Forum: Wirtschaft
Kapitalismus - die richtige Wirtschaftsform?

Die Ergebnisse sind verheerend: 20 Jahre nach dem Fall der Mauer sind die meisten Menschen mit dem Kapitalismus unzufrieden, ergab eine britische Studie, die in 27 Ländern durchgeführt wurde. Ist der Kapitalismus die optimale Wirtschaftsform? Welche Alternativen sehen Sie?

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Roter Teufel 26.11.2009, 07:54
5160. Es gehören immer zwei dazu

Zitat von Interessierter0815
ALle gelisteten milliardäre müssten vor ein Gericht und schuldig gesprochen werden an den Tod von 6Millionen Hungertoten jährlich. Dieses egoistische Pack - ekelhaft.
Einer der Geld hergibt und als Entgelt Zinsen bekommt.
Und einer der es will und gegen Zinsen nimmt.

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Landegaard 26.11.2009, 08:11
5161.

Zitat von klaus meucht
Ich verstehe ja dass jemand der Geld leiht Zinzen dafür will, genauso wie der Arbeiter Lohn will. Man kann das Verleihen von Zinz auch Leistung nennen, aber das Verleihen von Geld alleine schafft noch keine Werte.
Das Verleihen von Geld schafft natürlich keine Werte, da muss schon noch mehr geschehen.

Zitat von klaus meucht
Das Problem das ich sehe, dass in den letzten 2 Jahrzehnten bis zur Krise man durch Kapitaleinsatz Gewinne gemacht hat,die höher als die allgemeine Produktivitätsrate war - während der Arbeiter keine realen Lohnsteigerungen hatte.
Das kann man von zwei Seiten aus sehen, wovon Sie eine beschreiben. Die andere wäre, dass bis Ende der 80er der Kapitalertrag im Vergleich zum Arbeitsentgelt zuwenig wuchs und das im vergangenen Jahrzehnt korrigiert wurde. Dieser Ansicht war ich, bin allerdings mittlerweile eher Ihrer Ansicht.

Zitat von klaus meucht
Man hat Löhne gekürzt bzw. nicht steigen lassen um die Zinzen zu bezahlen. D.h. die Gewinne aus der Produktivitätssteigerungen wurden einseitig verteilt.
Das ist nicht ganz richtig. Die Lohnsumme stieg absolut, sie sank real, was allerdings an Ihrer Grundaussage wenig ändert, das stimmt.

Zitat von klaus meucht
Man kann nicht mehr verteilen als man erwirtschaftet. Dieser selbstverständliche Satz muss auch für die Geldgeber gelten. Die Zinzen sollten sich an die Realwirtschaft orientieren. Wenn die Wirtschaft nicht wächst, sollen die Geldgeber auch das Risiko tragen und keine Zinzen bekomen. Damit ist das Risiko alles zu verlieren auch geringer.
Sie werden die Zinshöhe, die erwirtschaftbar ist, nicht reglementieren können. Es wird immer Bereiche geben, wo enormes Wachstum herrscht, während ggf. der Rest der Wirtschaft stagniert. Wirtschaft ist nicht homogen. Und weil das so ist, wird es auch immer Spekulanten geben, die genau dort Renditen erwirtschaften wollen, wo dies weit über dem Durchschnitt liegt.
Die Grenzen haben wir gesehen. Spekulation mit Energieträgern, Nahrungsmitteln etc finden statt und das muss unterbunden werden, ohne den Markt zu zerstören.

Zitat von klaus meucht
Wenn die Kapitalgewinne durch das allgemeine Wirtschaftswachstum gedeckt ist, ist es kein Problem. Wenn man die Realwirtschaft schwächt um die Zinzen bezahlen zu können dann entstehen Weltwirtschaftskrisen.
Nicht unbdingt. Die dot-com-Blase platzte auch ohne eine Weltwirtschaftskrise zu hinterlassen.

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britta 26.11.2009, 08:32
5162. Grundehrlicher Kapitalismus

Zitat von reuanmuc
Was wird im Kapitalismus gelogen? Der Sozialismus ist eine Lüge, weil er den Menschen etwas verspricht, was er nie halten kann. Der Sozialismus will den Menschen vorschreiben, was gut für sie ist, genau wie die Theolügen. Scheinbar haben es immer noch nicht alle begriffen.
Und Schrottpapiere sind keine falschen Versprechungen?

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reuanmuc 26.11.2009, 08:40
5163.

Zitat von britta
Und Schrottpapiere sind keine falschen Versprechungen?
Ist Ihr Make-up nicht auch eine falsche Versprechung?-)

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serafino 26.11.2009, 08:52
5164.

Zitat von Clownfish
Jeder schreit, jeder jammert, vom Konzernchef bis zum Harz-IV-Bezieher, alle stellen Forderungen an den Staat und nicht ein einziger Politiker scheint daran zu zweifeln, dass er und seine Partei alles lösen könnten. Das finde ich utopisch, anmaßend und ausgesprochen nervig. Außerdem bewegen wir uns dadurch immer mehr in Richtung einer Lobbykratie (Anm.: Damit meine ich nicht nur Wirtschaftslobbyismus sondern auch die Elternverbände, Gewerkschaften, Harz-IV-Bezieher, uvm.). Daher sehe ich die wichtigste Aufgabe darin, den Staat in seine Kernaufgaben zurückzudrängen, dafür aber sicherzustellen, dass er diese Kernaufgaben auch zufriedenstellend erfüllt.
Stimme da Ihnen zu, wobei wir wieder bei der Frage wären, was die Kernaufgaben des Staates sind. Ich zähle dazu primär Schutz der persönlichen Freiheit, Ermöglichung eines menschenwürdigen Daseins für alle, auch für diejenigen, die es aus irgendwelchen Gründen nicht selber können, Sorge für soziale und infolge dessen auch wirtschaftliche Sicherheit. Dazu kommen noch technische Aufgaben, wie Infrastruktur, etc. All dies muß meiner Meinung nach soildarisch erarbeitet werden, d.h. dass jeder irgendwo einen Beitrag leisten muß im Rahmen seiner Möglichkeiten. Was meinen Sie?
Allerdings sehe ich auch die Möglichkeit, dass dieses in einer anders strukturierten Gesellschaft (ohne starken Zentralstaat) gesichert werden kann.

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Palmstroem 26.11.2009, 08:55
5165. Inovation als Wachstumstreiber

Zitat von discurso
Unser Planet Erde ist selbstverständlich endlich und materielle Ressourcen sind auch nicht "eventuell", wie Sie schreiben, sonder tatsächlich endlich, oder wollen Sie etwa behaupten, dass es unendlich viel Öl, Gas, Kohle, Bauxit...,auf dem Planeten Erde gibt.
Sie denken nur rückwärtsgewandt. Natürlich sind Öl und Kohle endlich, aber als Energieträger durch Sonne und Wind ohne weiteres zu ersezten. Auch Bauxit mag endlich sein, aber erstens ist Aluminium recylbar, zweitens könnte Kohlefaser Aluminium ersetzen. Und generell kann man natürlich am Einsatz von Resourcen gewaltig sparen - warum muß ein Auto zwei Tonnen wiegen? Dem Wachstum sind selbst bei materiellen Resourcen noch lange kein Ende gesetzt, vor allem, weil Inovation ein enormer Wachstumstreiber ist.

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grauer kater 26.11.2009, 08:56
5166.

Zitat von Dion
Wissen Sie, was Sie da sagen? Sie sprechen Menschen in diesem Land die Fähigkeit ab, zu erkennen, was vernünftig ist und was nicht! Wenn alle so denken....
Sehr geehrter Herr Dion!

Keinem Menschen spreche ich die Fähigkeit ab, zu erkennen, was vernünftig ist oder nicht! Ich glaube nur nicht an die Mehrheitsfähigkeit solchen Denkens, auch jammere ich nicht, denn ich komme auch mit diesem System zurecht, da ich vor Schwierigkeiten nicht kapituliere und mich durchsetzen kann!
In einem anderen Strang hatte ich den Beweis geführt, dass bei der letzten Bundestagswahl keine reale Alternative bestanden hat, die dazu hätte führen können, Merkel abzuwählen! Die "Grünen" ebenso wie die "Linke" sind längst etablierte Parteien und fühlen sich sehr wohl in ihren Pfründen. Alternativen im Sinne eines realen gesellschaftlichen Fortschritts sind sie keineswegs! Wer gesellschaftliche Probleme mit Besteuerung lösen will und damit die Freiheit des aktiven Teils der Menschen aufhebt, beraubt die Gesellschaft ihrer Triebkräfte. Ökologische Produktion erreicht man mit wissenschaftlichen Produktionsverfahren und geschlossenen Stoffkreisläufen, jedoch nicht mit "Ökosteuern". Gesellschaftliche Gerechtigkeit schafft man mit Sozialstandards und gesellschaftlich verbindlicher Ethik und Moral. Frieden schafft man mit Diplomatie und allgemeiner umfassender Abrüstung sowie Anerkennung der Gleichwertigkeit menschlicher Kulturen!

Mit freundlichen Grüssen grauer kater

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reuanmuc 26.11.2009, 08:59
5167.

Zitat von klaus meucht
Man kann das Verleihen von Zinz auch Leistung nennen, aber das Verleihen von Geld alleine schafft noch keine Werte. Wenn ich Geld das ich momentan nicht benötige verleihe, verzichte ich ja auf nichts, und viel Arbeit ist es auch nicht.
Wenn ich 10.000€ habe, dann kann ich damit eine Maschine kaufen, mit der ich ein Produkt herstellen und verkaufen kann. Damit könnte ich also Geld verdienen. Ich kann aber auch darauf verzichten und das Geld jemand anderem leihen, der damit eine solche Maschine kaufen kann und seinerseits Geld verdienen kann. Es ist also verständlich und berechtigt, wenn ich für mein verliehenes Geld Zinsen haben möchte, die aber nicht so hoch sein können wie der mögliche Verdienst mit der Maschine. Die Zinsen können folglich steigen, wenn die Wirtschaft floriert, wenn mit Produktionsmitteln also mehr Geld verdient werden kann und die Unternehmen in neue Maschinen investieren.
Zitat von
Trotzdem habe ich ein Risiko und deshalb verständlicherweise den Wunsch nach Zinzen.
Das ist richtig, denn Geld unterliegt einer möglichen Inflation und das Risiko besteht, ob ich das Geld überhaupt wieder zurück bekomme.

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peter09 26.11.2009, 09:16
5168.

Zitat von britta
Und Schrottpapiere sind keine falschen Versprechungen?
Nein, weil Wertpapiere generell keine Versprechen sind.

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discurso 26.11.2009, 09:19
5169.

Zitat von Steve Holmes
Und seit er gewählt ist hat er schon so manche demokratischen Freiheitsrechte beschnitten.
Erinnert mich irgendwie an unsere Regierungen.

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