Forum: Wirtschaft
Kampf gegen Deflation: Bitte, bitte, lasst uns das Bargeld!

Eine Welt ohne Bargeld - davon träumen viele Ökonomen. Angeblich lassen sich dann Steuerhinterziehung und Deflation besser bekämpfen. Doch in Wahrheit geht es um etwas anderes.

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heyheymymy 24.11.2014, 17:28
20.

Ich verstehe nicht, warum immer das "Abdriften in japanische Verhältnisse" um jeden Preis vermieden werden muss... Top 3 BSP und Export, Top 6 PISA, 4% Arbeitslosenquote. Das hört sich jetzt alles andere als schrecklich an.

Die Debatte, wie man das System Kapitalismus (Wachstum um jeden Preis) am Leben erhalten kann ist übrigens auch eine Scheindebatte, denn dieses System ist längst ein Zombie.

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m-cutolo 24.11.2014, 17:30
21. das überhaupt darüber geredet werden muss....

ist ein anzeichen das wir uns auf dem weg in ein wirklich grosses problem befinden. :)
tja wenn alle reich werden wollen, wer verliert dann?
ich bezweifle das unser system noch gut 100 jahre bestand haben wird, bin schon gespannt wie das wohl so wird. :)
mfg

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eibo 24.11.2014, 17:34
22. Also, ich könnt gut drauf verzichten

Ob diese Idee taugt um gegenwärtige Finanzprobleme zu lösen, kann ich mangels Fachwissens nicht richtig einschätzen. Vom Bauch her würde mir der Verzicht auf Bargeld aber gefallen. Steuerbetrug würde erschwert, Diebstahl reduziert, die Peinlichkeit, Kleinbeträge mit VPay zu bezahlen wäre weg, Privatverbraucher würden keinen ungerechtfertigten Wertzuwachs ihrers Bargeldes erhalten. Nur weil es eine Änderung wäre, ist es noch lange nicht schlecht, auch wenn das immer die reflexartige Reaktion ist.

Nur noch mal zur Klarstellung: Hätten wir eine Deflation von 3% und Privatverbraucher erhalten 0% Zinsen auf dem Girokonto sind das real 3,1% Wertzuwachs dafür, dass man sein Geld auf der Bank verschimmeln lässt.

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wauz 24.11.2014, 17:36
23. Es geht viel einfacher

Der Staat, das heißt, die Euro-Staaten, müssen Geld in Umlauf bringen. Wenn das in ausreichender menge geschieht, hat es die gleiche Kapital-entwertende Wirkung wie Negativzinsen.
Geld in Umlauf bringen geht so: die Staaten leihen sich zinslos Geld von der EZB und bezahlen damit ihre Ausgaben. Zusätzlich bringen sie noch ordentlich Münzgeld in Umlauf und erhöhen damit Renten und andere Sozialtransfers. das Spiel wird so lange getrieben, bis Kapitalblase und Geldumlauf wieder in brauchbaren Relationen sind. Ok, es braucht auch noch ein paar Gewerkschaften wie die GDL, die für Lohnerhöhungen sorgen. Aber das findet sich schon.

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53er 24.11.2014, 17:41
24. Vielen Dank !!

Die entlarvende Bezeichnung "modellierender Ökonom" hat mir den Tag gerettet. Köstlich diese treffende Beschreibung der verkrampften Bemühungen von Top-Ökonomen, die versuchen das in jahrelanger Gehirnwäsche erworbene Weltbild, gegen alle Widernisse der Realität zu verteidigen. Wenn man die Meinungsäußerungen von Ökonomen wie H.W. Sinn oder
Clemens Fuest überdenkt, kommt man zwangsläufig auf den Begriff modellieren. Leider versucht diese Ökonomenspezies sogar demokratische Entscheidungen auszuhebeln um die Realität an ihr Modell anzupassen. Dabei wird allzuhäufig vergessen, dass Wirtschaftswissenschaften kein gottgegebenes Naturgesetz darstellen sondern ein von Menschen gemachtes Theoriegebilde ist, das an manchen Stellen mit der Realität Berührungspunkte hat aber an vielen eben nicht. Seit den letzten Krisen sind diese Theorien entzaubert und zu dem geworden, was sie schon immer waren: Ein Modell von vielen.

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kumi-ori 24.11.2014, 17:44
25.

Ich vermeide EC- und Kreditkarten wie der Teufel das Weihwasser. Leider lässt es sich manchmal nicht umgehen, aber wo immer möglich gibts bei mir bar Kralle. Wenn erstmal das Papiergeld restlos verschwunden ist udn wir von der Plastikkarte völlig abhängig sind, dann wird sich erstens das Gebühren- und Provisionenkarussel munter in Bewegung setzen. Ein Beitrag für dieses, ein Prozentchen für jenes ist schnell verlangt, und wir haben schließlich keine Alternative mehr. Als zweites wird die Überwachung noch enger aufschließen. Jeder einzelne Kauf wird zentral gespeichert. Uns bleibt nur noch übrig, alles zu Fuß zu gehen und unsere eigenen Kartoffeln auf dem Balkon zu züchten.

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Ja ja 24.11.2014, 17:44
26. Sehr gefährlich

Bargeldvoerbot ist einer der erklärten Ziele der neuen Ordenung welche die Mächtigen der Welt anstreben.
Daraus resultiert die vollständige Kontrolle über den Menschen.

Wen das Geld nur noch auf Speichern diverser Rechner existiert, hat der Einzelne keinerlei Kontrolle mehr über sein Geld. Man ist völlig ausgeliefert !!!
Sehr gefährlich !!!

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duiveldoder 24.11.2014, 17:46
27. Jung und IT Begeistert

Ich bin sehr IT Begeistert. Als einer der ersten hatte ich einen Internetanschluss. Es gab nicht mal Internet, BBS hies es damals, mit einem 400 Baut Modem. Ich hatte Commodore, ich programmiere C++ und C-Sharp, ich verwalte Server 2012 R2, habe im Rechenzentrum gearbeitet, und programmiere selber Netzwerkprogramme als auch Fotobearbeitungsprogramme für den eigenen Gebrauch, damit ich kein Streit mit Adobe bekomme ausschliesslich für den eigenen Gebrauch!

Als einer der Ersten hatte ich Online Banking.

Mittlerweile habe ich nichts von Online Banking und zahle alles bar! Payback und andere illegale rechtswidrige Methoden die Menschen zu vernichten mache ich nicht mit. Ich kaufe bar und zahle bar.

Was übers Internet ablaufen muss, mache ich mit, aber alle andere Einkäufe wo es nur geht, einfach immer bar!

An dem Tag, wo ein Ökonom mir sagt ich bin ein dreckiger Untermensch der nur lebt als Sklave der Banken und meine Kinder gar kein Recht mehr auf Leben und Atmen haben sondern das einzige Recht was noch existiert ist das wir alle 100% Steuern und Abgaben für die Elite zahlen, werde ich im System nicht mehr mitmachen!

Wir zahlen jetzt 74,8% Steuern und Abgaben! Etwa 4000EUR im Monat. Das reicht! Wenn mir jetzt noch Starökonomen kommen ich muss noch mehr zahlen damit meine Kinder von Elend sterben, also versuchs nur Herr Starökonom, aber ich finde sie! Und mit mir die andere 7 Milliard "Untermenschen" werden euch Eliten schon aus euren teurer Villas holen!

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CommonSense2006 24.11.2014, 17:49
28. richtig und falsch

"Anstatt zu versuchen, die Inflationsziele zu verändern oder das Bargeld abzuschaffen, sollten wir unsere existierenden Probleme ernster nehmen."

Diesen Satz könnte ich so unterschreiben.

"Die EZB hätte viel früher und viel energischer mit der geldpolitischen Lockerung anfangen müssen."

Diesem aber muss ich widersprechen. Unsere 'existierenden Probleme' sind nicht der mangelnde Zufluss an Kreditmitteln, sondern die Tatsache, dass die Märkte für Kapital und Arbeit inzwischen völlig überreguliert sind, dass die Innovationen unter Bergen von Bürokratie erstickt werden.

Ich habe vor ein paar Tagen mal mit einem wohlhabenden Immobilieninvestor gesprochen. Der sagte ganz klar, seit Basel III machen die Banken praktisch nichts mehr, was nicht absolut bombensicher ist, also am besten Mietverträge mit öffentlichen Trägern unterschrieben vor dem Baubeginn. Er für seinen Teil macht keine neuen Projekte mehr, sondern verwaltet nur noch den Bestand, obwohl er erst Mitte 50 ist...

Ähnliches gilt für Arbeitsmärkte, insbesondere Italien und Frankreich. Jeder Unternehmer dort, der was in der Birne hat, lässt lieber im Ausland fertigen und nimmt hohe Transportkosten in Kauf, als dass er in diesen Ländern jemanden einstellt.

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Michael200669 24.11.2014, 17:50
29.

Zitat von spon-facebook-1116677686
Also Flohmärkte sind wahrlich kein Argument, um Bargeld weiterhin existieren zu lassen, denn inzwischen kann man mit neueren Handys diese nebeneinander halten und direkte Beträge transferieren. Und man könnte Verbrechen viel effektiver bekämpfen, wenn nichts mehr unter der Hand abgewickelt werden könnte, angefangen beim Menschenhandel über Steuerhinterziehung bis zu Sportmanipulationen. Und dieses Gespenst von den negativen Zinsen sehe ich nicht. Denn sobald das eine Bank einführt, laufen ihr die Kunden davon. Unser Geld wird ja schon jetzt jeden Tag weniger wert und negative Zinsen zu erheben würde der Existenzberechtigung einer Bank widersprechen.
Nur zu dumm, das es verschiedene Betriebssysteme, wo nicht jede App funktioniert. Geschweige hat nicht jeder ein neueres Handy und will es auch nicht. Ich z.B. nutze für meine Bankgeschäfte ein Uralthandy, wo man nur Simsen und telefonieren kann. Auf mein Smartphone werde ich gewiss keine Transaktionsgeschäfte machen. Daher ist es wichtig, dass das Bargeld bleibt.

Denn was die Anhänger zum reinem bargeldlosen Zahlungsverkehr vergessen. Es bedarf Strom, und was macht man, wenn man keine Stromquelle hat. Man kann nicht zahlen und wird letztendlich mit irgendwelchen Sachen handeln. So sieht man, das letztendlich immer reale Werte dem elektronischen überlegen ist.

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