Forum: Wirtschaft
Kampf gegen Deflation: Bitte, bitte, lasst uns das Bargeld!

Eine Welt ohne Bargeld - davon träumen viele Ökonomen. Angeblich lassen sich dann Steuerhinterziehung und Deflation besser bekämpfen. Doch in Wahrheit geht es um etwas anderes.

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wauz 25.11.2014, 15:19
190. Deflation ist

Zitat von stuhlsen
Ich verstehe die Angst bzw. das Gerede von der Deflation nicht. Wir haben doch Inflation, siehe die steigenden Aktienkurse, die nicht auf realen Gewinnen der Unternehmen beruhen, sondern nur auf der Geldschwemme der Notenbanken. Und unsere Preise sind im Schnitt nur .....
wenn alle kein Geld mehr in der Tasche haben. Zumindest die Verbraucher. Das ist in einigen Euro-Ländern (wie Griechenland, Spanien, Portugal) sogar ganz dramatisch so. Auch in Deutschland stagniert mit den Löhnen die Kaufkraft (bei der Mehrheit). Geld wandert aus dem Umlauf ins Kapital. Ziemlich viel sogar. Das fällt bloß nicht so auf, weil es inzwischen so viel Kapital gibt, dass die verfügbaren Profite nicht ausreichen, um den Zinshunger zu befriedigen.

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lynx2 25.11.2014, 15:21
191. Rogoff ist naiv

Er hat zu viele alte Mafia- Gangsterfilme gesehen. Dort haben sie die Millionen noch in Koffern rumgeschleppt.
Er hat wohl noch nicht mitgekriegt, daß die Mafia heute eigene Banken hat oder Subunternehmer wie die Vatikanbank. Dort wird bargeldlos überwiesen und nicht die Kohle wie am Weltspartag angeschleppt.

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camilli79 25.11.2014, 16:06
192. Unbegruendete Furcht

Ein Staat oder wenige Staaten koennen nicht eine bargeldlose Zukunft entwickeln. In der EU ist die grosse Mehrheit der Staaten dagegen, weil z.B. Korruption und Privathandel nicht richtig bargeldlos funktionieren kann. Davon lebt aber dei Mehrheit der EU Staaten und der Nicht-EU-Staaten. Man kann nicht 5 Staaten bargeldlos fuehren, wenn man immer noch den EUro behalten moechte. Da schneiden sich die Euro Fanatiker mal ins eigene Fleisch.

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quark@mailinator.com 25.11.2014, 16:41
193. Bitte ...

Zum einen: Ja, bitte laßt uns das Bargeld, denn ich möchte weiter annonym einkaufen und nicht mein ganzes Leben irgendwelchen Geheimdiensten anvertrauen. Es ist auch nicht garantiert, daß in jedem Land weiterhin demokratische, rechtsstaatliche Verhältnisse herrschen. Ohne Bargeld kann niemand auf der Flucht sein. Jeder wäre bei Sperre seines elektronischen Geldes hoffnungslos verloren.

Aber davon abgesehen - man sollte schon sehen, daß man die reale Ökonomie so vereinfacht, daß normale Menschen ihr noch in den Arm fallen können. Das heißt - die Geschwindigkeit des elektronischen Handels auf menschliches Tempo reduzieren und nur eine geringe Zahl klar definierter Handelsobjekte erlauben. Die Welt konnte auch existieren, bevor CDOs etc. erfunden wurden.

Mal davon abgesehen - sollte Bargeld abgeschafft werden, sucht sich der Bürger sein eigenes Äquivalent, seien es Bitcoins oder was auch immer. Irgendwas wird halt getauscht, alte Briefmarken oder sonstwas.

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duke_van_hudde 25.11.2014, 16:48
194. Hmm

Herr Münchau sie stellen doch tatsächlich die richtige Frage ist das Modell falsch das uns die Sozialisten mit ihren Staatsgeldmonopol verkaufen will.

Sie kommen leider zur falschen Antwort da sie weiter am Monpolistiischen Zwangsgeldsystem festhalten wollen.

Ich empfehlen ihnen Ludwig von Mieses "Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel" nehmen sie sich Zeit und lesen sie das und dann glauben sie ihren Mist auch nicht mehr den die Tatsachen können sie dann nicht leugnen.

Ich befürchte seit 2008 das der Staat irgendwann das Bargeld abschaffen will.Den dann gibt es keine Flucht mehr und ich kann nur noch von einer Bank zur nächstne flüchten. Spannend ist dann auch das wir dann unser Geld zwangsweise jemanden leihen müssen und wir nur noch entshceiden können welche Bank das ist.

Doch meine Hoffnung ist das sich wenn der Staat das Bargeld verbietet sich ein freies Marktgeld bilden wird wie nach dem 2 Weltkrieg. Den das könnte das ende des staatlichen Zwangsgeldsystem bedeuten.

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soalso 25.11.2014, 17:06
195.

Zitat von krassopoteri
Könnte, wird es aber nicht, es wird nicht sozialen Fortschritt sondern Rückschritt bringen. Es sind nur zwei Gruppen am bargeldlosen Zahlungsverkehr interessiert, zwei Gruppen die heute schon die Zügel in der Hand haben um den Bürger zu gängeln, das ist die Finanzwirtschaft und der Staat. Niemand sonst hat eine Interesse daran. Die Finanzwirtschaft, weil Sie mehr verdienen und keine Bank kann mehr pleite gehen, weil es keinen Kundenrun mehr geben kann. Dann noch der Staat, weil er die totalen und individuellen Zahlungsströme lückenlos überwachen kann. Bekanntlich korrumpiert Macht und totale Macht korrumpiert total. Jeder einzelne Bürger ist in den A..... gekniffen und nicht nur die Kriminellen, was immer wieder als Vorteil angepriesen wird. Heute gehen doch die meisten Bürger schon davon aus, dass Politik auf ihren Rücken gemacht wird. Das wird durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr noch forciert werden. Der Große Bruder lässt grüßen. Ein anderer Argument gegen den bargeldlosen Zahlungsverkehr, ist technischer Natur. Sollte das Internet irgendeinmal aus welchen Gründen auch immer, Sabotage, Atombombe, oder sonstigen Widrigkeiten ausfallen, ist Schluss mit lustig. Kein Geld, kein Wasser, keine Nahrungsmittel, kein Strom, etc. Denken Sie mal darüber nach.
ich nehme mich sonst ja nicht so wichtig, aber wenn sie mich noch dazu nehmen, sind es drei gruppen.

der gedanke, der (bei mir) dahinter steckt, ist vllt etwas utopisch, aber letztendlich ist es egal, von wem dieser erste schritt getan wird. denn wie diese bargeldlose gesellschaft gestaltet wird, hängt immer noch von den menschen selber ab. und das bargeld abzuschaffen, ist auch nur der erste schritt, der wahrscheinlich viele, viele neue wege offenbart...

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rman56 25.11.2014, 17:20
196. Au weia...

Zitat von semanino
Es wäre wesentlich sinnvoller, den Zahlungsverkehr von einer einzigen staatlichen "Zentralstelle für Zahlungsverkehr" abwickeln zu lassen, und die Kreditvergabe von einem entsprechenden Netz staatlicher Filialen - das Zugriff auf alle Daten der Finanz- und Sozialämter hat. "Totalitäres System" schreien jetzt die Dummen, die sich lieber über den Tisch ziehen lassen und Angst um ihre Daten haben, die sie im Internet andererseits nur zu gerne bereitwillig verschenken. Gut finden ein solches System nur die Intelligenten, die verstanden haben, dass ein System, das auf der Ausbeutung vieler zugunsten weniger beruht, einfach nie funktionieren wird. Ein System, bei dem das nicht passiert, nennt man nämlich: Gemeinschaft. Und was ist ein Staat bitte anderes?
...das ist ja eine Vermischung von wilden Thesen.

Also zunächst mal wäre eine solche "Zentralstelle für den Zahlungsverkehr" tatsächlich ein totalitäres System, denn diese Stelle hätte die totale Kontrolle über die Finanzen jedes einzelnen Bürgers. Der Dumme, den Sie in Ihrem Kommentar ansprechen, ist derjenige, der das nicht geglaubt hat und den ein Mitarbeiter dieser Zentralstelle einfach verhungern läßt, indem er ihm seine Bezahlmöglichkeiten sperrt.

Und das System, welches die Guthaben vieler auf wenige konzentriert, werden Sie mit diesem Vorschlag nicht abschaffen. Sie ändern nur den Weg, den das Geld zu den wenigen nimmt, bei denen es konzentriert wird. Schlimmer noch, mit Ihrem Vorschlag schaffen Sie einen Kanal, dem man sein Geld gar nicht mehr entziehen kann (und damit meine ich nicht die Hinterziehung von Steuern, sondern ganz legale Transaktionen).

Zu guter Letzt vergessen Sie den Faktor Mensch. Denn letzten Endes sind es Menschen, die die Kontrolle haben. Und genau diese Menschen lassen sich auch beeinflussen. Und meistens erfolgt eine derartige Beeinflussung nicht im Interesse der Bevölkerung, sondern immer im Interesse bestimmter Gruppierungen (nennt sich heutzutage Lobbyismus).

Merke: Totalitäre Systeme sind immer schlecht, auch wenn sie mit guten Absichten geschaffen wurden, denn niemand kann sicherstellen, dass diese Systeme immer für einen guten Zweck genutzt werden.

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spon-facebook-10000101691 26.11.2014, 16:36
197. Verwerflich

Diese Thematik zu nutzen, die natuerlicherweise Aengste in der Gesellschaft schuert um eigentlich nur die falsche Botschaft zu vermitteln "Die EZB hätte viel früher und viel energischer mit der geldpolitischen Lockerung anfangen müssen" ist verwerflich.

Waehrend im ersten Fall die absolute Kontrolle im Vordergrund steht geht es Herrn Muenchau darum Probleme die unsere Generationen aufgebaut haben zukuenftigen Generationen aufzubuerden. Der erste Fall ist dann negativ, wenn negative Motivationen im Vordergrund stehen (was nicht auszuschliessen ist), der zweite Fall von Herrn Muenchau ist jedoch in jedem Fall negativ, da Geldpolitische Lockerung in jedem Fall erbrachte Leistung weiter abwertet. Es wird oft jedoch nicht so deutlich erkannt, da weitere Bubbles erzeugt werden, die noch weiter in der Zukunft liegen und es auf viele Koepfe verteilt wird.

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wauz 26.11.2014, 17:05
198. Wir sind doch schon auf dem Weg

Zitat von rman56
(...) Also zunächst mal wäre eine solche "Zentralstelle für den Zahlungsverkehr" tatsächlich ein totalitäres System, denn diese Stelle hätte die totale Kontrolle über die Finanzen jedes einzelnen Bürgers. Der Dumme, den Sie in Ihrem Kommentar ansprechen, ist derjenige, der das nicht geglaubt hat und den ein Mitarbeiter dieser Zentralstelle einfach verhungern läßt, indem er ihm seine Bezahlmöglichkeiten sperrt. (...)
Der SEPA-Zahlungsverkehr und so weiter wird über SWIFT abgewickelt. Und die NSA hat vollen Einblick in diesem System. Vertraglich abgesichert.
Dann gibt es eine Zentrale Clearingsstelle für den Geldkarten-Zahlungsverkehr.
Auch der EC-Debitkartenverkehr wird nur über 3 System in Deutschland abgewickelt, die wiederum untereinander vernetzt sind (in Echtzeit).
Eine volle Kontrolle über den unbaren Zahlungsverkehr gibt es also schon. was nicht kontrollierbar wäre, wären Wechsel oder Schecks auf Firmenguthaben. Letzteres ist aber rechtlich problematisch (weil eigentlich Banklizenz erforderlich wäre).
Dann gibt es noch das schöne Beispiel PayPal. Diese Bank ist schon öfters unrühmlich dadurch aufgefallen, dass sie Transaktionen mit fadenscheinigen Gründen aufgehalten hat, bzw. Guthaben rechtswidrig nicht ausgezahlt hat. Nun klag mal schön, lieber Kunde! Gerichtsstand ist in Frankreich, Luxemburg, Zypern, Malta oder die Caiman Islands...

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xxyz 16.12.2014, 20:20
199. zu kurz gedacht...

Zitat von spon-facebook-10000739669
Vergessen wird oft, dass Geld/Bargeld an sich keinen Wert hat. Nur der Gegenwert, den man sich dafür kaufen kann bestimmt den Wert des Geldes. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um Bar- oder Plastikgeld handelt. Auch für das Abheben am Automaten muss man zahlen. Der Verkäufer muss wiederum für das Einzahlen bei der Bank bezahlen. Armes Deutschland! Bilder und Daten gibt man bei Facebook frei, aber bildet sich ein, durch Bargeld anonym zu bleiben.
...denn für den Einzelnen ist der Wert des Bargeldes durchaus stabiler als beim Plastikgeld. Schliesslich wird niemand die Währung der gesamten Volkswirtschaft abschaffen, nur um Sie persönlich zu treffen. Aber Ihr Konto zu sperren wäre kein Problem, in dem Fall daß Sie sich mal aus irgendeinem Grund mit den falschen Leuten anlegen sollten.
Es geht allerdings auch eine Nummer kleiner: solange Sie und alle anderen prinzipiell die Wahl haben, Ihre Kaufkraft auch in Form von Bargeld anstatt als Bitfolge auf einem Bankrechner aufzubewahren, hat allein die Möglichkeit einen gewissen zivilisierenden Effekt auf eben diese Banken bezüglich Negativzinsen etc.

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