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Kampf um Pünktlichkeit: Schnellfahr-Offensive der Bahn erfolglos
DPA

Die Bahn will pünktlicher werden - dafür hatte der Konzern seine Lokführer angewiesen, so schnell wie möglich zu fahren. Positive Ergebnisse brachte der Test allerdings nicht.

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b1964 14.04.2018, 08:40
1. Mal mein Kommentar als Vielfahrer

Fahre beruflich viel mit der Bahn (vorwiegend Fernverkehr). Die 82% Unpünktlichkeit decken sich mit meinem subjektiven Eindruck. Das Problem eines funktionierenden und pünktlichen Netzes (Anschlussverbindungen) liegt nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der Zuverlässigkeit. Diese erreiche ich systembedingt eher mit langsamer Fahrt, die effektive Reseven zum Aufholen von Verzögerungen lässt. Die Taktung der Verknüpfungen ist nach meinem Eindruck zu ambitioniert. Hinzu kommt, dass verschiedene Verkehre mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten teilweise auf den gleichen Gleisen fahren (ICE, Regio und Güter). Das erhöht die Konflikt- und Verspätungsrisiken. Geschwindigkeit ist nicht Alles. Die Bahn muss Zuverlässigkeit bieten, dann ist sie attraktiv. Die Alternative Auto besteht objektiv nicht, denn das Auto ist im Fernverkehr noch wesentlich unzuverlässiger. Wenn ich von Frankfurt nach Berlin mi dem Auto fahre und eine halbe Stunde Stau aufholen will, vieviel schneller muss ich dann im Übrigen fahren? Wahnsinn!

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Moment_of_Zen 14.04.2018, 08:43
2.

6 Minuten verspätet ist verspätet und nicht pünktlich. Was für ein seltsamer Konzern.

Ich würde gern mal die Statistik sehen von Zügen die tatsächlich pünktlich im Sinne von pünktlich sind.

Und anschließend alle Bahn Nullnummern nach Japan verschiffen. Da können sie dann nochmal in die Lehre gehen und lernen wie man es macht.

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ElOmda 14.04.2018, 08:57
3. Jetzt verstehe ich

"Wie hoch der Bonus von Bahn-Führungskräften ausfällt, hängt unter anderem davon ab, wie pünktlich die Bahn unterwegs ist. Pünktlich ist ein Zug nach konzerninterner Interpretation dann, wenn er höchstens sechs Minuten verspätet an einem Bahnhof ankommt. "

....warum die Bahn nach wie vor behauptet, mit bis zu 5:59 min. sei ein Zug nicht verspätet.
Würde man das abschaffen wäre die Pünktlichkeitsquote vermutlich halbiert oder noch weniger!
Und die Führungskräfte bekämen das was sie verdient haben: Nichts !

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Anna156464641156 14.04.2018, 09:14
4. Fahrpläne anstelle der Fahrzeiten anpassen

Wenn die Bahn intern etwas Testen möchte, ist das völlig richtig. Soll die Bahn was ausprobieren. Und wenn dabei herauskommt das es nichts bringt, ist das auch ein vollkommen valides Ergebnis. Ich verstehe aber einfach nicht wieso die Bahn ihre Fahrpläne nicht einfach an die Realität anpasst. 3 Minute in den großen Bahnhöfen und 1 Minute bei den kleineren Aufenthalt für den RE1 in Stoßzeiten sind einfach viel zu wenig. Dann läppert sich einfach mal 2-3 Minuten pro halt an Verspätung drauf und nach 4 Halten sind wir schwubdiewups bei 10 Minuten Verspätung. Für den Fernverkehr gilt natürlich das selbe. Steht ja auch so im Bericht. Die Knotenbahnhöfe fressen die Zeit wieder auf. Plus weniger Halte. Wieso der ICE in Käffern ohne erkennbares Einzugsgebiet wie Coburg oder BadenBaden halten muss ist mir ein absolutes Rätsel. Und gerne würde ich mal einen Test sehen, in der die Vorfahrtsregel für den ICE vor dem Nahverkehr nicht mehr ist. Gefühlt kommen so die meisten Verspätungen zusammen. Wenn man im RE mit 2-3 Minuten Verspätung sitzt und der jedes mal in Leverkusen warten muss bis 1-2 verspätete ICEs durchfahren hat man da auch ganz schnell wieder 15 Minuten nur wegen der Vorfahrt beisammen. (Seit wann zählen 6 Minuten bei der Bahn als verspätet? Waren das nicht immer 5 Minuten nach Plan? Wurde das um eine Minute angehoben? Hab ich das Falsch in Erinnerung? Oder ist das ein Fehler im Artikel?)

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cajob 14.04.2018, 09:36
5. Einfach sehr viel mehr Reserven einplanen,

so dass man die verspätete Zeit wieder hereinholen kann. Zuverlässigkeit ist viel wichtiger als Schnelligkeit, die dann eh nicht eingehalten werden kann.

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Anna156464641156 14.04.2018, 09:39
6.

Zitat von b1964
Fahre beruflich viel mit der Bahn (vorwiegend Fernverkehr). Die 82% Unpünktlichkeit decken sich mit meinem subjektiven Eindruck. Das Problem eines funktionierenden und pünktlichen Netzes (Anschlussverbindungen) liegt nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der Zuverlässigkeit. Diese erreiche ich systembedingt eher mit langsamer Fahrt, die effektive Reseven zum Aufholen von Verzögerungen lässt. Die Taktung der Verknüpfungen ist nach meinem Eindruck zu ambitioniert. Hinzu kommt, dass verschiedene Verkehre mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten teilweise auf den gleichen Gleisen fahren (ICE, Regio und Güter). Das erhöht die Konflikt- und Verspätungsrisiken. Geschwindigkeit ist nicht Alles. Die Bahn muss Zuverlässigkeit bieten, dann ist sie attraktiv. Die Alternative Auto besteht objektiv nicht, denn das Auto ist im Fernverkehr noch wesentlich unzuverlässiger. Wenn ich von Frankfurt nach Berlin mi dem Auto fahre und eine halbe Stunde Stau aufholen will, vieviel schneller muss ich dann im Übrigen fahren? Wahnsinn!
Bei der langsameren Fahrt stimme ich ihnen zu. Allerdings ist das Problem bei den verschiedenen Typen (Fern, Nah und Güterverkehr) auf der selben Strecke, das Problem der Infrastruktur und des Ausbaustandards. Und den Fernverkehr auf eigene Trassen fahren zu lassen ist ein nettes Ziel aber leider Utopie. Wenn man das Ausbauen würde, wird direkt von allen Seiten geschrien. Bürgerinitiativen gegründet. Es sei zu laut. Der Baum der im Weg ist darf nicht weg. Und das Totschlagargument in Deutschland bei Infrastrukturausbau. Es sei zu teuer. So ist leider die Trennung der Verkehrer nur minimal und schleichend zu erreichen.

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ekel 14.04.2018, 09:41
7. Nein

Nein, die Gründe für Verspätungen sind nicht Unwetterschäden und Baustellen. Aber das ist natürlich eine schöne Ausrede, um die eigene Unfähigkeit zu vertuschen. Baustellen und Unwetterschäden hat auch die Schweiz, aber da läufts. Und auch da fahren Fernverkehr, Regio und Cargo über die gleichen Gleise, und es läuft trotzdem. Denn das alles weiss man vor der herausgabe des neuen Fahrplanes und rechnet es mit ein. In der Schweiz ist ein Zug (und zwar nicht nur Fernverkehr) pünktlich, wenn er max. 3 Minuten Verspätung hat, weil dann alle Anschlüsse noch erreicht werden. Und die haben eine pünktlichkeit von 91%.

Bei der DB ist es einfach so, dass es allen, die was zu sagen haben, vollkommen egal ist, ob irgendjemand pünktlich ankommt. Bonus für den Vorstand? Wofür? Für das Verfehlen der Konzernziele? Für das erledigen meiner Arbeit erhalte ich meinen Lohn. Einen Bonus gibt es, wenn man mehr macht, als von einem erwartet wird. Der Vorstand der Bahn macht ganz offensichtlich weniger, als von ihm erwartet wird, weshalb diese Leute eigentlich gefeuert gehören. Ich gehe mal ganz frech davon aus, dass die DB ihren Leuten Firmenwagen zur Verfügung stellt, damit diese sich den täglichen Stress nicht antun müssen...

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stiller_denker 14.04.2018, 09:41
8. Bohr, wie naiv sind DIE denn ...

Fahren am Limit geht nur zu Lasten des Verschleißes. Viel Zeitverlust entsteht durch die verlängerten Haltezeiten in den Bahnhöfen. (1) Haltepunkte für Rollstühle, Kinderwagen und Räder markieren (2) Die Sonderabteile (Radabteile) endlich mal auf BEIDEN SEITEN des Waggons außen markieren (3) KEINE roten Rädermarkierungen, sondern gelb oder blau (9% der Männer haben eine Rot/Grün Farbsehschwäche) (4) Die Farbmarkierungen OBERHALB der Fenster außen anbringen (dann sieht man sie auch bei VOLLEM Bahnsteig) (5) Die Radabteil-Markierungen bei allen Waggon-Typen GLEICH markieren (6) Fahrrad und Gepäckflächen IM Zug besser markieren (man muß nicht solange mit Mitreisenden diskutieren) (7) Züge einheitlich einfahren lassen (auf demselben Bahnsteig hält eine Linie ganz vorne, eine andere ganz hinten) (8) weiße Einsteigelinie mit 1 m Entfernung vom Gleis anbringen (Wartelinie wie in Japan) (9) Wagenstandsanzeiger, Leuchtanzeige, Fahrplan und tatsächlicher Haltepunkt der Sonderabteile sind manchmal 4 !!! verschiedene Punkte (10) Klareres Verkehrsleitsystem im Bahnhof bei den Gleisaufgängen.

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chrismuc2011 14.04.2018, 09:45
9.

Ich muss zugeben, ich bin eher kein Bahnfahrer, sondern Autofahrer ( viel Gepäck, verschiedene regionale Ziele).
Ich verstehe nicht die Problematik von leichten Verspätungen, solange die Anschlußzüge noch nicht abgefahren sind. Was sind schon 5 oder zehn Minuten Verspätung bei einer Fahrzeit von 2, 4 oder 6 Stunden?
Selbst der "gestressteste" Manager oder Berufspendler kann sich doch darauf einstellen. Nicht umsonst hat man ja mal die akademische Viertelstunde ct eingeführt, um das abzupuffern.
Manchmal würde ich mir mehr mediterrane Lässigkeit in unserem Land wünschen.

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