Forum: Wirtschaft
Kann Europa die Euro-Krise stoppen?

Seit Monaten suchen die Regierungschefs der Eurozone nach Rezepten gegen die Schuldenkrise, bislang ist von einer einheitlichen Linie wenig zu sehen. Bei mehreren Gipfeltreffen soll jetzt ein Rettungsplan geschmiedet werden. Kann der Kraftakt gelingen? Oder ist der Euro am Ende?

Seite 424 von 731
Hubert Rudnick 03.07.2011, 15:17
4230. Systembedingt

Zitat von sysop
Seit Monaten suchen die Regierungschefs der Eurozone nach Rezepten gegen die Schuldenkrise, bislang ist von einer einheitlichen Linie wenig zu sehen. Bei mehreren Gipfeltreffen soll jetzt ein Rettungsplan geschmiedet werden. Kann der Kraftakt gelingen? Oder ist der Euro am Ende?
Zuerst die Fianzkrise die von den USA Banken aus ging und nun die €uroländerkrise, hat das noch keiner mitbekommen, dass das alles auch nur in diesen bestehendem System eingebunden ist?
Es ist die Krise des Kapitalismus, der sich so ausgewuchert hat, so das er kaum noch Grenzen einhält und gerade dieser Neoliberalismus bringt das alles mit sich.
Aber wenn man die Philosophen und Ökonomen aus der Vergangenheit aufmerksam studiert hätte, der könnte es auch jeder schon selbst wissen.
Nur haben sich die Leute aus dem Kapital und ihre Handlanger aus der Politik einfach nur darüber hinweggestzt und müssen nun den allmälchen Zusammenbruch hinnehen.
Ihr hochgebildeten Bürger von der Elite nehmt das nicht so ernst, denn auch die Menschen aus dem sogenannten Sozialismus hatten damals alle Spielregeln außer acht gelassen und sind zu euch in dem Schoß des Kapitalismus zurückgekehrt.
HR

Beitrag melden
JungVonMutti 03.07.2011, 15:21
4231. Volksveräppelung

So richtig die Richtung mit massiven Investitionen in die Zukunft zu schreiten auch sein mag - in diesem Artikel jedoch läppische 300 Mio. der Allianz überhaupt nur ansatzweise zu erwähnen, ist lächerlich.

Und dem eine Absatzüberschrift zu widmen, grenzt an Volksverdummung.

Wenn die Wirtschaft und Politik es schaffen würde das Volk darüber aufzuklären was notwendig ist, würde kaum jemand dagegen sprechen können.

So klar auf den Tisch legen will das jedoch auch niemand - das würde nämlich bedeuten, das plötzlich jeder die wahre Inflationsrate kennen würde, und im nächsten Schritt würden die Arbeitnehmer einen entsprechenden Lohnanstieg wollen!

Spätestens da beisst sich die Raubkatze des Kapitalismus dann wieder selbst in den Schwanz - zumindest hat sie Angst davor.

Beitrag melden
Ylex 03.07.2011, 15:21
4232. Die Hysterie der Profiteure und Eurokraten

Zitat: „Die Euro-Zone könnte ebenfalls über die Ausgabe von EU-Anleihen Gelder einsammeln, "um den Wirtschaftsaufschwung zu finanzieren, statt Sparmaßnahmen durchzuführen", heißt es nach SPIEGEL-Informationen in einer Deklaration, die unter anderem die früheren Regierungschefs Guy Verhofstadt (Belgien), Giuliano Amato (Italien), Michel Rocard (Frankreich) und der ehemalige portugiesische Präsident Jorge Sampaio unterstützen.

Da melden sich ja gerade die Richtigen – Amato aus dem Pleite-Italien und Zampano aus dem Pleite-Portugal. Diese Deppen wissen offenbar gar nicht, was Roosevelts New Deal war, nämlich zu großen Teilen auch eine Sozialreform. Von Sozialreformen habe ich aber während der Euro-Krise noch nie etwas gehört, immer nur von Sparen auf Kosten der Kleinen und von weiter Geld drucken für die paar Großen. Das was sie da in ihrer kaum verhohlenen Panik herbeischreien wollen, ist kein New Deal, sondern die Ausweitung des faulsten aller Deals für Europa nach 1945. Schon wieder eine neue Form von EU-Schuldverschreibungen, die ausgerechnet die Schwellenländer anziehen sollen – aber sie werden Europa was husten, sie kennen ihre eigenen Schrottpapiere selbst genau genug. Das Schiff sinkt unaufhaltsam, das Gebrabbel der Profiteure und Eurokraten artet in Hysterie aus.

Beitrag melden
christian0061 03.07.2011, 15:24
4233. aha...einen new deal?????

einen new deal wollen die herren??????


und dabei vergessen die altweisen was der wichtigste teil des new deals damals in den usa war. oder sie wissen es gar nicht, denn es wird überall in der presse und literatur, selbst auf wickipedia wohlweislich verschwiegen, oder nur wohlwollend umschrieben?: nämlich

steuererhöhung für die bestverdienensten bis zu 80% spitzensteuersatz!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


die reichsten jahre der usa, die 50ger, 60ger und 70ger waren für die superreichen kein zuckerlecken in den usa. aber dem land gings gut!

wollen die das wirklich für europa?????? und wenn ja, wie soll das gegen die lobbybrut durchgesetzt werden????????


aus meiner sicht gibt es keine hoffnung. der wirklich fette crash wird kommen und dann ein reset wir können nur hoffen, dass die dem crash folgenden verwerfungen und kriege nicht allzu heftig werden und jemand überlebt...............


new deal, new deal, ich klopfe mir auf die schenkel.........................klar, das ist die lösung, aber mir fehlt der glaube an das mögliche........

Beitrag melden
martinita 03.07.2011, 15:26
4234. Eine Frage der Perspektive

Zitat von Emil Kaufmann
... Oder mal in Prosa: Wenn Brecht recht hätte, dass der Gewinn des einen der Verlust des anderen ist, dann würde mich mal die Herkunft des ganzen Wohlstands interessieren, den man sich global in den letzten 2.000 Jahren erarbeitet hat. Irgendwem muss man den ja dann weggenommen haben (wahrscheinlich Aliens oder den Atlantern...)
Was die letzten 2000 Jahre angeht, haben Sie vermutlich recht. Auf die letzten 30 Jahre betrachtet öffnet sich die Schere zwischen reich und arm immer weiter. Die Reichen haben immer mehr über die reine Existenzsicherung hinaus, und die Arbeiterschaft / Mittelschicht rutscht immer weiter hinab. Schliesslich sind wir jetzt schon so weit, dass die Allgemeinheit mit ihren Steuerzahlungen die Differenz zwischen Billiglohn (damit Dividenden / Gewinne gesichert sind) und puren Lebenshaltungskosten der "unteren Schichten" per HARTZ IV finanzieren muss.

Das im Artikel propagierte "weiter wie gehabt" würde nicht die Lebenssituation der Bevölkerung verbessern, sondern den Wohlstand der Wohlhabenden weiter auf Kosten der Allgemeinheit vergrössern.

Beitrag melden
M123 03.07.2011, 15:26
4235. Problem in die Zukunft verschieben

Zitat von sysop
Seit Monaten suchen die Regierungschefs der Eurozone nach Rezepten gegen die Schuldenkrise, bislang ist von einer einheitlichen Linie wenig zu sehen. Bei mehreren Gipfeltreffen soll jetzt ein Rettungsplan geschmiedet werden. Kann der Kraftakt gelingen? Oder ist der Euro am Ende?
Die Schuldenkrise - nun ja, wenn einerseits die Guthaben exponentiell aufgrund von Zins und Zinseszins anwachsen, MUSS irgendwo im System auch die Verschuldung zunehmen. Und dass das dann irgendwann zu krisenhaften Ausprägungen führt sollte eigentlich allgemein Verständlich sein.

Der nun beworbene New Deal verschärft ja die Krise, bzw verschiebt sie in die Zukunft.

Viel wichtiger wäre es, das ganze Geldsystem mal genauer unter die Lupe zu nehmen und hier nach Mechanismen zu suchen, die solche Krisen periodenhaft hervortreiben und dann Lösungen zu finden, bzw vorhandene entsprechend anzupassen.

Ich kann jedem, der sich abseits aller Hysterie mal einen Überblick über die tieferen Ursachen der Krisen verschaffen möchte, nur folgende Vorträge von Prof. Dr. Senf (Volkswirtschaft) nahelegen.

http://www.youtube.com/watch?v=stCscKSwEO0

Es bedarf dringend einer Diskussion, ob wir dieses System weiter behalten wollen.

Der new Deal sollte so aussehen, dass man den Banken das Recht auf Geldschöpfung aus dem Nichts abspricht und diese in öffentlich Hand gibt www.monetative.de sowie ein Geldsystem etabliert, dass nicht systembedingt immer zu Schuldenkrisen führen MUSS.

Beitrag melden
Spiegelkritikus 03.07.2011, 15:28
4236. Investieren vs. Sparen?

Das ist ja ein sauberer "Deal", der da von einer honorigen Gruppe Altpolitiker vorgeschlagen wird: nicht sparen, sondern investieren! Und zwar Gelder, die über EU-Anleihen an den internationalen Finanzmärkten eingenommen werden. Damit solche Anleihen auch gekauft werden, sollen sie mit Rettungsschirmen, sprich: Steuergeldern, abgesichert werden.
Zudem sollen die faulen Anleihen von Pleiteländern mit den Krediten aufgekauft werden.

Die Gläubigerklientel soll ausgeweitet werden und vor allem China soll gross einsteigen. Die Chinesen haben ihr Interesse an einem grösseren finanziellen und wirtschaftlichen Engagement deutlich bekundet: sie werden bei den anstehenden Privatisierungen in Griechenland mit vielen anderen Beutehungrigen auf Schnächenjagd gehen.

Investieren ist grundsätzlich natürlich sinnvoll, wenn dadurch neue Arbeitsplätze entstehen und ein Wirtschaftsaufschwung bewikt werden kann, der wiederum die Steuereinnahmen des Staates erhöht. Voraussetzung dazu ist jedoch, dass eine funktionierende staatliche Verwaltung und Politik die notwendigen Rahmenbedingungen bereitstellt. Und genau in dieser Hinsicht hapert es in Griechenland gewaltig: der Staatsapparat ist korrupt und müsste radikal reformiert und verschlankt, eine effiziente und faire Investitions- und Steuerpolitik umgesetzt werden.

Die notwendige Reformierung des Staates wird durch die Milliardentransfers weitgehend blockiert, weil kein wirklicher Zwang zur Änderung besteht. Korrupte Beamte können noch immer nicht entlassen , fähige, ehrliche junge Leute wegen der Sparauflagen kaum eingestellt werden. Der Status Quo wird dadurch auf Jahre hinaus zementiert.
Der Generationenkonflikt zwischen etablierten Älteren und oft arbeitslosen Jungen wird sich drastisch verschärfen - nicht nur in Griechenland.

An erster Stelle steht also eine gründliche Reformierung des griechischen Staats. Darauf aufbauend muss eine sinnvolle Balance zwischen Sparen und Investieren gefunden werden, damit die Wirtschaft in Schwung kommen kann und sich die Einnahmesituation nachhaltig verbessert.

Beitrag melden
sfb 03.07.2011, 15:30
4237.

Zitat von Rosbaud
Wollen Sie wirklich wieder zu den Zuständen vor dem Ersten Weltkrieg zurück? Damals hingen Geldmenge und damit der mögliche Umfang des Welthandels von zufälligen Goldfunden ab.
Wäre das Sinnvollste. Ewiges Wachstum gibt es sowieso nicht.
Und eigentlich ist so ziemlich alles besser als das Falschgeldsystem und seine Folgen, die wir bald ausbaden werden.

Beitrag melden
woanders 03.07.2011, 15:31
4238. ...

Zitat von schumacher_lu
Da habe ich immer gedacht, dass Spiegelleser nicht auf Bildzeitungsniveau argumentieren. Hat jemand von den schlauen Kommentatoren die Europäische Geschichte verlernt? Wenn man über den Tellerrand seiner nationalen Selbstherrlichkeit schaut, dann sollte man wissen, dass es in Rahmen der Globalisierung keine Alternative zur EU gibt. Die Gegenspieler zitieren oft Staaten wie Norwegen oder die Schweiz, um sich von der EU zu verabschieden. Aber was spielt die Schweiz überhaupt geopolitisch für eine Rolle? Sie läuft der EU hinterher und passt sich mit zusätzlichen Verträgen ständig an, ohne eine wahres Mitspracherecht zu haben und Norwegen wird irgendwann das Öl ausgehen und dann sehen wir weiter. Diese typisch deutsche Art, alles mies zu machen, kotzt mich an. Natürlich muss Griechenland sich ändern, aber nur durch Sparen wird das nicht funktionieren. Da muss ein Marschall-Plan mit selbstverständlich genauen Bedingungen her, um dieses Land wieder zu konsolidieren. Deshalb Hut ab für diese Politiker mit dem Weitblick. Von Merkel kann man ja hier nichts erwarten, weil diese Erbsenzählerin nun mal ohne jegliche Vision ist. Schade nur, dass die meisten Leser hier nicht besser sind und in ihrer Kleinkrämermentalität nicht bis morgen denken können. China und Russland lassen diese Kommentatoren grüssen!
Vielleicht besschäftigen Sie sich doch erst mal mit den Grundlagen "unseres" Finanzsystems, bevor Sie hier einen auf dicken Max machen.
Diese Politiker, die Sie da ansprechen, haben einen Weitbick und zwar genausoweit wie das Brett vor deren Kopf hängt.
Nach Vorbild des new deal in Amerika, hat da schon mal jemand hingeschaut, was da abgeht?

Darauf kann Europa sicherlich voll und ganz verzichten.
Offensichtlich geht´s den Herren nicht schnell genung mit der Umverteilung, jetzt werden die elder statesmen aus der Mottenkiste gezogen. Wie krank ist das denn wieder?

Beitrag melden
cyberjones12 03.07.2011, 15:31
4239. Da beraten mal wieder unsere Pleiteexperten...

... nun, auf die Ratschläge derer, die uns in diese Krise geführt haben, kann man getrost verzichten. Die geben gerne das Geld der anderen Leute aus. Und führen uns noch tiefer in die Scheiße. Boa da sind wir ma mal wieder Mitten drin... ja ich riech es auch.

Teeren und Federn ... das wäre das Rezept bei Lucky Luke gewesen für solche Spezialisten.

Beitrag melden
Seite 424 von 731
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!