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IW-Studie: So groß ist die Wohnungsnot in deutschen Metropolen
Oliver Berg/dpa

Köln, München oder Stuttgart: In deutschen Großstädten fehlt Wohnraum. Wie groß der Mangel ist, zeigt eine neue Untersuchung. Doch nicht überall herrscht Wohnungsnot.

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Marut 22.07.2019, 11:38
80. Ein ganz anderes Interesse gibt es auch noch.

Die Tatsache, dass in der Städten nur noch überteuerter Wohnraum zu haben ist, ist auch ganz im Interesse einer anderen Industrie: der Autoindustrie. Indem immer mehr Menschen in das Umland ziehen, aber weiterhin in der Stadt arbeiten, ist sicher gestellt, dass ein erwünscht hoher Bedarf an Pendlerverkehr erhalten bleibt, bzw zusätzlich erzeugt wird. Der Arbeitsplatzpendler ist für die schwächelnde Autoindustrie, die gerade in D-Land die Zukunft verschlafen hat, ein zuverlässiger Gewinnbringer. Einmal ist der Pendler ein Individualfahrer, der lieber alleine in der eigenen Blechkiste sitzt, als Fahrgemeinschaften zu bilden, zusätzlich braucht seine Familie, die ja auf dem infrastruktur-(bewußt)-vernachläßigten landlichen Bereich wohnt dann auch ein weiteres Auto - während das Pendlerfahrzeug den ganzen ungenutzt in der Stadt rumsteht.
Indem immer mehr Leute wieder ins Umland ziehen, wird zumindestens bei diesen Leuten verhindert, dass sie sich dem um sich greifende Trend von Städtern - "warum brauche ich ein eigenes Auto" - evtl. auch anschließen.
So wird der Umlandbewohner zum sicher gewinnbringenden Unterstützer der Autoindustrie. Das die dann auch kein Interesse daran hat, dass sich der Wohnungs- und Mietentrend verbessert und sie ihre Lobbyarbeit auch in diese Richtung betreibt ist naheliegend.

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hexenbesen.65 22.07.2019, 11:40
81.

Zitat von uhlenbusch
Jährlich beglückt die Politik unterschiedliche Klientel mit neuen Wohltaten. Neuerdings muss in Niedersachsen grundsätzlich barrierefrei gebaut werden, egal wie sinnvoll es ist, bei Neubauten bis unter das Dach barrierefreie Wohnungen zu bauen, statt nur im EG . Mehrkosten 5-10%. Für viele Unternehmen lohnt es sich nicht mehr zu bauen und wenn, dann nur im hochpreisigen Segment. So entsteht nicht eine bezahlbare, barrierefreie Wohnung. Schuld ist die Politik, die hier leider nicht also solche benannt wurde. "Strenge Vorschriften" fallen ja nicht vom Himmel.
Wiso sollte man nicht schon im VORHINEIN "an später" denken mit Barrierefrei ???? Finde ich gut . Altersgerecht ! Barierefrei heist: Ohne Stufen.
Und wenn Sie mal in den Genuß gekommen sind, mal vorrübergehend (durch was auch immer) im Rollstuhl sitzen zu müssen, werden Sie dankbar drum sein.
Ist uns passiert. Haben uns eine Wohnung gekauft (keiner auf "Barrierefrei" geachtet...weil wir noch relativ "jung" waren---Ein Nachbar, älterere lieber Herr mit 90 hat gemeint: Die Wohnungen sind alle Behindertengerecht hier im Haus - war uns da relativ egal.
Tja, durch einen Beinbruch war ich auf den Rollstuhl angewiesen... Gott sei dank ist unser Haus Barierefrei gebaut...wie hätte ich sonst in den 3.OG kommen können ? Ich hab mit dem Rolli ins Bad fahren können. Meine Mutter zb (sie ist 78 --hat schwere Knieathrose) hat ein kleines Häuschen...eng, steile Treppe, verwinkelt... Sie kommt kaum noch die Treppe hoch..
Und ob die Wohnungen durch "Bariere-Frei" teurer gebaut werden müssen, glaub ich nicht. (Die Türen liegen mit Rollstuhlbreite auch in der Norm- sind also keine Sonderanfertigungen). Ist eben "Mode" geworden, und somit zocken die Bauträger gern noch ein bißchen was für sich ab.

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Nonvaio01 22.07.2019, 11:45
82. ja und?

Zitat von almeo
Abgesehen davon, dass dieser Kommentar vor Klischees nur so strotzt - ich schrieb es eben schon mal: Es geht nicht um den urbanen Hipster, es geht um pendelnde Facharbeiter die jeden Tag Stunden durch das Pendeln verlieren, Renter, Studenten, Azubis - eben "ganz normale" Menschen, die vom Mietpreisdruck betroffen sind. "Harry aus der Provinz" der dank Internet am Leben in der hippen Großstadt interessiert ist (der Gedanke alleine ist schon absurd genug!) ist nun wirklich das kleinste Problem der Ballungsräume...!
schauen Sie sich mal den rest der Welt an.....entweder man lebt im Gruenen und muss 3-4 std am, tag pendeln, oder man lebt zu ueberteuerten preisen in der stadt.

Ich lebe 50km ausserhalb von Dublin, miete sind 1200€ im monat fuer 3 zimmer reihenhaus. 1.5std am morgen und 1.5std am abend.

In Dublin selber kann man wohnraum nicht bezahlen, da kostet 1 zimmer appartment 1200€. 3 Zimmer reihenhaus ca 2100€.

Ich hab mich mit einem arbeitgeber auf 4 tage a 10 std geeinigt, so have ich 3 tage am stueck frei, das gleicht es aus.

Das ist in jeder grossen Weltstadt das gleiche.

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chrimirk 22.07.2019, 11:47
83. Wenn es in den Großstädten so schlimm ist,...

... dann zieht doch weg. Es gibt so viele schöne und bedeutend preiswertere Regionen in D., dass damit die teuren Ballungsräume -wenn man alles zusammenzählt- völlig konkurrenzlos und dazu auch noch ungesund sind! Nur eine Frage der Zeit, bis statt Stuttgart, Heilbronn o.ä. , statt Berlin, die vielen Orte in der Umgebung (z. B. Frankfurt/Oder) usw. bevorzugt werden.
Alternativen gibt es überall. Nur die eigene Trägheit, besonders die gedankliche!, ....die macht uns wegen der Begriffe, wie: "aufstehen/umziehen/andere Leute/neues Umfeld usw.", so schwer.
Also dann bleibt wo ihr seid!

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Sendungsverfolger 22.07.2019, 11:49
84. Was denn?

Zitat von mr-mucki
Die Debatte um Home Office hat sich durch das EUGH Urteil und die UVV im Prinzip erledigt. Wir hatten diese Debatte auch in unserer Firma schon sehr weit voran getrieben und dann kam ein Arbeitsschutzgutachter und hat einmal kurz die Pflichten zur Einhaltung der UVV bei Home Office Arbeitsplätzen für den Arbeitgeber aufgelistet. Danach war das Projekt TOD...
Welches Urteil des EuGH meinen Sie denn? M.W. hat der EuGH in letzter Zeit nämlich nur über die Arbeitszeiterfassung entschieden und nicht über UVV. Und das "Problem" der AZE wäre kostenneutral zu lösen.

Und was soll jetzt ein besonderes Hinderniss für Telearbeit im Sinne der UVV sein, was die ArbeitsstättenVO von 2016 nicht eh regelt? Denn die macht Arbeitgebern bei Homeoffice keine besonders unerfüllbaren Vorgaben. Also, warum sollte es dann "TOD" sein?

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Byrne 22.07.2019, 11:53
85. ?

Zitat von alt-nassauer
Warum muss eine Familie mit einem und zwei Kinder für jedes Kind ein Kinderzimmer haben. Früher haben die Kinder bei den Eltern geschlafen oder Zusammen in Hochbetten... Auch wenn es mehr als zwei Kinder waren! Ist schon heftig welche Ansprüche die Menschen heute stellen... Weshalb noch einmal fließendes Wasser? -Ironie- aus!
Was soll diese Antwort? Ich habe von Alleinstehenden geschrieben, die mittlerweile selbstverständlich 2 Zimmer verlangen, nicht von Familien!

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freigeistiger 22.07.2019, 11:57
86. Mehrere Ursachen

In den Zentren und Ballungsgebieten war preiswerter Wohnraum schon seit Jahrzehnten knapp. Das Problem hat sich in den letzten Jahren rasant verstärkt. Die Arbeitsplätze konzentrieren sich immer mehr in den Zentren, die Einkommen im mittleren und unteren Bereich stagnieren, die Studierendenzahlen explodieren, 400Tsd Zuzüge pro Jahr vornehmlich in die Zentren, die EZB Nullzinspolitik, Geldflutungen der Finanzanlageunternehmen. Das alles steigert die Nachfrage nach preiswertem Wohnraum, bei gleichzeitiger Umwandlung von Wohnungen in Renditeobjekte.

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Misha 22.07.2019, 11:58
87. Raten Sie mal...

Zitat von bluebill
Der Privatisierungswahn vergangener Jahre zeigt jetzt seine Folgen. Kommunale Wohnungen wurden meistbietend verkauft, ebenso viele Bereiche der Daseinsvorsorge,. In den Städten AirBnB und ähnliche Formen der illegalen Hotellerie ausbremsen, Leerstand hochpreisig bestrafen, für Umbau oder Umwidmung bestehender Gebäude die Vorschriften lockern. Und die ehemaligen Kommunalbestände zurückführen, durch Kauf oder notfalls Enteignung. Nur braucht es dafür Mut und Abkehr von der blinden Markthörigkeit. Die Märkte werden es nämlich nicht richten, die sind die Grundlage für das Problem.
Raten Sie mal, warum privatisiert werden mußte? Ja, die staatlichen Ausgaben waren und sind einfach zu hoch. Und irgendwann geht es an die Substanz. Ach, sie würden Investitionen streichen? Na, dann dauert der Ausbau des ÖPNVs halt deutlich länger oder die dringend benötigte Sanierung der Straßen und Autobahnen dauert noch länger. Ach, vielleicht an Polizei und Behörden sparen? Na dann viel Vergnügen mit der steigenden Kriminalität und Clanwesen. Hmm, vielleicht an Bildung sparen? Na, das sichert garantiert nicht die Zukunft des Landes. usw.....
Wei wäre es mit: Lockerung der ENEV ("scheiß auf Pariser Klimaabkommen, bringt sowieso nix in Deutschland"), Investition in die Unter- und Mittelzentren (raus aufs Land). Sie regen das ja auch an...

Warum sollten Politiker und Behörden, die auf die Wiederwahl schauen, bessere Entscheidungen treffen als Firmen, die dem freien Markt und dem Willen des Konsumenten ausgeliefert sind?

Nur eines: Sie selbst sind Teil des Marktes....

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pepe_sargnagel_der_zweite 22.07.2019, 12:04
88.

Wohnungsbau genoß keine Priorität:
1) Deutschlands Bevölkerung schrumpft.
2) Man hat -aus welchen Gründen auch immer- angenommen, dass diese Schrumpfung über die Regionen gleichverteilt ist.
3) Was lernen wir daraus?
Prognosen sind einfach das Papier nicht wert, worauf sie geschrieben wurden.

Aus einer anderen Prognose ("wir brauchen ein großes Abwassersystem") habe ich aber auch gelernt, dass der technologische Fortschritt (Maschinen benötigen heute weniger Wasser als die alten Modelle) oder sonstige Änderungen aus einer "vernünftigen Prognose" reine Makulatur machen. Und wir erleben gerade eine dramatische gesellschaftliche Veränderung, indem Zuwanderung gepaart mit Landflucht auftreten.
Das war damals nicht vorhersehbar, aber es bestätigt wiederum, dass Prognosen das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Erst recht keine Punktprognosen, wie sie in den Medien vorgestellt und diskutiert werden. Könnte man nicht sorgsamer mit Statistiken und Prognosen umgehen? Ich bitte darum!

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mr-mucki 22.07.2019, 12:10
89. Details

Zitat von Sendungsverfolger
Welches Urteil des EuGH meinen Sie denn? M.W. hat der EuGH in letzter Zeit nämlich nur über die Arbeitszeiterfassung entschieden und nicht über UVV. Und das "Problem" der AZE wäre kostenneutral zu lösen. Und was soll jetzt ein besonderes Hinderniss für Telearbeit im Sinne der UVV sein, was die ArbeitsstättenVO von 2016 nicht eh regelt? Denn die macht Arbeitgebern bei Homeoffice keine besonders unerfüllbaren Vorgaben. Also, warum sollte es dann "TOD" sein?
Richtig das EuGH hat zur Arbeitszeiterfassung entschieden. (Über UVV habe ich nicht im Zusammenhang mit einem Urteil geschrieben).

Die Arbeitszeiterfassung kann leider nicht kostenneutral erfolgen, jedenfalls nicht für die meisten Unternehmen, denn dafür müsste ein komplett neues Zeiterfassungssystem implementiert werden, welches schon reichlich Kosten mit sich bringt.
Dazu gibt es Studien der Gewerkschaften und des Arbeitgeberverbandes (Ja, Interessen geleitet kann sein, aber so abwegig ist das nicht).

Dann die UVV. Der Arbeitgeber ist für die Arbeitssicherheit am Arbeitsplatz verantwortlich (Pflicht). Um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten muss er die Arbeitsplätze Arbeitssichertechnisch einrichten. Für Büroarbeitsplätze bedeutet, die passender Monitor, Stuhl, Schreibtisch, Drucker muss wegen Feinstaub in externen Raum, die Sanitärräume müssen entsprechend ausgerüstet sein usw. Außerdem ist der Arbeitgeber verpflichtet die elektrischen Geräte zu prüfen und bei Mangel zu entfernen. Die Liste geht immer so weiter...

D.h. der Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer einen Home Office Arbeitsplatz einrichten, nach diesen Standards und diese ebenfalls überprüfen. Von Erste Hilfe und was bei Unfall passiert will ich gar nicht anfangen.

Der Gesetzgeber müsste erst einmal dafür sorgen, dass diese Vorschriften dementsprechend angepasst werden, dass der Arbeitgeber nicht komplett ins Risiko läuft Verfehlungen zu begehen.

Zu dem ganzen Komplex haben die VDI Nachrichten einen Artikel verfasst (war dieses Jahr im Frühjahr). Dort wurde alles sehr gut dargestellt und welche Hürden zum Home Office erstmal abgebaut werden müssen.

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