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IW-Studie: So groß ist die Wohnungsnot in deutschen Metropolen
Oliver Berg/dpa

Köln, München oder Stuttgart: In deutschen Großstädten fehlt Wohnraum. Wie groß der Mangel ist, zeigt eine neue Untersuchung. Doch nicht überall herrscht Wohnungsnot.

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fuzzilogik 22.07.2019, 09:21
30. ländliche Regionen werden ständig unattraktiver gemacht

Wer in allen Bereichen dafür sorgt das ländliche Regionen unattraktiver werden, braucht sich nicht wundern das die Mieten in den Städten steigen.
Nachtrichten der letzen Woche:
-jedes 4. Krankenhaus soll geschlossen werden, besonders betroffen die ländlichen Regionen
- jeden 4. Tag wird ein Hallenbad / Freibad geschlossen
- Schulen werden zentralisiert.....

Die hohen Mieten haben nicht nur eine Ursache- zu wenig Wohnungen- es sind viele kleine Mosaiksteinchen die zu dem Problem führen (schlechte öffentliche Verkehrsanbindung, langsames Internet, ärztliche Versorgung, Arbeitsplätze....usw.....) . Die Leute werden ja regelrecht aus den ländlcihen Gegenden vertrieben....
Zusätzlich kommt noch dazu das viele Gemeinden bei der Erschließung von Gewerbegebieten vollkommen alleingelassen werden, sie können das finanziell gar nicht stemmen.

Die Politik sollte mal an den Ursachen arbeiten, nicht immer nur die Symptome bekämpfen.
Die Mietpreisbremse wird langfristig dazu führen das die Metropolen weiter attraktiv bleiben , wer will das ?

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mr-mucki 22.07.2019, 09:24
31. Erfahrungen und persönliche Rückschlüsse

Ich bin auf dem Dorf/ Kleinstadt (23.000 Einwohner in Ostwestfalen) aufgewachsen. Zum Studium und zur ersten Arbeit in die Großstadt (Hamburg), dann ein Haus auf dem Land gekauft (Baujahr 2005), aber dann wieder in die Stadt (Hamburg).

Zwei Dinge die in der Studie richtig sind, aber unrealistisch sind:
1. Auf dem Land ist viel Wohnraum leer und viele Häuser aus den 1970-1990 zu kaufen. ABER: Das lohnt ich sich einfach nicht, da der Hauskauf (inklu. aller Nebenkosten) und der nötigen Renovierung/ Sanierung viel teurer ist, als ein Neubau. Plus beim Hauskauf ist das Risiko verstecke Mängel zu haben sehr hoch, während beim Neubau dieses Risiko durch Bauberater sehr niedrig gehalten werden kann.
Nun könnte man meinen die zum Verkauf stehenden Häuser müssten dann doch im Preis fallen. Dem ist aber nicht so, weil die Eigentümer dieses Geld benötigen, um den Lebensabend zu finanzieren (Altenheim). Ein Makler meinte einmal zu mir, wenn der Preis um 20% fallen würde, wären die Eigentümer im Prinzip um ihr erspartes gebracht. Also warten die Eigentümer lieber, dass jemand kauft, auch wenn das nie passiert.

Dazu ist das Landleben extrem unattraktiv für viele Menschen. Die Arbeitsplätze sind nicht ausreichend vorhanden und das Pendeln ist nicht nur zeitfressend, sondern auch sehr teuer (zweites Auto, Benzinkosten usw.). An unserem Beispiel konnte meine Frau in 4 Jahren nicht ansatzweise einen geeigneten Arbeitsplatz finden. In der Stadt nach 4 Wochen und ich auch. Und ob die Lebensqualität auf dem Land besser ist als in der Stadt ist doch extrem Typen abhängig. Wer Einkaufsmöglichkeiten, Kino, Theater, Sportangebote usw. mag wird auf dem Land nicht glücklich. Da hilft auch der Ausbau des ÖPNV nicht.

2. In den Städten ist der Wohnraum knapp und es wird zu wenig gebaut. Das ist richtig, was aber an den mangelnden Bodenflächen und der relativ niedrigen Bauhöhe der Gebäude liegt. Warum müssen in vielen Stadtteilen Einfamilienhäuser oder maximal 3 Geschoss Häuser stehen bzw. gebaut werden. Warum nicht immer 6 Geschosse? Gleiche Bodenfläche, doppelte Wohnungsanzahl. Und warum begrenzt der Staat nicht langsam die Wohnfläche pro Kopf. Diese Wohnfläche stiegt enorm in den letzten 20 Jahren und steigt immer noch weiter. Bsp. 3 köpfige Familie 90 m2 max.

Und noch eine Anmerkung die mir aus persönlicher Erfahrung in der Studie fehlt. Unternehmen stoppen immer öfter Neuansiedlungen in ländlichen Regionen, weil die Fachkräfte nicht vorhanden sind.
Ich kennen persönlich jetzt 4 Unternehmen, die schon Land gekauft haben und dann bei der Planung entdeckt haben, dass keine ausreichenden Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Die Strukturfördergelder von der Stadt und vom Land (einmal sogar von der EU) müssten wieder zurückgegeben werden und das waren nicht wenige. Darum weiß ich nicht, ob die Idee staatliche Institutionen in Strukturschwachen Regionen anzusiedeln nicht eine komplett falsche Idee ist. Bsp. Eine Behörde wird in Mecklenburg Vorpommern 100 km von Rostock angesiedelt in einer Stadt mit 40.000 Einwohnern. Wo sollen die Mitarbeiter denn herkommen, die dort arbeiten sollen?

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koves 22.07.2019, 09:26
32. falsche Baupolitik

Zitat von echobravo
Meine Frau und ich bauen jetzt ein Haus (5 Zimmer, 133 qm) auf dem Land...
Es ist ja auch weniger Ihr Verfehlen, als die falsche Politik der Regierung auf Bundesebene, die das bauen zu sehr den Ländern und vor allem den Kommunen überlässt. Und leider geht der Artikel (und evtl auch die Studie?) nicht darauf ein, dass durch falsches Bauen unnötig zusätzlicher (individual-)Verkehr generiert wird!

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legtsichauchwieder 22.07.2019, 09:36
33. @echobravo

Spekulativ ist doch vielmehr, heute ein EFH im drittklassigen Speckgürtel einer zweitklassigen Kleinstadt zu bauen und darauf zu vertrauen, dass es in 30 Jahren noch etwas wert ist...

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almeo 22.07.2019, 09:37
34.

Zitat von 18112007
[...] Wenn es auf der Fläche selbst in stadtnahen Gegenden nur schlechte Mobilfunknetze nebst Funklöchern und langsames Internet gibt, werden die Menschen und Unternehmen in die ohnehin schon überfüllten Städte getrieben.
Man macht es sich aber auch zu einfach, es immer auf das schlechte Internet, Funklöchern und sonstige staatliche Mängel zu schieben. Ich sehe es aktuell wieder bei meinem Arbeitgeber: Etwa 75% der Jobs hier wären problemlos im Home-Office möglich. Dagegen sträubt sich mein Arbeitgeber aber mit Händen und Füßen, mit den wirresten Begründungen die am Ende aber immer darauf hinauslaufen, dass man den Mitarbeitern im Home-Office nicht zutraut, dort auch 40 Stunden die Woche zu arbeiten. Also Pendeln hier 300 Mitarbeiter jeden Tag aus teils über 100km entfernten Orten hierher, um dann den halben Tag eben in der Raucherecke oder der Kaffeeküche zu verbringen. Ähnliches erzählen mir Freunde aus den verschiedensten Branchen. Ich kann daher aus meinem Bekanntenkreis nur sagen, dass viele durchaus von Zuhause arbeiten könnten und würden, aber der Arbeitgeber sich hier sperrt. Internet und Telefonverbindungen scheinen da kein großes Problem zu sein, vor allem wenn man davon ausgeht, dass ein normaler Büroarbeiter für Mails und einen Cloudserver jetzt auch nicht unbedingt Glasfaser braucht.

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oldman2016 22.07.2019, 09:40
35. Sinkende Zuwanderung?

Sinkende Zuwanderung nach Deutschland? Ich halte diese Einschätzung der Experten für zu optimistisch. Realistischer scheint mir eine dauerhafte Zuwanderung von jährlich 500.000 Menschen pro Jahr. Mit dem Renteneintritt der Babyboomer fehlen Millionen von Fachkräften in allen Wirtschaftsbereichen und in der Verwaltung.

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almeo 22.07.2019, 09:41
36.

Zitat von Laplace11
[...] Die ungeheure Zahl an Flüchtlinge bedeuten nicht nur eine enorme Belastung für die Sozialkassen, eine Veränderung der hiesigen Kultur, sondern auch eine Explosion der Wohnungskosten in Städten. [...]
Abgesehen davon, dass die Zahl so "ungeheuer" nun auch nicht ist, kann ich nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen (ich arbeite direkt neben einem Flüchtlingsheim, nahe meiner Wohnung ist ein zweites), dass der überwiegende Teil der Flüchtlinge nach wie vor in Gebäuden untergebracht ist, in welchen Sie nicht mal Hartz-4-Bezieher einziehen lassen könnten. Das sind schrottreife Bruchbuden, hastig umgebaute Industriegebäude, abgelegene Häuser ohne Bus- und Bahnverbindung ohne irgendeinen Verkaufswert. Die Wohnungsnot nun den Flüchtlingen anzuhängen ist ziemlich fern der Wirklichkeit.

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Freidenker10 22.07.2019, 09:41
37.

Zitat von max-mustermann
Richtig, und wer in der coolen hippen Lokation in der City wohnen will darf halt nicht erwarten das dort die Mieten nicht höher als auf dem Dorf seien dürfen und nach Enteignungen schreien.
Vergessen Sie Bitte nicht diejenigen die schon ihr ganzes Leben in der Stadt gelebt haben und absolut nichts für die Preissteigerungen können, sie aber mittragen müssen. Bei Rentnern wird es schon existenzbedrohend! Es geht einfach nicht nur um die coolen Hipster die in die Städte ziehen, die verschärfen das Problem leider nur! Bin mir nicht mal sicher ob die reine Landflucht in die Städte ausschlaggebend ist ( hierzu wären mal Zahlen interessant ) , oder es sich hierbei nicht nur um eine reine Spekulationsblase handelt...!

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alt-nassauer 22.07.2019, 09:44
38. Jetzt mal Wirklich und zurück zur Realität...

Ist das etwas Neues für Spiegel und SPON oder die wirkliche Welt außerhalb der Virtuellen.

Ich hatte in den 80er Aufgrund "schlechten" Einkommens und Mangel an billigen Wohnungen keine Chance mich in München sesshaft zu werden. Anfang der 90er zur Wende den Schritt nach Berlin gewagt. Einkommen zwar besser. Aber den berühmt berüchtigten "Wohnraumbeschaffungsschein" (WBS), hätte ich nicht bekommen. Somit hatte ich nach drei Jahren, in ei Zimmer "Schlafkabine" un d der Aussicht 3000 DM Abstand für eine zwei Zimmer Wohnung bei knapp 500 Dm, auch keine Lust mehr auf Großstadt und Metropolen.

Dann lieber auf das Land und etwas Eigenes. Das man damit jeden Morgen und Abend sich durch das Pendeln die Gesundheit ruiniert. Fehlende Infrastruktur - ordentlicher ÖPNV oder Dauerbaustellen. Das steht auf einem anderen Blatt.

Wohnungsnot bzw. Knappheit ist wirklich nichts Neues. Auch wenn man es ständig Wiederholt. Der Leerstand und Spekulation und Umwandlung von Wohn raum ist auch seit Jahrzehnten bekannt!

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almeo 22.07.2019, 09:45
39.

Zitat von LucaLindhorst
Deutschland ist Jahrzehnte lang gut damit gefahren keine großen Städte zu haben, wie viele andere Länder in denen das Geld in den Städten liegt und die Landbevölkerung meist eher Arm ist. Aber leider entwickelt sich in Deutschland in den letzten Jahren der gleiche Trend. [...] Lässt man den das Regeln, wird sich der Stadt-Trend in den nächsten Jahren automatisch auflösen.
Mit welcher Begründung sollte es sich in Deutschland anders entwickeln als ÜBERALL SONST auf der Welt? Und dann noch ohne den Eingriff des Staates?

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