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Kapitalismus in der Krise: Es muss nicht immer Sozialismus sein
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Es ist populär, am Sinn freier Märkte zu zweifeln. Ist das schon sozialistisch? Oder nur die Reaktion auf jene, die seit 40 Jahren stur den Markt als Allheilmittel predigen? Zeit für eine Korrektur.

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Sportzigarette 03.05.2019, 16:23
90. Börsen verbieten?

Zitat von oldseaman1947
Zuerst sollte man die Börsen abschaffen und dadurch Spekulanten den Boden entziehen .Als zweite Maßnahme würde ich neben den vorhandenen privaten Banken eine staatliche Bank gründen die vorrangig Kredite für die Wirtschaft vergibt. .Dadurch entfallen feindliche Übernahmen von Betrieben die oft ausgeraubt und zerschlagen werden .
Die Börse ist lediglich ein Handelsplatz, an dem sich Käufer und Verkäufer treffen, Freier Handel ist die Grundlage unseres Systems. Diesen zu verbieten wäre dumm! Und staatliche Banken führen unweigerlich in den Ruin, erst der Bank, dann des Staates!

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Konvertit 03.05.2019, 16:25
91.

Volle Zustimmung Herr Fricke. Als Regulierungsmaßnahmen sollten zusätzlich der Dodd-Frank-Act wieder eingeführt werden, Unternehmen der Kauf von Unternehmen untersagt werden bzw. nur in Ausnahmefällen genehmigt werden. Sonst einfach globale Konzerne und Banken so gängeln wie jeden anderen Steuerzahler oder Kriminellen auch.

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canUCme 03.05.2019, 16:27
92. Danke, Herr Fricke, ....

... nachdem ich mich heute mit unsäglich bornierten Reaktionen auf die Äußerungen von K.Kühnert konfrontiert sah, haben Sie meinen Tag gerettet.

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Profdoc1 03.05.2019, 16:28
93. Kapitalismus und Neoliberalismus

diese -ismen dürfen wir in Deutschland suchen. Hier und da finden wir auch welche, aber noch immer gilt die soziale Marktwirtschaft. Sie hat sicherlich Federn gelassen, aber im Großen und Ganzen stehen die Menschen mehrheitlich nicht im Regen, obwohl das immer wieder von rechts und links als Szenario dargeboten wird. Hätten wir so etwas wie einen echten Neokapitalismus gäbe es keinen Mindestlohn, weil politisch undurchsetzbar. Wir haben ihn jedoch und es ist nicht unrealistisch, dass selbiger auch noch steigen wird. Kapitalismus? No!

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Emderfriese 03.05.2019, 16:31
94. Tendenzen

Zitat von postmaterialist2011
Weniger an die 70iger. mehr an die 80iger als ein Facharbeiter noch ein Haus bauen, ein gutes Auto fahren und einmal im Jahr in den Urlaub fahren konnte. Die Gemahlin blieb zuhause. Heute lebe ich in einem Umfeld von Akademikern wo beide ziemlich gut verdienen. Alle 5 Jahre ein neues Auto ist schonmal nicht möglich, eine 4 Zimmer Wohnung, geschweige denn ein eigenes Haus für die meisten auch nicht. Klar hat heute jeder ein Iphone oder einen Flachbildschirm, der breiten Masse ging es aber damals mit festem Arbeitsvertrag, Tarifbindung, 13, 14tem Monatsgehalt, garantierten 30 Tagen Urlaub und viel höherer Planungssicherung besser als vielen heute. Als ich Mitte der 1990er nach dem Studium meinen erste Job begann, ging es mir finanziell sehr viel besser als vielen Absolventen heute, 3 Monate Probezeit, 35 Stundenwoche, jede Menge Sozialleistungen. Wo gibt es dies heute alles noch ??
Sie beschreiben das wichtigste Problem unserer Ökonomie sehr richtig: die Tendenz. Und die Tendenz geht für alle Nicht-Wohlhabenden nach unten. Dabei wächst die Zahl der Nichtshabenden. Diesen Prozess aufzuhalten ist nur möglich, mit einem konsequenten Umdenken. Insofern hat Kühnert natürlich Recht.

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Periklas 03.05.2019, 16:31
95. Rechtsfreier Kapitalismus

Zitat von richey_edwards
Wohlstand und Lebenserwartung nehmen weltweit zu, Zugang zu Bildung ist für immer mehr Menschen möglich, Kindersterblichkeit und Armut nehmen ab. Der Grund: Markt und Kapitalismus. Aber man kann das ganz schnell wieder ändern: mit Staat und Sozialismus.
Das Wort Kapitalismus entstand erst per Definition während der Industrialisierung davor gab es die Feudalherrschaft und erst der Sozialismus brachte die Verbesserungen die sie anführen. Davor gab es einen rechtsfreien Raum und selbst Kinder wurden zum Kohleabbau in die dunklen Stollen geschickt. Und blicken sie über den Tellerrand auch heute noch gibt es Kinderarbeit und einen rechtsfreien Raum für den hochgelobten Kapitalismus.

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shrufu 03.05.2019, 16:32
96.

folgt man frickes Bild wird mE klar, dass für die Umkehr der Prozesse eine gewaltige suprastaatliche Kooperation auf politischer Ebene erfolgen muss. Da man dies als relativ unwahrscheinlich beschreiben kann, so lange nicht per Zufall die richtige Konstellation herauskommt, die schon an sich genügend Gegenwind hat, glaube ich es gibt elegantere Lösungen. So richtig starke Argumente hab ich jetzt nicht gehört warum manche Optionen nicht akzeptabel sind.. deshalb wirken solche Texte gerne Mal "konservativ ohne Grund" und das ist zumindest für mich einfach zu wenig um irgendwas zu priviligieren. Ich führe ja auch gerne Kämpfe gegen Windmühlen.. weil die sich drehen und komisch sind..

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Erythronium2 03.05.2019, 16:35
97.

Gegen eine vernünftige Marktregulierung ist nichts einzuwenden. Und nicht jeder Staatsbetrieb sollte privatisiert werden. Herrn Kühnerts Vorschläge, soweit sie hier in Spon korrekt wiedergegeben worden sind, haben mit Marktregulierung aber nichts zu tun. Ihm geht es um die Überwindung des Kapitalismus durch Kollektivierung. So etwas führt zur Zerstörung normaler Marktmechanismen und zum Sozialismus, der erfahrungsgemäß auch nicht lange demokratisch bleiben kann, weil das Volk sonst die Sozialisten wieder abwählt.

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DönerMan 03.05.2019, 16:36
98.

Eine Marktwirtschaft ohne Vermögenssteuer wird nie sozial sein können. Jemand, der z.B. 1 Million € hat, kann ohne weiteres das Leben eines Durchschnittsverdieners führen, ohne zu arbeiten. Von mir aus lassen sie es 2 Mio sein. Denn versteuern brauch er nur seine Kapitalgewinne. Paradoxerweise hat er den gleichen Steuersatz, wie jemand der rbeitet und das gleiche durch Arbeitskraft verdient. Ein Erbe eines großen Vermögens braucht nie wieder zu arbeiten, wenn er denn besonnen lebt. Auch die Kinder oder Enkel müssen nie wieder arbeiten. Ein Wirtschaftssystem ohne Vermögenssteuer hat meist hohe Steuerbelastungen für Gutverdiener ohne Vermögen. Der Effekt ist, dass jemand der kaum Vermögen hat, es äußerst schwierig hat, Vermögen überhaupt anzuhäufen, während jemand, der Vermögen besitzt es kaum verlieren kann. 1% der Bevölkerung besitzt 35% des Vermögens. Die ärmsten 90% besitzen nur 40% des Vermögens. Eine 1% Vermögenssteuer würde einem Vermögenden nicht sehr wehtun, hätte aber den Effekt, dass Millionen andere deutlich entlastet werden könnten und die Chance hätten, ebenfalls Vermögen aufzubauen, das sie ab einer gewissen Grenze wieder versteuern müssen. Wenn die Rahmenbedingungen richtig gesetzt sind, muss auch niemanden fürchten, dass scharenweise Vermögende das Land verlassen. Wer in diesem Land verdienen will, muss auch für dieses Land etwas leisten. Vermögen ist nichts schlimmes, im Gegenteil, es ist etwas gutes, womit auch Verantwortung einhergeht.

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chon 03.05.2019, 16:42
99. Funktionärspolitiker (der SPD)...

...sind schockiert von der Aussage Kühnerts. Aber die Bevölkerung fragt sich, wo diese ewige Liberalisierung der Märkte hinführt. Viele davon fragen sich auch, wie man wieder davon wegkommt. Kevin Kühnert hat zur Aussprache gebracht, was durch viele Köpfe geht. Es ist richtig schön, dass solche Themen mal wieder in der Politik aufgegriffen werden.

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