Forum: Wirtschaft
Kampf gegen die Krise: EZB belässt Leitzins auf Rekordtief
REUTERS

Die Politik des billigen Geldes geht weiter. Die Europäische Zentralbank belässt den Leitzins auf dem historischen Tief von 0,05 Prozent. Private Institute können sich damit fast umsonst Geld bei der EZB leihen.

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salkin 06.11.2014, 14:27
1.

Warum fallende Preise zu sinkendem Konsum führen sollen kann ich nicht nachvollziehen. Als vor Jahren der Benzinpreis immer neue Höhen erklommen hatte hieß es das würde dem Bürger Kaufkraft entziehen und deshalb müsste die Mineralölsteuer gesenkt werden. Wenn jetzt u.a. die Energiepreise sinken heißt es das das auch schädlich ist. Na was denn nun? Das Beispiel Japan zeigt doch wohl deutlich das immer mehr Geld alleine keinen Aufschwung erzeugt sondern nur die Staatsverschuldung erhöht. Deu heutige Bericht über die zunehmende Verschuldung der Privathaushalte sollte zu denken geben ob man die Leute durch das billige Geld nicht in die Schuldenfalle lockt. Von der Vernichtung der privaten Altersvorsorge ganz zu schweigen.

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Werner Holt 06.11.2014, 14:33
2. Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff, Gestern standen wir kurz vor dem Abgrund

Heute geht Draghi einen Schritt weiter. Rückwärts nimmer, vorwärts immer.

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Ichbines2 06.11.2014, 14:47
3. Liebe Lokführer,

soeben wird von Draghi das Geld verteilt, das EUCH zusteht, das Ihr als Steuern erarbeitet habt und das geeignet wäre, die Binnenkonjunktur anzukurbeln.
Man gibt es aber nicht Euch, sondern es wird in irgendwelchen dunklen Kanälen verschwinden, ohne Rechenschaftspflicht und nur zum Zocken für unbekannte Subjekte........

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peku32 06.11.2014, 15:10
4. .

Die Null Zinsen sollen doch nur Banken päppeln, das sind Marios beste Freunde. Die nehmen das Geld, als Kredit versteht sich, aber zu Null Zins, und gehen ins Casino damit! Wohl wissend, dass der deutsche Steuerzahler immer die Zeche zahlt, wenns schief geht. Und das ist jeden Tag. So ist das System organisiert. Man darf nicht erst den Mist anrühren und sich hinterher wundern, dass es stinkt.

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neromancer 06.11.2014, 15:28
5. nächster Halt

Es ist interessant, dass im Zuge des Leitzins kaum das Wort Wachstum in den USA in den Mund genommen wird. Die EZB spielt hier eindeutig mit dem Feuer. Das Signal an die Wirtschaft lautet ja - investiert lieber (hier), denn anlegen lohnt sich. Nur ist das mal wieder nicht mit der globalen Welt vereinbar. In den USA ist gerade Wirtschaftsaufschwung. Hinzukommt, dass der US Dollar ggü dem Euro wieder deutlich an Wert zulegt. 2017 soll es sogar bei 1:1 liegen. Also geht man lieber in Übersee und investiert dort. Eine Antwort, wie man da wieder rauskommen will, sucht man vergebens.

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uezegei 06.11.2014, 15:31
6.

Zitat von salkin
Warum fallende Preise zu sinkendem Konsum führen sollen kann ich nicht nachvollziehen. Als vor Jahren der Benzinpreis immer neue Höhen erklommen hatte hieß es das würde dem Bürger Kaufkraft entziehen und deshalb müsste die Mineralölsteuer gesenkt werden. Wenn jetzt u.a. die Energiepreise sinken heißt es das das auch schädlich ist. Na was denn nun? Das Beispiel Japan zeigt doch wohl deutlich das immer mehr Geld alleine keinen Aufschwung erzeugt sondern nur die Staatsverschuldung erhöht. Deu heutige Bericht über die zunehmende Verschuldung der Privathaushalte sollte zu denken geben ob man die Leute durch das billige Geld nicht in die Schuldenfalle lockt. Von der Vernichtung der privaten Altersvorsorge ganz zu schweigen.
Das ist volksökonomische Voodoo- und Pseudowissenschaft.
Die wissen zwar selbst nicht genau, wie was warum wann passiert, aber man muss ja mal was gesagt haben...
Wüssten sie es, dann wüssten sie auch, was gegen die "Krise" zu unternehmen ist.
Das, was jetzt überall geschieht, das ist nur ein Stochern im Nebel in der Hoffnung, dass sich die Probleme wundersam in Luft auflösen.

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Progressor 06.11.2014, 15:33
7. Mal präventiv

Die EZB hält die Zinsen nicht deshalb so niedrig weil Draghi ein Gauner, Italienier oder Goldman Sachs-Mann ist. Nicht weil es in der Eurozone Problemländer gibt oder weil die Finanzindustrie gepäppelt und der Mittelschicht-Sparer ausgeraubt werden soll, sondern weil es schlicht zu wenige gibt die einen Kredit aufnehmen wollen. Dies muss aber sein, ansonsten schlägt sich Sparen in einer Rezession nieder.

Das ist übrigens kein eurolandspezifisches sondern ein weltweites Problem.

Sinnvoller wäre in allen Fällen staatliche Konjunkturprogramme auf Pump. Das will aber auch niemand. Also? Ich empfehle daher, wie schon Münchau am Montag in seiner Kolumne, eine konsistente Argumentation.

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peku32 06.11.2014, 15:50
8.

Zitat von Progressor
Die EZB hält die Zinsen nicht deshalb so niedrig weil Draghi ein Gauner, Italienier oder Goldman Sachs-Mann ist. Nicht weil es in der Eurozone Problemländer gibt oder weil die Finanzindustrie gepäppelt und der Mittelschicht-Sparer ausgeraubt werden soll, sondern weil es schlicht zu wenige gibt die einen Kredit aufnehmen wollen. Dies muss aber sein, ansonsten schlägt sich Sparen......
Die mangelnde Nachfrage nach Krediten ist vermutlich das Hauptproblem. Banken vergeben aber grundsätzlich nur ungern Kredite, weil ihr Geschäftsmodell längst ein ganz anderes ist: verkaufe den ahnungslosen Kunden toxische Papiere und stehle ihnen damit ihr gesamtes Leben. Rendite: viele tausend Prozent! Straffrei versteht sich. Die Regierung ist ja daran beteiligt. Wer würde da nein sagen?

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chrac 08.11.2014, 20:34
9. Common sense

sagt, dass die Geldpresse nicht die Lösung sein kann, ungeachtet aller Geldtheorie. Der Ausgangspunkt dieser Krise ist die Verschuldung von Leuten in den USA, die Subprime borrower, die sich mit geliehenem Geld Häuser, Autos und weiss der Teufel was gekauft haben. In der Folge liegt nicht der ökonomische Gashebel volle Fahrt auf dem Tisch, statt dessen haben wir einen formidablen Schlamassel. Fehlallokation ist die Folge und die Außerkraftsetzung stabilisierender Wirtschaftsfaktoren, beispielsweise die gute alte Idee, für die Kinder und das Alter zu sparen.

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