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Kapitalismus in der Krise: Was wirklich gegen Ungleichheit hilft
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Die Schere zwischen Arm und Reich wird zum politischen Topthema. Aber was schafft Gerechtigkeit? Mindestlöhne, Grundeinkommen, Steuern? Wir sollten anders denken.

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loncaros 05.06.2016, 16:02
1.

Der 15 Dollar Mindestlohn hat Portland auch nicht geschadet.

Wie immer die gleichen "Argumente" warum die Armen gefälligst arm bleiben müssen.

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Rido 05.06.2016, 16:06
2.

Eine Steigerung der Produktivität ist aber ebenfalls nicht ein Allheilmittel.

Seit langer Zeit steigt diese immer weiter an.
Mit immer weniger Leuten immer mehr herstellen.

Ein ewiges Wachstum ist, bei endlichen Ressourchen, nun einmal nicht möglich.

Hinzu kommt, dass es zum ersten Mal in der Industriegeschichte tatsächlich passieren könnte, dass neue Technologien nicht mehr, sondern weniger Arbeitsplätze mit sich bringen.

Früher gab es noch Jobs, welche heute weitgehend automatisiert werden. Dieser Trend wird weitergehen.
Robotik und verbesserte Computer werden auch wieder Arbeitsplätze kosten.

Hinzu kommt, dass Erträge aus Arbeit höher besteuert werden, als Kapitalerträge (also Ertrag ohne Leistung).

Ich glaube kaum, dass höhere Steuern die Wirtschaft dazu veranlassen werden nicht mehr zu investieren.
Im Ernst, würden Sie auf einen Gewinn verzichten, nur weil sie mehr Steuern zahlen müssen? Solange noch ein ordentlicher Gewinn bleibt, wird das doch nicht passieren.

Wenn einige Unsitten wie Flashtrading dabei über die Klinge springen müssen umso besser.

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Baikal 05.06.2016, 16:08
3. Oben Müller, unten Hüther

und beide mit derselben Apologie: nur ein bißchen anders denken, sich mit Lügen abfinden wie etwa der von der Null-Inflation. Das mag für den Warenkorb gelten, für Lebensmitel etwa gilt das nicht, sie sind seit 2009 um rund die Hälfte teurer geworden wie Haushaltsbücher beweisen und treffen die Geringverdiener überproportional. Ach was, Produktivität erhöhen, nur kommt die beim Produzenten eben nicht an.

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m.w.r. 05.06.2016, 16:13
4.

Ohne Zweifel gibt es eine Schere zwischen arm und reich die immer weiter auseinander geht. Aber zweifelsohne gibt es wahrscheinlich -sogar mit Überschneidungen- eine Schere zwischen dumm und schlau.

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lothar.thuermer 05.06.2016, 16:17
5. Ideen gesucht!

Das derzeitige System der sozialen Sicherung hat keine Zukunft. Vorschläge für echte Reformen, die tragfähig, bezahlbar und gerecht sind, gibt es kaum. Und wenn doch, dann ist sofort eine Mehrheit dagegen, weil sie vermeintliche Besitzstände verteidigen will. Wer also hat eine überzeugende Antwort auf Globalisierung, Digitalisierung, Fragmentierung und Flexibilisierung der Arbeit, die auch politisch mehrheitsfähig ist?

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cherrypicker 05.06.2016, 16:17
6. Müllers Märchenstunde

Die Stundenproduktivität in der Industrie ist seit der Wiedervereinigung um etwa 40% gestiegen, seit den 70er Jahren hat sie sich verdoppelt. Allerdings kommt vom Produktivitätswachstum zunehmend wenig bis nichts beim Reallohn den Beschäftigten an. Genau deswegen ist Umverteilung angesagt. Wer hingegen Milliardären steuerfreie Unternehmensübertragungen gewährt, ist nicht sozial; wer Arbeitslosen das Existenzminimum (!) kürzt, ist kein Christ, und wer die Altersvorsorge in die Hände der Finanzmafia legt und das Einkommen im Alter unter die Armutsgrenze senkt, ist kein Demokrat. Die entsprechenden Buchstaben sind aus den jeweiligen Parteinamen zu streichen; wir werden also von einer GroKo aus "Union" und "Partei" regiert, also von einer neoliberalen "Einheitspartei". Nomen est omen!

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kassandra21 05.06.2016, 16:18
7. Massenpsychose Neoliberalismus

>Ein Teil der Verluste aus den Krisenjahren bis 2005 ist inzwischen ausgeglichen.<

Ja, aber wer hat sie bezahlt? Die Verursacher des Ganzen? Die Herren der Hedgefonds und die Vorständer "too-big-to-fail"-Banken, die bewußt miese Kredite erschaffen haben, um die gehebelt an den Börsen zu zocken?

>Und es ist keineswegs sicher, dass die Erholung weiter geht.<

Falsch. Es ist sogar völlig sicher, daß es nicht so weitergeht. Denn unsere Wirtscghaftstheorie, die endloses Wachstum mit endlos wachsenden Schulden unterfüttern will, ist Schrott. So einfach ist das, Herr Müller.

Es wird dringend Zeit, sich aus dieser Massenpsychose des Neoliberalismus zu befreien.

>Seit Jahren messen Wirtschaftsforscher überall im Westen, inzwischen aber auch in vielen Schwellenländern, Produktivitätssteigerungen nur noch in homöopathischen Dosen. Was aber nicht erwirtschaftet wird, das kann auch nicht verteilt werden.<

Mit Verlaub, das ist nur noch mehr vom alten Schwachsinn.

Wie möchte man denn die Produktivität steigern? Indem man die Löhne senkt oder Menschen entläßt?
Und wer kauft dann die ganzen mit neuer Produktivität hergestellen Dingsbumse, wenn er sie nicht bezahlen kann?

Wenn die 10% Reichsten weltweit 90% der Vermögenswerte besitzen - warum zur Hölle sollte dann nicht genug zum Verteilen da sein?
Warum brauchen die Steuersenkungen, bevor sie Arbeitsplätze schaffen? Was sie übrigens gar nicht tun, das ist auch eine Legende.

Weil das "erwirtschaftet" werden muß?
Was erwirtschaften denn die hohen Herren der Finanz"industrie", deren einziges Produkt mehr Schulden sind?

Das Problem heißt GRENZEN DES WACHSTUMS, Herr Müller. Und "Abnehmender Ertrag". Und das hängt zusammen mit der Verfügbarkeit von Ressourcen und Energie. Geld hat damit nur am Rande zu tun.

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Friedrich Wilhelm Schlege 05.06.2016, 16:18
8. ach Müller...

da schreiben Sie eine Aufforderung zu neuem Denken und dann kommt doch wieder nur altbekannter Blödsinn. Die wahre Kernproblematik ist nämlich nicht die Frage der Produktivität, sondern die Frage von Eigentum und seiner Verteilung. Es ist nämlich überhaupt kein Problem in einer Gesellschaft mit hoher Ungleichheit zu leben, wenn für jeden das verfügbare Einkommen so hoch ist, dass er ein Leben führen kann, das der Mehrheitsvorstellung einer Gesellschaft entspricht. Das bedeutet, die Löhne müssen massiv steigen. Wie das zu finanzieren ist? Ganz einfach, erhöhen sie den Spitzensteuersatz auf 110% für Einkommen, die mehr als das 100fache des Durchschnittseinkommens betragen. Damit würde derzeit ein Maximaleinkommen von etwa 3,5 Millionen Euro per annum möglich. Jeder Euro mehr würde überproportional weggesteuert. Wem das nicht gefällt und wem auch schon für deutlich niedrigere Einkommen die Steuerlast zu hoch ist, bekommt die Wahl: entweder er bringt Menschen in Lohn und Brot mit dem Durchschnittseinkommen als Mindestlohn oder er zahlt eben entsprechend Steuern. Wenn darüber hinaus die Bemessungsgrundlagen verbreitert werden und die Grenzen in den Sozialversicherungssystemen abgeschafft werden, haben sie immer noch eine Gesellschaft in der ein paar Tausend mehr als steinreich sind, aber sie haben keine Kinder mehr, die von Hartz IV leben müssen, weil eben durch Arbeit eine Entlohnung realisiert werden kann, die ein angenehmes Leben ermöglicht. Womit wir beim 2. Kernproblem sind: Wollen wir das überhaupt oder geht es nicht genau darum, dass einige wenige in Saus und Braus leben können ohne arbeiten zu müssen und das Bestreben eben dahin geht zu jenen dazuzugehören, wohl wissend, dass das für 99% ein nie erreichbares Ziel sein wird, oder ist Solidarität doch etwas , was intelligent und sinnvoll ist. Beste Grüße

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oldman2016 05.06.2016, 16:18
9. Hirn einschalten

Hirn einschalten statt sich auf Statistiken berufen. Für die Menschen zählt nur das Einkommen, das er nach Abzug aller notwendigen Kosten zur freien Verfügung hat. Gestiegen sind die Kosten für Strom und zwar massiv. Dann gibt es die unsäglichen Zuzahlungen und Zusatzkosten für die gesetzliche Krankenversicherung. Schuld daran ist die Politik. Das Nettoeinkommen von Millionen Menschen ist hingegen aus zwei einfachen Gründen gesunken. Erstens: Ihre Ersparnisse werfen keine Zinsen ab. Nicht nur das, sie verlieren dank EZB jeden Tag an Wert. Zweitens: Millionen Menschen mehr leben inzwischen überwiegend von der Rente. Denen ist ein Mindestlohn schnurzpiepegal. Die können und wollen nicht mehr arbeiten. Die Rentenhöhe wurde von der Politik beschnitten. Hohe Strompreise, Zusatzbeiträge und Zusatzleistungen bei der Krankenversicherung und Rentenkürzungen sind Maßnahmen der Politik. Ich kenne genügend Menschen, die auf dem Papier ein ausreichend hohes Einkommen haben und dennoch höchstens 50 Euro zur freien Verfügung für die Freuden des Lebens und Anschaffungen haben. Jede kaputte Waschmaschine, jeder Anruf bei einem Handwerker (Stundensatz ab 50 Euro aufwärtzs) führt zu schlaflosen Nächten und ins finanzielle Fiasko. Aber zum Trost werden, diese Menschen mit Werbung allerorten überzogen. Werbung die sie im übrigen über die Preise bezahlen müssen.

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