Forum: Wirtschaft
IW-Studie: So groß ist die Wohnungsnot in deutschen Metropolen
Oliver Berg/dpa

Köln, München oder Stuttgart: In deutschen Großstädten fehlt Wohnraum. Wie groß der Mangel ist, zeigt eine neue Untersuchung. Doch nicht überall herrscht Wohnungsnot.

Seite 15 von 25
k70-ingo 22.07.2019, 14:29
140.

Zitat von dw_63
Dazu vielleicht eine kleine Anekdote, als nach dem zweiten Weltkrieg die Vertriebenen aus Mähren oder Böhmen in Deutschland ankamen, hat der deutsche Staat dieses Grundrecht wie folgt gehandhabt. Da die meisten Vertriebenen aus landwirtschaftlichen Verhältnissen kamen, wurden per Dekret die Bauern verpflichtet, Vertriebene aufzunehmen. So fanden sich die Vertriebenen in dem Dorf ein, den sie zugewiesen wurden. Sie mussten sich auf dem Platz im Ort versammeln, dann sind die Bauern gekommen, haben die Vertriebenen begutachtet, und haben die mitgenommen, die ihnen aus welchen Grund auch immer genehm waren, der Vertriebene hatte kein Recht nein zu sagen. So kann ein Staat das Grundrecht auf Wohnen umsetzen, denn das Grundrecht besagt nicht, Wohnen wo ich will, mit dem Komfort den ich will, und zu dem Preis den ich will.
Ihr Beispiel trifft nicht zu. Es ist genau andersherum.
Der Tenor der mit einem gesegnetem Anspruchsdenken behafteten Umverteomungsideologen geht in die exakt gegengesetzte Richtung:

Den Neuhinzugekommenen soll das Recht zugestanden werden, sich bei den schon länger Daseienden umzuschauen und bei diesen die ihnen genehme Wohnung zu dem ihnen genehmen Preis einzufordern.
Wegen Menschenrecht auf Wohnen und so.

Ich spaße nicht, sowas wird hier wirklich gefordert, und das gar nicht mal so selten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
max-mustermann 22.07.2019, 14:29
141.

Zitat von Freidenker10
Vergessen Sie Bitte nicht diejenigen die schon ihr ganzes Leben in der Stadt gelebt haben und absolut nichts für die Preissteigerungen können, sie aber mittragen müssen. Bei Rentnern wird es schon existenzbedrohend!
Ja und vergessen sie bitte nicht die Landbewohner die schon ihr ganzes Leben lang dort wohnen und jetzt aus Kostengründen die letzten ÖPNV Verbindungen gestrichen bekommen und dank Ärztemangel auch keinen Hausarztz mehr im Umkreis von 30 km und mehr finden von einem Krankenhaus oder Fachärzten gar nicht erst zu reden. Gleichzeitig bekommen sie aber von den schlauen Städtern erzählt das Autos verboten gehören oder doch wenigstens der Benzinpreis verdoppelt werden sollte.
Die können da nämlich auch absolut nichts für.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dw_63 22.07.2019, 14:30
142. @104 charlybird

Zitat von charlybird
die in schierer Regelmäßigkeit auftauchen, wenn über dieses Thema berichtet wird, die dem dem Sinne nach lauten: ''Wenn's da nix gibt, wo man hin will, muss man halt woanders suchen'', kann man gar nicht mehr ausreichend beklatschen, aber nicht wegen der Weisheit, sondern wegen der Frechheit und Arroganz. […]
Wenn Sie schon von Binsenweisheiten reden, dann sollten Sie nicht nur die der anderen Kommentatoren kritisieren, sondern die eigenen. Das fängt schon mal beim Begriff "bezahlbaren Wohnraum" an, klingt immer wieder so schön um impliziert einen "unbezahlbaren Wohnraum" zu verorten.

Wenn Wohnraum "bezahlbar" sein soll, dann reden wir nicht über Wohnraum, sondern über Menschen, die sich ihn nicht leisten können. Dann folgt nämlich der zweite Punkt, warum können sich die Leute den Wohnraum nicht leisten?

Da kommen bei Ihnen die nächsten Klischees der "Heuschrecken und andere Spekulationsmonster" und dem "geregelten Mietspiegel mit gedeckelte Mieten".

Eine Binsenweisheit die Leute wie Sie immer wieder anbringen, Heuschrecken und Spekulanten sind die Ursache für "unbezahlbaren Wohnraum", wie war das noch mit einem "leeren Tank zu füllen, wenn man Autofahren möchte".

Es sind Leute wie Sie, die die Miete an Einkommen knüpfen möchten, also die Einnahmen aus der Miete an die Einkommenssituation der Mieter binden möchten. Und da für Sie die Regel ''Wenn's da nix gibt, wo man hin will, muss man halt woanders suchen'' inakzeptabel ist, weil es ihnen um "soziales Umfeld, Infrastruktur, Arbeitsplatz, Schule, Kita, you name it" geht (was bei dem sozialen Umfeld an sich schon ein Wiederspruch in sich ist, für eben die Menschen die in die Stadt ziehen), hat wer auch immer die Aufgabe, eine Wohnung zur Verfügung zu stellen, die dem Einkommen des Mieters entspricht.

Da die Kosten für den Bau von Wohnungen sich aber nicht an den Einkommen der zukünftigen Mieter orientieren, muss wer den Gap zwischen Kosten und Einnahmen tragen?

Da sind die Argumente des reichen Vermieters, der das alles tragen kann einfach nur dumm, da nicht jeder Vermieter eben Reich ist oder eine Heuschrecke ist.

Dieser Gap zwischen Herstellungs- und Erhaltungskosten vs. "bezahlbarer Wohnraum" muss jemand tragen, in der Regel kann da wiederum nur der Staat, also Aufstockung der Miete durch den Staat.

Ergo wir alle bezahlen einen Teil der Bevölkerung die Differenz zu der Miete, die sich die Bevölkerung nicht leisten kann, oder die Vermieter sollen es bezahlen, so wie die Grundsteuer, die CO2 Steuer, und und und. Warum soll ein Vermieter Wohnraum schaffen und ihn mit Verlust abgeben, macht keiner, also bleibt nur der Staat und somit wir alle über unsere Steuern.

Da ist es im Sinne der Gemeinschaft vielleicht doch besser wenn es gilt:

''Wenn's da nix gibt, wo man hin will, muss man halt woanders suchen''

Übrigens:

"Wer von Haus aus Haus hat"

Hatte ich nicht, jetzt schon, auch eine Alternative, ist halt mit vielen Risiken, Verzicht und Unannehmlichkeiten verbunden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Crom 22.07.2019, 14:34
143.

Zitat von Freidenker10
Vergessen Sie Bitte nicht diejenigen die schon ihr ganzes Leben in der Stadt gelebt haben und absolut nichts für die Preissteigerungen können, sie aber mittragen müssen. Bei Rentnern wird es schon existenzbedrohend! Es geht einfach nicht nur um die coolen Hipster die in die Städte ziehen, die verschärfen das Problem leider nur! Bin mir nicht mal sicher ob die reine Landflucht in die Städte ausschlaggebend ist ( hierzu wären mal Zahlen interessant ) , oder es sich hierbei nicht nur um eine reine Spekulationsblase handelt...!
Wer schon so lange in der Stadt wohnt, warum hat dieser Personenkreis nicht mal über Eigentum nachgedacht oder gehörte der zu den Kreise, welche früher darüber gelacht hat, wenn andere nicht zur Miete wohnen wollten.

Bei Rentnern fragt man sich, warum diese denn unbedingt in den teuren Lagen wohnen müssen. Der Arbeitsort kann es ja nicht sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
streckengeher 22.07.2019, 14:39
144.

Zitat von echobravo
Vielen Dank für Ihre kritischen Fragen, ich kann Sie jedoch (in diesem Fall) beruhigen, das Dorf bzw. die Nachbardörfer verfügen mit der Ausnahme eines Krankenhauses über alle notwendigen Einrichtungen. Sie gehen davon aus, dass ich mehr Pendeln muss. Können Sie natürlich nicht wissen, ist falsch.
Glückwunsch, wenn das in Ihrem Fall tatsächlich alles so positiv ausgeht. Dass das Dorf mit Krankenhaus und Supermarkt aber eher die Ausnahme ist, und dass es eher der Normal- als der Ausnahmefall sein wird, dass die Pendelstrecken und -kosten beim Stadt-Umland-Pendeln ordentlich steigen, und dass man daher aus Ihrem Einzelfall nichts Generelles ableiten kann, sehen Sie aber schon auch so?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ottokar 22.07.2019, 14:46
145. Spekulanten sind schuld

das die Mieten steigen. Richtig die Leute sind schuld die es trotz aller unsinnigen Vorschriften auf sich nehmen Wohnungen zu schaffen um sich dann mit den renitenten Mietern rumzuärgern und denen am Ende eine Enteignung droht wenn eine bestimmte Partei das sagen bekommt. Um dem aus dem Wege zu gehen haben wir aus unserem Grundstück in der Stadt eine Hundewiese gemacht mit glücklichen Vierbeinern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k70-ingo 22.07.2019, 14:47
146.

Zitat von kfp
Ist es wohl. Und besonders jemand, der die Gesellschaft durch seine Arbeit unterstützt (hat), sollte von seinem Einkommen bzw. Rente mit einem festen Dach über dem Kopf in Pendelvater Distanz vom Arbeitsplatz (diese Bindung entfällt immerhin bei Rentnern) leben können... Wie man sowas in Frage ernsthaft stellen kann, lässt mich langsam nur noch mit Kopfschütteln auf die schöne, neue, neoliberale Welt blicken...
Ach Gottchen, wieder einmal wurde der Modebegriff "neoliberal" kenntnisfrei dahergeplappert.

Nein, das Recht, vom Staat Wohnraum in genehmer Lage zu genehmen Preisen mit der Begründung zu fordern, daß man die Gesellschaft durch Arbeit (und den Staat durch Steuerzahlungen) unterstützt hat, gibt es nicht. Punkt.
Das ist grotesk verquaste Umverteilungsdenke.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
streckengeher 22.07.2019, 14:47
147.

Zitat von max-mustermann
Ja und vergessen sie bitte nicht die Landbewohner die schon ihr ganzes Leben lang dort wohnen und jetzt aus Kostengründen die letzten ÖPNV Verbindungen gestrichen bekommen und dank Ärztemangel auch keinen Hausarztz mehr im Umkreis von 30 km und mehr finden von einem Krankenhaus oder Fachärzten gar nicht erst zu reden. Gleichzeitig bekommen sie aber von den schlauen Städtern erzählt das Autos verboten gehören oder doch wenigstens der Benzinpreis verdoppelt werden sollte. Die können da nämlich auch absolut nichts für.
Naja, mit ein bißchen Nachdenken kommt man schon darauf, dass man, wenn man ins dünnbesiedelte Umland zieht, nicht die Vollversorgung einer Stadt erwarten darf. Wenn man dann trotzdem den gleichen Lebensstandard haben will und dies mittels mittels Auto-Einpendelei tun, muss man eben damit rechnen, dass die Städter (völlig zu Recht) ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit geltend machen. Die können nämlich auch nichts dafür, dass Leute ins Umland ziehen, weil sie dort billiger und schön im Grünen wohnen, während sie den Städtern das Leben mit Krach und Abgasen zur Hölle machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
willib1955 22.07.2019, 14:47
148.

Zitat von Crom
Bei Rentnern fragt man sich, warum diese denn unbedingt in den teuren Lagen wohnen müssen. Der Arbeitsort kann es ja nicht sein.
Viele Rentner können,wie meine Eltern, es sich leisten.
Wo ist Ihr Problem?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k70-ingo 22.07.2019, 14:51
149.

Zitat von crimsonking24
Die Arbeiten in alten Gemäuern sind unwirtschaftlich. Leichter ist es, Neubauten zu errichten. Energetisch sind Altbestände ein Graus. Ebenso, was Feuchtigkeitsabdichtungen angeht. Schwache Dachkonstruktionen lassen wenig zu. Da kann man gleich komplett erneuern. Viel zu teuer.
Was defekte Feuchtigkeitsabdichtingen angeht, sind die Dächer das geringste Problem. Der wahre, wirklich teure Ärger wird durch undichte Kelleraußenwände und -bodenplatten, bzw. -fundamente hervorgerufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 15 von 25