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Kandidat für CDU-Vorsitz: Was Jens Spahn in der Gesundheitspolitik geleistet hat
DPA

Jens Spahn wollte das Amt des Gesundheitsministers nutzen, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Was hat er in seinem Fachgebiet erreicht? Die Zwischenbilanz.

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deepbrain 05.12.2018, 16:47
50.

Zitat von Interessant,
Was viele nicht wissen: Es ist eine zusätzliche gesetzliche Hürde von Spahn geplant, als Patient ambulante Psychotherapie zu bekommen. Es wird gerade durch den Bundestag gepeitscht. Der Aufschrei unter den Behandlern ist enorm, wenngleich es in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wird. In Zukunft soll es spezielle Beurteiler geben, welche entschieden, ob ein Problem "therapiewürdig", von dort eine Zuweisung zu Behandlern erfolgen. Abgesehen von den nicht bestehenden Behandlungskapazitäten bedeutet dies auch eine Entmündigung der Psychotherapeuten (kein Arzt würde es sich bieten lassen, nicht selbst zu diagnostizieren und über eine Behandlung zu entscheiden).(...)
Völlig richtig. Man stelle sich vor: Sie sind krank, dürfen aber nicht direkt zum Arzt, sondern müssen erst zu einem ausgewählten Psychologen oder Arzt, der entscheidet, ob Sie überhaupt krank sind und wenn ja, wo Sie am besten behandelt werden sollten (welcher Hausarzt ist am besten geeignet? Brauchen Sie überhaupt einen?). Solch ein "gestuftes System" wäre doch toll, denn dadurch würden Wartezeiten bei ihrem Arzt verkürzt, oder nicht? Fänden die Ärzte und Patienten bestimmt auch toll, dass sie nicht mehr selbst diese Entscheidung treffen dürfen, sondern eine "vorgestufte" Instanz, oder nicht? Natürlich nicht, es gäbe einen großen Sturm der Entrüstung der Ärzte. Aber bei Psychotherapie kann man (Spahn) es ja machen, die haben ja nicht so eine Lobby wie die Ärzte. Der depressive Patient, der eh froh ist, wenn er sich aufraffen kann zum Therapeuten, muss demnächst also noch mehrere Stufen/Stationen durchlaufen, bevor er Hilfe bekommt. Und die Psychotherapeuten dürfen nicht mehr selbst entscheiden, ob sie jemanden behandeln.
Das beste an diesem Plan: Er wurde als kleiner Zusatz ganz kurz vor der Abstimmung noch in den Gesetzesentwurf "gemogelt".
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2018/_10/_25/Petition_85363.nc.html

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dirkcoe 05.12.2018, 16:58
51. Bis jetzt

hat Spahn nur heisse Luft gepumpt - ohne verwertbares Ergebnis. Es fällt leicht 13000 Stellen zu versprechen wenn wir im Hinterkopf haben, dass allenfalls ein paar Hundert tatsächlich verfügbar sind. Das grô?te Problem von Spahn ist aber, dass er in seinem ganzen Leben nie echt gearbeitet hat - das merkt man leider bei jedem seiner Auftritte. Vom normalarbeitenden Menschen ist Spahn Lichtjahre weg.

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exil-berliner 05.12.2018, 17:02
52. Dialog in Gesundheitsfragen mit den Wählern

Zitat von RenegadeOtis
Das ZDF und die Reporter sind Kollegen des Gesundheitsministers und auch Vorgesetzte des Ministers? Offensichtlich auch weisungs- und direktionsbefugt? Interessante Vorstellung.
Mein Vergleich zielt auf das Berufsleben. Das ZDF ist das Sprachrohr zwischen Politik und den Wähler/innen. Fragen einfach auszuweichen welche die Bürger gerne beantwortet hätten (ZDF Zuschauer) bezeugt eine Überheblichkeit und Arroganz, den Menschen gegenüber welche die Partei gewählt haben.

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schadland 05.12.2018, 17:05
53. Als langjähriger Fachpolitiker

kennt er die Player im Gesundheitssektor und im Parlament natürlich gut und weiß, wo er sich bewegt und welche massiven, widerstreitenden Interessen sich Raum verschaffen.
ME hat er viel auf den Weg gebracht. Ob das alles richtig ist, kann man hinterfragen: di eHerstellung der paritätischen Finanzierung des Zusatzbeitrags kostet irgendwann Arbeitsplätze und läßt zudem den Wettbewerb unter den Kassen um die Mitglieder geringer werden. Die Pflege ausbauen ist ja gut und schön, aberes bezahlen ja auch alle dafür, und zar nicht wenig. Ob man die Probleme, an ausreichend Spendenwillige zu kommen mit der nicht zu geinnenden Debatte um die Widerspruchslösung auflöst ist auch zweifelhaft. Einiges wird noch zurechtgestutzt werden, was momentan unterwegs ist ud viele dicke Punkte (Prävention, Digitalisierung, Risikostrukturausgleich) kommen noch. Mir fehlt zudem irgendwie ein zentraleres Leitbild seinerGesundheitspolitik. Typischer Dirigist und Gefälligkeitspolitiker eben.
Für meinen Geschmack etliche Karat zu leicht für den Vorsitz der CDU oder gar das Kanzleramt.

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stefangr 05.12.2018, 17:06
54. Schaumschläger

Auf der einen Seite haben die Krankenkassen ganz erheblich mehr Reserven auf der anderen Seite kürzt die KV des Bundes den Hausärzten ihr Budget für Krankengymnastik um 50%. Spahn, wohl nur ein Schaumschläger. Antihistaminika ist immer noch nicht im Verschreibungskatalog. Die Narkose bei Magen- und Darmspiegelung muss der Patient seit ein paar Jahren selbst zahlen, wo bleibt die Knete der Versicherten, im Säckel von Spahn oder bei den enormen Gehaltssteigerung der KK- Chefs.

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pepe83 05.12.2018, 17:15
55. Er ist jedenfalls umtriebig

Spahn treibt bestimmte Themen voran. Das muss man ihm lassen. Und ich habe den Eindruck, dass er weiß, wovon er redet. Spahn und Lauterbach sind ein gutes Tandem in der Gesundheitspolitik.

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igel_52 05.12.2018, 17:19
56. Dieser Artikel...

.. enthält viel Bashing, soll wohl Stimmung gegen den Kandidaten Spahn machen. Nicht daß ich ihn wählen würde - hier geht es SPON nur um Meinungsmache, ohne daß diese auch deutlich so gekennzeichnet wäre. Nach einigen Monaten im Amt werden ihm alle Versäumnisse der Grokos unter Merkel angehängt. Erbärmlich schlechter Journalismus, auf Niveau der Zeitung mit 4 grossen Buchstaben.
Ach ja, es geht nicht um den Kanzlerjob nach Merkel. So langsam sollte das auch in der SPON Redaktion bekannt sein.

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matti99 05.12.2018, 17:23
57. 60.000 neue Sozialgerichtsfälle durch Pflege-Personal-Stärkungsgesetz

Rd. 60.000 neue Klagen vor den Sozialgerichten hatte das Pflege-Personal-Stärkungsgesetz im November 2018 zur Folge (Quelle:Deutsche Richterzeitung, DRiZ 12/2018, Seite 406 ff). Grund dieser Klagewelle ist ein Ausschlusstermin, wegen Angleichung von Verjährungsfristen bei Streitigkeiten zwischen Sozialkassen und Krankenhäusern - jetzt gilt auch dort die allgemein übliche kaufmännische Verjährungsfrist.

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Dracul91 05.12.2018, 17:25
58. Digitalisierung

Ich hoffe er meint das ernst mit der Digitalisierung. Das wird dringend mal benötigt von Seiten von uns Ärzten. Es wäre zumindest etwas, dass man ohne Manpower irgendwo herumzaubern müsste. Ein erster Schritt wäre eben die bestehenden Arbeitskräfte von nerviger Bürokratie und Zettelwirtschaft zu befreien. Was er in der Richtung aber schon unternommen hat, weiß ich nicht. Bräuchte halt mal jemand der dem lähmenden Gejaule der Datenschützer was entgegen setzt.
Das ist letztlich auch eine Frage der Qualität. Wenn jemand zum ersten Mal oder seit langem wieder zu uns in die Klinik kommt, hab ich quasi keine Chance etwas über die medizinische Vorgeschichte zu erfahren, wenn der Hausarzt gerade geschlossen hat und der Patient nicht gerade selbst kompetent seine medizinische Vorgeschichte berichten kann. Will ich zum Beispiel ein CT mit Kontrastmittel bei einem dementen Patienten machen, weiß ich nicht, ob er schon mal allergisch reagiert hat. Da wäre es gut eine zentrale Datei oder einen Chip in der Krankenkassenkarte zu haben.

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hpcaesar 05.12.2018, 17:44
59. einer fehlt...

... in Ihrer Liste der Gesundheitsminister: Horst Seehofer. Er hat einen sehr guten Job gemacht, der seiner Karriere in der CSU offenbar nicht geschadet hat...

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