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IW-Studie: So groß ist die Wohnungsnot in deutschen Metropolen
Oliver Berg/dpa

Köln, München oder Stuttgart: In deutschen Großstädten fehlt Wohnraum. Wie groß der Mangel ist, zeigt eine neue Untersuchung. Doch nicht überall herrscht Wohnungsnot.

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alt-nassauer 22.07.2019, 11:03
70. Geschichte wiederholt sich...

Zitat von sonnemond
Seit 2011 über vier Millionen Zuwanderer über das EU-Freizügigkeitsabkommen aus Osteuropa. Plus 1,8 Millionen Menschen aus Drittländern plus Familiennachzug. Da fehlen halt Millionen Wohnungen besonders im Niedrigpreissegment. Und die Null-Zins-Politik der EZB treibt Anleger in Sachwerte, vorzugsweise Immobilien. Das treibt die Preise zusätzlich.
Schon Anfang der 90er vergessen das es für der Haustür einen Krieg gab? Die Jugoslawen waren sich uneinig. Aufgrund von Asyl mussten diese Leute auch untergebracht werden. Ende der 80er Jahre bis Anfang der 90er unter Kohl gab es auch schon eine Massive Debatte über Asylsuchende. Hatten wir "keine" Ausländerfeindlichen Auswüchse - Solingen, Hoyerswerda usw.?

Zu dem hatten sich viele Ostdeutsche im Westen eine neue Heimstätte gesucht. Den im Osten war nichts mit blühenden Landschaften. Wohnraum ja - aber keine Arbeit.

Jetzt kommt aber der Clou - selbst ohne Wende, ohne Flüchtlinge und Asylsuchende Mitte der 80er bis hin zum Krieg Balkan , fehlte es in D an Wohnungen (oft noch Bruchbuden). Im Wedding gab es es 1990 noch Nachkriegswohnungen , gerade mal Anfang der 60 Notdürftig renoviert. Diese waren in der Relation zwar Spottbillig, aber kaum zu bewohnen. Vielleicht nur unter Drogeneinfluss?

Das Problem bezahlbar und nicht vorhandener Wohnraum schieben wir seit 50 Jahren vor uns her. Was war dann Ende der 60er mit dem Wohnhaus-Besetzungen und sogenannten Instandbesetzungen?

Wohnraum der Jahrhundertwende wurde verkommen lassen um mit dem Baugrund zu spekulieren. Büro und Geschäftshäuser hatten in den Metropolen Vorrang. Bis vor wenigen Jahren wurde Stadtvillen Aufwendig zu Anwaltskanzleien/Praxen und zu hippen unbezahlbaren Wohnungen umgewandelt. Alteingesessene und Neu-Mieter mit schmaler Geldbörse waren und sind dort unerwünscht gewesen. Oder wie in Kreuzberg gerade Ausländer in "maroden" und Menschenunwürdigen Zustände Wohnraum überlassen. Da wollte bis zur Wende und ohne die"Neuen" Bewohner mit etwas mehr Geld keiner Leben.

Die Geschichte des fehlenden Wohnraums fängt nicht 2011 an.....

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schnubbeldu 22.07.2019, 11:04
71. im Grunde stimme ich Ihnen zu, ....

Zitat von dagmar1308
deutlich besser sein als Sanierung, da der Wohnwert und das Wohnraumvolumen auf begrenzter Grundstückfläche optimiert werden kann. Da wird oft der Abriß beklagt, weil die schöne Fassade.... Drinnen lebt man in einem dunklen Loch.... Dann entstehen statt 3 bescheuert geschnittenen Wohnungen neu 5 und jede mit 20 % mehr und optimierter Wohnfläche inclusive. Lichteinfall. Dem Statistiker am Schreibtisch erschließt sich dies scheinbar selten.
.... allerdings muss ich aber sagen, dass "viele" Neubau-MFH echt wie "leben in der Ölsardinendose" ist. Sozialer Brennpunkt in den kommenden 10 bis 20 Jahren vorprogrammiert.

Wenn ich durch Neubaugebiete gehe, und sehe auf welchem beengten Raum bebaut/gewohnt wird, muss ich sagen "nein danke". Bin selber froh um eine EG-Wohnung mit eigenem Gartenanteil, den ich gerne in meiner Freizeit gestalte und pflege. Ja, wollen heutzutage nicht mehr viele, weil ihnen der Zeitaufwand zu groß ist, außerdem zwei Verdiener bei den heutigen Preisen Vorraussetzung und eine Erbschaft sind, damit man den "Neubau"-Wohnstil noch leisten kann/darf. Und klar, es geht beengt zu, weil die Grundstückspreise so hoch sind. etc. pp. und was noch alles für Faktoren eine Rolle spielen.

Alles in Allem muss jeder selber wissen was er möchte und wie er auf lange Sicht wohnen möchte. Kurzum, die "Nachverdichtung" ist eine "tolle" Sache kann aber langfristig Gefahren mit sich bringen. Spielplätze oder öffentliche Bolzplätze für Kinder werden immer mehr dem Bauwahnsinn von Ölsardinendosen weichen müssen.

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dr.eldontyrell 22.07.2019, 11:13
72. Wäre ja schön

auf dem Land zu wohnen. Muss man sich nur leisten können. Und bereit sein, einen Haufen Lebenszeit im KFZ und Stau zu verbringen (weil Öffis reden wir mal garnicht drüber...). Es ist eigentlich egal wo man lebt, alles ist teuer. Auf dem Land ist zwar die Miete günstiger, aber alle paar Jahre ein mindestens neues Auto, weil man das andere totgefahren hat ist jetzt weder umweltfreundlich noch besonders günstig. In der Stadt kann man sich für das meiste das Auto sparen, dafür sind die Mieten hoch und die Jobs anwesend. Homeoffice ist offensichtlich von den Arbeitgebern und deren Lobby in der Politik nicht gewollt.
Ich habe es für den Raum Köln berechnet. Macht im Radius von 30km von der Miete her keinen Sinn, darüber hinaus von der Fahrerei und den damit verbundenen Kosten und dem Zeitverlust nicht (private Freizeit Preise ich bei der Jobsuche ein!). Bei dem Gehalt bleibt nur die Stadt.

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mr-mucki 22.07.2019, 11:13
73. Ländliches Dorf gleich Berlin

Zitat von magic88wand
Ich habe 2011 in Berlin eine Altbauwohnung zu 1000 Euro/qm gekauft und für weitere 300 Euro/qm kernsaniert. Für einen Neubau hätte ich locker das zwei- bis dreifache bezahlt.
Ich bin nicht ganz sicher, aber Berlin als Kleinstadt oder Dorf zu bezeichnen würde mir nicht einfallen.

Meine Aussage bezieht sich auf ländliche Gebiete, wie ich auch ausführte...

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Byrne 22.07.2019, 11:15
74. Ja, vollkommen verrückt!

Zitat von Kanalysiert
zu teuer. In München zahlt man jetzt schon für 60m2 Wohnklos EUR 1000+ kalt. Das ist vollkommen verrückt.
60 m2 als Wohnklo zu bezeichnen ist auch bezeichnend. Die Ansprüche an Wohnraum werden auch immer größer. Früher lebten Alleinstehende ganz selbstverständlich in 1-Zimmerwohnungen, heute müssen es unbedingt 2 Zimmer sein.

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streckengeher 22.07.2019, 11:27
75.

Zitat von 18112007
In Zeiten moderner Kommunikations- und Logistikmöglichkeiten müsste man eigentlich meinen, dass es gar nicht so wichtig ist, in einer Stadt zu wohnen, im Gegenteil, wenn nicht der ländlichere Raum noch viel mehr vernachlässigt würde, als der Wohnungsbau in den Städten. Wenn es auf der Fläche selbst in stadtnahen Gegenden nur schlechte Mobilfunknetze nebst Funklöchern und langsames Internet gibt, werden die Menschen und Unternehmen in die ohnehin schon überfüllten Städte getrieben.
Genau das aber liegt das Problem. Den ländlichen Raum zu versorgen ist teuer und oft ineffizient. Für eine Handvoll Einwohner braucht es kilometerlange Leitungen, Straßen usw. Die Infrastruktur dort wird ja nicht deswegen nicht von alleine gebaut, weil eine böse Macht das verhindert, sondern weil sie sich schlicht nicht rechnet. Volkswirtschaftlich ist daher die Konzentration auf die Städte absolut sinnvoll.

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streckengeher 22.07.2019, 11:31
76.

Zitat von echobravo
Warum in aller Welt sollte ich mein Geld für absolut überteueren, spekulativen Wohnraum rauswerfen!?
Weil Sie sich so die Kosten und die verplemperte Lebenszeit für die Pendelei ersparen? Eine ehrliche Rechnung über diese Kosten zeigt sehr schnell, dass Wohnen auf dem Land nur auf den ersten Blick billiger ist. Und nicht zuletzt: Weil Sie in einer Stadt auch im Alter von Arzt und Apotheke bis zum Supermarkt alles finden, was Sie zum Leben brauchen, während sie auf dem Dorf auf fremde Hilfe angewisen sind, sobald sie selber nicht mehr beweglich sind?

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sandmann888 22.07.2019, 11:32
77. Wohnungsnot? Ist relativ!

Zitat von spon-facebook-10000239462
Wohnraum ist knapp? Wenn alle das Gleiche wollen, ist es schon klar. Wenn ein bestimmtes Kontingent (Wohnraum) verbraucht ist, gibt es halt nix mehr und die Preise steigen. Niemand hat das Recht auf eine Wohnung direkt am Stachus oder mitten in Berlin. Wenn es dort nix mehr gibt, muss man halt woanders sehen, ob man was bekommt. Der Hype um die Wohnungnot ist absoluter Blödsinn.
Sehe ich auch so. Es gibt kein Grundrecht auf Wohnung in einer Großstadt. Ich bin jetzt seit 2 Monaten in München. Habe 2 Wochen gebraucht um eine zu mir passende 2-Zi Wohnung zu finden, nicht im Zentrum, aber noch in M. Hätte für deutlich weniger Geld auch sofort was im Umland haben können, aber "mann" ist ja bequem, wenn man es sich leisten kann. Von Wohnungsnot habe ich jedenfalls nichts mitbekommen bei meiner Suche.

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alt-nassauer 22.07.2019, 11:33
78. Richtig...

Zitat von Byrne
60 m2 als Wohnklo zu bezeichnen ist auch bezeichnend. Die Ansprüche an Wohnraum werden auch immer größer. Früher lebten Alleinstehende ganz selbstverständlich in 1-Zimmerwohnungen, heute müssen es unbedingt 2 Zimmer sein.
Warum muss eine Familie mit einem und zwei Kinder für jedes Kind ein Kinderzimmer haben. Früher haben die Kinder bei den Eltern geschlafen oder Zusammen in Hochbetten... Auch wenn es mehr als zwei Kinder waren!

Ist schon heftig welche Ansprüche die Menschen heute stellen... Weshalb noch einmal fließendes Wasser? -Ironie- aus!

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magic88wand 22.07.2019, 11:36
79. Was völlig egal ist

Zitat von mr-mucki
Ich bin nicht ganz sicher, aber Berlin als Kleinstadt oder Dorf zu bezeichnen würde mir nicht einfallen. Meine Aussage bezieht sich auf ländliche Gebiete, wie ich auch ausführte...
Auch auf dem Lande und in Kleinstädten gibt es bezugsfähige (wenngleich nicht perfekt renovierte) ältere Einfamilienhäuser, die - nach Abzug des Bodenwertes - für 50.000 bis 100.000 Euro zu haben sind. Ich werde demnächst eines anbieten - und rechne nicht mit allzu großem Interesse. Viele Leute wollen Neubauten, weil "gebrauchte" Häuser igittigitt sind. Auch wenn es viel mehr kostet, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.

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