Forum: Wirtschaft
Kakaohandel: Die bittere Seite der Schokolade
Tereza Hronov

Die Supermärkte sind wieder voll mit Schokolade. Aber ob Adventskalender, Engel oder Weihnachtsmänner - der Kakao für die Süßigkeiten wird unter harten Bedingungen angebaut. Eine Aktivistin aus Ghana kämpft gegen das Unwissen an - auch im Überfluss des Luxuskaufhauses KaDeWe.

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arti67 03.12.2013, 12:33
1.

Ist es nicht bei allem so, was wir aus der sogenannten 3. Welt importieren? Bei Kaffee, Tee, Kleidung, Bananen usw. gilt das Gleiche, was bei Kakao zutrifft. Wir bezahlen einen niedrigen Preis, weil uns sonst die Privatinsolvenz droht, und in einem anderen Teil der Welt bezahlt jemand anderes eine verdammt hohe Zeche.

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raber 03.12.2013, 12:36
2. Unfair Trade auch beim Kaffee

Ähnliche Situation beim Kaffee wo allerdings der Plantagenbesitzer im Lande auch schon den grössten Teil des lokal generierten Wertes abschöpft und der grössere Teil dann im Ausland gemacht wird. Kaffeepreise der Bohne gehen rauf und runter wie eine Achterbahn aber komischerweise für den Endverbracuher nie runter. Das zeigt auch wieviel Spielraum es für die Röstereien und Markenhersteller gibt. Fair Trade? Nur für die Grosskonzerne und den Mittelsmännern; die kleinen Bauern werden immer weniger und weiterhin ausgesaugt.

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LaBiba 03.12.2013, 12:44
3. Qualitätsproblem

Ich habe schon einige fair gehandelte Schokolade gekauft. Leider lässt die Geschmacksqualität oft zu wünschen übrig, weshalb ich die meisten Sorten danach nicht wieder gekauft habe. Da kommt dann wieder Altbewährtes, vermutlich nicht Faires, aber Leckeres in den Korb.

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lorberost 03.12.2013, 12:45
4. 53 € pro Kg Schokolade???....

Klar muüssen die Bauern entlohnt werden. Aber deswegen ein Kilopreis von 53 € ??? Das ist ein bisserl heftig. So fair und so bio kann der gar nicht sein, um für eine Tafel Schokolade mit 100 gramm 5,30 € auszugeben.
Vor allem bekommen ja die Kakaobauern wieder nicht ihre Kohle von diesem Wucherpreis.
Milka oder Alpina von Aldi sind am unteren Ende mit einem Kilopreis von 10 € und darunter. Klar, daß die den Produzenten das Weiße aus den Augen rausholen, um ihren Gewinn nicht zu schmälern.

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kaischek 03.12.2013, 12:49
5. Gesiegelte Schokolade?

Bei der katholischen Kirche hieß so etwas früher mal Ablasshandel. Auch die Siegel stehen in einem ökonomischen Wettbewerb. Das Siegel, das es der Industrie am Leichtesten macht, bekommt den Auftrag.

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ratio_legis 03.12.2013, 12:49
6. Eigentlich schade

Zitat von sysop
Fair gehandelte Weihnachtsmänner sind in diesem Jahr in Deutschland schon weitgehend ausverkauft. Nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Schokolade in deutschen Supermärkten trägt das Fairtrade-Siegel - es würde eine Tafel Schokolade rund fünf Cent teurer machen.
Die 5 Cent mehr würde sicher jeder gern bezahlen, Fairtrade-Produkte sind aber oft bis zu 50 % teurer. Das heißt, die Ladenbsitzer oder Ketten lassen sich ihre Bereitschaft, auch fair gehandelte Produkte mit ins Sortiment zu nehmen, vergolden, und verhindern durch ihre Gier, dass sich fairer Handel in größerem Umfange durchsetzt. Denn für einen Weihnachtsmann 2,10 € statt 2 € auszugeben, tut kaum einem weh, 3 € hingegen - also eine Steigerung um satte 50 % - werden nur wenige zahlen.

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juergw. 03.12.2013, 12:49
7. Stimmt,leider...

Zitat von arti67
Ist es nicht bei allem so, was wir aus der sogenannten 3. Welt importieren? Bei Kaffee, Tee, Kleidung, Bananen usw. gilt das Gleiche, was bei Kakao zutrifft. Wir bezahlen einen niedrigen Preis, weil uns sonst die Privatinsolvenz droht, und in einem anderen Teil der Welt bezahlt jemand anderes eine verdammt hohe Zeche.
aber wie wäre es ,wenn die Erzeugerländer einen Mindestpreis festlegen,
quasi einen Mindestlohn.Dem müßten dann die Käufer bezahlen.Die Erzeugerländer kaufen den Kakao den Kleinbauern ab und Handeln ihn mit einer Rohstoffbörse weiter an die Abnehmer.Ach so ,die Regierungen sind korrupt und denken nur an das eigende Wohlergehen.....

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firmin36 03.12.2013, 12:56
8. Konzerne sind das Elend dieser Welt

egal welche Branche. Ich finde Ausbeutung und menschenverachtende Schinderei, wie der reiche Westen es in den armen Ländern dieser Welt betreibt, schlicht zum Kotzen.
Was die Schokolade betrifft hier die Alternative: http://www.lovechock.com/de/
Gesund, weil nicht erhitzt und ohne raffinierten Zucker, fair gehandelt - und entsprechend teuer. Da ich aber von dieser Art Schokolade nur noch ein Stückchen brauche statt einer Tafel wie früher (Zucker macht süchtig), ist es so gesehen, dann auch wieder günstig (auch für die Figur ;-).

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Crocofrog 03.12.2013, 13:04
9. Crux bei allen landwirtschaftlichen Produkten

Zitat von sysop
Die Supermärkte sind wieder voll mit Schokolade. Aber ob Adventskalender, Engel oder Weihnachtsmänner - der Kakao für die Süßigkeiten wird unter harten Bedingungen angebaut. Eine Aktivistin aus Ghana kämpft gegen das Unwissen an - auch im Überfluss des Luxuskaufhauses KaDeWe.
Dies gilt für fast alle landwirtschaftlichen Produkte, die nachher "veredelt" werden. Wir bauen Tee an, bekommen für 1 kg Teeblätter 0,43 € (umgerechnet), in Hamburg kostet das kg BOP-Tee aus Ceylon über 30 €. Leidtragende sind die Arbeiter auf den Plantagen, denen kein höherer Lohn gezahlt werden kann, da die Preise dies nicht hergeben. Bevor wieder ein oberschlauer Forist sagt: "Wenn man keine Löhne zahlen kann, die den Menschen ein auskömmliches Leben ermöglichen, dann ist das Geschäftsmodell falsch und man sollte das Geschäft beenden", in den Entwicklungsländern bekommen die Menschen keine Sozialhilfe, wenn sie keinen Job mehr haben, dann hungern sie. Außerdem müsste dann das Geschäftsmodell eines ganzen Landes und eines seiner wesentlichen Devisenbringer hinterfragt werden. Obendrein - wer verdient denn am meisten an den Produkten? Der Artikel ist gut und weist auf ein globales Problem hin.

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