Forum: Wirtschaft
Kampf fürs Klima: Die Welt retten - mit Vergnügen
Marcel Kusch / DPA

Es ist naiv zu glauben, dass wir das Klimadesaster verhindern, wenn nur alle sofort auf Fleisch und Flugreisen verzichten. Der Durchbruch wird erst gelingen, wenn das Ganze vom Verzichtsdogma gelöst wird und Freude macht.

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fehleinschätzung 19.04.2019, 13:40
1. so wie die schlanken, sportlichen

Niederländer auf dem Rad fahren, könnte unserer Gesellschaft auch ganz gut tun. Das Radfahren sexy ist und ärmere Menschen ohne Stigma mit einbezieht, wenn erst die Protzkarren aus den Städten verbannt sind - der Verzicht könnte nämlich auch ein riesiger Gewinn für die Städte sein und entsprechend auch noch so manches wehwehchen vertreiben. Es scheint offensichtlich, das Kopenhagener nicht so wirklich unglückliche Leute sind, wenn es mit der richtigen Infrastruktur wirklich schön ist zu radeln. Am Hungertuch nagen die garantiert auch nicht....

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marthaimschnee 19.04.2019, 13:45
2. Eben!

In der Marktwirtschaft geht Klimaschutz nur über den Preis. Ein Kühlschrank mit A++++ kostet mehr, als er jemals an Energie einsparen kann. Wer will, daß ich den kaufe, muß dafür sorgen, daß er zu einem akzeptablen Preis den Besitzer wechselt. Das ist die einzige Möglichkeit abseits von Verboten und Zwängen und abseits von der kompletten Beseitigung des kapitalistischen Marktes.
Allerdings stehen gerade wir Deutschen da vor einem gewaltigen Problem: hier regiert die schwarze Pest zusammen oder neben vier weiteren Parteien, die ins gleiche Horn stoßen. Diese haben (die AfD mal ausgenommen, die sind zwar ideologisch auf dem gleichen Kurs, durften aber noch nicht regieren) die Masseneinkommen drastisch sabotiert und damit die vorhandenen monetären Möglichkeiten zunächst mal drastisch eingeschränkt. Umso stärker müßte nun Geld in die Runde geworfen werden, was aber nicht da ist, weil Kommissar Sparwahn am Ruder steht und die Pfründe umgehend an die Vermögenderen verteilt werden. Einen prall gefüllten Ölfonds so wie Norwegen haben wir leider auch nicht. Man kann also festhalten, daß in Deutschland leider kein solcher Klimaschutz zu haben ist, weil hier gesamtpolitisches Dilettantentum regiert. Ende der Ansage, es geht weiter mit dem Wetter: kein Regen in Sicht ... schon wieder!

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taglöhner 19.04.2019, 14:27
3. Klimaflüchtlinge

Oder so:
Jeder der einen Kuwaiti bei sich aufnimmt, senkt die CO2-Bilanz pro Kopf um ein Drittel.
Jeder, der nach Indien flüchtet, verringert seinen Footprint auf ein Sechstel.

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Postwachstumsökonom 19.04.2019, 14:31
4. Tiefere Recherche?

Achso, deutsche Rinder sind also NUR für 3 Prozent der Emissionen von Methan verantwortlich. Stimmt. Aber was ist mit dem ganzen importieren Rindfleisch aus Südamerika, das bei und täglich auf dem Teller landet? Dann wird der Deutsche Anteil auf einmal immens größer. Man kann auf einem Planeten, der keine Grenzen kennt, nicht immer in Ländern denken und handeln. Den Konsum den wir hier leben, trägt erheblich mehr zum Schaden an der Umwelt bei. Man achte auf das ''Made in '' Zeichen. Begriffen? Darf man erwähnen, daß der hier als negativ bewertete Begriff des Verzichts auch positive Auswirkungen hat? Weniger Konsum bedeutet weniger Ablenkung vom Wesentlichen. Kontrolle statt Konsumrausch. Seit ich den Minimalismus lebe, bin ich zentrierter und habe mehr Zeit und Muße, dem wichtigen Teil des Leben die Bedeutung zukommen zu lassen: Freundschaft, Liebe, Naturverbundenheit. Daraus resultiert, das ich mich über jede nicht gekauften Artikel freue, eine Wanderung mit Zelt und tollen Gesprächen am Lagerfeuer einem LuxusUrlaub in Dubai zum Buchlesen am Pool vorziehe und bewusst im Jetzt leben kann. Probiert Minimalismus aus, entmüllt eure Häuser, reduziert euch und genießt das Leben. Dann wird man das Wort Verzicht nur noch von Erzählungen vom Stammtisch retropisch-altbackener schwarzgelb-Wähler gelegentlich mal aufschnappen.

Go Greta Go!!!

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dasfetzt 19.04.2019, 15:02
5. Die Grenzen des Wachstums

werden über kurz oder lang (vermutlich eher kurz) immer deutlich spürbarer werden. Natürlich wird es nicht reichen auf Fleisch oder Flugreisen zu verzichten. Wir (Deutsche oder Europäer) gehören zwar zu den größten CO2 Freisetzern, können aber trotzdem nicht so viel einsparen, wie in anderen Regionen die Emissionen steigen. Wenn es nicht gelingt, die Weltbevölkerung zu senken, werden die Kämpfe um verbliebene Ressourcen und die wenigen noch von Menschen bewohnbaren Zonen auf der Erde brutal. Da ist die aktuelle "Flüchtlingskrise" noch nicht mal ein Vorgeschmack für kommende Krisen und Kriege.

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landschaftsgaertner 19.04.2019, 15:15
6. Der Autor

bringt es auf den Punkt. Es geht doch nur ums Geld. Um das Klima zu retten wird weiterhin Geld umgeschichtet von Fleissig zu Reich. Derweil lacht sich das Klima eins, weil wir Menschen in unserer Hybris tatsächlich einbilden wir könnten es global beeinflussen. Nichts können wir. Das heisst Doch, unsere Städte haben wir zu erfolgreich zu Wärmeinseln umgewandelt.

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maynard_k. 19.04.2019, 15:26
7. Herrn Fricke möchte gerne trotzdem weiter in Urlaub fliegen

... und trotzdem auf der Seite der Klimaschützer stehen. Hab mich die ganze Zeit schon gefragt wie sich Klimaschützer ihre Urlaubsreisen schön reden werden, wenn die Urlaubszeit beginnt. Aber es läuft wie überall ... die anderen sollen erstmal was machen. Noch einfacher als auf den geringen Anteil von privaten Flugreisen oder Fleischkonsum am Gesamtanteil zu verweisen wäre es im Übrigen seinen Anteil als Einzelperson am Gesamten zu betrachten - dann müsste Herr Fricke sich gar nicht mehr einschränken!

Wer hier die ganze Zeit den Mund aufmacht und mit dem Finger auf die anderen zeigt, der soll gefälligst auch auf seinen Urlaubsflug verzichten - alles andere ist an Verlogenheit ja nicht zu überbieten.

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k70-ingo 19.04.2019, 16:58
8. der Autor schnallt es nicht

Lieber Herr Fricke, Sie sind etwas aus der Zeit gefallen.
Nicht nur, daß klimafreundliche Kühlschränke seit nunmehr 30 Jahren Standard sind, sind neue E-Autos mitnichten umweltfreundlich, im Gegenteil, die alten Kisten sind wirklich nachhaltig - weil sie eben nicht neu hergestellt wurden.

Nein, neue Denkansätze enthält dieser Artikel nicht.

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Frababe 19.04.2019, 18:36
9. Scheinlösungen erscheinen halt so herrlich verantwortungsbewusst

Elektrofahrzeuge sind von der Gesamtklimabilanz (Herstellung inklusive Batterie) eine Scheinlösung. Vor allem wenn der Strom nicht aus regenerativen Quellen kommt und dafür funktionsfähige Vehikel (Diesel!) vorzeitig aus dem Verkehr gezogen werden entsteht.
Was alte Schulmeister lernen mussten und der Artikel auch gut beschreibt, ist dass Verbote und moralinsaure Zeigefinger nur Abwehr und Gegendruck erzeugen.
Das Einfamilienhäuschen (Energieabstrahlung wg. großer Außenfläche und mehr Material zur Herstellung) auf dem Lande mit zwei PS-starken Pendlermobilen davor ist letztendlich klimaschädlicher als die Mehrfamilienwohnung in der Stadt mit einem Kleinwagen in der Tiefgarage.
Solange hier nicht politisch gegengesteuert und die großen CO2-Sünden durch finanzielle Anreize/Hemmnisse beseitigt werden, lohnt es sich nicht über Kleinigkeiten nachzudenken. Der emotionale Schaden den lästige Scheinlösungen verursachen ist langfristig weitaus schlimmer als die dadurch erzielten CO2-Einsparungen bringen.
Fundierte Information über Gesamtklimabilanz und Vergleiche unterschiedlicher Lösungsansätze würde mittelfristig zur Einsicht und wirklich sinnvollen Lösungen führen, die auch emotional getragen werden und weltweit als Muster gelten könnten.

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