Forum: Wirtschaft
Kampf um CO2-Steuer: Die Politik ist zu dämlich für den Klimaschutz
DPA

Die bizarre deutsche Debatte um die CO2-Steuer zeigt: Der Kampf gegen den Klimawandel scheitert nicht nur an Industrieinteressen und passiven Verbrauchern - sondern vor allem an der verqueren Logik der Politik.

Seite 12 von 22
mr.zoui 09.05.2019, 22:11
110.

Zitat von gehtschon28
Der Artikel geht genau darauf ein, wo es klemmt: Die durch Eigeninteressen blockierte Politik. Ich träume von einer Partei und Politikern die souverän und gelassen die notwendigen Zukunftsentscheidungen treffen und umsetzen
Eine solche Partei kann es per Definition nicht geben.
Sie mögen es Utopie nennen, andere nennen es Dystopie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BenFrie 09.05.2019, 22:18
111. Was ist mit Geoengineering?

Es gibt ganz andere Möglichkeiten als diese wahnwitzigen bürokratischen Ansätze. Das Buch "Freakonomics" scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Steven Levitt und Stephen Dubner beschreiben Ansätze mit denen der Erderwärmung entgegengewirkt werden kann. Nein, das ist kein Hoax, keine Verschwörungstheorie etc.. Andere Möglichkeiten müssen im Sinne aller Menschen geprüft werden, und sei es nur als Maßnahmen falls alles andere nichts bringt. Kurzer Teaser: https://www.youtube.com/watch?v=6RsrRpjAGi8

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr.zoui 09.05.2019, 22:22
112.

Zitat von Dumpfbacke
Machen Sie mal eine ganz einfache Rechnung: Die vom Bürger eingenommene CO2-Steuer wird komplett wieder mit einer pro Kopf-Pauschale zurückgezahlt, d.h. jeder Bürger bekommt genau die gleiche Summe vom Staat ausbezahlt. ...
Schauen Sie bitte mal im Artikel nebenan, wie die SPD vorhat die Grundrente zu finanzieren und denken dann noch mal über komplette Rückzahlung nach...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wizzard74 09.05.2019, 22:33
113.

Zitat von SozLib
Es gibt nur ein einziges Mittel. Hört auf Euch zu vermehren. Wir sind schlicht 4 Millarden Menschen zuviel für diesen Planeten. Mal im Ernst: Es gibt angeblich bald kaum noch Jobs, (Roboter und so). Menschen versauen angeblich das Klima. Menschen essen zu viel Fleisch. Dann bitte hört auf Kinder zu bekommen und zahlt jedem Bürger der mit 50 noch kein Kind hat eine halbe Mille aufs Konto!
Die erste gute Idee im Thread.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Cephalotus 09.05.2019, 22:35
114. Bravo

Sie haben das genau richtig erkannt und beschrieben.

Sowohl Politiker als auch der Durchschnittswähler sind scheinbar zu dumm für das Thema und damit scheinbar die Menschheit an sich.

Vom weiter abwarten wird es sehr wahrscheinlich nicht billiger.

Und wenn Trump, CDU und AfD auf Industrien des 19. Jahrhunderts setzen freuen sich halt die Chinesen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Cephalotus 09.05.2019, 22:40
115.

Zitat von interessierter Laie
das wie ich finde durchaus zutreffende Argument: Es gibt (wie beim EEG Menschen), die ihr Verhalten leicht ändern können. Die kaufen sich ein Elektroauto, erneuern ihre Heizung, dämmen ihre Fassade und schaffen neue Geräte an. Damit sie mich nicht falsch verstehen - das ist klimatechnisch gesehen alles super. Aber diese Leute kriegen hinterher jährlich 2000 Euro oben drauf. Die, die das nicht können oder gar in die Situation geraten, dass sich ihr CO2-Footprint verschlechtert - Job oder Ausbildung weitab vom Wohnort - bspw. wegen steigender Mieten - kriegen nix oder zahlen sogar drauf, wenn es dafür keine Ausnahme gibt. Und wenn es dir gibt, haben wir ein Bürokratiemonster geschaffen. Genau dasselbe hat das EEG bewirkt. Der reiche Eigenheimbesitzer hat den Nutzen, der arme Mieter den Schaden. Und wenn man sich mal genau anschaut, warum vielen armen Leuten das Geld nicht reicht, steht Energie (Heizung und Strom) auf den vorderen Plätzen.
"Armut" ist kein Freibrief dafür die Umwelt zerstören zu dürfen.

Ansonsten können Sie es sich doch ganz einfach durchrechnen, was eine CO2 Steuer von meinetwegen 100€/t bewirken würde.

Der kleine Mann würde typischerweise MEHR Geld haben nicht weniger, außer er verfeuert jährlich 3000l Heizöl und falls er das tut wird er genau der sein, der heute sagt, dass sich Dämmung doch nicht rechnet.

Teuer wird die Steuer für Kohlekraftwerke, für einige Industrieunternehmen und für Vielflieger. Aber gerade die Industrie hat mehr als genug technologische Optionen.
In Schweden denken Stahlproduzenten darüber nach, nicht Kohlenstoff zur Reduktion zu verwenden sondern Wasserstoff aus Stromelektrolyse.
Solche Innovation ist möglich, aber nur wenn die Rahmenbedingungen passen. Wenn CO2 nix kostet wird sich auch nix ändern.
Warum auch?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wombie 09.05.2019, 22:53
116.

Zitat von Schubidubiduu 123
Man verhält sich klimaschädlich, muss dafür Strafsteuer zahlen und bekommt dann am Ende des Jahres die Steuer zurück? Warum man sein Verhalten dann ändern? Oder ist die Rückerstattung an eine Verwendung gebunden ? Baum pflanzen, Fahrrad kaufen ... etc.
Es wird nicht die produktbezogene Steuer zurückgezahlt sondern ein Pauschalbetrag. Bezogen auf das Auto bedeutet das, dass gleichzeitig der Treibstoffpreis auf zum Beispiel 2,50 Euro erhöht wird. So kann der mündige Bürger selbst entscheiden ob er diesen Pauschalbetrag für unnötige Fahrten, ineffiziente Fahrweise und Fahrzeugkonstruktion aufwendet oder sich entsprechend anpasst und am Ende des Jahres noch ein Plus verbuchen möchte. Gerade hier ist der Effekt für den Verbraucher direkt beim Tanken spürbar. Der Erfolg des Diesels begründet sich zum Teil auf diesen Effekt. Vielen ist es egal ob der Diesel für ihr persönliches Nutzungsprofil günstiger ist als ein Benziner, es zählt nur das Gefühl an der Tankstelle.
Der ganze Umbau muss natürlich transparent kommuniziert und über mehrere Jahre erfolgen, damit sich der Verbraucher darauf einstellen kann. Das die Umsetzung so erfolgt darf bei unserer Reaktionsregierung jedoch bezweifelt werden. Die wird es fünf nach zwölf kurz vor Strafzahlungen im Hoppla Hopp Verfahren unter Zwang umsetzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
d.selle 09.05.2019, 23:15
117. Nein, nicht zu dämlich sondern zu sehr von Partikularinteressen Wohlha

bender bestimmt. Ob ein Co2 Steuer im Sinne des Gemeinwohls erfolgen wird muß traurigerweise stark bezweiftelt werden:

Beispiele:
1. Mein Stinkediesel fuhr 16 Jahre zu 100% klimaneutral bis es aufgrund der Abgabe zur Förderung regenerativer Energien schlicht nicht mehr möglich war. Wie das?
Er lief zu 100% mit Rapsöl. Das Öl gab es bei der örtlichen Ölmühle, bzw. Bauern. Es gab mal über 1000 Tankstellen die Rapsöl aus regionaler Herstellung angeboten haben. Heute ist der Markt für Raps als Kraftstoff tot. Grund war die Abgabe auf Kraftstoffe zu Förderung regenerativer Energien und Minölsteuer , die auch für Rapsöl im Urzustand erhoben wurde. Gleichzeitig förderte man den Raubbau in den Tropen wo billiges Palmöl hergestellt wurde, das man dann über die energieintensive Verestherung als Biodiesel, dem Diesel an den regulären Tankstellen beigemischt hatte. Danke liebe Mineralöllobby und lieber Finanzminister Eichel.
2. Wir würden gern eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hinterhauses anbringen. Lage und Ausrichtung sind optimal. Das Dach ist vom öffentlichen Raum aus (behördlich bestätigt) zu 100% uneinsehbar. Problem nur, der DS und das Bauamt verweigern die Genehmigung, da diese das Stadtbild (ernsthafte Antwort seitens der Behörde: Bei Betrachtung per Hubschrauber beeinträchtigen würde).
Unser regionale "Stararchitekt" der Reihenweise alte Häuser aufkauft, faktisch abreißt , eine historische Fassade davorknallt, konnte dagegen schon mehrere Anlagen auf seinen Hausdächern errichten.
Begründung seitens der Behörde, "die Genehmigung wurde erteilt, da die Sanierung für den Investor sonst nicht hinreichend wirtschaftlich gewesen wäre". Seine Hütten kosten ab 12€/m² kalt an Miete, wir hätten für unsere Einliegerwohnung nur 7€ Kaltmiete angepeilt.
3. Wie mobil sollen moderne Nutzmenschen denn noch werden? Das Arbeitsamt kürzt Ansprüche wenn man sich weigert einen Job in 70 bis 100km Entfernung anzunehmen. Mit dem ÖPNV brauchts dann tägl. 5Stunden für die Fahrt zur Arbeit, macht täglich 13Stunden Abwesenheit zum Hungerlohn. Mit CO2 Steuer wirds noch ärmlicher.
So sinnvoll eine Co2 Steuer m.E. sein mag, sie muß eine Steuerungswirkung haben für alle und hier habe ich größte Zweifel. Der ALG 2 Empfänger der sich auf den Job eingelassen hat bekommt vielleicht etwas von der Steuer zurück. Es wird ihm aber garantiert angerechnet, so dass es hinterher doppelt benachteiligt ist.
Kassiert bei denen ab die es sich leisten können, bietet wirklich haltbare Produkte an, kürzt nicht die Ausgaben sondern verbessert die Einnahmen des Staates. Das sich Wohlhabende und Firmen steuerlich auf null rechnen können ist ein Skandal , allen voran mit Maßgeblicher legislativer Förderung durch CDU/CSU und FDP. Lösung wäre eine Vermögenssteuer , eine Erbschaftssteuer von 10% oder mehr auf alles was das einfache EFH übersteigt, eine Börsentransaktionssteuer von 1%. Da kommt so viel Geld zusammen das die Energiewende locker zu schaffen ist. Wie heißt es in einem Lied von Konstantin Wecker: Wir zahlen Steuern, sie setzen ab, gerichtlich sind sie eher nicht zu fassen, denn die Gesetze sind für sie gemacht. Empört euch!
Gute Nacht!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bernd.Brincken 09.05.2019, 23:17
118. Für alle

"Klimabelastendes Verhalten würde für alle teurer. "
Auch für die Bewohner armer Länder, wo die Energiekosten ganz wesentlich den Lebensstandard beeinflussen?
Die Durchsetzung dort kann politisch kaum klappen.
Also, wenn wir erfolgreich ÖL sparen, dann sinkt der Preis an den Ölmärkten - und die Armen Länder können wieder mehr davon erwerben.
Daraus folgt - leider - es wird so oder so (fast) alles Öl verbrannt, bis die Lagerstätten wirklich knapp werden.
CO2-Ausstoss wird steigen, Klimawandel kommt bzw. lässt sich nicht mehr zurückdrehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RocketDogs 09.05.2019, 23:26
119. Schön...

dass SPON immer Bilder zeigt von Kühltürmen mit Wasserdampf. An die Bildredaktion: Das ist Wasserdampf und kein CO2, schade andere Bilder sind nicht so dramatisch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 12 von 22