Forum: Wirtschaft
Jugendrevolte in Spanien: Generation Staatspleite

Ob gegen Angela Merkel oder Ratingagenturen: Junge Spanier proben seit Tage den*Aufstand mit einer beispiellosen Demonstrationswelle. Doch der Protest ist ein fatales Zeichen für die Krisenländer. Denn er richtet sich gegen Reformen, von denen vor allem die Jugend profitieren würde.

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sorgenfalte 20.05.2011, 22:40
80. Foto aus Barcelona (Katalonien?)

Zitat von Chilango
Also wenn ich mir die Fotos ansehe sehe ich das auf dem ersten Foto auf jeden Fall kein span. Transparent,sondern eher franz. Transparente zu sehen sind.
Die Transparente sind katalanisch, was dem französischen ähnlich ist.

Siehe:
http://www.flickr.com/photos/dgonzal...le/5724435290/

http://translate.google.com/#auto|de...20i%20banquers

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PapaStolz 20.05.2011, 22:41
81. Endlich, endlich!

Der Aufstand der Jugend, so etwas ist auch hier in Deutschland lange überfällig!

Es scheint, als habe die spanische Jugend erkannt, was die deutsche immer noch nicht genug berührt: Wenn jetzt nicht auf der Stelle etwas passiert und die Jugend nicht sofort aus ihrer prekären Lage herausgeholt wird, dann steht sie am Ende als großer Verlierer dar. Nämlich in etlichen Jahrzehnten, wenn sie selbst zur betagten Generation gehört und ein Leben lang für die sozialschmarotzenden, nimmersatten Politiker und Reichen ihrer Zeit arbeiten mussten, dabei etliche Senioren ihrerseits unterstützen mussten (zu Recht, das ist der Generationenvertrag) und bei den prekären Arbeitsbedingungen kein Geld für die eigene Altersvorsorge übrig blieb. So stirbt man arm, versklavt und ausgenutzt.

Es geht nicht darum, den Generationenvertrag zu kündigen. Im Gegenteil: Es geht darum, eben diesen durch mächtige, sehr baldige (!) Veränderungen am Leben zu erhalten. Reformen? Nein, da bedarf es weitaus mehr in der Politik. Von heutigen Politikern ist da nichts zu erwarten, denn eben diese müssen sich ja keine Sorgen um ihre Altersabsicherung machen.

Aber wir, die 70er, 80er, 90er Jahre geborenen, wir stehen 2050 vor dem Nichts und einem Lebenslauf voller Praktika und zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen. Familie? Undenkbar! Wer soll das bezahlen? Und damit beginnt der Teufelskreis erst...

Es kann nicht angehen, dass der Reichtum eines Landes auf wenige verteilt wird (und damit meine ich NICHT die Senioren und Renter!) und die große, wirtschaftlich bedeutende Arbeitnehmergeneration von morgen (= die Praktikanten- und Zeitarbeitsverträge-Generation der Jugend von heute) am Ende mit leeren Händen da steht.

Die Jugend Spaniens hat es begriffen, Griechenlands Jugend wird folgen, ganz gewiss... und Deutschland?

Wir tun uns immer schwer mit so etwas. Ich sehne mir die Zeit herbei, in der die Jugend ihre wichtige Stellung in unserer Demokratie geltend macht und dafür sorgt, dass da oben (im übertragenen Sinne) Köpfe rollen...

Vámonos! Vámonos!

PS: Nein, ich wähle nicht links.

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Newspeak 20.05.2011, 22:42
82. ...

"Ob es gegen Angela Merkel oder Ratingagenturen geht: Junge Spanier proben seit Tagen den Aufstand, mit einer beispiellosen Demonstrationswelle. Der Protest ist ein fatales Zeichen für die Krisenländer. Denn er richtet sich gegen Reformen, von denen vor allem die Jugend profitieren würde."

Der Protest ist das einzig richtige. Das verkommene Finanzsystem ist nicht reformierbar. Die momentanen Regierungen Europas sind nicht reformierbar. Die wirkliche Idee eines vereinten Europas wird doch täglich dem Opportunismus und der Beliebigkeit geopfert. Diese Regierungen gehören weg. Das Wirtschaftssystem gehört weg. Die Jugend ist die einzige Hoffnung auf echte Veränderung.

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solomong. 20.05.2011, 22:42
83. Danke!

Zitat von ayayay
Die Reporter der Spiegel sollten sich besser informieren. Wie ein Spanier schon erwähnt hat, hier geht es um Empörung und Wut gegen die korrupte politische Klasse und nicht direkt gegen die Reformen. Es gibt keine Randalen, alles läuft friedlich, selbst Alkohol wurde von den Teilnehmern am Platz verboten. Also bitte, informieren und nicht manipulieren. Für Manipulation sorgen schon die Politiker und deren Freunde, auch hier in Deutschland.
übernehmen Sie!

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alpas 20.05.2011, 22:44
84. Ein 1968 revisited ?

[QUOTE=Nonvaio01;7886937]Hallo,

ein hoch auf die Jugend. Bei uns war es die 86er generation, die die alten aufgescheucht hat. Die wurden auch lange ignoriert und denen wurde erzaehlt das alles nur zu Ihrem besten ist.

QUOTE]


Vor Wochen habe ich, in Discussion mit meinem (schon erwachsenen) Nachwuchs, angesichts der 40% Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, ein Möglichkeit von "1968 REVISITED" eingeworfen.

Wie ich einem vormaligen Posting aufführte, halte ich unser Generation (bin 66) als die grössten Schweine der Menschheitsgeschichte (war bei KK-Werken), die es fertigbrachten "NUTZNIESSUNG" zeitlich um 180° zu drehen:

Heute den Nutzen - und zukünftige Generatione die dafür grundlos malochen (...oder leiden...) werden.

In jetzigen Falle handelt es sich um Verschuldung, die für die junge Generation zu Perspetivlosigkeit (ge-)führt (hat)- - kann auch Ressourcen, Klima, etc. sein.

Nach uns die Sintflut (oder wie ein anderer schrieb - ...Sinnflut, ...nächste Generationen sollen hirnen, wie sie ohne Nutzen, aus dieser Sch...e wie rauskommen.)

Ist die Politik völlig kopflos und überfordert?

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lpino 20.05.2011, 22:46
85. Sollen sie doch träumen.

Spanische Jugendliche sind großteils der realen Arbeitswelt fern oder niemals daran gewöhnt und sind also nur von geringem strukturellen Wert. Sie sind Prekariat und folglich modernes Proletariat. Aus ökonomischer Sicht ein ideales Reservoir duldsamer und flexibel einsetzbarer, wenngleich vermutlich weniger belastbarer Produktionfaktoren.

Die Zukunft der arbeitsfähigen Bewohner der PIIGS Staaten liegt in der Erfüllung niedrig lukrativer Arbeitsaufträge, also Beschäftigung in den Servicebereichen, Gebäudereinigung, Hilfsarbeiter, Tätigkeiten mit hoher Gesundheitsbelastung, etwa in der Lebensmittel- und Viehfutterproduktion.

Auf keinen Fall haben utopische Wünsche nach Änderung unseres Wirtschaftssystems, Verteilungsgerechtigkeit oder Chancengleichheit irgendeine Berechtigung. In einer oligarchisch strukturierten Gesellschaftsordnung ist – je nach aktuellem Moralstandard, allenfalls Raum für eine besitzende Klasse im Ausmaß von 5-20 Prozent gemessen an der Gesamtbevölkerung.

Revolutionären Tendenzen wird in bewährter Weise zunächst mit Ablenkung (Brot und Spiele), später mit suppressiven Mechanismen (Überwachungsstaat)oder großflächig bevölkerungsreduzierenden Maßnahmen (Krieg) begegnet. Es gibt also für den überwiegenden Teil der spanischen Jugendlichen in absehbarer Zeit nichts zu holen und nichts zu gewinnen.

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Silverhair 20.05.2011, 22:46
86. Mal kurzes Nachdenken über die Beamten

Zitat von Regulisssima
Es sind doch nicht Banken und Kapitalismus, die die Probleme zu verantworten haben, sondern ganz allein der frivole, verschwenderische und ignorante beamtenadel. Er hat die Schulden angehäuft, ohne Not, aus eigener Verantwortung, gegen alle Warnungen der Wirtschaft, vor allem aber zu Lasten der Bevölkerung.
Blind - oder blind sein wollen?

Die Beamten mögen zwar überflüssig erscheien - aber sie sind nunmal teil eines komplexen Systems - und ihre wirklichen Hauptaufgaben liegen sogar darin die Besitzstände der Besitzenden zu sichern !

Es sind die Schulden - erfundene Verpflichtungen auf die Arbeit anderer Menschen - ein Schuldsklavensystem was über die Generationen die Menschen versklaven soll!

Oder können sie mal erklären wieso die Jugendlichen schulden zahlen sollen, darben und verhungern weil irgendwer denkt das man "Geld" braucht und dafür Zinsen zahlen muss?

Die Jugendlichen könnten problemlos jedes Haus , jede technik - alles bauen ohne "Geld" - den Gebaut, entwickelt wird nicht mit Geld , sondern mit Händen und Verstand!

Das Geld mag nützlich sein, aber es ist nicht der Träger der Menschlichen Entwicklung sondern eine Masche die schlicht erst seit dem 18'then jahrhundert den leuten einreden will man brauche geld um ein Haus zu bauen!
Und eine Macht-Gesetzgebung die "Eigentum" per Geburt definiert - etwas was eigentlich in den USA per Verfassung abgeschafft sein sollte - sich aber durch die Hintertür der Banken wieder eingeschlichen hat!

Es ist die Politik , es sind die Banken und der Geldadel die das System betreiben - und auch wenn man die Beamten nicht mag - SIE sind es mit sicherheit nicht die da die Fäden ziehen!

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Achim 20.05.2011, 22:46
87. Spanisch ...

Zitat von Chilango
Also wenn ich mir die Fotos ansehe sehe ich das auf dem ersten Foto auf jeden Fall kein span. Transparent,sondern eher franz. Transparente zu sehen sind.
Das ist ein katalanisches Transparent, beschriftet mit der dort gesprochenen Sprache. Also nicht kastilisch.

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tzünisch 20.05.2011, 22:50
88. 123

Zitat von DerNachfrager
...hat mein Papi mir erklärt: Bei Vollbeschäftigung sind die Gewerkschaften die Lobbyisten der Arbeitsplatzbesitzer gegen die Kapitalbesitzer. Bei fehlender Vollbeschäftigung sind die Gewerkschaften die Lobbyisten der Arbeitsplatzbesitzer gegen die Arbeitslosen. Und die meisten Schreiber hier machen lassen sich vor der Karren der spanischen Lobbyisten spannen.
Nun, lieber Nachfrager, was Dein Papi Dir da voriges Jahr erklärt hat ist nicht ganz richtig.

Eigentlich sind die Gewerkschaften dafür da, den Arbeitern eine Möglichkeit zu bieten ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Das ist einfacher, als wenn jeder Arbeiter einzeln zum Chef gehen und verhandeln muß.

Natürlich mag Dein Papi als Chef es gar nicht, wenn die Arbeiter sich einig sind und er nicht mehr der Bestimmer ist.
Aber Dein Papi und andere Chefs ja in den letzten Jahren fleißig daran gearbeitet, daß sich das ändert.

Und die Tante Merkel hat ihm dabei fleißig geholfen, weil Dein Papi über sie bestimmen kann. Deshalb mag Dein Papi die Tante Merkel auch und wird ihr, wenn sie mal nicht mehr in der Politik arbeitet, ganz schnell einen neuen Arbeitsplatz schenken. Den hat sie sich dann aber auch verdient. So wie ihr Vorgänger, der Onkel Gerd.

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Frank.W 20.05.2011, 22:51
89. Schön...

...das das hier diskutiert wird :-)

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