Forum: Wirtschaft
Jura kurios: Wem gehört eigentlich ein verlorener Geldbeutel?

Man fährt U-Bahn, steigt aus - und stellt fest, dass der Geldbeutel weg ist. Ärgerlich ist das allemal, aber auch juristisch ist der Fall interessant: Wer ist nun Eigentümer des verlorenen Gegenstands? Der Finder? Oder gar die Verkehrsbetriebe?

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Misi 06.02.2011, 09:40
1. Ach!

Wirklich!? Mein Geldbeutel gehört weiterhin mir, obwohl ich ihn im Bus verliere? Ist ja eine unglaubliche Erkenntnis. Und ungeheuer kurios.

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Haio Forler 06.02.2011, 09:47
2. .

Zitat von sysop
Man fährt U-Bahn, steigt aus - und stellt fest, dass der Geldbeutel weg ist. Ärgerlich ist das allemal, aber auch juristisch ist der Fall interessant: Wer ist nun Eigentümer des verlorenen Gegenstands? Der Finder? Oder gar die Verkehrsbetriebe?
Also, gesetzt den Fall, man findet in der Toilette des Restaurants 50 000 Euro von Josef Ackermann. Da stellt sich doch die Farge: wer ist der Besitzer? Und wer der Behalter? ;)

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Rubeanus 06.02.2011, 09:47
3.

Es handelt sich hier um Grundbegriffe des bürgerlichen Rechts, nicht um "Jura kurios".

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Hilfskraft 06.02.2011, 09:49
4. Nix kurios - eindeutig !

Zitat von sysop
Man fährt U-Bahn, steigt aus - und stellt fest, dass der Geldbeutel weg ist. Ärgerlich ist das allemal, aber auch juristisch ist der Fall interessant: Wer ist nun Eigentümer des verlorenen Gegenstands? Der Finder? Oder gar die Verkehrsbetriebe?
Eigentümer ist immer noch der, der das Portmonee verloren hat!
Der Finder ist lediglich Besitzer!
Da der Besitzer aber in dem Fall nicht Eigentümer ist, kann das Portmonee auch nicht in sein Eigentum übergeben.
Oder, erst nach Wahrung der einjährigen Frist, wenn er es beim Fundbüro abgeliefert hat.
Wenn er es nicht abgeliefert hat, hat er Diebstahl begangen.
Ist der Finder ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, handelt er in deren Auftrag und gibt es bei der Sammelstelle ab, was einer Abgabe beim Fundbüro gleich kommt.
Meldet sich immerhalb eines Jahres der Eigentümer nicht, wird es versteigert.
Selbst danach hat der Eigentümer des Portmonees noch Anspruch auf den Versteigerungserlös nach Abzug der Spesen.
H.

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arnewolf 06.02.2011, 09:53
5. Information unterschlagen

Sie haben da offenbar einige interessante Details unterschlagen.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,567844,00.html

Ist die deutsche Bahn ein Sonderfall? Der Rentner darf dort das Eigentum an dem nicht-abgeholten Geld nicht erlangen und er ist sicherlich kein Angestellter dort.

Meines Erachtens ein interessanter Aspekt, der die Finderehrlichkeit innerhalb der deutschen Bahn nicht sonderlich erhöhen dürfte. Warum haben Sie das Detail nicht in ihrem Artikel genannt?

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Manamiro 06.02.2011, 10:20
6. Recht verfälscht !!

Zitat von sysop
Der Verlierende bleibt zunächst Eigentümer, und zwar so lange, bis der Finder Eigentümer wurde oder die Sache versteigert wurde.
Dies ist falsch!
Die Sache darf nur deshalb versteigert werden, WEIL der Finder (nach Ablauf der Frist) Eigentum erlangt.

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Miguelito 06.02.2011, 10:24
7.

Ich vermisse zwei Aspekte bzw habe Fragen dazu. Einmal habe ich noch nie gehört, daß die Höhe des Finderlohns irgendwo gesetzlich gestgelegt wäre. Ich habe immer gedacht, daß dies Usus wäre, mehr nicht, der Eigentümer also nicht jursitisch sondern allenfals moralisch verpflichtet ist, überhaupt einen Finderlohn zu zahlen. Kann jemand die Gesetzesstellen dazu nennen?

Zum anderen: Im Artikel wurde nicht erwähnt, daß sich jemand, der die gefundene Sache nicht zurückgibt, strafbar macht, sofern die erwähnte Bagatellgrenze von 10 Euro überschritten wird. Das wurde sogar kürzlich in einem SPON-Artikel erwähnt. Dort hatte eine Frau ein iPad auf der Straße gefunden. Sie hat es nicht zurückgegeben und ganz komisch geschaut, als dank Ortungsfunktion die Polizei bei ihr vor der Tür stand.

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robertscheffler 06.02.2011, 10:37
8. §971 BGB Finderlohn

Zitat von Miguelito
Ich vermisse zwei Aspekte bzw habe Fragen dazu. Einmal habe ich noch nie gehört, daß die Höhe des Finderlohns irgendwo gesetzlich gestgelegt wäre. Ich habe immer gedacht, daß dies Usus wäre, mehr nicht, der Eigentümer also nicht jursitisch sondern allenfals moralisch verpflichtet ist, überhaupt einen Finderlohn zu zahlen. Kann jemand die Gesetzesstellen dazu nennen? Zum anderen: Im Artikel wurde nicht erwähnt, daß sich jemand, der die gefundene Sache nicht zurückgibt, strafbar macht, sofern die erwähnte Bagatellgrenze von 10 Euro überschritten wird. Das wurde sogar kürzlich in einem SPON-Artikel erwähnt. Dort hatte eine Frau ein iPad auf der Straße gefunden. Sie hat es nicht zurückgegeben und ganz komisch geschaut, als dank Ortungsfunktion die Polizei bei ihr vor der Tür stand.

(1) Der Finder kann von dem Empfangsberechtigten einen Finderlohn verlangen. Der Finderlohn beträgt von dem Werte der Sache bis zu 500 Euro fünf vom Hundert, von dem Mehrwert drei vom Hundert, bei Tieren drei vom Hundert. Hat die Sache nur für den Empfangsberechtigten einen Wert, so ist der Finderlohn nach billigem Ermessen zu bestimmen.

(2) Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der Finder die Anzeigepflicht verletzt oder den Fund auf Nachfrage verheimlicht.

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severussnape1 06.02.2011, 10:50
9. Finderlohn

§ 971 BGB regelt den Finderlohn

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