Forum: Wirtschaft
Kampf gegen Deflation: Bitte, bitte, lasst uns das Bargeld!

Eine Welt ohne Bargeld - davon träumen viele Ökonomen. Angeblich lassen sich dann Steuerhinterziehung und Deflation besser bekämpfen. Doch in Wahrheit geht es um etwas anderes.

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luny 24.11.2014, 17:54
30. Unkonventionelle Methoden

Zitat von chagall1985
Mann gibt einfach jedem Bürger der EU 1000€ zum ausgeben. Das wären 400.000.000.000€ die definitiv zu einem Großteil im Wirtschaftskreislauf ankommen. Aber wir geben ja lieber Billionen den Banken damit sie leichter zocken können und entziehen der wirtschaft Kredite weil sich zocken mehr lohnt als Geld zu verleihen......
Hallo Chagall1985,

Ihr Vorschlag ist zwar unkonventionell, führt jedoch
zweifelsohne zum gewünschten Ergebnis, nämlich
der Ankurbelung der Wirtschaft.

Die Banken mit immer günstigerem Geld zu fluten,
derzeit zu 0,05% seitens der EZB, hat bislang nichts
genützt und wird auch in noch größeren Mengen nichts
nützen.

Es geht darum, etwas gegen die schwache Nachfrage
zu unternehmen und NICHT darum, das Angebot zu
verbilligen bzw. auch noch zu vergrößern.

LUNY

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Politik vs. Ökonomie 24.11.2014, 17:57
31. Nicht nachvollziehbar

Die Argumente Pro-Bargeld sind nicht nachvollziehbar. Der Autor vergisst ein ganz wichtiges Argument zur Abschaffung. Bargeld, so wie wir es nutzen, in erster Linie Scheine, ist eine Schuldverschreibungen auf ihr bei der Bank geführtes Konto, welches nicht real über das Geld verfügt was es durch Kontostand ausgibt. Die Bank kann meist nur 10% Eigenkapital decken, das heißt, die Bank verfügt eh nicht real über das Geld, was bei ihr formell liegt. Demnach ist der heutige Kapitalfluss auf Schuldverschreibungen aufgebaut, deren Grundlage nicht real ist. Das Festhalten an Bargeld ist demzufolge sinnlos, da Bargeld an sich wertlos ist.

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oidahund 24.11.2014, 17:59
32. Bargeld macht unkontrollierbar ....

deswegen zahle ich gerne bar. Es geht niemanden was wieviel Milch, welches Obst etc. ich kaufe. Es ist ein leichtes durch die Verknüpfung der Zahlungsinformation mit dem Inhalt meines Einkaufswagen Rückschlüsse über mein Essverhalten zu ziehen. So kkönnnten ja Vertreter einer gewissen Partei auf die Idee kommen, ihre politischen Vorstellungen mittels dem IInhalt der Warenkörbe zu sanktionieren. Dazu ist es ein leichtes Rückschlüsse auf die Einstellungen einer Person zu ziehen, wenn man weiß, welche Zeitschriften gekauft werden. Bargeld sichert ein Stück bürgerlicher Freiheiten.
In dem Punkt der Erhaltung von Bargeld kann ich Münchau zu stimmen.

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women_1900 24.11.2014, 17:59
33.

Zitat von maxl77
daher zahl weiterhin gern mit Papier denn was benutzt wird - schafft man nicht so leicht ab - die elektronischen Zahlungssysteme sind natürlich angenehm und machen das Leben einfacher und effizienter. Hoffentlich dürfen alle Systeme einfach nebeneinander coexistieren und in gebrauch sein. Dann sollte es doch eigentlich keine Probleme geben....
Nein, nach meiner Erfahrung sind die elektronischen Zahlungssysteme eben nicht einfacher. Ich muss immer die Kontoauszüge, Abrechnungen prüfen. Reklamation muss schriftlich erfolgen und ist umständlich. Zahle ich bar dann reklamiere ich sofort falsches Wechselgeld, ich weiß auch immer, wieviel Geld ich noch habe. Und bar bezahlen an der Kasse dauert ungefähr genau so lange, wie mit der EC Karte, manchmal sogar kürzer. Scheinbar sind die Berichte über horrende Telefonrechnungen diurch Abrechnungsfehler der Betreiber schon vergessen. Wir können uns auf Berichte einstellen, in denen mit dem Handy bezahlt wurde und exhorbitante Summen dann vom Konto abgebucht wurden. Sicherer wie Bargeld sind all die Karten, Handys auch nicht.
Das sogenannte "Bequeme" ist eine Marketingmasche. Mehr aber auch nicht. Ich habe bereits vor Jahren auf bar Bezahlung umgestellt und muss sagen, mein Leben wurde unkomplizierter. ich hab mehr Zeit fürs Wesentliche und muss nicht Kontoauszüge prüfen. Herrlich.

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mebschmw 24.11.2014, 18:00
34. Geldschöpfung aus Schulden sind Systemfehler

Wir sollten einfach die Geldschöpfung durch Kreditvergabe (von Banken erfundenes Buchgeld) abschaffen und die Geldmengen einzig von der Zentralbank vor- und ausgeben lassen. Dann könnte man Geld sehr leicht verknappen/vermehren und dessen Wert bestimmen. "Inflation" zu erzwingen, indem man den Banken Unsummen zur Kreditvergabe freigibt, die diese aber dann nicht als Kredite ausgeben, ist offensichtlich nicht Erfolg versprechend.

Heute glauben die Menschen, dass Schulden schlecht sind und dass die Banken die Gelder als Kredite ausgeben, die ihnen zuvor als Spareinlagen von anderen überlassen wurden. Das ist aber leider eine naive und völlig falsche Annahme. So funktioniert unser Geld nicht, leider. Seit dem Mittelalter erfinden (neudeutsch) Banker Geld, in dem Sie es einfach buchen bzw. indem sie eine Minusbuchung zulassen (Dispokredit). Zahlt der Kreditnehmer irgrndwann alles zurück, ist die Bilanz null, kein zusätzliches Geld ist entstanden. Da aber die Bank Zinsen haben will, muss der Kreditnehmer mehr zurückzahlen, als die Bank an neuem Geld erfunden hatte. Dies geht mit unserem Geldsystem nicht. Das ist nur möglich, wenn die Geldmenge (genauer die Summe aller Schulden) immer weiter mindestens um die Menge der vereinbarten Zinsen steigt. Schulden sind also nicht nur systembedingt, die sind gar die Grundlage unseres unsoliden Finanzsystems und deren unendliche Steigerung notwendige Voraussetzung für dessen Existenz. Diese Schulden werden niemals zurückgezahlt, sie blähen sich in der Summe immer weiter auf, bis die Geldmenge irgendwann den Gegenwert des Bruttosozialproduktes derart übersteigt, dass die Blase platzt. Denn Wachstum ist nicht unendlich möglich. Mit Glück kann man eine Finanzkrise verschieben, sie kommt dann aber später noch heftiger. Früher oder später werden wir freiwillig (hoffentlich) oder sehr unfreiwillig (eher wahrscheinlich) aus diesem Schneeballsystem aussteigen müssen. Es wäre schön, wenn die Bankster und "Ökonomen" das mal zugeben würden bzw. uns im Gegenzug erklären würden, wie unendliches Wachstum und unendliche Schulden funktionieren sollen. Da reicht etwas gesunder Menschverstand, um diese Lüge zu entlarven! Die Erde ist endlich und man kann nicht dauerhaft Lizenzen und Finanzprodukte erfinden, um ein Wachstum vorzutäuschen. Bereits jetzt ist die Geldmenge nur noch zu 10% von der wahren Wirtschaftsleistung gedeckt. 90% sind nichts als eine Blase. Diese Zahlen sind schon verrückt genug, wie weit will man den Wahnsinn noch treiben?

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ratstack 24.11.2014, 18:00
35. Bargeld stellt die Machtfrage

Mal wieder weiss der Kommentator, wo das Privatbankgeschäft empfindlich werden muss: ohne Bargeld kann man Privatbanken abschaffen oder durch andere Instrumente ersetzen. Bargeld abschaffen UND Privatbanken abschaffen? Wieviel Verdeckungs-, Hinterziehungs- und Schädigungsgeschäfte rund um das Bargeld und Banken sind in den letzten zehn Jahren allein bekannt geworden? Aus der Dienstleisttungsbranche Privatbank ist ein notorischer Selbstbedienungsladen für Bonusjäger geworden.

Wenn alle Steuern zahlen, zahlen die meisten weniger - ergo? Wenn Geldströme, vor allem, wo illegal und unkontrolliert, die Machtfrage stellen, weil sie all das ermöglichen, was der Staat mit legalen Mitteln nicht darf, muss man sich in dem Moment, in dem ein Instrument, das knapp hinter der Tauschwirtschaft entstand, von einem überkommenen Instrument wie repräsentierten Goldklumpen trennen. Nur das Verharren in gewohnten Denkstrukturen behindert hier einen Fortschritt.

Nebenbei: es waren die Privatbanken, die in früheren Zeiten - statt Bargeld oder Gold auf gefahrvolle Reisen mitzunehmen, es durch Wertpapiere an eine Person banden. Das anonyme Bargeld war ihnen zu gefährlich. Und jetzt erinnern sie sich an den Datenschutz, um Bargeld am Leben zu erhalten? In Schweden finde ich die Steuererklärungen meiner Nachbarn im Internet.

Wir haben in den letzten Jahren die Wehrpflicht, den Fernschreiber, den Zweitaktmotor (fast), den §175 StGB und manch anderen Unsinn abgeschafft, da wird es auch mit dem Bargeld, den Bundesländern Saarland und Bremen, den Beamtenprivilegien oder dem Konkordat gelingen. Und dem Privatbankensystem - keiner braucht es in dieser Form.

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Michael200669 24.11.2014, 18:00
36.

Zitat von hellomisssunshine
ist das Geld, das wir der Bank geben (das also auf unserem Bankkonto landet), nicht mehr unser Eigentum. Vielmehr überlassen wir der Bank unser Geld, die uns verspricht, es uns zurückzuzahlen, wenn wir es möchten. Deshalb hat auch niemand einen Rechtsanspruch auf seine Einlagen, sollte eine Bank mal die Schotten dicht machen. Wie? Das wussten Sie nicht? Nun fragen Sie sich mal, was Ihnen noch gehört, wenn es nichtmal mehr das Bargeld gibt. :)
Das ist nicht richtig, wir bleiben weiterhin Eigentümer des Betrages. Denn Münzen und Scheine gehören dem Staat und nicht uns. Geld ist nichts anderes als ein Tauschmittel, das den Tausch von Waren erleichtern soll.

Geht die Bank Pleite, ist es wie im Geschäfts- wie Privatleben, man verliert entweder ein Teil seines Vermögens oder alles, was man zu Verfügung gestellt hat und wenn man Pech hat, sogar darüber hinaus.

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schwaebischehausfrau 24.11.2014, 18:05
37. Wo er Recht hat....

..hat Hr. Münchau Recht - da muß man ihm bei der Verteidigung des Bargelds (nur Bares ist Wahres) doch mal ausdrücklich in FAST allen Punkten zustimmen. Nur in einem Punkt nicht: "Die EZB hätte viel früher und viel energischer mit der geldpolitischen Lockerung anfangen müssen". Nein, die EZB hätte denjenigen Staaten mit hohem Reformstau in der Eurozone (also ALLEN Euro-Ländern!!) von Anfang an klar machen müssen, dass die Regierungen vornehmlich ihre Hausaufgaben machen müssen anstatt auf geöffnete Geldschleusen zu hoffen. So aber ist die Situation doch folgende: Beim leichtesten Gegenwind zu angekündigten Reformen durch ihre Wähler knicken die Regierungen in Frankreich, Italien und ja..auch in Deutschland ein. Wer will schon abgestraft werden bei der nächsten Wahl. Also stattdessen "weiter so wie bisher" und auf Draghi vertrauen. Das allein ist die Katastrophe..

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oliverfischer 24.11.2014, 18:07
38. Viel schlimmer

Es ist doch noch viel schlimmer! Die Abschaffung des Bargeldes ist doch nur eine weiter Entwicklung der Erfindung des Bargeldes!
Was war denn bevor des Bargeld erfunden wurde? Der Tauschhandel!
Den kann man aber nicht besteuern außerdem ist es sehr schwierig Steuern auf Güter zu erheben ("Der Zehnt"). Deshalb haben schon frühe Hochkulturen das Geld erfunden. Ursprünglich Münzen, Muschelschalen, usw. Vor etwas mehr als 100 Jahren entwickelte sich aus Schuldscheinen dann das Papiergeld. Mit dem später Bargeld genanten Papiergeld war die Grundlage für den Kapitalismus gelegt denn waren oder Leistungen könnten in eine fiktive Währung getauscht werden und der Staat könnte nun Steuern erheben. Elektronisches Geld ist da nur eine konsequente Weiterentwicklung und führt letztlich zu 100% Kontrolle des Staates und der Mächtigen. Wenn man mal anfängt darüber nachzudenken was eine Mehrwertsteuer wirklich ist wird einem wirklich schlecht! Es ist das konsequente abschöpfen der Bevölkerung und führt ökonomisch genau in dieses deflationäre Szenario!

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diesereinenick 24.11.2014, 18:13
39. Verlogener Trickser

wie immer! Es gibt kein "Inflationsziel"! Zumindest nicht als Vereinbarung zwischen den Partnern der EU, es gibt nur eine vereinbarte Inflationshöchstgrenze! Diese liegt bei _maximal_ 2%, vereinbartes Ziel ist es, erheblich darunter zu bleiben. Schon geschickt versteckt in einem ansonsten unverfänglichen und offensichtlichen Artikel. Und Woche für Woche schreibt Schuldenjünger und Inflationsfetischist Baron Münchhausen wider alle ökonomische Vernunft und propagiert maximale Inflation und höchste (Über|Ver)schuldung!

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