Forum: Wirtschaft
Kassenarzt-Chef: Gleiche Honorare nutzen Patienten nicht
DPA

Die Koalitionspläne zum Abbau der Zwei-Klassen-Medizin lehnt Andreas Gassen ab. Das Gesundheitssystem habe ein ganz anderes Gerechtigkeitsproblem, sagte der KBV-Chef dem SPIEGEL.

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bert1966 10.02.2018, 17:27
150.

Zitat von rudi_ralala
Jetzt kommen mir ja schon wieder die Tränen. Meine Frau bekommt seit 20 Jahren das gleiche Haushaltsgeld und 40 % aller AN haben inflationsbereinigt, das gleiche Gehalt wie vor 20 Jahren. Dank der neoliberalen Politik von Schröder und Co, müssen eben viele den Gürtel enger schnallen und warum sollten die Ärzte da ausgenommen werden?
Sie haben offensichtlich nicht verstanden: Inflationsbereinigung gab es bei der GOÄ 17 Jahren lang NICHT, wie viel Minderung das bei durchschnittlich zwei Prozent Inflation pro Jahr ausmacht können Sie leicht selbst ausrechnen.

Dass Ihre Frau in der gleichen Zeit von Ihnen ähnlich knapp gehalten wird (hoffentlich ein Ausnahmefall) tut mir natürlich sehr leid, vor allem für Ihre Frau.

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KaraBenFasel 10.02.2018, 17:30
151. Missgunst

Zitat von rudi_ralala
Jetzt kommen mir ja schon wieder die Tränen. Meine Frau bekommt seit 20 Jahren das gleiche Haushaltsgeld und 40 % aller AN haben inflationsbereinigt, das gleiche Gehalt wie vor 20 Jahren. Dank der neoliberalen Politik von Schröder und Co, müssen eben viele den Gürtel enger schnallen und warum sollten die Ärzte da ausgenommen werden?
Zitat von bert1966
"Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), nach der Privatbehandlungen abgerechnet werden ist seit 17 (in Worten: siebzehn) Jahren unverändert gültig und wurde in dieser Zeit nie angepasst - ohne jeden Inflationsausgleich...."

Meine Hochachtung, besser kann man Missgunst nicht ausdrücken. Wie ist Ihnen der Begriff "inflationsbereinigt" zwischen Ihren Beitrag gerutscht?

Wobei ich die Aussage des Vorforisten als Fakt annehme. Überprüfen kann (und will) ich es jetzt nicht. Bin kein Mediziner.

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interessierter Laie 10.02.2018, 17:37
152. @rudi_ralala

sie sagen es selbst - inflationsbereinigt. Zum Haushaltsgeld sage ich jetzt nicht. entweder waren sie früher sehr großzügig oder die essen inzwischen Schuhsole statt Schnitzel...

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Yves Martin 10.02.2018, 17:40
153.

Zitat von prof.unrat
Zunächst, ich bin auch ein Arzt und ich bin nicht am verhungern. Aber der Sinn und die Notwendigkeit der Zweiklassenmedizin hat sich mir nie erschlossen. Es geht hierbei nur um die Sicherung der Pfründe und Egoismen von Ärzten und privaten Versicherungen. Es führt jedenfalls nicht zu einer fachlich und qualitativ besseren Versorgung von Patienten und zwar ALLER. Im Gegenteil den Patienten wird das Leben damit noch zusätzlich unnötig schwer gemacht (mit Arzt- und Terminsuche bzw. Warterei) neben den gesundheitlichen Sorgen. Ich verstehe nicht, wie diese Gesellschaft so ein System tolerieren kann und die Mehrheit das mit ihrem Wahlverhalten immer wieder goutiert.
Im Autohaus bekomme ich mit der S-Klasse auch schneller einen Kundentermin als mit dem Smart. Bei der Bank werde ich als Besitzer eines Aktendepots erheblich besser behandelt als bei der Frage nach einem Verbraucherkredit. Der Arzt wird seinen (auch GKV-versicherten) Freund aus dem Rotary- oder Golf-Club besser, schneller und umfassender behandeln als irgendeinen NoName-Patienten.

Ungerechtigkeit - oder zumindest die Empfindung derselben - gab und gibt es immer. Es ist Pseudo-Sozialismus, hier "Gerechtigkeit" herstellen zu wollen. Gäbe es keine Private Krankenversicherung mehr, gäbe es eben private Zusatzversicherungen, die ihre Besitzer bei der Terminvergabe nach vorn katapultieren. Und gegebenenfalls würden auch bei einer sozialistischen "Bürgerversicherung" eben griechische Verhältnisse in Form eines Fakelaki-Umschlags dabei helfen, bevorzugt behandelt zu werden.

Der deutsche Neidkomplex, dass andere mehr haben könnten als man selbst, ist mittlerweile unerträglich: "Was ich nicht haben kann, sollen andere auch nicht haben dürfen." So sagt man das natürlich nicht, sondern verbrämt es mit einem vermeintlich altruistischen Anliegen; beispielsweise mit der Sorge um die "soziale Gerechtigkeit".

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marcaurel1957 10.02.2018, 17:41
154.

Zitat von frider
Es sind Riesensummen im Gesundheitssystem. Die Summe würde gut reichen wenn nicht so viele Mitkassierer sich bedienten. Als erstes sind da die Krankenkassen selbst die mit ihren kleinen Fürstentümern mit königlicher Besoldung kräftig kassieren. Da ist die Pharmaindustrie die seit Jahrzehnten erfolgreich eine Schwarzliste und angemessene Medikamentenpreise verhindert. Das Apothekensystem mit vielen nicht mehr zeitgemäßen Gesetzen die nur dem Erhalt der eigenen Posten und dem übermäßigen Reinach z.B. bei Krebs Medikamenten dienen. Da ist die Kassenärztliche Vereinigung und einige andere Mitkassierer gleicher Art. Da ist auch der privat versicherte Arzt / Manager / Gutverdiener der seine Kinder über die gesetzlich versicherte Ehefrau versichert weil das billiger ist. Ich denke es ist ein Irrtum das Gesundheit wirtschaftlich sein kann. Krankenhäuser und medizinische Versorgung sollten sehr gut vom Staat mitfinanziert sein. Für die Versorgung ist genügend Geld im Topf wenn die Anzahl der Zugriffe auf die direkten Gesundheitskosten begrenzt werden und die Gehälter deutlich unter dem der Bundeskanzlerin liegen. Wie kann es sein dass ein Krankenkassenvorstand mehr verdient als die Bundeskanzlerin.
Vielleicht weil die Bundeskanzlerin viel zu wenig verdient, wenn man ihre Verantwortung bedenkt?

Viele Kassen sind normale mittelständische Unternehmen, da ist es ganz normal, wenn ein GF 200.000 - 300.000 Euro verdient.

Ich denke auch nicht, dass die Medikamentenpreise zu hoch sind, mit dem Kostendruck, der dort herrscht wurde bereits erreicht, dass große Teile der produktion heut ein Indien stattfinden, was bereit manchmal dazu geführt hat, dass Medikament nicjt verfübar waren. Auch gab es in den letzten 20 Jahren in der Pharmabranche sehr viele Fusionen. Es wird nicht mehr lange dauern und manche Unternehmen können die Preise diktieren....sonst werden die Produkte eben nicht mehr angeboten.Im impfstoffmarkt sind wir fast so weit

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Yves Martin 10.02.2018, 17:41
155.

Zitat von Take it or leave it
" In unserem System hat ein Arzt nichts von einem Gesunden Patienten. Warum also sollte er einen gesund machen?." In unserem System hat die Feuerwehr auch nichts von einem Haus, das nicht brennt.
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. In unserem System werden (mal abgesehen von den unzähligen Freiwilligen Feuerwehren, deren Mitglieder ehrenamtlich arbeiten) Feuerwehrleute ordentlich dafür bezahlt, dass sie in Bereitschaft stehen, Fahrzeuge und Ausrüstung pflegen, sich fortbilden und üben - und ja: Im Brandfall ausrücken und Feuer löschen, ausgelaufenes Öl aufsammeln und Verletzte oder Tote aus Autowracks herausschneiden. Ein ganz normaler Angestellten-Job.

Ein niedergelassener Arzt bekommt dagegen nur Geld, wenn er Patienten hat und behandelt. Das Herumsitzen in der Praxis bekommt er nicht bezahlt.

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marcaurel1957 10.02.2018, 17:42
156.

Zitat von rudi_ralala
Das ist eigentlich nicht notwendig, es reicht schon aus, wenn die PKV die Altersrückstellungen von jeden einzelnen Mitglied ausweisen müsste, damit klar wird wieviel sie sich davon selbst einverleibt. Sie sind doch hier der Marktradikale, warum kann ich beim Wechsel zu anderen Versicherungen, die Rücklagen nicht mitnehmen, jedenfalls, wenn man einen alten Vertrag hat und dementsprechend lange versichert ist? Es mehr Konkurrenz kann nicht schade, aber die PKV Lobby hat es bis heute geschafft das zu verhindern
Da muss ich Ihnen recht geben, das wäre sinnvoll.

Ich und marktradikal? Nie und nimmer!

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tatsache2011 10.02.2018, 17:42
157.

Zitat von Yves Martin
Das ist das übliche Stammtisch-Geschwätz von GKV-Mitarbeitern oder Pseudo-Sozialisten. ... kauft sein Medinait oder seinen Tee eben selbst. Wer das System nicht belastet, kostet auch kein Geld. Und eine KV soll nicht Pflaster und Hustensaft bezahlen, sondern die wirklichen medizinischen Risiken. ....
"Das ist das übliche Stammtisch-Geschwätz", sagen Sie.
Aber
Hustensaft, Tee und Pflaster zahlt der GKV-Patient selbst.
Aber als PKV-ler wissen Sie das nicht.

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malanda 10.02.2018, 17:44
158. Ärztliche Unterversorgung auf dem Land

So? Die Ärzte im Osten würden sich dadurch besser stellen?

Hat man darüber nachgedacht, dass die geringere Ärzte-Dichte auf dem Land grade eben damit zusammenhängt, dass in der Stadt mehr Privatpatienten vorhanden sind?

In den ländlichen Bereichen, nicht nur im Osten, sondern auch im Süden, kriegt man teils keinen Hausarzt mehr her. Würden hier die Einkommens-Chancen verbessert (gut, für die städtischen Ärzte bedeutet das dann eine Verschlechterung, aber am Hungertuch werden sie dann auch nicht gleich nagen), dann tut man auch was für die Neu-Ansiedlung von Ärzten auf dem Land.

Darum 'ja' zu gleichen Leistungen aus GKV und PKV. Für die Unzufriedenen wird es dann sicher bald Angebote geben, die deren Ansprüchen genügen.

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tatsache2011 10.02.2018, 17:47
159. Unsinnig

Zitat von bert1966
Ich finde, die Wartezeit auf einen Arzttermin ist eigentlich kein schlechter vorläufiger Indikator für medizinische Versorgungsqualität. In Deutschland ist diese Wartezeit übrigens noch sehr gering. Endlich wird damit auch einmal für gesetzlich versicherte Patienten spürbar, dass im Versorgungstopf eben nur eine begrenzte Geldmenge vorhanden ist, dass medizinische Versorgung viereckiges Geld kostet. Adäquat, wirtschaftlich, zweckmäßig, notwendig - das sind die entsprechenden SGB V-Kriterien, mehr aber eben auch nicht. Wer sich besser und schnellere medizinische Versorgung wünscht, bezahlt eben dafür, zum Beispiel, indem er in eine andere Versicherung investiert. Das ist doch nirgendwo anders. Wenn ein Bahn- und Fahrradfahrer (der mit seinen Fahrzeugen jeden Ort erreichen kann) verlangt, dass jetzt gefälligst alle mit dem Fahrrad und der Bahn und nicht mehr mit dem Auto fahren, dann hält man ihn für verrückt oder spinnert oder jedenfalls grün-alternativ und sieht sofort die persönliche Mobilitätsfreiheit in Gefahr. Man argumentiert, dass Autofahrer mit ihren KfZ- und Treibstoffsteuern die Wirtschaft quersubventionieren und z. B. Straßen bezahlen, auf denen man eben auch Fahrrad fahren kann. Die Mehrheitsverhältnisse von Fahrrad- und Autofahrern sind in dieser Debatte nur genau umgekehrt zu denen der GKV- und Privatversicherten. Es fahren weniger Menschen mit dem Fahrrad als mit dem PKW und deshalb scheint PKW-Fahren legitim und gesellschaftlich auf breiter Basis vollständig akzeptiert. Ja, es interessiert nicht einmal jemanden, was ein Fahrrad oder ein PKW wohl kosten mag oder wie hoch die Unterhalts- oder Werkstattkosten wohl sind, das ist offensichtlich Privatsache. Wieso wird dann in der PKV-GKV-Debatte anders argumentiert? Da ist plötzlich die Autowerkstatt schuld, dass sie Fahrräder nicht schneller repariert, Autofahrern wird zu Last gelegt, dass sie ja nur schnell vorankommen wollen, das wäre unfair, weil ein Fahrrad eben langsamer ist, es müsste jetzt gefälligst ein kleiner Hilfsmotor für jedes Fahrrad und eine massive Geschwindigkeitsdrossel für jedes Auto her, so lange, bis alle gleich schnell sind. Und die Fahrradreparaturflatrate und die Werkstattkosten für den PKW müssen genau gleich sein und am Besten gäbe es eben nur Fahrräder. Wie unsinnig und unfair diskutieren wir eigentlich im Gesundheitssystem?
Sie schreiben
"Autowerkstatt schuld, dass sie Fahrräder nicht schneller repariert" ?
Sie meinen, der Autowerkstatt-Arzt repariert Fahrrad-Menschen (?).

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