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IW-Studie: So groß ist die Wohnungsnot in deutschen Metropolen
Oliver Berg/dpa

Köln, München oder Stuttgart: In deutschen Großstädten fehlt Wohnraum. Wie groß der Mangel ist, zeigt eine neue Untersuchung. Doch nicht überall herrscht Wohnungsnot.

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k70-ingo 22.07.2019, 12:57
110.

Zitat von kangootom
Wo liegt das Problem, dass nicht genügend Wohnungen gebaut werden? Dass die Behörden zu langsam sind? Ja, wenn man sich anschaut, dass es 10 Jahre dauert von der Planung eines Wohngebietes bis zur Bebauung. Aber das Problem ist ein anderes: Wo bekomme ich als Privatmensch einen Bauplatz her? An Baulücken halten sich Besitzer oder Erben fest wie am lebensrettenden Felsvorsprung. Außerhalb der Randgebiete geht es wegen der Grundstückspreise nur mit einem mehrstöckigen Haus und wer baut sowas alsl Privatmensch? In den wenigen Neubaugebieten erhält man nur den Zuschlag, wenn man Kinder hat, die vor Ort geboren wurde, selbst dort geboren wurde und die Eltern ebenfalls dort leben und im Idealfall dort geboren wurden. Und von den unbezahlbaren Grundstückspreisen ganz zu schweigen. Es wird immer so getan, als könnte die Politik etwas an der zügigeren Bebauung ändern. Ich frage mich nur mit welchen Mitteln?
In einigen ländlichen oder Speckgürtellagen kommt mitunter das Problem dazu, daß die Ortschaften, die in oder an Naturschutzgebieten liegen, ihre Siedlungsfläche nicht erweitern dürfen.

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kfp 22.07.2019, 13:03
111.

Zitat von k70-ingo
Nein, ist es nicht. Und schon mal gar nicht in bevorzugten Wohnlagen zu günstigen Preisen.
Ist es wohl. Und besonders jemand, der die Gesellschaft durch seine Arbeit unterstützt (hat), sollte von seinem Einkommen bzw. Rente mit einem festen Dach über dem Kopf in Pendelvater Distanz vom Arbeitsplatz (diese Bindung entfällt immerhin bei Rentnern) leben können... Wie man sowas in Frage ernsthaft stellen kann, lässt mich langsam nur noch mit Kopfschütteln auf die schöne, neue, neoliberale Welt blicken...

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haarer.15 22.07.2019, 13:07
112.

Zitat von k70-ingo
Nein, ist es nicht. Und schon mal gar nicht in bevorzugten Wohnlagen zu günstigen Preisen.
Wohnen i s t ein existenzielles Grundrecht. Was denn sonst ? Von zentralen Wohnlagen spricht doch kaum noch jemand. Aber eines ist leider Fakt: In Sachen Infrastruktur und Stadt-Land-Angleichung hat die hiesige Politik aber auch wirklich alles verschlafen.

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larsmach 22.07.2019, 13:11
113. Schon mal ein Mehrfamilienhaus projektiert und gebaut...!!??

Wer von den werten (wie üblich fast ausschließlich anonymen) Diskutanten hat denn schon einmal ein Mehrfamilienhaus projektiert und gebaut? Spoiler: Sie dürfen jeden Tag einen Brief vom Amt oder einem Abmahn-e.V. erwarten - irgendetwas haben Sie vergessen oder falsch gemacht! Mein Projektierungsbüro hat in der Vergangenheit sogar große Windparks in Europa projektiert und gebaut (einmal mit Raumordnungsvorgaben wie für einen internationalen Flughafen und mit haarsträubenden [umspannungs-]technischen Erfordernissen!), doch mit dem Abenteuer "Mehrfamilienhaus in deutschen Großstädten" hat das nichts zu tun: Da brauchen Sie heute anstelle einiger Mitarbeiter ganze Stäbe teurer Experten, um a) einigermaßen im Zeitplan und b) ohne böse Überraschungen und Unterbrechungen zum Ziel zu gelangen. Wenn ich den Kulturpessimismus und die Wahnvorstellungen völkisch geprägter Menschen lese, kann ich nur lachen: Der ungebrochene Trend zu Verstädterung nebst der brutalen inflationären Wirkung niedriger Zinsen bei Anlagegütern sind gesellschaftliche Kräfte, die beinahe Naturgewalten gleichkommen. Da wird ernsthaft gemutmaßt, Unternehmer verzichteten auf Neubauten (deren Zahl trotz Nachfragehoch vielerorts rückläufig ist!) und hohe Gewinnmargen. "Leicht verdientes Geld", sozusagen - so würde es ein Bürger sehen, der noch nie widersprüchliche Vorschriften in Händen hielt (Beispiel: Fliesen für eine Metzgerei im Erdgeschoss... - glatte Flächen wegen "Hygiene" - geriffelte Flächen wegen "Sicherheit" - wie man es dann macht: Eine der Vorschriften wird missachtet!). Deutschland im Jahre 2019 - und das sind nicht "die Politiker" schuld: Das sind die Auswüchse deutscher Leitkultur und Gründlichkeit; daran arbeiten alle tüchtig mit! In Deutschland wird werden sogar Witze in ausländischen Komödien erklärend synchronisiert - wo im Original die Handlung für sich spricht ...und wortlos bleibt. Wer in einem solchen Land baut, darf sich auf "Gründlichkeit" einstellen, die ihresgleichen sucht!

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dw_63 22.07.2019, 13:13
114. Hipster

Zitat von almeo
Abgesehen davon, dass dieser Kommentar vor Klischees nur so strotzt - ich schrieb es eben schon mal: Es geht nicht um den urbanen Hipster, es geht um pendelnde Facharbeiter die jeden Tag Stunden durch das Pendeln verlieren, Renter, Studenten, Azubis - eben "ganz normale" Menschen, die vom Mietpreisdruck betroffen sind. "Harry aus der Provinz" der dank Internet am Leben in der hippen Großstadt interessiert ist (der Gedanke alleine ist schon absurd genug!) ist nun wirklich das kleinste Problem der Ballungsräume...!
Nur mal als Denkanstoß, Facharbeiter, Rentner, Studenten, Azubis, also die "ganz normalen" Menschen sind ja in der Regel die, die von einem bezahlbaren Wohnraum sprechen.

Wenn man sich jetzt die Leerstandsquote in den großen Städten ansieht, so ist die in den letzten 10 Jahren stetig gesunken, während der qm Preis stetig gestiegen ist.

Wenn also das Wohnen für Facharbeiter, Rentner, Studenten, Azubis, also die "ganz normalen" Menschen zu teuer ist, wer wohnt dann in den teuren Wohnungen?

Die, die sich die Wohnung leisten können? Und wer sind die in der Regel?

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Sendungsverfolger 22.07.2019, 13:18
115. Tja nu ...

Anmelden/Abmelden ... einfaches Login/Logout - E-Mail - Anruf - Aufschrieb - etc. genügt. Der EuGH hat den Ländern da auch einen großen Spielraum bei Umsetzung der Richtline eingeräumt. Nur _gar nicht_ erfassen ist nicht erlaubt. Lesen Sie bitte mal das Urteil und bilden Sie sich Ihr eigenes. Da wird viel Quatsch verbreitet.

Und bei der Einrichtung des Home-Office-Arbeitsplatzes - nun, da muss der Arbeitgeber nicht mehr machen, als bei den Arbeitsplätzen in der Firma auch. Wenn er das - unsinniger Weise - "doppelt" vorhalten will, wird es natürlich teurer. Es ist aber auch nicht vorgeschrieben, dass die Infrastruktur dem AG gehören muss. Die muss nur vorhanden und regelmäßig überprüft werden. Es spricht nichts dagegen, auch Eigentum des AN zu verwenden. Alles Sachen, die man auch arbeitsvertraglich regeln kann.

Das mit den Sanitärräumen z.B. ist schon wieder Blödsinn, von "Erste Hilfe und was bei Unfall passiert" will ich auch gar nicht anfangen, weil da wieder alles in einen Topf geworfen und rumgerührt wird und nur Quark dabei rauskommt. Das liegt an der deutschen Krankheit", dass man Soll-, Kann- und Muss- Bestimmungen nicht aueinanderhalten kann (oder will) und die Wenn-Dann-Logik ignoriert wird.

Ich kenne einen Home-Office-Arbeitsplatz einer Mitarbeiterin einer Behörde, die sich per se 100%-ig an die Vorschriften hält (inklusive Besuch von Arbeitsschutzbeauftragten, Sicherheitsingenieur und Personalrat) und dieser Arbeitsplatz unterscheidet sich nicht von meinem Büro zuhause.

Seien Sie immer misstrauisch, wenn Ihnen jemand was von gewissen (Arbeits-) Vorschriften erzählen will. Die erste Frage muss immer lauten: Wo steht das?

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dr.eldontyrell 22.07.2019, 13:18
116. Hmm,

Zitat von Hanz Gruber
Scheinbar haben Sie noch nie in ihrem Leben auch nur einen Tag auf dem "land" gelebt, anders kann man sich diese völlig verdrehte Sicht der Dinge nicht erklären. Der Arbeitsweg vom Land bis zum Arbeitsplatz in der Stadt ist meistens eher kurz und zeitlich ähnlich mit demjenigen der direkt in der Stadt wohnt. Ein Auto hält da min. 10 Jahre und die Kosten für ÖVP kann man auch direkt gegenrechnen. Das die vom Land öfters neuere Autos fahren, liegt nicht daran das die Autos so schnell "totgefahren" werden, sondern das der verwöhnte Deutsche es sich leisten kann ein völlig taugliches Auto frühzeitig auszutauschen. Also ich fahre lieber mit dem PKW in max 15 Min zur Arbeit und mit dem Fahrrad in wenigen Minuten zur Freizeit, anstatt ca. 30 Minuten in vollen ÖVPs hin und her zu steigen und zusätzlich immer auf Fahrpläne angewiesen zu sein. 10 KM weg ist auf dem Land eben in rund 10 Minuten bewältigt, in der Stadt dauert das bei freier Fahrt min. 30 Minuten.
meine Erfahrungen sind da andere, und das noch nicht einmal aus der tiefsten Provinz, Monheim am Rhein und Bergisch Gladbach. Ich traue nur den Zahlen, und die sprechen gegen das Land/Provinzstädtchen. Wir sparen, seit wir in Köln leben und arbeiten ca. 300,-EU im Monat, trotz teurerer Miete.
Und Ihre 15 Minuten zur Arbeit beziehen sich evtl. auf den Weg vom absoluten Kuhkaff zum nächsten Provinzstädtchen, bestimmt aber nicht vom Kuhkaff in eine Metropole wie Köln, zur Rushhour.
Ich stehe später auf, bin früher zuhause und habe so noch Zeit und Energie, eine Jugendmannschaft zu trainieren.
Scheinbar sind Sie noch nie zur Rushhour in eine Metropole gefahren, anders kann ich mir diese völlig verdrehte Sicht der Dinge nicht erklären.

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crimsonking24 22.07.2019, 13:22
117. Altbestand abreißen

Die Arbeiten in alten Gemäuern sind unwirtschaftlich. Leichter ist es, Neubauten zu errichten. Energetisch sind Altbestände ein Graus. Ebenso, was Feuchtigkeitsabdichtungen angeht. Schwache Dachkonstruktionen lassen wenig zu. Da kann man gleich komplett erneuern. Viel zu teuer.

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echobravo 22.07.2019, 13:22
118. Ja, fast richtig

Zitat von streckengeher
Weil Sie sich so die Kosten und die verplemperte Lebenszeit für die Pendelei ersparen? Eine ehrliche Rechnung über diese Kosten zeigt sehr schnell, dass Wohnen auf dem Land nur auf den ersten Blick billiger ist. Und nicht zuletzt: Weil Sie in einer Stadt auch im Alter von Arzt und Apotheke bis zum Supermarkt alles finden, was Sie zum Leben brauchen, während sie auf dem Dorf auf fremde Hilfe angewisen sind, sobald sie selber nicht mehr beweglich sind?
Vielen Dank für Ihre kritischen Fragen, ich kann Sie jedoch (in diesem Fall) beruhigen, das Dorf bzw. die Nachbardörfer verfügen mit der Ausnahme eines Krankenhauses über alle notwendigen Einrichtungen. Sie gehen davon aus, dass ich mehr Pendeln muss. Können Sie natürlich nicht wissen, ist falsch. Und selbst wenn, ob ich dann meinen Garten gegen ein Treppenhaus mit x Parteien tauschen möchte, ist auch fraglich. Und was im Alter ist, das wissen wir heute nicht.

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cave68 22.07.2019, 13:23
119.

einerseits sprechen sie vom Arbeitsplatzmangel in der Kleinstadt respektive in den ländlichen Regionen (was der Grund dafür ist,dass sie in die Stadt gezogen sind) und auf der anderen Seite erwähnen sie einen gewissen Arbeitskräftemangel auf dem Land welcher dafür verantwortlich ist,dass potentielle Arbeitgeber nicht aufs Land ziehen....merken sie den Widerspruch...
Um mich nicht falsch zu verstehen:Ich glaube ihnen alles was sie schreiben (auch teils aus eigener Erfahrung) aber ist das Hauptproblem nach ihrer Schilderung nicht eher,dass die Flexibilität die sie persönlich an den Tag legen und der Arbeit hinterherziehen umgekehrt von der Stadt aufs Land kaum stattfindet....
Dann müssen sich die Menschen mal selbst Gedanken machen und nicht nur der Politik die Schuld geben....

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