Forum: Wirtschaft
Japan : Abe kündigt milliardenschweres Konjunkturpaket an
AFP

Mit mehr als 240 Milliarden Euro will Shinzo Abe Japans schwächelnde Wirtschaft beleben. Dadurch setzt der Ministerpräsident auch die Notenbank seines Landes unter Druck.

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nieselpriem 27.07.2016, 18:35
10. Japan....

hat genauso wie Deutschland Lohndumping betrieben.
Die Maßnahmen kommen viel zu spät und wenn sie greifen sollten dauert das mindestens 20 Jahre.
Der Neoliberalismus hat sich besiegt und ist am Ende.

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eks2040 27.07.2016, 18:55
11. Japan... Neuer Geldsegen

Wenn es mit der Konjunktur hapert, die Politik nicht weiter weiss, dann muss halt die Geldpresse angeworfen werden. Der Geldsegen ist leider nur eine Kredit, und der Wunsch auf Inflation mag sogar helfen, die guten Yen mit schlechten/abgewerteten/inflationierten zurueck zu zahlen.. Und ist das ein Unterschied zur EU oder USA??
Die Buerger/Sparer duerfen es bezahlen! Karl

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prince62 27.07.2016, 19:00
12. Das wievielte nutzlose Steuergeld rauswerfen ist das jetzt?

Zitat von homersimpson75
Die Kombination aus billigem Geld und staatlichen Konjunkturpaketen scheint ja prächtig zu funktionieren.
Sehe ich auch so, seit Jahrzehnten werden pro Regierungszeit 100erte Milliarden verpulvert ohne irgendeine Ändern,

allerdings scheint manchen dieses zum Fenster rausgeworfene Steuergeld doch zu nutzen, sonst würden es die Regierenden nicht ständig wiederholen.

Das Steuergeld löst sich ja nicht in Luft auf, irgendwo muß es ja bleiben, bzw. hinkommen und die können nie genug davon kriegen.

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baltes.badessen 27.07.2016, 19:01
13.

Zitat von muellerthomas
Das sind nur alles völlig andere Ansätze, die Sie hier miteinander vermengen. Reagan hat natürlich keine Geldpolitik betrieben und Geld gedruckt, das machen Regierungen üblicherweise nicht. Reagan hat die Spitzensteuersätze massiv gesenkt und die Militärausgaben deutlich erhöht. Das war also grundsätzlich eine expansive Fiskalpolitik, wenn m.E. auch ineffizient. Die Geldpolitik war gleichzeitig dabei unterstützend - aufgrund der damals beginnden Lohnmoderation waren die Inflationsraten neidrig und die Zinsen konnten ausgehend von extrem hohen Niveaus deutlich gesenkt werden. In England ist seit einigen Jahren die Geldpolitik deutlich expansiv, aber die Staatsausgaben liegen gleichzeiitg heute kaum höher als 2007. Die Fiskalpolitik war also eher restriktiv als expansiv. In Japan wiederum ist die Geldpolitik seit langem expansiv, während die Fiskalpolitik mal sehr expansiv ist, dann wieder restriktiv. Wie erfolgreich das ist, lässt sich kaum objektiv beurteilen: Einerseits ist die Staatsschuldenquote hoch, andererseits ist die Arbeitslosigkeit sehr niedrig, das Wachstum je Erwerbstätigen (von denen es immer weniger gibt) durchaus ordentlich und Japan als Volkswirtschaft ist größter Netto-Gläubiger (vor China und Deutschland).
Die Reagonomics fingen damit an, dass sich der amerikanische Staat im Ausland, hauptsächlich in China, verschuldet hat. Dies ging so lange gut, wie die Cinesen das Spiel mitgemacht haben. Seit das nicht mehr so ist, ist die eigene Zentralbank der gröte Gläubiger der USA geworden. Diese Politik wurde dann unter Obama noch einmal massiv verstärkt nach dem Platzen der Immobilienblase. Er hat versucht, durch die Schaffung einer Inflation im Immobilienbereich die zusammengebrochenen Preise an das alte Niveau wieder heranzuführen, um die amerikanischen Verbraucher wieder liquide zu bekommen.

Die Frage ist nur, wer zahlt diesen ganzen Schuldenberg irgendwann zurück? Die Antwort ist: Niemand.

Wie nach den beiden Weltkriegen in Deutschland, wird sich diese Schieflage nur durch eine Währungsreform wieder glattstellen lassen. Das blüht der europäischen Währungsunion auch bald.

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MiniDragon 27.07.2016, 19:05
14. Vorab mal etwas spekulieren

“Etwa die Hälfte der Summe entfalle auf staatliche Investitionen. Weitere Details nannte Abe zunächst nicht; diese werden nach dem Kabinettsbeschluss in der kommenden Woche erwartet.“

In was könnte der Herr Abe wohl staatliche Investitionen lenken?



Andere Regierungen haben:
-Die Rüstungsindustrie belebt.
-Zusätzliche Bahnen Straßen Häfen Freizeitparks -Museen Theater, Tempel ………gebaut.
-Forschung und Entwicklung zum Bau neuartiger technischer Einrichtungen wie von Kraftwerken, welche nicht nur sicherer sondern auch kostengünstiger als die alten Strom erzeugen können, finanziert.
-Programme zum Hissen der nationalen Flagge auf dem Mars oder wo auch sonst noch immer gestartet.

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blurps11 27.07.2016, 19:05
15.

Zitat von muellerthomas
naja je nachdem, wie man es beurteilt: Die Arbeitslosigkeit ist extrem niedrig, das Wachstum je Erwerbstätigem ordentlich und Japan ist größte Netto-Gläubiger Volkswirtschaft. Ich frage mich eher, wieso immer neue Konjunkturpakete angestossen werden, obwohl die Arbeitslosigkeit niedrig ist und das Wachstum angesichts der sinkenden Erwerbspersonenzahl kaum höher ausfallen kann, durchgeführt werden. Zu welchem Zweck?
Abes Kernprojekt ist die geistig-moralische Wende in eine eher unappetitliche Richtung, hin zu einem deutlich nationalistischeren, militaristischeren und in der Region interventionistischeren Japan. Ein Kaiserreich light sozusagen.

Davon ist die Bevölkerung überwiegend wenig begeistert, also braucht er ein Lockmittel, um an der Macht zu bleiben ( die komplett unfähige Opposition trägt natürlich auch ihren Teil bei ). Dazu eignet sich die heimische Wirtschaftspolitik wunderbar, die idealerweise höhere Löhne für mehr Wähler daheim und gute internationale Presse bringen soll.

Zumindest der Teil mit der internationalen Presse klappt ja auch bestens, der mit den Löhnen dummerweise nicht so ganz. Zur Umsetzung seiner eigentlichen Ziele ist dieser Weg aber sicher immer noch wesentlich einfacher, als den Wählern erstmal mühsam zu verklickern, dass das Untergangsgeschrei der versammelten Weltpresse und -expertenschaft während der letzten 20 Jahre eigentlich kompletter Unsinn war.

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auf.ein.wort 27.07.2016, 19:05
16. Die Schuldenkönige bestellen ohn´ Unterlass

Dem Pressefoto nach zu urteilen scheint Premier Abe "Freibier für alle!" bestellen zu wollen - jedenfalls scheint mir sein schuldenfinanziertes Konjunkturprogramm in etwa dieselbe Wirkung zu haben. Oder glaubt jemand allen Ernstes, dass die x-te Konjunkturspritze in 20 Jahren tatsächlich die Deflation in Japan stoppt und die Wirtschaft signifikant wachsen lässt? Ich nicht!
Lassen wird man die staatlichen Stimulierungen der japanischen Ökonomie natürlich nicht. Insofern erwarte ich in Bälde sowas wie Helikoptergeld. O ja, selbst der Irrsinn hat Methode.

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baltes.badessen 27.07.2016, 19:30
17. Wirtschaftswachstum

Herrn Abe ist die Lektüre des Buches von Thomas Pickety "Das Kapital (im 21. Jahrhundert)" dringend empfohlen. Die Vorstellung, bei einer stark alternden und dann schrumpfenden Bevölkerung ein Wirtschaftswachstum zu erzeugen, ist völlig unrealistisch. Das gilt auch für Europa, insbesondere Deutschland.

Vermutlich ist das Wachstum auch nur das Argument für das Wahlvolk. Wahrscheinlich geht es eher um so etwas wie die Erneuerung der völlig zusammengebrochenen Stromversorgung nach Fukuschima.

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quark2@mailinator.com 27.07.2016, 21:43
18.

Das Faszinierende ist, daß Japan es irgendwie schafft, alles eingefroren zu lassen. Es ändert sich nichts, auf hohem Niveau. Irgendwie gar nicht mal sooo schlecht angesichts der Entwicklung in erfolgreichen Ländern, wo zwar Zahlen wachsen, die Lage der einfachen Leute aber immer schlechter wird (ja, Hartz4, Medikamentenkosten und kommende Altersarmut sind eine signifikante Verschlechterung für viele ärmere Menschen in DE gegenüber der Lage vor Schröder und den Grünen).

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Aberlour A ' Bunadh 27.07.2016, 21:54
19. Kapitalismus im Trockendock

Mit dem Kapitalismus ist es schon nicht so einfach. Eigentlich können einem die Japaner schon leid tun. Seit nunmehr über 20 Jahren versuchen sie die Deflationshexe aus dem Land zu vertreiben. Ohne Erfolg. Apropos Erfolg. Die chronischen Probleme Japans sind leider Ergebnis vergangener Erfolge insbesondere während der gesamten 80er Jahre, als sie die Weltwirtschaft gerockt haben. Und eine Kapitalüberakkumulation angehäuft haben, die ihresgleichen sucht. Hauptproblem: Das Land ist zu klein und damit auch der Markt um diese Überakkumulation abzuführen. Es gibt nicht nur kaum noch Investitionsmöglichkeiten, die eine überschaubare Rendite versprechen, schlimmer noch, das überschüssige Kapital konkurriert sich selbst ins Nirwana. Und die gnadenlos überalterte Bevölkerung macht die Lage nicht besser. Logische Folge: Unterkonsumption und Deflation. Da helfen auch Konjunkturprogramme nur noch bedingt. Deflation als Normalzustand. Was kann helfen: GAR NICHTS. Schon gar nicht eine Anbetung der neoliberalen Kirche - "Strukturreform" hallt es von eifrigen Verfechtern auch prompt aus dem Hintergrund - aber das würde die Ökonomie gänzlich in Grund und Boden fahren. Die Japaner können ja jetzt auch nicht einfach fremde Länder überfallen, um wieder vollstreckbare Eigentumstitel zu generieren. Der Kapitalismus ist im Trockendock und da kommt er in Japan so schnell auch nicht mehr heraus. Im Grunde hat man es sich ja auch in der "ewigen" Deflation eingerichtet. Und die Staatsverschuldung dabei auf sagenhafte 225% des BIP getrieben. Alles easy? Scheinbar.

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