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Jahrestagung von IWF und Weltbank: Für Europa wird es wieder brenzlig, und Italien is
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Bei der Jahrestagung des IWF ist Europa wieder Problemfall - wegen Italien. Weil die Regierung in Rom Wahlgeschenke verteilen will, stürzt sich das Land ins Schuldenmachen. Wie hart wird die EU darauf reagieren?

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keksen 12.10.2018, 12:37
10.

Zitat von Neapolitaner
wie es sich finanzieren will. Wenn Italien neue Schulden aufnehmen möchte, ist das eine Entscheidung Italiens. NIemand ist gezwungen, diese Staatsanleihen zu kaufen. Das weitere regelt der Markt. Man kann auch Italien von außen nicht verbieten, in die Staatspleite zu gehen. Dabei ist Italien keinesfalls so schlecht aufgestellt, dass das notwendig wäre. Italien wäre auch schlecht beraten, das zu tun. Aber diese Erkenntnis muss in Italien selbst kommen. Dass die "EuroRettung" dabei in Gefahr kommt, ist nicht die Schuld Italiens. Sondern derjenigen, die eine evtl. Überschuldungskrise eine Euro-Landes mit "Euro-Rettung" überhaupt in Zusammenhang brachten. Was wiederum durch einen Mangel an Urteilsvermögen zustande kam.
Die Italiener würden es mit Sicherheit gleichgültig hinnehmen, sollte Deutschland mal auf derartige Ideen kommen. ;-)

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jaybeexxx 12.10.2018, 12:38
11. SPON: Was würde eigentlich passieren?

Wir haben verstanden, Italien ist zu gross zum "retten" und die Gefahr einer Staatspleite besteht. Was bedeutet das für uns? Müssen wir für die Schulden der Italiener haften? Es heisst immer der Euro ist in Gefahr - aber warum? Kann man das Problem Italien irgendwie isolieren? Wäre für mehr Hintergrund dankbar.

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Erythronium2 12.10.2018, 12:43
12.

Der Euro wäre so eine tolle Einrichtung, wenn er nur auf Dauer funktionieren könnte. Die Eurokrise ist mit Macht zurück und zwar genau da, wo es alle erwartet und befürchtet haben: in Italien. Sollten die "Euro-Retter" nächstens versuchen, auch noch Italien mit viel nicht vorhandenem Geld (sprich Bürgschaften und Schulden) vor den steigenden Zinsen zu "retten", dann wird es leider auch noch einen richtig guten und dringenden Grund geben, antieuropäisch zu wählen. Ansonsten reicht es, wenn der italienische Haushalt nicht von der EU genehmigt wird und wenn das Ankaufprogramm der EZB für Staatsanleihen beendet wird. Dann wird der Markt das schon regeln oder Italien hilft sich anders, also per EU- und Euroaustritt oder per Parallelwährung, die dann kräftig abwertet. Und die Inflation wird im Euro-Raum dann nochmals ansteigen.

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ruinbyezb 12.10.2018, 12:54
13. Draghi hat das italienische Feuer mit VIEL ÖL bekämpft ...

… und der EUGH hat die Anleihekäufe als rechtens angesehen.

Das sind doch die Signale für noch mehr Schulden.

Die Steuerungswirkung des Zinsens wurde durch Draghi und Konsorten (natürlich politisch gesteuert) aufgehoben. Am Ende sind es wieder die bösen Banken, die den Staaten (insbesondere Italien, Griechenland, usw.) erst Kredite geben mussten und anschließend gerettet werden müssen. Dann schimpfen die Politiker, die den Banken weitere Kredite abgeschwätzt haben, auf diejenigen, die sie finanziert haben.

Im nächsten Jahr fliegt dieses EU - Gebilde ohnehin auseinander; Leute mit Verstand sind in dieser EU ohne nicht gefragt.

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maschseefest 12.10.2018, 13:07
14. Moral Hazard Problem

In der Fischerei gibt es das Moral Hazard Problem, dass jeder Fischer versucht, das beste für sich rauszuholen, am Ende dann aber alle verlieren. Genauso ist es in der EU. Alle Staaten (mit Ausnahme von Deutschland, Niederlande) drücken ihnen wichtige Belange durch, koste es was wolle. Das Land, das am dreistesten agiert (in diesem Fall Italien) wird am Ende belohnt, da die Zeche ja alle Länder zahlen. Vielleicht wäre es doch besser, wenn es Eurobonds geben würde, weil dann zumindest die Zahlen auf dem Tisch liegen würden, so laufen die Zahlungen versteckt über target2. Die Rechnung dafür wird den Deutschen erst in einigen Jahren präsentiert werden. Dann kommt das böse Erwachen. Die Verantwortlichen wie Merkel oder Scholz sind dann schon längst in Pension und lassen es sich gut gehen...

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Berliner42 12.10.2018, 13:07
15.

Zitat von jaybeexxx
Wir haben verstanden, Italien ist zu gross zum "retten" und die Gefahr einer Staatspleite besteht. Was bedeutet das für uns? Müssen wir für die Schulden der Italiener haften?
Die EZB müßte ihre Italien-Anleihen abschreiben. Deutschland als Anteilseigner der EZB müßte das als Verlust ausweisen. Dazu kommen die hunderte Miliarden Target-2-Salden, die dann verfallen würden. Irgendwer muß auch das "in die Bücher" nehmen.

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MichaelundNilma 12.10.2018, 13:08
16. Zahnlose Gemeinschaft

Wer einem Verein beitritt, hat sich an die Vereinssatzung zu halten. Wer gegen diese verstößt, kann seine Mitgliedschaft verlieren. Die europäische Union ist ein Zusammenschluß europäischer Staaten (Mitglieder) und die „Vereinsregeln“ sind nicht bloß Regeln sondern ein Vertrag (Vertrag von Maastricht). Was bei diesem Vertrag bewußt oder aus Dummheit „vergessen“ wurde sind Maßnahmen, welche bei Vertragsverletzung zwingend zur Anwendung kommen müssen. Die Betonung liegt auf zwingend. Sonst funktionieren weder Vereinsregeln noch Verträge. Beispielhaft dafür steht der Brexit. Es läuft eine Uhr mit Zeitfenster, welche das regelt und nicht ein Rauswurf der nur mit den Stimmen aller Mitgliedsländer, außer dem zu sanktionierenden Land, funktioniert. Was im Falle Polens und Ungarns, nach dem Motto tust du mir nichts, tu ich dir nichts, beispielhaft für ein Scheitern von Sanktionsmöglichkeiten steht. Offenbar wurde dieser Vertrag von Stümpern gemacht. Das Süd – und Osteuropäer gerne und oft auf Regeln und Verträge pfeifen, war Bürgern mit Verstand schon immer bewußt. Man kennt schließlich seine Pappenheimer. Mentalitäten ändern sich nicht. Regeln auf deren Nichteinhaltung keine zwingenden Sanktionen folgen, sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. So auch im Falle Italiens, einem von mehreren notorischen Dauerregelbrechern. Diese Fehlkonstruktion des Maastrichtvertrages ist mit ein Grund für die Inakzeptanz eines europäischen Zentralstaates.

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wasistlosnix 12.10.2018, 13:09
17. Alles wäre kein Problem

wenn man Schulden machen würde um zu investieren und den Schuldendienst zu bedienen.
Wenn aber Schulden gemacht werden um den Schuldienst zu bedienen dann klemmt es halt.

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hamburger-humanist 12.10.2018, 13:09
18.

Warum eigentlich werden die Schulden eines Landes zu seiner jährlichen Wirtschaftsleistung gesetzt? Würde man bei einer Privatperson doch auch nicht machen. Oder vergleicht jemand, der für sein Haus einen Kredit über 200.000 Euro aufnimmt, diesen Kredit mit seinen 30-40.000 Euro Jahreseinkommen?
Warum dürfen sich Staaten mit nur 60 % ihrer Wirtschaftsleistung verschulden, 300-400% bei Privatpersonen sind aber kein Problem?

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Glocknerkönig 12.10.2018, 13:13
19. WAS tun die Damen und Herren Politiker

in Brüssel und in den Mitgliedsländern eigentlich, warum leisten wir uns teure Institutionen die kein Mandat und wahrscheinlich auch keine Lust haben aus gemachten Erfahrungen zu lernen und Dinge entsprechend zu verändern. Wieso ist es immer noch möglich dass einzelne Mitgliedsländer sich auf Kosten der anderen exorbitant verschulden?

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