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Kassenärzte gegen Homöopathie: "Bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft"
DPA

Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten von homöopathischen Behandlungen - obwohl deren Wirksamkeit nicht belegt ist. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung findet das fatal: Das Geld werde an anderen Stellen benötigt.

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Berliner42 11.07.2019, 13:08
210.

Zitat von latimer
Und im Gegensatz zu den meisten klassischen Medikamenten sind sie auch noch unschlagbar günstig. Dass dieser Fakt den großen Pharmaunternehmen ein Dorn im Auge ist, kann man sich gut vorstellen.
Einen Kilo Zucker gibt's im Handel für einen Euro. was kostet ein Kilo Globuli? Eben: prächtige Gewinne für die Pharmaunternehmen, was Ihren Einwurf ziemlich unsinnig aussehen läßt.

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bloßich 11.07.2019, 13:10
211. Bitte sehr.

Zitat von descartes
[...] Also nochmals die Frage, wo soll die Diskriminierung anfangen, wo aufhören und wie wollen Sie das mit dem GG vereinbaren? Im Vergleich dazu sind die Kosten der Kügelchen eher lächerlich, davon abgesehen, dass ich noch nie von jemand gehört habe, der die Dinger von der Kasse bezahlt bekommt.
Das GG verbietet in Art. 3 nach dem allgemeinen Gleichheitssatz eine Ungleichbehandlung von wesentlich Gleichem und eine Gleichbahandlung von wesentlich Ungleichem.

Für Medikamente gilt allgemein eine Nachweispflicht bzgl. der Wirkdsamkeit. Eine Ausnahme gilt nur für bestimmte Mittel, die der Alternativmedizin zuzuordnen sind. Insb. auch Globuli.

Der Gleichheitssatz würde hier also eine Gleichbehandlung erfordern, die darauf hinausläuft, dass ALLE Mittel gleichermaßen einen Wirksamkeitsnachweis zu erbringen haben; nach den gleichen Methoden.

Ihr Argument spricht also gegen Sie.

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Fritz Meier 11.07.2019, 13:11
212. Was soll das?

Was soll das denn jetzt? Mir haben homöpathische Mittel sehr geholfen. So sehr, dass ich, ohne zu übertreiben, starke Zweifel daran habe, ohne sie jetzt noch hier zu sitzen. Über vier Jahre hinweg hat mich das ca. 150 Euro gekostet, die ich selbst bezahlt habe. Die Alternative, also mit herkömmlicher Medizin und Therapie hätte sicher mindestens das Hundertfache, wenn nicht gar Tausendfache gekostet, was die Krankenkasse, also Sie alle, bezahlt hätte, und meinen Job wäre ich auch los geworden. Kann mir jetzt also noch mal jemand langsam zum Mitdenken erklären, was so gut daran sein soll, statt Homöpathie herkömmliche Behandlungen zu bevorzugen oder zu fördern? Ach ja, richtig, daran kann man mehr verdienen. Alles klar, das ist ja die Hauptsache.

Mehrere meiner Bekannten hatten schlimme Probleme mit Schmerzen und Einschränkungen. Zum Teil wurden sie operiert, aber geholfen hat es nichts. Eher im Gegenteil. Erst Heilpraktiker konnten ihnen schnell, günstig, unproblematisch und nachhaltig helfen. Es möge jeder mal darüber nachdenken. Egal, ob es "technisch" unmöglich sein müsste: Was hilft, das hilft. Man kann es gut und verträglich haben, oder teuer und mit Nebenwirkungen.

Und nein, ich meine nicht, dass sich jedes gesundheitliche Problem mit Globuli lösen lässt. Und: Ich war immer Homöopathieskeptiker. Habe das Mittel nur ausprobiert, weil es sowieso für alles zu spät war und es nicht schaden konnte.

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spirit69 11.07.2019, 13:12
213. Häh?

Zitat von oinarc
Wer homöopathisch für seine Gesundheit sorgt, übernimmt Eigenverantwortung, indem er sich keinen schädlichen Nebenwirkungen aussetzt und zumeist etwas über die Ursache erfahren möchte. Dies geschieht alleine durch die hierfür notwendige Anamnese. Für mich und meinen erwachsenen Sohn war die Homöopathie eine einzige Erfolgsgeschichte. Bis zum letzten Tag der einzige Schüler ohne Antibiotika, das spricht für sich! Nur gut mitzuerleben, welche Parteien hinter dieser Entscheidung stehen. Die Pharmakonzerne lachen sich ins Fäustchen, doch den nächsten Wahlgang macht's einfacher
Was soll das denn für eine tolle Leistung sein, seine Schulzeit ohne Antibiotika zu überstehen? Und das soll ein Erfolg der Homöopathie sein?
Ich habe mittlerweile das halbe Jahrhundert an Lebensjahren überschritten und noch keine Antibiotika zu mir genommen. Und erst reicht keinen esoterischen Unfug wie Globuli. Bedeutet das nun, das keine Globuli einwerfen noch gesünder und erfolgreicher ist?
Ich kann Ihnen auch sagen, welche Pharmakonzerne sich ins Fäustchen lachen - die Hersteller von Globuli.
Umsatz 2018 in Deutschland: 670 Mio Euro.
Aber Globuli sind ja soooo billig.

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bloßich 11.07.2019, 13:13
214. ...

Zitat von hangglider
Solange die so "klugen" und "kompetenten" Allgemeinmediziner wegen jedem grippalen Infekt (=Virusinfektion) Antibiotika (unwirksam bei Virusinfektion) wie Bonbons verschreiben, ist Homöopathie kein Kostenfaktor für die Solidargemeinschaft !!! Multiresistenzen lassen grüßen !!! Auch die Onkologie fügt mit ihrem "Mit Kanonen auf Spatzen schießen" = Chemotherapie der Solidargemeinschaft unermesslichen finanziellen Schaden zu. (Man kann alte Menschen auch einfach in Würde sterben lassen !) Der medizinisch-industrielle Komplex ist ein Sumpf den es auszutrocknen gilt, dann hat die Solidargemeinschaft wieder einen riesigen finanziellen Spielraum. Von, ab einem gewissen Alter, unnötigen Implantaten ganz zu schweigen. Das Ganze ist eine Scheindebatte um von den wirklichen Kostentreibern und Abzockern abzulenken. Aber usere Poltikerkaste, Spahn an erster Stelle, traut sich da ja nicht ran, da ist ein Nebengefecht ganz praktisch.
Die Gegner der Homöopathie sind regelmäßig die ersten, die strenge Maßstäbe bei der Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten und Heilmethoden fordern.

Selbstverständlich auch für klassische Medikamente.

Was Sie hier fordern ist aber eine strenge Praxis bei der Zulassung und Verwendung der einen (wirksamen) Mittel, während Globuli weiterhin völlig ihne Wirksamkeitsnachweis im Leistungskatalog verbleiben sollen.

Das ist komplett widersprüchlich und willkürlich !

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Berliner42 11.07.2019, 13:14
215.

Zitat von nola_knopex
Der Nutzen oder das Gegenteil fast aller medizinischen Behandlungen ist nicht bewiesen und wird trotzdem nicht bestritten! Die Homöopathie oder generell die Alternativmedizin verfügt halt nunmehr nicht über diese Riesenlobby und aus diesem Grunde auch nicht über die entsprechenden Studien. Das würde ja die Pharmaindustrie niemals zulassen. Daher kann der Nutzen ja auch schwer belegt werden.
Diese Behauptung ist schlicht eine freche Irreführung und zielt nur darauf ab, die wirkungslose Homöopathie im Vergleich besser aussehen zu lassen.

1. Wäre die Wirksamkeit mit Studien belegbar, gäbe es die. Es gelingt aber schlicht nicht.
2. Die Homöopathie-Lobby ist riesig
3. Homöopathie ist Teil der Pharmaindustrie

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oinarc 11.07.2019, 13:14
216. Auffallend

dass diese Diskussion, speziell auf Seiten der Befürworter einer Abschaffung der kassenärztlichen Leistung, auf zynische, fast aggressive Weise geführt wird.
Dass ausgerechnet solche Stimmen bei den Politikern der Koalition in Berlin auf Zustimmung gestoßen sind, macht betreten.

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CancunMM 11.07.2019, 13:17
217.

Zitat von hangglider
Solange die so "klugen" und "kompetenten" Allgemeinmediziner wegen jedem grippalen Infekt (=Virusinfektion) Antibiotika (unwirksam bei Virusinfektion) wie Bonbons verschreiben, ist Homöopathie kein Kostenfaktor für die Solidargemeinschaft !!! Multiresistenzen lassen grüßen !!! Auch die Onkologie fügt mit ihrem "Mit Kanonen auf Spatzen schießen" = Chemotherapie der Solidargemeinschaft unermesslichen finanziellen Schaden zu. (Man kann alte Menschen auch einfach in Würde sterben lassen !) Der medizinisch-industrielle Komplex ist ein Sumpf den es auszutrocknen gilt, dann hat die Solidargemeinschaft wieder einen riesigen finanziellen Spielraum. Von, ab einem gewissen Alter, unnötigen Implantaten ganz zu schweigen. Das Ganze ist eine Scheindebatte um von den wirklichen Kostentreibern und Abzockern abzulenken. Aber usere Poltikerkaste, Spahn an erster Stelle, traut sich da ja nicht ran, da ist ein Nebengefecht ganz praktisch.
Na zum Glück sind Sie ja so klug und erkennen immer gleich ob es sich bei einem Infekt um einen viralen oder bakteriellen Infekt handelt. Ich bin jetzt über 30 Jahre in der Patientenversorgung und mit Zeit hat man auch Erfahrungen ob es eher ein viraler oder eher ein bakterieller Infekt ist. Aber manchmal liegt man auch daneben. Der Mensch ist eben kein Auto an dem man ein Diagnosegerät anschließt. Es gibt zwar auch bestimmte Laborparameter, die einem helfen, aber die sind zumeist unpraktikabel oder werden nicht von der Kasser übernommen. Außerdem verlassen auch die einem manchmal in der Beurteilung. Aber ganz sicher ist: Ich und vieler meiner Kollegen verordnen nicht bei jedem Schnupfen ein Antibiotikum. Und wie gut, dass Sie uns Ärzte aufklären, dass Antibiotika bei viralen Erkrankungen nicht helfen...Potzblitz wissen wir alle nicht. Ach nee wir sind ja alle gekauft und am Umsatz der Pharmariesen beteiligt.
Und bei Chemotherapie bei tödlich verlaufender Erkrakungen von Spatzen zu sprechen ist schon ein starkes Stück.
Ach und dann würde ich gerne wissen bei welchem Alter Sie denn die Grenzen für Implantate und Chemotherapie ansetzen ? Erzählen Sie mir nichts von Würde, wenn Sie Leistungen rationieren wollen. Sie können meinen Patienten, die an Krebs erkrankt sind gerne ja mal erzählen wie würdelos es ist, dass sie noch die Chemotherapie angefangen haben um paar Monate herauszuholen um die Einschulung Ihres Enkels oder dessen Geburt zu erleben. Mich machen Menschen wie Sie wütend, die jedem der anderer Meinung als Sie sind unlautere Beweggründe unterstellt und hinter jedem ein Komplott und eine Verschwörung vermuten.
Gibt es Betrüger unter Ärzten ? Gewiss.. so wie in der Gesellschaft.
Die meisten von uns machen sich jedoch sehr wohl Gedanken über Sinn und Unsinn von Therapien.

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Berliner42 11.07.2019, 13:19
218.

Zitat von andree_nalin
So kommen z.B. viele Heuschnupfengeplagte sehr gut mit rezeptfreien pflanzlichen Antihistaminika zurecht und können so auf cortisonhaltige Medikamente verzichten..
Das ist dann keine Homöopathie, was zu dem Problem führt, daß viele Leute überhaupt nicht wissen, wovon sie reden.

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bloßich 11.07.2019, 13:21
219. ...

Zitat von search_for_truth
Aber eben nur unter Inkaufnahme mitunter gravierender Nebenwirkungen (z.B. Antibiotika bei Erkältungen -> Pilzinfektionen, Resistenzentwicklungen, Diclofenac bei Rückenschmerzen -> Magenulcus/Perforation usw. usf. ) Im Einzelfall schaden die "wirksamen" Mittel mehr als sie helfen. Die Einschätzung, ob zunächst auf Mobilisierung der Selbstheilungskräfte gesetzt werden sollte, obliegt dem Behandler.
Das Medikamente nur dann verschrieben werden sollen, wenn deren Einsatz erforderlich ist und die beabsichtigten Wirkungen die erwartbaren Nebenwirkungen übersteigen ist eine Binse.

Das ist ein wichtiges Thema (gerade auch in der Nutztierhaltung), hat aber nicht mit der Wirkungslosigkeit der Homöopathie zu tun.

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