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Kampf um CO2-Steuer: Die Politik ist zu dämlich für den Klimaschutz
DPA

Die bizarre deutsche Debatte um die CO2-Steuer zeigt: Der Kampf gegen den Klimawandel scheitert nicht nur an Industrieinteressen und passiven Verbrauchern - sondern vor allem an der verqueren Logik der Politik.

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edds 09.05.2019, 18:56
40. Die CO2-Steuer setzt da an, wo sie Wirkung entfallten kann

Wenn zu viele Menschen ihre Verhaltensweisen hauptsächlich nach ihrem Geld ausrichten und ihnen Allgemeinwohl, Umwelt und Klima und damit auch die eigene Zukunft egal sind, dann muss man sie genau da treffen, wo Änderungen des Verhaltens bewirkt werden können: beim Geld.
Die Schuld wird doch nur zu gerne vom Individuum auf irgendeine grauen Masse geschoben, die dann als "Gesellschaft", "Politik" oder "Industrie" an den Pranger gestellt wird. Dass wir als Bürger, Wähler und Konsumenten den Grundpfeiler von Gesellschaft, Politik und Industrie bilden, wird dabei nur zu gerne ignoriert.

Einerseits muss der Verbraucher da gepackt werden, wo es weh tut, andererseits sollte ihm gleichzeitig eine kostengünstige Alternative angeboten werden. Und genau das kann man mit einer CO2-Steuer erreichen.

Die Angst der Politik liegt aber wohl auch darin begründet, dass manche Wähler aus Rache für den Verlust an Bequemlichkeit bei der nächsten Wahl zu denen laufen könnten, die Klimaschutz für Unsinn halten.

Leider sind die "Ahnungslosen für Deutschland" auch in diesem Punkt mal wieder ein paar Jahrzehnte in der Vergangenheit geblieben und leugnen den Effekt von klimabeeinflussenden Gasen, so wie die großen Energieerzeuger, Industrievertreter und auch der ADAC es im vergangenen Jahrhundert nur zu gerne gemacht haben. Aber da kann man bei dem einen oder anderen immerhin einen gewissen Wandel beobachten.

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herm16 09.05.2019, 18:57
41. diese Steuer

ist für Rentner schlecht. Beispiel, jemand zahlt pro Monat 20? Steuer bei einer Rente von 800?. Da fehlt schon mal Geld zum Leben und dann bekommt er es am Jahresende zurück. Das können sich nur gutverdienende Journalisten erlauben.
Kommen Sie auch nicht mit dem Argument im Ausland klappts, die Leute haben ganz andere Rentensysteme

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tucson58 09.05.2019, 18:59
42.

Zitat von Wirrrkopf
Wenn man aus der Rückerstattung sogar eine Vorrauszahlung machen würde und das ganze auch nicht jährlich sondern monatlich dann hat jeder Kopf am Anfang des Monats mehr zum Ausgeben und kann sich genau überlegen ob er damit CO2 in die Luft bläst oder z. B. ein E-Auto, Pedelec, eine Wärmedämmung oder einen Umzug finanziert. Oder ob er lieber mehr Zeit in den Arbeitsweg per ÖPNV investiert aber dafür eben mehr Geld hat. Und diese Steuer muss mit einer JETZT klar kommunizierten Steigerungsrate eingeführt werden. Jedes Jahr 20 € mehr pro Tonne CO2. Dann kann jeder genau durchrechnen wie schnell sich investitionen in Anschaffungen die CO2 arm sind rechnen.
Sie vergessen eine Kleinigkeit diese CO 2 Steuer verteuert auch den allgemein Konsum und die Lebenshaltungskosten . Ein Blick nach Frankreich genügt

Der 2013 verabschiedete „Klimabeitrag“ in Frankreich legte einen Preis pro Tonne CO2-Emissionen fest. Dieser wird von Jahr zu Jahr steigen. Weil dadurch auch die Preise für Treibstoffe gestiegen sind, wurde die CO2-Steuer zum Streitpunkt, an dem sich die „Gelbwesten“-Proteste entzündeten. Diese weiteten sich nun zu einer breiteren Bewegung gegen die allgemeine Steuerpolitik sowie die Regierung von Emmanuel Macron aus.

Das ist die Realität einer CO 2 Steuer ! Da Deutschland weltweit jetzt schon auf Platz 2 mit den höchsten Steuerbelastungen der Bürger steht , dürften wir mit einer CO 2 steurer auch Platz 1 einnehmen

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jj2005 09.05.2019, 18:59
43. Richtig

Zitat von Wirrrkopf
Wenn man aus der Rückerstattung sogar eine Vorrauszahlung machen würde und das ganze auch nicht jährlich sondern monatlich dann hat jeder Kopf am Anfang des Monats mehr zum Ausgeben und kann sich genau überlegen ob er damit CO2 in die Luft bläst oder z. B. ein E-Auto, Pedelec, eine Wärmedämmung oder einen Umzug finanziert. Oder ob er lieber mehr Zeit in den Arbeitsweg per ÖPNV investiert aber dafür eben mehr Geld hat. Und diese Steuer muss mit einer JETZT klar kommunizierten Steigerungsrate eingeführt werden. Jedes Jahr 20 € mehr pro Tonne CO2. Dann kann jeder genau durchrechnen wie schnell sich investitionen in Anschaffungen die CO2 arm sind rechnen.
Genauso sollte es laufen! Ich verfolge die Debatte seit nunmehr rund 40 Jahren, Herr Bidder hat die Lage sehr gut erklärt. Natürlich sind die grossen Verbraucher - reiche Privatpersonen, gewisse Industriebranchen - strikt dagegen, aber seit rund 20, 30 Jahren empfiehlt eine immer grössere werdende Mehrheit der Volkswirte, Energie stärker zu besteuern, und dafür anderswo zu entlasten.

Was die Möchtegern-Kanzlerkandidatin treibt, solchen Unfug zu verbreiten, kann man nur mutmassen. Medien und Ökonomen allerdings sollten sich darauf konzentrieren, konkrete Szenarien durchzurechnen und zu publizieren - Herr Edenhofer hat da einen sehr guten Anfang gemacht. Wichtig ist, dass es verständlich und anschaulich gemacht wird, also z.B. fragen "Kann man mit 180 Euro/Tonne CO2 das Kindergeld für das erste Kind verdoppeln?". So wie es jetzt läuft, ist es noch viel zu abstrakt.

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marthaimschnee 09.05.2019, 19:00
44. Fail by Design!

Ja, das ist alles ganz tool und super wirksam, wenn ... Und hier kommt in der Regel, "wenn man es vernünftig betrachtet", "wenn man es sinnvoll umsetzt", "wenn man es richtig macht". Das Dumme ist nur, wir machen nichts richtig, sinnvoll, oder gar vernünftig! Würden wir das tun, würde eine CDU auf gar keinen Fall regieren. Dann würde uns die Wirtschaft auch nicht auf der Nase rumtanzen und es würden Manager im Bau sitzen, für den Betrug beim Diesel. Und dann müßte auch kein Nachwuchs-Sozialist mit so unerhörten wie utopischen Überlegungen das heilige Kapital in gespielte Aufruhr versetzen, dann gäbe es Kapitalansammlungen in dieser Größenordnung nämlich gar nicht. Insofern, nehmen Sie es mir nicht übel, aber wer eine CO2 Steuer und dabei voraussetzt, daß diese nur dann wirksam und sozial ist, wenn man es "richtig macht", der hat nicht alle Tassen im Schrank und ist ein ebenso großer Realitätsverweigerer, wie AKK, wenn sie eine für alle funktionierende soziale Marktwirtschaft zu sehen glaubt.

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götzvonberlichingen_2 09.05.2019, 19:02
45. Mal nachdenken...

Zitat von danielhelbig
Ich lasse mein Auto also stehen um dann die Diesel-Drecksschleuder von den öffentlichen zu benutzen. Lustige Idee
Tja - was macht wohl mehr Dreck - wenn 50 Leute mit dem Bus fahren oder 50 Leute mit dem eigenen Auto? Vielleicht kommen Sie ja auf die Lösung.

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doctiloquus 09.05.2019, 19:04
46.

"...Wenn Millionen Menschen gleichzeitig aufhören, zur Arbeit mit dem Auto zu pendeln, häufiger mit Bus oder Rad fahren, ..." und nur noch essen, was neben der Tür wächst, und und und - Herr Bidder, das ist eine ideale Welt, und in der kann man vielleicht solche Dinge treiben. In einer realen Welt sind das einfach unsinnige Annahmen und Forderungen. Eine CO2 Steuer steuert gar nichts, sondern führt nur dazu, dass all jene (wahrscheinlich auch Sie) auf vieles verzichten müssen und alle anderen es sich noch besser gehen lassen (CO2 aus der Portokasse zahlen).

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Capetonian 09.05.2019, 19:07
47. Natürlich sind alle anderen dämlich

Leider weiß der Autor nicht, was eine Steuer ist. Fehlende Sachkompetenz durch lustige Sprüche zu ersetzen mag ein gutes Konzept für schulfreie Freitage sein. Eine gute Grundlage für Sachpolitik ist das nicht, Herr Bidder.

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HH1960 09.05.2019, 19:07
48. CDU/ CSU sind zu dämlich

Grüne, SPD und sogar die FDP sowie der IWF haben es verstanden, nur AKK und Konsorten wollen nicht. Sie wollen keinen Klima-, Natur- Tierschutz, sie warten auf intelligente Lösungen und warten...und warten...und warten.

Sie torpedieren alles, was auch irgendwie nach Fortschritt aussehen könnte. Sei es die o.g. Themen, sei es die Energiewende, sei es die einfache Ampel für Lebensmittel, sei es die Wasserstofftechnik. Sie geben lieber 40 Mrd. für 20.000 Arbeitsplätze in den Kohleregionen aus, anstatt für 40Mrd. Zukunftsindustrien zu fördern.

Andere Länder fördern und beschleunigen den Wandel, die Union blickt zurück und bremst.

Dafür werden sie bei den nächsten Wahlen die Quittung bekommen - aber auch darauf werden sie warten.

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godelboy 09.05.2019, 19:07
49. Bankrotterklärung des Spiegel

"Die Politik ist zu dämlich für den Klimaschutz" ist die dümmstmögliche Überschrift, die einem Journalisten einfallen kann. Vorverurteilung bereits in der Überschrift, dazu gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen. Spiegel Online erweist sich wieder einmal als drittlklassige, primitive Propaganda-Postille. Mit Journalismus hat nichts zu tun.

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