Forum: Wirtschaft
Jamaika und die Weltwirtschaft: Vergesst die Schwarze Null
DPA

Auf kaum etwas konnten sich die Möchtegern-Koalitionäre von Jamaika bislang einigen - außer auf einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Das ist absurd. Und gefährlich.

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jo_manji65 29.10.2017, 13:50
1. Reset

...bei der nächsten großen Krise wird es einen Reset geben müssen...sprich Schuldenerlass...außer man will die gesamte EU Bevölkerung enteignen und versklaven...das werden sich die Bürger nicht gefallen lassen...so viel steht fest...

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grommeck 29.10.2017, 13:50
2. Billionen Schulden hat der Staat, sprich der Bürger. Aber gleichzeitig

eine zerstörte Infrastruktur, ein Abzockergesundheitswesen, Mietwucher und mehr und mehr Millionäre und Milliardäre. Es läuft wohl etwas gründlich falsch und das mit Wissen der Regierung. Die schwarzen Nullen sind nicht mehr allein. Sie haben jetzt gelbe und grüne Nullen neben sich!!

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Bürger Icks 29.10.2017, 13:50
3. Das wird eh nix mit "Jamaica"

Zumindest kann man das nur hoffen!

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curiosus_ 29.10.2017, 13:53
4. Manchen Kolumnisten ist auch nichts...

...zu blöd um für neue Staatsschulden zu plädieren. Selbst dann, wenn gilt:

Zitat von Henrik Müller
In einer solchen Situation müsste der deutsche Staat eigentlich große Überschüsse einfahren...
Also, wenn nicht jetzt, wann dann? Aber nein,

Zitat von Henrik Müller
die außenwirtschaftliche Logik jedoch sieht komplett anders aus.... Wir haben den mit Abstand größten Überschuss weltweit: 275 Milliarden Dollar pro Jahr... Das ist die Lage: Die binnenwirtschaftliche und die außenwirtschaftliche Logik widersprechen sich völlig. Die eine Seite spricht für Sparen, die andere für Geldausgeben.
(Nebenbei: Die wirtschaftliche Logik sagt einem, dass wir international viel zu wettbewerbsfähig sind. Unser Preis- / Leistungsverhältnis viel zu niedrig ist. Und dass das sicher nichts mit staatlichem Sparen oder Geldausgeben zu tun hat. Sondern damit, ob man seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in Form von, per Kapitalexport ins Ausland finanzierten Exportübelschüssen, zu einem Gutteil exportiert oder ob man sie im Land hält. Das ist die Logik: Wettbewerbsfähigkeit! Und sonst nichts. Da müsste man logischerweise ansetzen (eigene Währung oder Lohnsteigerungen (innere Aufwertung) oder Exportsteuer).)

Da fragt man sich, welche Logik? Und die kommt dann auch:

Zitat von Henrik Müller
Es braucht einen Kompromiss. Und als solcher ist die Schwarze Null nicht die schlechteste Strategie... Und die Umstände können sich radikal ändern. Es lohnt sich deshalb, sich gedanklich darauf vorzubereiten. ...Wacklig wie die Zeiten sind, sollte die nächste Bundesregierung sich auf allerlei Unwägbarkeiten gefasst machen, die in den kommenden Jahren hereinbrechen können: die nächste Rezession... Dogmen und Glaubensbekenntnisse haben da nichts zu suchen.
Ja, was denn nun? Etwa schwarze Null wenn’s brummt, Schulden machen wenn’s klemmt? Antizyklisch? Wo liegt denn nun das Problem? Das ist selbst bei der Schuldenbremse (schwarze Null) so vorgesehen:

Ausnahmen vom Kreditaufnahmeverbot sind bei der Aufstellung der Haushalte von Bund und Ländern vorgesehen:

Zur symmetrischen Berücksichtigung einer von der Normallage abweichenden Konjunkturentwicklung (konjunkturelle Komponente), wodurch antizyklisch Kreditaufnahmen im Abschwung ermöglicht werden (antizyklische Finanzpolitik, Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG).


Schnee von vorvorgestern. Was sollte mir die Kolumne jetzt sagen? Oder was wollte sie sagen ohne sich zu trauen?

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von Hinnen 29.10.2017, 13:54
5. Ein ausgeglichener Haushalt ist also gefährlich und absurd.

Sagt jemand, dessen Konten schon seit Jahren gesperrt sind, der ständig sein Zimmerchen wechselt und sich seine Honorare nur noch bar auszahlen lässt. :-)

Einen eigenen Haushalt hat er angesichts seines Schuldenstandes schon lange nicht mehr und seine Frau ist ihm auch weggelaufen. Aber immer noch: "Es lebe der Pump".

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florian29 29.10.2017, 14:03
6. Was will uns dieser Artikel sagen?

Laßt uns trotz Rekordsteuereinnahmen so viel Geld rauswerfen, daß wir neue Schulden aufnehmen müssen! Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen. Ich weiß nicht wann der Spiegel seinen ökonomischen Sachverstand abgegeben hat (oder hatte er ihn jemals?), aber zu propagieren man sollte Schulden machen obwohl es gut läuft, will mir einfach nicht in den Kopf.

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Zaunsfeld 29.10.2017, 14:11
7.

Ich frage mich ernsthaft, warum in letzter Zeit immer alle so auf der schwarzen Null bzw. auf einem ausgeglichenen Staatshaushalt herumhacken.
Diese Regelung, die von der vorletzten großen Koalition gefunden und durchgesetzt wurde, halte ich für eine sehr große Errungenschaft. Das Durchsetzen dieser Regelung war eine enorme politische und gesellschaftliche Kraftanstrengung. Sogar das Grundgesetz musste dafür geändert werden mit Zwei-Drittel-Mehrheit sowohl im Bund als auch in den Ländern. Es gab damals nur ein schmales Zeitfenster, um diese umzusetzen. Heute wäre eine solche Grundgesetzänderung aufgrund fehlender Zwei-Drittel-Mehrheiten in Bund und Ländern gar nicht mehr möglich.

Kann sich denn niemand mehr daran erinnern, warum dies vor nun über 10 Jahren mal eingeführt wurde?
Seit Ende der 60er Jahre wurden JEDES Jahr neue zusätzliche Schulden aufgenommen. Der Schuldenberg der deutschen Staatshaushalte wurde von Jahr zu Jahr immer größer und größer und wuchs nicht nur linear, sondern exponentiell, was logisch ist in einem Zinssystem. Die älteren Generationen haben Geld ausgegeben und zum großen Teil auch verschwendet, was sie selbst nicht erwirtschaftet haben und das irgendwann mal die Kinder und Enkel und Urenkel mit Zins und Zinseszins doppelt und dreifach mit ihrer Arbeitskraft und den daraus gewonnenen Steuern zurückzahlen müssen.

Dazu kommt die Erkenntnis, dass überschuldete Staaten völlig handlungsunfähig und externen Kräften hilflos ausgeliefert sind. Dazu braucht man sich nur mal anschauen, wie hilflos Griechenland, Irland, Island, aber auch Spanien, Portugal und Italien in Folge der Finanzkrise, auf die dann aufgrund der Bankenrettungen eine Staatsfinanzkrise folgte, dastanden und wie sie sich von außen erzwungenen Regeln und Forderungen ihrer Gläubiger beugen mussten, nur um am Kapitalmarkt mit neuen Schulden ihre fällig werdenden alten Schulden wieder refinanzieren zu können. Deutschland kam in dieser ganzen Situation relativ glimpflich davon, und zwar nicht gerade trotz sondern wegen der Tatsache, dass Deutschland schon viele Jahre vor Beginn der Finanzkrise damit begonnen hat, die Neuschuldenaufnahme konsequent abzubauen und nun seit einigen Jahren einen ausgeglichenen Haushalt hat. Denn genau DAS ist einer der Hauptgründe, warum Deutschland heute unter den Top 5 der vertrauenswürdigsten Schuldnern der Welt steht.

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schadland 29.10.2017, 14:12
8. Die schwarze Null

verstehe ich als Zeichen, dass die Koalition, kommt sie denn zustande, sich zügeln will beim Verplempern meiner Steuerzahlungen zugunsten der politischen Vorzeigeprojekte der Jamaikaner. Das finde erst einmal nicht schlecht..
Was soll die Bundesregierung denn tun? Soll sie die wirtschafts- und finanzpolitischen Fehler und Risiken anderer Nationalstatten nachmachen und ihnen nacheifern? da bin ich -Risiken nicht ausgeschlossen- eher für eine konsequente und geschlossene Wirtschafts- und Finanzpolitik wie si e um Glück im Wesentlichen in den vergangenen Jahren stattgefunden hat,

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jensen12345 29.10.2017, 14:15
9. Spon

sollte sich mal bewusst machen, dass in Deutschland allein der Bund über 2 Billionen (!) Euro Schulden hat und Jahr für Jahr zig Milliarden für die Alimentierung der Flüchtling zahlen wird. Wenn SPON jetzt noch fordert, der Staat sollte kräftig weiter Schulden machen, ist das absolut verantwortungslos den kommenden Generationen gegenüber in diesem Land.

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