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Italo-Populisten: Das wahre Dilemma der Römer
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Die neue Regierung in Rom hat eine Menge spinnerter Dinge vor. In einem hat sie wohl dennoch Recht: Solange das Land derart hohe Altschulden bedienen muss, wird es in der Krise feststecken.

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curiosus_ 25.05.2018, 12:55
1. Das Fatale ist, dass diese Altlast seither nachwirkt?

Tja, so ist das halt nun mal mit Schulden. Mancher vertritt zwar die These, dass ein Staat nie seine Schulden zurückzahlen muss, eigentlich sogar sein Geld selbst drucken könnte (wenn er nur zugriff auf die Zentralbank bekäme), aber so weit sind wir zum Glück noch nicht. Und wenn die Gläubiger im eigenen Land sitzen ist es ja gar kein Problem, denn er ist dann quasi bei sich selbst verschuldet, ein Nullsummenspiel.
Und wie ein Staat (in der Regel) nicht stirb und so diese Zäsur beim Schuldentilgen entfällt, ebenso ist es völlig irrelevant, dass die Schulden "zu einem Gutteil vor langer Zeit entstanden und gar nicht den Italienern heute anzulasten sind". Sie sind dem Staat anzulasten, und das ist derselbe wie "vor langer Zeit". Wäre dem anders müsste man nur lange genug warten um seine Schulden streichen zu können. Was sicher gravierende Auswirkungen auf die Akzeptanz von neuen Schulden hätte - bei den potentiellen Schuldnern sicher ganz andere als bei den potentiellen Gläubigern.

Und bzgl.

Zitat von Thomas Fricke
Dass italienische Politiker per se einen Hang zum Schuldenmachen haben, ist historisch ziemlicher Quatsch. In den Siebzigerjahren stieg die Verschuldungsquote in Italien nicht schneller als in Deutschland. In den Neunziger- und Nullerjahren sogar nur halb so stark - um jeweils nur zehn Prozent der Wirtschaftsleistung, gegenüber mehr als 20 Prozent im Land der schwäbischen Legendenbildung.
Da hat die Inflation Italien ungemein geholfen. Wenn meine Schulden von heute sich an einem zukünftigen BIP messen lassen müssen das, allein schon aufgrund der Inflation deutlich gewachsen ist, dann hilft das natürlich.

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andreas_stöber 25.05.2018, 13:56
2. In die Zukunft investieren?

Massiv Steuern senken, Renteneintrittsalter senken, Grundeinkommen.
Tolle Zukunftsinvestitionen, Fricke.
Aber einfach mal gegen Mainstream sein.

Klar sollte man den Staaten bei der Senkung der Schuldenlast unterstützen. Das kommt jedem in der EU zu gute. Aber doch bitte nicht, wenn Links/Rechts Populisten in der Regierung sind. Was soll das denn für ein Zeichen sein? Wählt bekloppt, wir machen das schon?

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chrismuc2011 25.05.2018, 14:32
3.

Wer Schulden macht, sollte auch dafür gerade stehen. Ich sehe nicht ein, als Normalbürger mit hohen Steuern, Beiträgen, gekürzter Rente irgendwann, ohne Eigentum, für die Italiener gerade zu stehen, die, soweit ich mich erinnere doch deutlich mehr Wohneigentum haben als die Deutschen. Vielleicht sollte der italienische Staat da mal mehr Steuern verlangen. Und was Bildung, Grundeinkommen, höhere Löhne und Investitionen angeht, sollte erstmal hier investiert werden und nicht in Italien. Aber unser Geld geht sowieso in die Rettung von Banken oder von reichen Industriebetrieben, die alle systemrelevant sind. Das einzige, was wir gerne den Italienern schenken können ist Schröders Agenda 2010.

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skeptiker97 25.05.2018, 14:32
4. Warum andere?

Warum sollen andere dafür geradestehen, wenn sich Italien in den 80er Jahren eine hohe Verschuldung geleistet hat? Das Geld ist doch bestimmt in oder für Italien ausgegeben worden. Schulden müssen bezahlt werden, sonst funktioniert es nicht nachhaltig, auch wenn es einige anders sehen und Inflation, Gelddrucken oder Schuldenschnitt predigen. In diesem Fall werden andere betrogen, in der Regel die arbeitenden Menschen, die ihre Steuern und Verbindlichkeiten korrekt bezahlen. Soll das etwa die neue EU-Wunderwelt werden?

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OhMyGoodness 25.05.2018, 14:33
5. Altschulden

Sind "Altschulden" anders als andere Schulden? Muss man die evtl. gar nicht zurückzahlen? Vielleicht sollte man Italien aber besser keine Neuschulden machen lassen ... aus denen werden Morgen nämlich auch wieder Altschulden.

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denk1mal 25.05.2018, 14:38
6. Jetzt wissen wir es ganz genau

die Achziger Jahre sind schuld. Und:
"Italiens Staat nimmt seinen Bürgern und Unternehmen de facto Jahr für Jahr Geld in Höhe von aktuell mehr als 50 Milliarden Euro weg,.."
Ein schlimmer Staat, fast so schlimm wie hier in Deutschland.

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paraibu 25.05.2018, 14:39
7. Schulden weg für alle!

Wenn ich der Logik des Autors folge, werden uns die restlichen Verbindlichkeiten für unser Eigenheim gestrichen. Die stammen ja schliesslich auch aus den 90ern. Find ich gut. Ist halt Pech für die Bank. Und ich werd gleich den nächsten Langfristkredit beantragen. Wir wollen schliesslich noch ein bischen reisen.

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macb 25.05.2018, 14:40
8. Meine Schulden stammen auch aus den Achtzigern

da habe ich es doll getrieben, danach war ich brav - bekomme ich jetzt auch einen Schuldenerlass??

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HerrPeterlein 25.05.2018, 14:40
9. Schulden sind ja irgendwo

Die Schulden, aber auch die Zinszahlungen, bekommt ja jemand. Dieser Fakt wird gerne vergessen, bzw. wenn jetzt die (Neu)Zinsen auf Null sinken, gibt es auch Protest. Es gibt also auch zig Profiteure, was nicht immer die bösen Banken und Co. sind, diese haben ja auch Aktionäre die Geld wollen.
Gerade bei diesen niedrigen Zinsen sinken doch die Kosten durch die Umschuldung von Altschulden in Neuschulden, dazu wächst die Wirtschaft auch In Italien. Damit müsste der Staat doch in der Lage sein seine Schulden langsam abzubauen, ähnlich wie in Deutschland. Die EU/EZB und Co, siehe Griechenland, sind doch immer darum bemüht das es zu einer Zukunftslösung für jeden Staat kommt.
Wenn immer gerade die Länder mit dem größten Chaos beim Steuereintreiben einen Schuldenerlass fordern (auf Kosten der anderen), schon bezeichnend.

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