Forum: Wirtschaft
Kassenarzt-Chef: Gleiche Honorare nutzen Patienten nicht
DPA

Die Koalitionspläne zum Abbau der Zwei-Klassen-Medizin lehnt Andreas Gassen ab. Das Gesundheitssystem habe ein ganz anderes Gerechtigkeitsproblem, sagte der KBV-Chef dem SPIEGEL.

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natakajw 10.02.2018, 10:35
50. Psychotherapeuten verdienen

88,50€ die Stunde am Kassenpatienten, am privaten 93,50€. Da gibt es also keinen wirklichen Unterschied. Bei einer 40 Stunden Woche hat man so ca. 3000€ Netto. Und Psychotherapeuten verdienen die Hälfte vom durchschnittlichen Arzteinkommen. Mein Autoschrauber kostet 108€, mein Osteopathen 120€ und der Dachdecker 86€. Psychotherapeuten haben aber 5 Jahre studiert, 5 Jahre Therapieausbildung, kostet 30.000€, und den Kasse Sitz gekauft, 120.000€ in Köln. Der Job lohnt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht.

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tomtom 10.02.2018, 10:36
51. Es macht mich wütend

Ziel aller Veränderungen in Deutschland Schein es zu sein, möglichst keinem auf die Füße zu treten und - falls dies notwendig sei - lieber keine Veränderung vorzunehmen.

Nehmen wir die liebe Medizin: Hier wird schon lange nicht mehr gemacht, was sinnvoll ist, sondern was Geld bringt. Der Privatpatient bekommt mehr und dies schneller - Frage ist nur, ob er damit besser versorgt oder doch nur ausgenommen wird.

Gehen wir zu den KK: warum brauchen wir mehr als eine einzige gesetzlich je KK (warum geben diese viele Millionen für Werbung aus?) Warum erlauben wir es, besser Verdienern diese zu verlassen?

Und warum versuchen wir nicht ganz einfach behaupten krankheiten die Ursachen zu behandeln? In unserem System hat ein Arzt nichts von einem Gesunden Patienten. Warum also sollte er einen gesund machen?.

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Ignorationsunwürdiger 10.02.2018, 10:39
52. Gleiches Recht für alle.

Wenn die gesetzlich Versicherten gleiches Recht wollen, bitteschön. Termin beim Arzt, Rechnung folgt, muß innerhalb eines Monats bezahlt werden. Da kann schon mal je nach Krankheit eine Rechnung über einige Tausend Euro kommen, die muß man dann vorrätig halten. Antrag an die Ersatzkasse stellen, ersetzt wird nicht immer alles, also oft Selbstbehalt. Dann die Mitversicherung des Ehepartners und der Kinder, die anders als bei der gesetzlichen Krankenkasse extra bezahlen müssen. Am Ende kostet die private Versicherung etliche Hunderter im Monat. Mir schwant, daß viele Leute überhaupt nicht wissen, was alles auf sie zukommt, wenn sie Gleichstellung fordern.

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Bolligru 10.02.2018, 10:40
53. # dirk1962 ... auch ein Lobbyist

kann ja durchaus mal richtige Argumente vorbringen.

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Kradfahrer 10.02.2018, 10:40
54. Wenn das man nicht etwas durchsichtig ist

Wenn ich bei den Klempnern, Elektrikern, Automechanikern etc. in meiner Umgebung keinen Termin bekomme bzw. ewig auf einen Termin warten muss, dann wird jeder normal Denkende sagen, dass es zu wenig von denen in meiner Umgebung gibt. WARUM soll das bei Ärzten andere Gründe haben? Und es ist doch auch bekannt, dass wir Mediziner, die sich im Gegensatz zu Veterinären nur mit einer Tierart auskennen, unter Bedarf ausbilden.

Die Ablehnung der Budgetierung sehe ich ein, aber zu dieser Medaille gehört auch die Abschaffung des Privatpatiententums. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Das ist Gesetz! Das kann die Ärzteschaft für sich auch einfordern, nur dann auch auf der für sie positiven Seite der Privatpatienten.

Mehr Humanmediziner ausbilden (denn außer ein paar Kundigen, insbesondere Tierhaltern, wird sich wohl kaum ein Mensch mit seinem Wehwehchen zum wesentlich kostengünstigerenTierarzt begeben, der sofort einen Termin frei hat!) und gleiche Arbeit mit gleichen Honoraren vergüten, das sind die Schlüssel zur Lösung des Problems. Dann wäre auch Schluss mit dem Unsinn, dass man in ländlichen Regionen eine ganze Tankfüllung zu seinem Hausarzt verfahren muss, während man in den Metropolen keine Wohnungen findet, weil dort Ärzte praktizieren (zugegeben, grobe Übertreibung aus Gründen der Deutlichkeit).

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westerinen1967 10.02.2018, 10:42
55. Kein Problem

Zitat von thevicar
Wenn die Pläne der SPD so durchgesetzt werden, schliessen die Besserverdienenden Zusatzversicherungen ab und werden dann wieder "bevorzugt" behandelt. Die PKV wird sich freuen, da sie von den Grundrisiken befreit wird.
das ist aber doch nicht schlimm. Wenn jemand über den GKV-Beitrag hinaus mehr für bessere Leistungen zahlen möchte, so sehe ich darin kein Problem.

Derzeit ist es doch haben so, dass junge PKV-Versicherte weniger als in der GKV zahlen und dafür gewisse Bevorzugungen genießen. Und anscheinend versuchen wohl nicht zu wenige dann gerne im Alter noch unter den Schutzmantel der GKV zu schlüpfen, was schon recht dreist ist.

Nach Abschaffung der PKV müsste jeder zum GKV-Beitrag dazuzahlen, um zu diesen Vorzügen zu kommen. Das wäre in meinen Augen nur OK.

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bluereef 10.02.2018, 10:43
56. Budgetierung im Kassenbereich - ein theoretisches Beispiel

bleiben wir beim Beispiel Friseur:
Nach Vorgaben der Kassen und der Politik (hier besonder K.Lauterbach) stehen pro Kopf und Quartal 23,50 zur Verfügung. Der Kunde kommt zum Quartalsbeginn und lässt sich einen einfachen Haarschnitt machen. Das Budget wird mit 15 Euro belastet. Es verbleibt ein restliches Budgetguthaben von 8,5 Euro. Es wird im gleichen Quartal eine zweite Behandlung notwendig (Schneiden 15,00 Euro und Rasieren 15 Euro) es entstehen zusätzliche Kosten von 30 Euro (-) 8,50 Euro Guthaben. Das Budget wird mit 21,50 Euro überschritten. Der Friseur hat mit fleißiger Arbeit einen Verlust von 21,50 erwirtschaftet.
Wie soll sich der Friseur verhalten:

1. Die Kassen zahlen nicht wegen der Budetüberschreitung
2. Der Patient zahlt nicht, da er ja eine Vollversicherung hat.
3. Der Friseur zahlt drauf weil seine Arbeit nicht vollständig bezahlt wird, er aber für alle Kosten seines Betriebes (Löhne , Versicherungen, Kassenbeiträge, Miete , Strom, Material, Reparaturen, Reinigung, gesetzliche Auflagen etc. aufkommen muss. Er selbst hat bis dahin noch nichts bekommen.
Nun beginnt das Dilemma: Was macht er, wenn der Patient noch einmal im Quartal kommt? Der bisherige Verlust an diesem Patienten beträgt 21,50 Euro.

1. Er frisiert ihn ein drittes Mal, damit wird der Verlust noch größer?
2. Er verweist ihn auf das nächst Quartal, mit neuem Buget? Oder auf andere Friseure denen es aber gleich geht?
3. Er bietet den Haarschnitt gegen Barzahlung an. Ordentliche Arbeit gegen ordentliches Geld und nicht gegen ungedeckte Schecks.?

4. Er nimmt Barzahlerkunden sofort dran um die Kosten seines Geschäfts zu decken und macht damit eine Quersubventionierung der Kassenkunden. Die Einnahmen aus dem Überschuss der Privatkunden decken den Verlust der Kassenkunden.
Übrigens: im Leistungskatalog der Kassen ist Haarefärben, Dauerwelle, Augenbrauen-Ohrbehaarungschneiden nicht enthalten. Kann aber gegen Zuzahlung (IGEL) angeboten werden.

Wie würden Sie entscheiden?

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Softship 10.02.2018, 10:43
57.

Zitat von prof.unrat
Zunächst, ich bin auch ein Arzt und ich bin nicht am verhungern. Aber der Sinn und die Notwendigkeit der Zweiklassenmedizin hat sich mir nie erschlossen. Es geht hierbei nur um die Sicherung der Pfründe und Egoismen von Ärzten und privaten Versicherungen. Es führt jedenfalls nicht zu einer fachlich und qualitativ besseren Versorgung von Patienten und zwar ALLER. Im Gegenteil den Patienten wird das Leben damit noch zusätzlich unnötig schwer gemacht (mit Arzt- und Terminsuche bzw. Warterei) neben den gesundheitlichen Sorgen. Ich verstehe nicht, wie diese Gesellschaft so ein System tolerieren kann und die Mehrheit das mit ihrem Wahlverhalten immer wieder goutiert.
Es wird immer eine "Zweiklassenmedizin" geben. Weil es immer Menschen geben wird, die bereit sind, für eine Leistung mehr zu bezahlen.
Aber, Sie glauben doch hoffentlich nicht, dass das Abschaffen der PKV irgend etwas an der Arzt- und Terminsuche ändern würde.
Diese Gesellschaft "toleriert" das System, weil die ca. 11% der Privatzahler das Gesundheitssystem zu ca. 26% finanzieren.

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pressionist reloaded 10.02.2018, 10:46
58. Von einem der ein gut funktionierendes Krankenversicherungssystem ...

... zu schätzen gelernt hat: https://www.privatehealth.gov.au/healthinsurance. Ich frage mich, worüber hier in diesem Land noch diskutiert wird. Wenn ich selbst zu schwach für Veränderung und Innovation bin, dann einfach mal ... copy & paste ;)

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Softship 10.02.2018, 10:47
59.

Zitat von Educa15
.... wenn die Ärzte nicht (nur) für die Behandlung sondern vielmehr für den Erfolg derselben bezahlt werden.
Und genau warum soll ein Arzt dafür verantwortlich gemacht werden, wenn der Patient z.B. die verschrieben Medikamente nicht einnimmt?

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