Forum: Wirtschaft
IW-Studie: So groß ist die Wohnungsnot in deutschen Metropolen
Oliver Berg/dpa

Köln, München oder Stuttgart: In deutschen Großstädten fehlt Wohnraum. Wie groß der Mangel ist, zeigt eine neue Untersuchung. Doch nicht überall herrscht Wohnungsnot.

Seite 5 von 25
CobCom 22.07.2019, 09:49
40.

Zitat von SPONgeBoy
Haben Sie einmal versucht alte Gebäude umzubauen oder gar umzunutzen, wie das IW an mehreren Stellen im Artikel zitiert wird? Vergessen Sie es!! Umbau = Neubau ist die Devise des Baugesetzes. Es werden Ihnen sämtliche Auflagen gemacht, wie bei einem Neubau: Wärmedämmung, Schallschutz, Brandschutz, usw. usw. Da können Sie besser neu bauen. Es lohnt sich nicht, denn die Auflagen in der Altbausanierung und Gebäudeumnutzung werden Sie ansonsten auffressen.
Vor allem heisst es da noch "Innenstädte im ländlichen Raum" ... also dürften gern noch Erhaltungsvorgaben zum äußeren Bild & evtl. noch Denkmalschutz hinzukommen.
"Lustig" wenn zum Beispiel die Deckenhöhe es physisch nicht zulässt, alle Vorgaben zu erfüllen (also im Prinzip jede Etage angehoben werden müsste). Da bleibt oft gar nichts anderes übrig als Nichtstun, evtl. den Bestand so lange wie möglich erhalten. Aber es sind halt auch immer weniger Mieter bereit, diese Einschränkungen zu akzeptieren. Am Ende steht Leerstand/Verrotten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schnubbeldu 22.07.2019, 09:52
41. @#32 e.ric - seien Sie froh, dass ...

... Ihr Häuschen den Krieg überstanden hat!

Sorry, aber in dem Wiederaufbauwahns und den Boomerjahren bis 1980 wurden sehr viele Häuser aus Hohlblocksteinen (schlimmstenfalls aus 24er Außenwände) gebaut/errichtet. Elternhaus Bj. 1961 spricht Bände hierzu. Ein Arbeitskollege hatte sich vor 3 Jahren aus der selben Zeitepoche ein Haus gekauft, entkernt und viel auf den neuesten Stand durch Eigenleistungen gebracht. Wie es in der Werbung heißt: "Respekt, wer es selber macht." Mein Elternhaus wird wohl auf selben Weg zukünftig auf die Reise geschickt. Wer sich die Mühe machen will, dann mal los!

Für mich sind Häuser nach 1950 bis 1980 inzwischen "abgelebt" und müssen somit komplett von Grund auf neu "strukturiert" werden. Aber ich gebe Ihnen Recht, von Wärmedämmmaßnahmen bin ich beim Neubau auch kein Freund von. Ich habe nicht umsonst vor ca. 6 Jahren eine Neubau-Wohnung ohne Wärmedämmung erworben. Mit entsprechenden Bausteinen lässt sich auch mittels Solarthermie genauso gute Energiewerte erzielen als wie der ganze "Neubauschrott" mit Wärmedämmung. Und 24°C Innenraumtemperatur OHNE aktiver Lüftung schaffen wir auch in unserer Wohnung. Nur worauf wir wohl zukünftig im Schlafraum nicht mehr verzichten werden, ist die von Ihnen angesprochene Klimaanlage. Warum? Aus gesundheitlichen Gründen, weil einer von uns herzbedingte Schwierigkeiten bei diesen Temperaturen inzwischen bekommt und wir somit zumindestens einen gesunden Schlaf genießen können, der nicht tagelang "geschlaucht" aufgrund von Schlafmangel mitgetragen wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freidenker10 22.07.2019, 09:53
42.

Zitat von fuzzilogik
Wer in allen Bereichen dafür sorgt das ländliche Regionen unattraktiver werden, braucht sich nicht wundern das die Mieten in den Städten steigen. Nachtrichten der letzen Woche: -jedes 4. Krankenhaus soll geschlossen werden, besonders betroffen die ländlichen Regionen - jeden 4. Tag wird ein Hallenbad / Freibad geschlossen - Schulen werden zentralisiert..... Die hohen Mieten haben nicht nur eine Ursache- zu wenig Wohnungen- es sind viele kleine Mosaiksteinchen die zu dem Problem führen (schlechte öffentliche Verkehrsanbindung, langsames Internet, ärztliche Versorgung, Arbeitsplätze....usw.....) . Die Leute werden ja regelrecht aus den ländlcihen Gegenden vertrieben.... Zusätzlich kommt noch dazu das viele Gemeinden bei der Erschließung von Gewerbegebieten vollkommen alleingelassen werden, sie können das finanziell gar nicht stemmen. Die Politik sollte mal an den Ursachen arbeiten, nicht immer nur die Symptome bekämpfen. Die Mietpreisbremse wird langfristig dazu führen das die Metropolen weiter attraktiv bleiben , wer will das ?
Würde mich nicht wundern wenn sich der Trend in die Städte zu ziehen umkehrt und alle aufgrund der hohen Mieten und der Lebensqualität plötzlich aufs Land wollen und dort die Mieten explodieren. Spiele selbst schon mit dem Gedanken ins Umland zu ziehen, leider sind die Mieten in den Speckgürteln aber genauso hoch wie in der Stadt...!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sh.stefan.heitmann 22.07.2019, 09:57
43.

Zitat von krautrockfreak
muss man mal die Ursache des Problems angehen. Warum drängen die Leute vom Land in die Stadt? Weil dort die Dörfer "aussterben", weil die Infrastruktur immer schlechter wird. Aber die Lösung kann doch nicht sein, dass man baut, baut, baut, damit wertvollen Lebensraum zerstört und in den Dörfern steht gefühlt jedes zweite Haus leer. Oft auch, weil die typischen Dreifamilienhäuser nicht vermietet werden, da wohnt dann ein Rentner oder zwei drin, die brauchen kein Geld, wollen auch keine Mieter und dann stehen 250 qm leer. Kann man überall finden. Und egal, wie viel man in den Städten baut - es wird nie (!) genug sein, denn sowie die Situation sich entspannt, ziehen sofort mehr Menschen nach. Das kann man schön an den Megacities in Asien oder sonst wo sehen. Also bauen ist keine Lösung, nur das verstehen die Politiker nicht oder wollen es nicht verstehen, denn das steckt auch ein tolles Geldverdienmodell dahinter...
Ja und was wollen sie uns jetzt damit sagen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr-mucki 22.07.2019, 09:57
44. Gerichtsurteile und UVV

Zitat von almeo
Man macht es sich aber auch zu einfach, es immer auf das schlechte Internet, Funklöchern und sonstige staatliche Mängel zu schieben. Ich sehe es aktuell wieder bei meinem Arbeitgeber: Etwa 75% der Jobs hier wären problemlos im Home-Office möglich. Dagegen sträubt sich mein Arbeitgeber aber mit Händen und Füßen, mit den wirresten Begründungen die am Ende aber immer darauf hinauslaufen, dass man den Mitarbeitern im Home-Office nicht zutraut, dort auch 40 Stunden die Woche zu arbeiten.
Die Debatte um Home Office hat sich durch das EUGH Urteil und die UVV im Prinzip erledigt.

Wir hatten diese Debatte auch in unserer Firma schon sehr weit voran getrieben und dann kam ein Arbeitsschutzgutachter und hat einmal kurz die Pflichten zur Einhaltung der UVV bei Home Office Arbeitsplätzen für den Arbeitgeber aufgelistet.

Danach war das Projekt TOD...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sh.stefan.heitmann 22.07.2019, 09:59
45.

Zitat von PeterCollignon
und normale Investoren sind beim heutigen politischen Klima verrückt, wenn sie in Städten wie Berlin Wohnungen bauen, um dann später enteignet zu werden.
Wohnen ist ein Grundrecht und damit definitiv Aufgabe des Staates

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freidenker10 22.07.2019, 10:02
46.

Zitat von alt-nassauer
Ist das etwas Neues für Spiegel und SPON oder die wirkliche Welt außerhalb der Virtuellen. Ich hatte in den 80er Aufgrund "schlechten" Einkommens und Mangel an billigen Wohnungen keine Chance mich in München sesshaft zu werden. Anfang der 90er zur Wende den Schritt nach Berlin gewagt. Einkommen zwar besser. Aber den berühmt berüchtigten "Wohnraumbeschaffungsschein" (WBS), hätte ich nicht bekommen. Somit hatte ich nach drei Jahren, in ei Zimmer "Schlafkabine" un d der Aussicht 3000 DM Abstand für eine zwei Zimmer Wohnung bei knapp 500 Dm, auch keine Lust mehr auf Großstadt und Metropolen. Dann lieber auf das Land und etwas Eigenes. Das man damit jeden Morgen und Abend sich durch das Pendeln die Gesundheit ruiniert. Fehlende Infrastruktur - ordentlicher ÖPNV oder Dauerbaustellen. Das steht auf einem anderen Blatt. Wohnungsnot bzw. Knappheit ist wirklich nichts Neues. Auch wenn man es ständig Wiederholt. Der Leerstand und Spekulation und Umwandlung von Wohn raum ist auch seit Jahrzehnten bekannt!
Aufkleber in eine U-Bahn in Müncher Anfang der 90 ziger: "Helga über uns wird eine Kellerwohnung frei"! Stimmt, das Wohnungsproblem zumindest in München ist uralt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fluxus08 22.07.2019, 10:11
47. Insgesamt beträgt der Leerstand in Deutschland

rd. eine Million Einheiten - von Wohnungsknappheit per se kann also keine Rede sein.
Natürlich sieht die Situation auf dem Land völlig anders aus als in der Stadt.
Kommen wir also zur Klientel, die am liebsten für wenig Geld zentral in der Stadt leben wollen und dabei hochalpines Klima vorfinden möchten - liebe Leute, es gibt kein Grundrecht auf Bequemlichkeit und günstigen Wohnraum in der Innenstadt, also zieht doch auf's Land und hört auf mit den Ausreden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
whitewisent 22.07.2019, 10:13
48.

Mal ein ketzerischer Gegengedanke. Eine Stadt wie Berlin hat derzeit 3,6 Mil. Einwohner. Es mangelt an Wohnraum, Arbeitsplätzen, Fachärzten, Kita- und Schulplätzen. Die Ämter und Behörden sind personell unterbesetzt und dadurch überlastet. Genauso der veraltete Fuhrpark des ÖPNV, der zu Stoßzeiten nicht die Anforderungen des Berufsverkehrs schafft. Dazu noch eine Belastung X durch Brandenburger aus dem Umland welche die Vorteile der Großstadt nutzen. Und alles mit einer enormen Schuldenlast im Rücken, und dem Wissen, dass viele Leistungen nur durch den Länderfinanzausgleich zu stemmen sind.

Warum um alles in der Welt soll die Politik in dieser Stadt durch Wohnungsbau dafür sorgen, dass 4 oder 4,5 Mil. Menschen in diese Stadt passen, und den bereits hier Lebenden dadurch ihre Lebensverhältnisse weiter verschlechtern?

Das Leben ist Veränderung, und Berlin hat davon in den letzten 30 Jahren Viele gesehen. Eine war Anfang der 90er Jahre, daß es auf einmal zuviel Wohnraum gab. Was machten die undankbaren Menschen, um die man sich zuvor so aufwendig gekümmert hatte? Ein Teil zog weg, ein Teil suchte sich im Wohnungsmarkt bessere Wohnungen als man hatte. Den Preis zahlten Besitzer von veralteten und ungünstig gelegenen Wohnungen, häufig die kommunalen Wohnungsgesellschaften. Leerstand von 20% war üblich, bis zu 10% galt als "Durchschnitt". Und genauso kann es wieder werden. New York und andere Großstädte zeigen, was man dafür als Lohn bekommt, Slums und soziale Brennpunkte, denn Zuwanderer (egal ob aus Deutschland, der EU oder der Welt) suchen in Großstädten Glück und Reichtum, und bringen nicht Wohlstand mit. Der wird eher nach "Hause" in NRW, Bulgarien oder Eritrea transferiert, da es dort den Menschen noch schlechter geht.

Unter Strich ist das aktuelle Theater also eine Umverteilung des vermeintlichen Wohlstands der Städter auf die Fremden, welche nicht gerufen wurden, dies nicht danken, und was man sich eigentlich auch gar nicht leisten kann. Was es schlicht braucht ist eine staatliche Lenkung durch die Zentralgewalt, damit eben nicht jedes Bundesland ihr eigenes Süppchen pflegt. Alle Städte, die per Regionalbahn in 60 Minuten mit dem Berliner Hauptbahnhof erreichbar sind, müßte man endlich als Metropolregion zusammenfassen. Gleiches bei Hamburg, Frankfurt und Köln. Dort hätte man dann eine Masse, welche man auf die Bewohner wie Dorthinstrebende neu verteilen kann, durch Werbung und Qualität, nicht durch Druck, Not und schiere Masse.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mariakar 22.07.2019, 10:17
49. Wir wollten schon vor knapp 30 Jahren,

als ganz junges Paar, ethusiastisch in der Ortsmitte ein Haus aus dem 19Jhd. kaufen und renovieren. Schon sehr bald holte uns beeits seinerzeit die Realität ein. Ein Fass ohne Boden, Denkmalschutzauflagen, jenes und solches sollte berücksichtigt werden. An der Fassade durfte nichts geändert werden. Sahen wir ja noch für die Straßenseite ein, aber auch für die nichteinsehbare Ostseite? Wir haben dann die Finger davon gelassen und uns einen Bauplatz 20 km weg gesucht und dann so gebaut, wie es uns passte. Es sind dann ausländische Mitbürger in das Haus gezogen, mit einem entsprechend häufigen Wechsel. Irgendwann vor wenigern Jahren war das Haus so herunter, dass es zum Abriss freigegeben wurde.
Ergebnis: Ein erhaltenswertes Haus wurde geopfert, weiteres Land durch uns auf der grünen Wiese versiegelt und durch die tägliche Fahrt zur Arbeit auch noch die Umwelt belastet. Kurzsichtige Politik sage ich da nur.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 25