Forum: Wirtschaft
Kassenpatient - Patient zweiter Klasse?

Kassenpatienten müssen im Durchschnitt dreimal so lange auf einen Termin beim Facharzt warten wie privat Versicherte. Ist der Kassenpatient immer der Dumme?

Seite 106 von 454
Klo 04.04.2008, 14:30
1050.

Zitat von dr-young
Genau, und übrigens beinhaltet der Eid des Hippokrates nicht, dass der Arzt sich für seine Tätigkeit ausbeuten lassen muss.
Wenn er nicht helfen will, sollte er nicht Arzt werden. Im übrigen steht auch nirgendwo, dass Putzfrauen, Spargelstecher, Friseusen, Arzthelferinnen, Altenpfleger oder sonstwer ausgebeutet werden darf, Ärzte aber nicht.

Beitrag melden
dcaviat 04.04.2008, 14:36
1051.

Zitat von Andreas Heil
Desweiteren werden die Menschen immer gesünder alt, jedenfalls wenn wir die unsäglichen gesellschaftlich ruinösen Entwicklungen beizeiten eindämmen können.
Aus ärztlicher Sicht kann ich Ihnen sagen, das aufgrund des "Wohlstandes" die ruinösen Entwicklungen (z.B. Diabetes gerade bei Jugendlichen) gerade durch die Decke schießen. Auch das Rauchen mit 12 trägt eher zum sozialverträglichen Ableben bei als zur Verbesserung der Gesundheit (ja es gibt in der Tat schon 22 jährige !!!!!!! mit Herzinfarkt !!!!!)

Beitrag melden
Klo 04.04.2008, 14:37
1052.

Zitat von dcaviat
Ich bin auch der festen Überzeugung, das die Resourcen vorhanden sind, aber viele sind der Meinung: Wenn ich 400 Euro monatlich einzahle, dann habe ich einen Anspruch auf 800 Euro monatliche Behandlungskosten.
Man zahlt gemäß seines Einkommens, sprich seiner Leistungsfähigkeit ein und erhält die notwendigen Behandlungskosten. Es geht dabei nicht um konkrete Summen und das sollte doch zu begreifen sein.

Im übrigen sind die Behandlungskosten auch deshalb so hoch, weil Ärzte über Jahrzehnte lang reichlich fett abkassiert haben und weil ein intransparentes System heute immer noch erlaubt, dass Ärzte Leistungen in Milliardenhöhe bei Kassen abrechnen, die sie gar nie erbracht haben. Ich bin schon lange dafür, dass der Patient eine Kontrollabrechnung für jede Behandlung mit nach Hause bekommen muß, aber dagegen wehrt sich Ihr Stand ja mit Händen und Füßen. Sie scheuen Rechnungen für Patienten mehr als der Teufel das Weihwasser. Warum ist das so?

Ein weiterer Preistreiber ist die Pharmaindustrie. Hier fließen gigantische Summen aus dem Gesundheitssystem ab in die Taschen einiger weniger. Die geltende Gesetzeslage sieht hier keine wirksame Preiskontrolle vor und das ist die Lizenz zum Abzocken schlechthin.

Beitrag melden
Digi Tal 04.04.2008, 14:37
1053.

Zitat von Klo
Wenn er nicht helfen will, sollte er nicht Arzt werden. Im übrigen steht auch nirgendwo, dass Putzfrauen, Spargelstecher, Friseusen, Arzthelferinnen, Altenpfleger oder sonstwer ausgebeutet werden darf, Ärzte aber nicht.
Ach so, Ausbeutung für alle möchten Sie, der Gerechtigkeit halber?

Beitrag melden
WenschonDennschon 04.04.2008, 14:38
1054.

Zitat von fussl
Interessant ist dabei doch vor allem, dass genau diese Tatsachen eigentlich problemlos recherchierbar sind - Herr Prof. L. aber dennoch überall als ausgewiesener Experte gilt.
Karl Lauterbach ist ein wandelndes Beispiel dafür, dass die empfundene Qualität der Äußerungen und die Qualifikation eines "Experten" in der Mediendemokratie fast ausschließlich davon abhängt, ob er sagt, was der Durchschnittsbürger hören will.

Sonst könnte niemals derselbe Mensch am einen Tag die redundante, viel zu teure "doppelte Facharztschiene" anprangern, sich am nächsten Tag echauffieren, dass eben diese eigentlich überflüssigen Fachärzte für ihre Patienten nicht ausreichend verfügbar sind, und immer noch als "Experte" gelten.

DASS die Menschen erst den einen und dann den anderen Quark aus demselben Havard-Mündchen hören wollen, beweist wiederum, dass die deutsche Öffentlichkeit den Zusammenhang zwischen den Bedürfnissen der Allgemeinheit und den eigenen, individuellen Lebensverhältnissen konsequent ignoriert. Man könnte das auch "unsozial" nennen.

Beitrag melden
Henner Dehn 04.04.2008, 14:38
1055.

Zitat von Andreas Heil
Richtig teuer sind Patienten nach Statistik die letzten zwei Jahre vor ihrem Ableben, allerdings in jedem Lebensalter.
Chronisch kranke Patienten auch. Beispiel: Multiple Sklerose
Schauen Sie hier. Das sind die Kosten pro Quartal bzw. auch pro Monat für Beta-Inteferom
https://www.docmorris.de/de/suche/pr...8C56AAE.eul242

und hier für ein anderes Medikament
https://www.docmorris.de/de/suche/pr...8C56AAE.eul242
ebenfalls pro Monat. Da "freut" sich die GKV

Beitrag melden
Andreas Heil 04.04.2008, 14:40
1056.

Zitat von dcaviat
... Warum sollte man nicht endlich mal öffentlich diskutieren ob es noch sinnhaft ist einem 80-jährigen Raucher einen Bypass zukomen zu lassen??? Es kostet einfach viel Geld. ...
Ausgerechnet der Raucher zahlt nun aber inzwischen zeitlebens deutlich mehr, als er durchschnittlich an Zusatzkosten im Gesundheitswesen verursachen wird. Damit ist die Tabaksteuer genau so eine Lenkungsabgabe, die die Vollkosten schädlichen Verhaltens zzgl. einem kleinen Strafaufschlag auf die Verursacher des Schadens (an ihnen selbst) umlegt, so lange sie das tragen können (und wollen).

Darüberhinaus entlasten sie die Rentenkassen durch ihr durchschnittliches sozialverträgliches Frühableben deutlich.

Das ist damit also beinahe der Modellfall, wie ungutes Verhalten ökonomisch sinnvoll abgebildet wird.

Beitrag melden
Klo 04.04.2008, 14:40
1057.

Zitat von dcaviat
Diese Diskussion wenn wir sie nicht führen, werden spätestens meine Kinder und die Kinder dieses Landes führen werden, wenn sie eben nicht bereit sind für meine Rente und meine ärztliche Versorung aufzukommen.
Vielleicht hätten Sie Ihre Kinder zu mehr Mitmenschlichkeit erziehen sollen. Meine Kinder sind nämlich sehr wohl bereit, für meine Altersvorsorge mit aufzukommen. Und einen Bypass werden sie mir auch nie verweigern, egal wie alt ich bin.

Beitrag melden
Andreas Heil 04.04.2008, 14:41
1058.

Zitat von fussl
Das könne Sie doch nicht ernsthaft verlangen - damit entzögen Sie (fast) jeder, ganz sicher aber der hier geführten Diskussion jede Grundlage.
Können Sie mal unterfüttern, was Sie genau meinen ?

Beitrag melden
fussl 04.04.2008, 14:42
1059.

Zitat von Klo
Wenn er nicht helfen will, sollte er nicht Arzt werden. Im übrigen steht auch nirgendwo, dass Putzfrauen, Spargelstecher, Friseusen, Arzthelferinnen, Altenpfleger oder sonstwer ausgebeutet werden darf, Ärzte aber nicht.
Sie sollten sich schon mal entscheiden, wofür Sie nun eigentlich sind.

Einerseits fordern Sie eine hohe Qualität medizinscher Leistung für möglichst alle - andererseits sollen die Erbringer dieser hochqualifizierten Leistung aber bloß nicht auf die Idee kommen, für diese auch noch eine angemessene Entlohnung zu fordern.

Merken Sie nicht, dass genau diese seltsame Logik dazu führt, dass bald überhaupt keiner mehr Lust hat, in diesem System noch irgendeine Leistung zu erbringen ?

Beitrag melden
Seite 106 von 454
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!