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Kapitalismus in der Krise: Es muss nicht immer Sozialismus sein
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Es ist populär, am Sinn freier Märkte zu zweifeln. Ist das schon sozialistisch? Oder nur die Reaktion auf jene, die seit 40 Jahren stur den Markt als Allheilmittel predigen? Zeit für eine Korrektur.

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carn 03.05.2019, 14:53
30. Staatsquote

1980

GB: 41,7

OECD. 39,1

2017:

GB: 40,8

OECD: 40,2

https://www.deutschlandinzahlen.de/tab/welt/oeffentliche-haushalte/einnahmen-und-ausgaben-des-staates/staatsquote

Folglich redet Thomas Fricke haltlosen Quatsch, wenn er behauptet, die letzten 40 Jahre seien eine neoliberale Epoche gewesen.

In einer neoliberalen Epoche wären die Staatsquoten deutlich gesunken.

Das heißt nicht, dass neoliberale Ideen keinen Einfluss hatten; dass nicht Gesetze und Ausgaben davon beeinflusst wurden; und dass diese Einflüsse nicht auch negative Folgen hatten.

Es heißt nur, dass Thomas Fricke eben die Realität nicht wahrnehmen will und aus seinem Phantasiegebilde heraus, die Neoliberalismus sei die letzten 40 Jahre dominierend gewesen, wirtschaftspolitische Ratschläge erteilt.


Was eben heißt, dass man das inhaltlich größtenteils ignorieren sollte, denn wer aus Phantasiewelten heraus Rat erteilt, dessen Rat ist für die Realität meist ungeeignet.

"In einer Zeit, in der die Bundesrepublik auch nicht von Kommunisten regiert wurde, sondern einen gewissen Ludwig Erhard zum Wirtschaftsminister hatte."

Hier sieht man besonders schön, wie weit abseits der Realität der Autor ist:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Monatsberichte/2015/09/Inhalte/Kapitel-5-Statistiken/5-1-12-entwicklung-der-staatsquote.html
"1960
32,9

1965
37,1

1970
38,5

1975
48,8

1980
46,9
1985
45,2"

Dem Autor schlägt also als Gegenkonzept zu seiner Phantasiegestalt eines vermeintlich neoliberalen Staates der letzten 40 Jahre einen Staat vor, der VIEL VIEL VIEL VIEL neoliberaler war als der heutige.

Von 32,9% Staatsquote träumen heutige Neoliberale nicht mal mehr.


Die gesamte Kolumne argumentiert also aus Phantasievorstellungen heraus, dass GB und OECD Staaten am Ende einer 40 jährigen neoliberalen Dominanz mit praktisch denselben Staatsquoten wie zuvor dastehen oder dass die BRD von 1985 mit 45% Staatsquote neoliberaler gewesen sei als die BRD von 1960 mit 33% Staatsquote.

Folglich nicht ernst zu nehmen.

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Alpe 03.05.2019, 14:53
31. "Kapitalismus in der Krise"

...sehen die Mächtigen im Lande glaube ich gar nicht so. Läuft doch alles bestens!
Man mag Herrn Kühnert für seine Ideen kritisieren, aber eine derartige Diskussion schadet jedenfalls nie!

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kayakclc 03.05.2019, 14:53
32. Kapitalismus in der Krise?

Die Frage versehe ich nicht, weil wir uns in Deutschland und in der EU schon vor lange Zeit (BRD vor 70 Jahre) vom Kapitalismus verabschiedet haben. Wir gehen seit über 70 Jahre eine alternativen Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus, der sozialen Marktwirtschaft. Seit 40 Jahren in jedem großen Unternehmen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sitzen. Die staatlichen Sozialleistungen sind 2018 auf ein Allzeithoch gestiegen: der Bundeshaushalt gibt 1/3 seines Etats für Soziales aus. Daher erscheint mir viele wieder als ein effekthascherisches Gerede, weil Leute, besonders in der BRD völlig die Erfahrung mit eine reinen Kapitalismus fehlt. Kein Mensch ist an Kapitalismus interessert. Auch der Sozialsmus ist seit dem DDR Experiment, für das wir bis heute in Form des Solis bezahlen beerdigt, bis auf bei ein paar ewig Gestrigen, die in ihrer Ideologie gefangen sind und Schwierigkeiten mit der Realität haben.

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Flachlandprophet 03.05.2019, 14:56
33. Moral

Gerechtigkeit ist keine Frage des Systems, sondern eine Frage der Moral.

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Franziskus 03.05.2019, 14:56
34. Globalisierung / Freie Märkte

Das Grundübel ist die Globalisierung und die freien Märkte. So lange
die Produktionsbedingungen nicht überall gleich sind, hat ein freier Markt mehr Nachteile als Vorteile. Das ist ganz einfach zu erklären.
Ein Betrieb aus Polen kann seine Leistung in Berlin wesentlich günstiger anbieten, als ein Betrieb aus Hamburg. Das das nicht funktionieren kann sieht doch ein Blinder mit Krückstock. So ist die EU ist eine große Missgeburt. Das Gleiche gilt für die Globalisierung. Wenige gewinnen und viele verlieren. Der 1.Schritt zum Verstehen ist eine gemeinsame Sprache. Englisch als 2.Sprache neben der Muttersprache würde mehr zur Völkerverständigung beitragen, als alle anderen Hilfsmaßnahmen.
Wir in Deutschland haben zusätzlich ein unlösbares Problem. Fast alle, die sich ein besseres Leben wünschen, strömen nach Deutschland. Ich möchte nicht wissen, wie viele Illegale zusätzlich in Deutschland leben. Das führt zwangsläufig zu Wohnungsnot und Ausbeutung, besser Sklaventum. Erschwerend kommt hinzu, dass die offenen Grenzen das Beste für die organisierte Kriminalität ist.

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Sharoun 03.05.2019, 14:56
35. Gib dem Kind nen Namen...

Zitat von Flachlandprophet
Es gibt keine Alternative zum Kapitalismus. Auch ein Marx hatte, trotz gründlicher Überlegungen und Recherchen, seine Ideen nie wirklich zu Ende gedacht. Man darf den Kapitalismus gerne beibehalten - und sollte ihn nur anders reglementieren...
Wie man das dann nennt, ist eigentlich schnuppe.
Der Kern sollte aber sein, daß die Macht der Wirtschaft zu stark und zu wichtig ist, als daß man sie nach Feudalart einigen Wenigen (meist mit dem Goldenen Löffel vorbestimmten) überläßt.

Demokratisierung auch der Wirtschaftsprozesse ist das Motto.
Man verläßt sich in den anderen Bereichen der Willensbildung und Mitbestimmung ja auch nicht auf eine absolutistische Erbmonarchie oder eine Diktatur, von der man dann nur HOFFEN kann, daß sie "gnädig" sei oder die Protagonisten blickig.

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miggelbauer 03.05.2019, 14:57
36. Rentenanspruch

Was bei all diese arm/reich und Wohlstandsscheren Geschichten immer fehlt, ist der Rentenanspruch und die Krankenversicherung in der Rentenphase, die die ausgebeuteten Arbeinenehmer immer von den Steuern der bösen Kapitalisten bezahlt bekommen. Und hierbei handelt es sich z.B bei einem ganz normal bezahlten Facharbeiter Ehepaar um ca 1Mio Euro. Während der fiese Unternehmer vom erfassten und mitgezählten Ersparten leben muss. Wenn man dieses garantiere Vermögen mal mit einbeziehen würde, sähe die Sache ganz schnell ganz anders aus. Macht aber keiner. Auch der Spiegel nicht. Sorry - aber so werden Fake-news produziert.

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nobody_incognito 03.05.2019, 14:58
37.

Zitat von thequickeningishappening
Ich kann mich weder für Kapitalismus noch Kommunismus noch Algorithmus entscheiden. Ich sehne mich nach Der "Sozialen Marktwirtschaft" Die Den damaligen Umständen geschuldet Ein bleibender Traum in Erinnerung bleiben wird.
Das "soziale"an der damaligen Marktwirtschaft war genau dem Wettbewerb der Systeme geschuldet. Statt über Kommunismus vs Kapitalismus sollte man sich mehr über sowas wie "Animal Farm" Gedanken machen. Da kommt dann das Islamismus Problem und das dort definierte Menschenbild als Konkurrenz zum tragen. Mal ganz abgesehen von der Entwicklung Chinas bzw. als was man deren System / Erfolgsalgorithmus noch bezeichnen könnte.

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nach-mir-die-springflut 03.05.2019, 14:59
38. Anstehen, das neue Hipster

Zitat von siryanow
Stellen wir uns vor: wir leben in einer Welt in der die existenziellen Grundbeduerfnisse befriedigt sind : essen und trinken, ein Dach ueber dem Kopf und die Teilnahme am sozialen Miteinander. Waere es wirklich soo furchtbar sich nicht mehr von Technik und Technologie benebeln zu lassen und bei jedem Konsum-Mist eine 1000fache Auswahl zu haben, und diejenigen Machtgeilen die uns knechten wollen zum Teufel zu jagen. Ich bin ueberzeugt, dass viele sich solch eine Welt wuenschen. Wenn es gelingt dieses unseren Kindern vorzuleben, sehe ich eine gute Zukunft.
Wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind, geht's los ins Individuelle. Der Mensch ist nur in diesen Grundbedürfnissen gleich. Sonst ist er ähnlich. Wollen Sie wieder in einer Mangelwirtschaft leben und Diktatur, was nämlich Sozialismus heißt? Klar, ein paar Dinge hat er, der Sozialismus, die hat der Kapi nich.

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con98698 03.05.2019, 15:00
39. Wir haben keine Kapitalismus,

sondern nur Sozialismus für Reiche und Banker sowie einen brutalen Individualismus für alle anderen. Im Kapitalismus muss es Unternehmen erlaubt werden zu scheitern, vor allem wenn sie durch schlechte Entscheidungen und riskante Investitionen in finazielle Schieflage kommen. Aber stattdessen werden Banken und Unternehmen immer wieder mit Steuergelder gerettet. Wenn die Banker dafür belohnt werden immer riskantere Wetten im "Kasinokapitalismus" abzuschließen und im Falle eines Scheiterns auch noch Geld von der Regierung bekommen haben sie keinen Grund vorsichtig zu sein und zocken noch mehr. Wir müssen endlich aufhören die Banken zu retten und sie im Falle eines Falle sterben lassen anstatt sie die gesamte Welt als Geisel zu nehmen.

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