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Kapitalismus in der Krise: Was wirklich gegen Ungleichheit hilft
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Die Schere zwischen Arm und Reich wird zum politischen Topthema. Aber was schafft Gerechtigkeit? Mindestlöhne, Grundeinkommen, Steuern? Wir sollten anders denken.

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Metalhead 05.06.2016, 22:51
170. Konsumgesellschaft

Wir werden nicht um einen Umbau unserer wirtschaftlichen System herumkommen. Der Kapitalmarkt hat sich schon so weit von dem realen Markt entfernt, dass sich bei realistischer Betrachtung ein jeder mit dem Geld was er zu Hause hat schon fast den Popo abwischen kann. Man stelle sich nur vor alle, alles und jeder müsste von jetzt auf gleich sämtliche Schulden zurückzahlen....

Was nötig wäre ist ein Umbau von einer Konsum- in eine Bedarfsgesellschaft. In der in erster Linie der Bedarf aller an Strom, Wasser, Abwasser, Wohnung, Essen, klinischer Versorgung und Mobilität gesichert ist.

In zweiter Linie kommen dann die individuellen Wünsche, wie Urlaub, Luxusartikel, persönliche Entfaltung usw.

Theoretisch ist die Umsetzung recht einfach, praktisch aber unmöglich - da es immer Menschen geben wird die von Gier getrieben versuchen werden dieses System zu unterwandern und es "besser" haben wollen als "Otto Normalo"

Irgendwann wird es aber so weit kommen, leider wohl wie so oft in der Geschichte der Menschheit, unter enormen Leidensdruck aus der Notwendigkeit heraus geboren.

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zeloft 05.06.2016, 22:59
171. in China sind die Produktivitätssteigerungen noch da

Früher war der Anteil von Jobs in der Produktion von Gütern erheblich höher und entsprechend auch die statistisch ermittelte Gesamtproduktivität. Überall "Service-Jobs": Werbung, Sicherheit, Pflege, Bildung, Beratung, Bürokratie, Makler/Anwälte, Gesundheit, Planung/Lobbyismus, IntellectualProperty/Patente, Medien etc. In diesen Bereichen sind Steigerungen nur bedingt möglich und werden weniger durch technischen Fortschritt unterstützt. Ausnahme bilden Prozess-Optimierungen, die jedoch häufig einfallslos mit einer Reduzierung des Headcounts einhergehen. Zusätzlich kommen noch weiter "Jobs" im Bereich Spekulation: Banken/Investoren, Immobilien, Erben etc. Dieser Bereich war noch der letzte, der hohen Wachstumsraten (bis zum Crash 2008) aufwies (zu Lasten der Steuerzahler, die alle Bailouts in der Zukunft bezahlen können). Der vorletzte Bereich war der der "Daseinsvorsorge" - auch wiederum zu Lasten der Allgemeinheit... Durch Überregulierung (auch wiederum Jobs in Planung/Steuerung) wird die Produktivität künftig eher weiter abnehmen. Hierzu zähle ich bspw. auch die Bereiche Sicherheit (nach Innen und Außen), Betreuung (für Jung und Alt) oder auch die neuen Disziplinen "Gleichstellung" (Mann/Frau, In-/Ausländer...) und "Selbstverwirklichung" (für innere und äußere Werte). All diese Jobs werden wenig zur Produktivitätssteigerung beitragen. Früher hat man in solchen Situationen weitere Schulden gemacht. Doch das geht nun auch nicht mehr (der Zins ist deshalb Null, weil wir sonst Insolvenz anmelden müssten).

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go-west 05.06.2016, 23:06
172. Wer um aller Welt

proklamiert, dass Ungleichheit schlecht sei? Ungleichheit ist vollkommen natürlich, von Natur aus angelegt. Auch ist sie das Salz in der Suppe einer Gesellschaft , sie motiviert Menschen, sich von anderen abzusetzen und es besser haben zu wollen als zuvor. Ich für meinen Teil bevorzuge eine Gesellschaft, in der es Fahrrad- und Cayenne-Fahrer gibt, anstatt dass alle in Dacias rumgurken. Und wenn ich jemanden mit seiner schnittigen Segelyacht aufs Meer hinausfahren sehe, freue ich mich für ihn, auch wenn ich mir ein solches Boot wohl niemals werde leisten können. Sozialneid ist einfach nur kindisch.

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QuoVadis sociedad 05.06.2016, 23:07
173.

Ungleichheit der Einkommen stagniert auf mittelhohem Niveau, im Vergleich mit Europäischen Nachbarn sind wir da schon relativ weit oben (gini irgendwo in der nahe von 0.45 der nettoäqzuvalenzeinkommen wobei das näe die Ungleichheit sogar etwas drückt)
2) Vermögen stagniert nicht sondern nimmt langsamer zu, allerdings auf sehr hohem Niveau (gini ca 0.9 nach Steuern !) wobei stets die obersten Prozent e Einkommens und Vermögenszuwachse generieren während die unteren 50 % quasi kein Vermögen besitzen
3) Entlohnung und Produktivität hängen nur in der neoklassischen Theorie zusammen in der Realität sind sie von einander entkoppelt, seit 20 Jahren ist die Produktivität stets schneller gewachsen als die realen Einkommen was mit lohnzuruckhaltung betitelt wurde und ein ennormes Ausmaß an einbehaltenen extragewinnen der Unternehmen bedeutet.
letztlich können Innovationen die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen helfen den Arbeitnehmern und den löhnen wird auch das nicht helfen, wodurch das Problem schwächer binnennachfrage und prekäre Beschäftigung bei zeitgleich steigenden Gewinnen munter weiter geht

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enigma 2016 05.06.2016, 23:14
174. Nein, nicht die Starken und Intelligenten, sondern die Kriminellen sind die Sieger!

Zitat von Berg
Die Gewinner, also die Starken, Cleveren, Jungen, Gesunden, beschweren sich doch gar nicht!
Die Altenbetreuerin, die mir Ihrer eigenen Hände! Arbeit ihr Geld verdient und Menschen in Ihrem Lebensabend begleitet, verliert, weil mit ihr keine Rendite zu erzielen ist. Die Krankenschwester, die Menschen in schwierigen gesundheitlichen Situationen begleitet, verliert, weil Krankenhäuser zu Profitcentern mutiert sind. Diese Liste liese sich beliebig verlängern.

Der Banker, der mit einer Zinsmanipulation Millionen erwirtschaftet und dafür fürstlich entlohnt wird, aber effektiv nur verbrannte Erde hinterlässt, gewinnt. Der Automobilvorstand, der Millionen von Kunden betrügt und dafür noch Boni kassiert, gewinnt. Der FIFA Präsident, der die globale Fußballwelt korrumpiert und dafür noch 3,3 Millionen € im Jahr kassiert, gewinnt. Diese Liste könnte ich jetzt über Tausende von Seiten fortführen.

Das aber sind keine Starken oder Intelligenten, sondern einfach nur skrupellose Kriminelle. Lesen Sie einmal die Biographien der Milliardäre von Bill Gates bis Mark Zuckerberg. Die Wege bis zu den Milliarden sind mit Lug und Trug gepflastert – vom Ideenklau bis zum Patentbetrug.

Heute sind die wichtigsten Abteilungen in den internationalen Konzernen die Rechtsabteilungen. Denn dort wird ausgelobt, wie man gesetzliche Ketten dehnt oder sprengt, um noch mehr Rendite auf Kosten anderer Menschen zu erzielen.

Wir sind eine ethisch verrottete Gesellschaft; wir intrigieren, manipulieren, lügen und betrügen – alles im Namen der Rendite.

Wahrend die 52 reichsten den Menschen 50% des weltweiten Vermögens besitzen, sind die Staaten der Welt sind bis über die Ohren verschuldet. Und in der EU versucht ein bei Goldman Sachs ausgebildeter Wirtschaftsverbrecher Namens Draghi mit monetärer Gewalt eine 2%ige Inflation zu erzwingen, damit die Menschen weiter in ihrem Hamsterkäfig rennen, um materiell zu überleben..


Quo vadis homo sapiens.

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spmc-12355639674612 05.06.2016, 23:20
175. Ich kenne selbst

Zitat von spiegelleser987
Wenn Sie mal genauer nachdenken, werden sie feststellen, dass die Firmen dann nicht mehr genug Geld haben und die Löhne senken müssen. Ich kenne einen Millionär, der schon über das Problem nachdenkt. Wenn seine Tochter das Erbschaftsvermögen versteuern muss, ist Schluss mit der Firma. Die Millionen sind die Firma und nicht rumliegendes Geld. Der hat auch nur ein kleines Häuschen und ein altes Auto. Urlaub kennt der nicht, der arbeitet immer. Das Geld hat er ständig in neue Maschinen investiert. Damit ist nur das Vermögen gestiegen. Seine Arbeitnehmer sind zufrieden. Nach der Erbschaftssteuer dann nicht mehr. Die für Kredite zu zahlenden Zinsen werden seit Steinbrück auch als angebliches Einkommen versteuert. Begründet wurde dies damit, dass der Unternehmer durch den Kredit kein Geld ausgeben musste und so angeblich Gewinn macht. So senkt der Staat die Löhne ....
mehrere Eigentümer millionenschwerer Unternehmen, die jedoch kein Problem hätten, vermögensabhängige Steuern zu zahlen. Ich gebe Ihnen allerdings Recht, dass es darum gehen muss, solche Steuern auf sinnvolle Art und Weise zu erheben. Man muss also das in Firmen gespeicherte Vermögen nicht als Privatvermögen des Eigentümers besteuern bzw. kann erhebliche Freibeträge zulassen. Was die Erbschaftssteuer betrifft, sehe ich nicht, warum diese nicht bezahlbar wäre. Man könnte sie allerdings bei unveränderter Weiterführung des Betriebs aussetzen und nur bei Verkauf oder Schließung vor Ablauf einer bestimmten Frist fällig stellen. In jedem Fall müsste man die Firmenvermögen vom Privatvermögen sinnvoll abgrenzen. Ähnliche Probleme gibt es bei wertvollen Immobilien, deren aktueller Wert sich nicht problemlos ermitteln lässt, solange man sie nicht verkauft. Aber auch hier ließe sich eine Regelung finden, nach der eine jährlich sinkende Erbschaftssteuer ähnlich einem Abschreibungsmodell angesetzt wird, die nur bei Verkauf fällig wird.

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Luna-lucia 05.06.2016, 23:29
176. eine deutliche Zunahme der Ungleichheit

ich bin ein Dr. - ich habe studiert! Ich bin ein Müllfahrer - ich räume deinen Dreck weg! Wer ist mehr wert? Rein menschlich gesehen, kann man nicht wirklich Unterschiede feststellen! Jeder tut, was er gelernt hat! Der Dr. wird wahrscheinlich keinen Müllwagen bedienen können, und der Müllfahrer wird keine Operation ausführen können - oki, letzteres ist wirklich komplizierter! Aber! rein menschlich gesehen, haben beide ihre Grundwerte! Sicher sollte Lernfreude auch belohnt werden! (Wir haben noch ca. sieben Jahre vor uns) - Aber Dienste am Menschen, egal, ob Arbeiter, Angestellte ... muss leistungsgerecht entlohnt werden! Denn wenn es keine "Müllfahrer" geben würde, die Doktores würden im eigenen Dreck ersticken! Darüber sollte umgehend mehr geredet werden!

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hugahuga 05.06.2016, 23:38
177.

So lange der erste Blick dem DAX oder dem Stand der Aktien gilt, so lamge die Grillos und Hüthers dieser Republik sich auf die Seite der Geld Oligarchen stellen, so lange sich unsere Regierung mit den
Reicheneliten aus Übersee gemien macht - so lange wird die Abwärtsspirale - was den normalen Bürger anbelangt - nicht aufgehalten werden. Die mediale Begleitung und z.T. auch Überhöhung von "Führungs"-ansichten, steht der Desinformation betreffend Themen, die den einfachen Bürger angehen, gegenüber.
Es sind mMn die verschobenen Wertigkeiten, an denen diese Gesellschaft krankt. Sollte es allen einmal wieder sehr schlecht gehen (was sicher nicht wünschenswert ist) wird man sich der bleibenden und wirklich wichtigen Werte in Wehmut erinnern. Ob diese dann wieder reinstalliert werden können, muss die Zukunft zeigen.

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steuerbelasteter 06.06.2016, 00:08
178. Viel zu leichtfertig

werden staatliche Eingriffe in die Primaerverteilung der Einkommen als Allheilmittel gegen echte oder vermeintliche Verteilungsungerechtigkeit vorgeschlagen und auch umgesetzt. Jede zwangsweise Umverteilung bedeutet, dass jemandem etwas von dem, was er sich erarbeitet hat weggenommen wird und ein anderer - der sozial Hilfsbedürftige - mehr konsumieren kann, als er tatsächlich erarbeitet hat. Das Problem liegt in der enormen Fülle und der mangelnden Gesamtbetrachtung solcher Umverteilungsmassnahmen. im Ergebnis kann das System kippen, also die Marktwirtschaft zerstören und damit den Wohlstand allmählich kaputt machen. Wir brauchen dringend höhere Hürden und schärfere Maßstäbe bevor neue Umverteilungsmassnahmen in Gang gesetzt werden.

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Sprühregen 06.06.2016, 01:17
179. Was aber nicht erwirtschaftet wird, das kann auch nicht verteilt werden....

ach... und dennoch wird weiter so verteilt, daß der obszös große Anteil der ganz wenigen ins Unermeßliche wächst und der Rest der Gesellschaft in die Röhre guckt. Diese vorgeblichen Müller-Hüther und sonstigen Experten in Schlips und Kragen, der mediale Christiansens-Ersatz unter den gekauften Mietmäulern, die völlig selbstverständlich Woche für Woche die Garantie kriegen ihre für dickes Gehalt verdammt dünn aufgekochte Suppe veröffentlichen zu dürfen, k***en mich nur noch an.

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