschaften tun die gar nichts. Die UNICREDIT ist doch kein Sozialamt.
Soziale Verantwortung ausgerechnet bei einer Bank zu suchen, ist wirklich grotesk. Wenn man mal eben 2 Mrd. übrig hat, um Aktien zurückzukaufen (was null Rendite bringt) und trotzdem schmale 4 Mrd. Gewinn macht, dann wird jeder verstehen, dass man schlagartig jeden 10. Mitarbeiter vor die Tür setzen muss, damit sich die Shareholder am, aus Dankbarkeit stramm nach Norden marschierenden Aktienkurs erfreuen können.

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felisconcolor 03.12.2019, 14:33
8. Wenn

Zitat von capote
Was bringen Ihre Besuche in einer Filiale der Bank? NICHTs ! Also dichtmachen! Ich habe anlässlich meiner Verrentung das erste Mal nach 25 Jahren 1/2 Stunde ein Gespräch mit einem Kundenbetreuer gehabt, weil es Diverses zu regeln gab, es ging um einen Betrag von knapp einer halben Million und nicht um ein Schwätzchen über das Wetter. Wenn Sie einem Arzt die Zeit stehlen mit Geschwätz, kann der das wenigstens bei der Krankenkasse abrechnen. Die Tante-Emma-Läden sind ja auch verschwunden, weil sich das nicht mehr rechnet und die Bankfilialen verschwinden eben jetzt. Wenn Sie für jede Minute, die Sie mit einem Bankmitarbeiter reden, 1,- € bezahlen müssten, brauchten Sie die Filialen ganz plötzlich auch nicht mehr.
ich mir Gedanken über den Verbleib einer halben Million Euro machen müsste, dann wäre mir das Gehalt eines Bankmitarbeiters auch vollkommen schnuppe. Wenn aber eine alleinerziehende Bankangestellte ihren Platz räumen muss damit irgendein Aktionär der nicht mal in Deutschland seinen Steuersitz hat noch mehr Kohle in den .... Allerwertesten geschoben bekommt. Dann ist das sehr wohl relevant. Ihnen ist es egal ob der Sprit 7,50 Euro kostet, soll sich die Bankangestellte in die Bahn setzen. Immer getreu dem Spruch : Wenn sie kein Brot haben sollen sie doch Kuchen essen. Nicht wahr

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christian.kalvelage 03.12.2019, 14:47
9. Fehlende Kreativität

Zitat von capote
"Das ist weder Gier noch Zynismus, alles, was die 8000 machen, kostet nur Geld, erwirtschaften tun die gar nichts. Die UNICREDIT ist doch kein Sozialamt."
Man könnte dem Vorstand auch vorwerfen, dass dieser keine Visionen hat. Immerhin könnte man mit 8000 Mitarbeitern viele Ideen realisieren und damit Geld verdienen.

Wenn Controller & Rechenkünstler das Sagen in einem Unternehmen haben, dann geht das für das Unternehmen langfristig schlecht aus. Die Einsparungen auf dem Papier sehen immer prima aus - die Realtität ist aber fast immer eine andere. Erst kommen die zusätzlichen Ausgaben - und dann die Überraschung, dass die Einsparungen nicht so hoch sind bzw. das Marktumfeld aufgrund des Wettbewerbes die Gewinne sogar schrumpfen lässt.

Unternehmen wachsen mit Visionären und nicht mit Haushaltskrämern, daher ist ein Investment in Unicredit keine gute langfristige Anlageempfehlung.

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